Schweiz
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Rassisten schreiben sich im Internet die Finger wund: Wer kann sie stoppen?

Die Frage ums Wohin-mit-den-Flüchtlingen lockt Europas Rassisten aus den Reserven. Und ins Internet. Hier überbieten sie sich mit ihren Hasstiraden, diffamierenden Kommentaren bis hin zu Aufrufen zur Vernichtung. Was ist im Netz los?

Daniel Fuchs / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Manchmal tröstet ein Blick über den Ozean: In den USA ist es auch nicht besser. Auf Facebook bezeichnete ein Wahlkampfmitarbeiter des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump die Tochter eines bekannten Bürgerrechtlers kurzerhand als «Nigger». Und auf den afroamerikanischen Präsidenten Barack Obama vereinte er gleich alles Schlechte: Einen «sozialistischen, marxistischen, islamofaschistischen Nazi-Beschwichtiger» nannte er ihn. Was auch immer unter einem islamofaschistischen Nazi-Beschwichtiger zu verstehen ist – seinen Job ist der ehemalige Politberater jedenfalls nun los.

President Barack Obama looks to call on a participant while speaking at the Young African Leaders Initiative (YALI) Mandela Washington Fellowship Presidential Summit in Washington, Monday, Aug. 3, 2015. (AP Photo/Susan Walsh)

Kennt das Problem mit Internet-Trollen: Barack Obama. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Sogar sein Chef Trump fiel bereits mit abschätzigen Kommentaren über die Mexikaner auf. Auch Politiker greifen also zu rassistischen Äusserungen für ihren Wahlkampf, sei es auch zum Preis einer schlechten Presse. Wer sich derzeit auf europäischen Online-Foren umsieht, kommt unweigerlich zum Schluss: Rassismus als Wahlprogramm müsste eigentlich bei vielen Wählern ankommen. Und: Nicht selten gehen Rassismus («Nigger») Hand in Hand einher mit der Attitüde eines alles um sich werfenden Wutbürgers («sozialistischer, marxistischer, islamofaschistischer Nazi-Beschwichtiger»).

Property magnate and reality TV star Donald Trump speaks at a South Florida Tea Party rally in Boca Raton, Florida, in this April 16, 2011 file photograph. Leading Republicans are mounting an attack on Trump, worried that his flirtation with a 2012 presidential run hurts their chances to field a serious challenge to Barack Obama. Many Republican officials doubt the billionaire and celebrity TV star known as The Donald actually wants the pain and suffering that comes with a presidential campaign. REUTERS/Joe Skipper    (UNITED STATES - Tags: POLITICS ELECTIONS BUSINESS)

Donald Trump. Bild: JOE SKIPPER/REUTERS

Wahlthema in der Schweiz

In Europa beflügelt das Flüchtlingselend an Mittelmeer und Ärmelkanal die Fantasie europäischer Netz-Rassisten geradezu. Am liebsten ist den Cyber-Rassisten, die Flüchtlinge erreichten das Festland gar nie. Und wenn, in einem Leichensack.

Mit der Toleranz der Europäer stehe es in der hitzig geführten Flüchtlingsdebatte nicht zum Besten, sagt Martine Brunschwig Graf von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus. Und in der Schweiz verheisst der bevorstehende Wahlherbst nichts Gutes: Spätestens seit dem am Sonntag von den Christlichdemokraten vorgeschlagenen verschärften Asylkurs ist das Wahlthema vollends lanciert.

Wohl angestachelt von den Brandanschlägen auf deutsche Asylheime postete im Juli ein Thurgauer Leser zu einem Artikel über die Kosten im Asylwesen: «Dreckspack ist das, was da rein kommt. Hoffentlich werden mal ein paar Asylheime abgefakelt*, dann muss man die nicht mehr ausschaffen, nur ins Loch und Erde drüber.» Ein Leser leitete die Wortmeldung der Zürcher Kantonspolizei weiter, wie der «Blick» schrieb.

Wenige Fahnder beim Bund

Andere Fälle werden an die Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (Kobik) beim Bundesamt für Polizei (Fedpol) geleitet. Diese forstet die sozialen Medien wie Facebook und Online-Foren zwar nicht systematisch nach rassistischen Inhalten durch, nimmt aber Hinweise auf. Insgesamt zeigen die Zahlen beim Fedpol nur in eine Richtung: nach oben. Allerdings machen die Meldungen zur Rassendiskriminierung nur einen Bruchteil der Meldungen aus. Die Fedpol-Internetfahnder konzentrieren sich primär auf die Jagd nach Pädophilen und Terroristen.

Nicoletta della Valle, Direktorin Bundesamt fuer Polizei fedpol, spricht waehrend einer Medienkonferenz zum Jahresbericht 2014, am Freitag, 29. Mai 2015 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Nicoletta della Valle, Direktorin Bundesamt für Polizei Fedpol. Bild: KEYSTONE

In Österreich hat es sich eine Facebook-Gruppe zur Aufgabe gemacht, Internetrassisten konsequent zu jagen. «Glorious Bastards» nennen sich die Rassisten-Jäger. Aufsehen erregte die Gruppe, als sie den Fall eines österreichischen Porsche-Lehrlings publik machte.

Fehlende systematische Suche

Die Ortsfeuerwehr hatte für die Bewohner eines österreichischen Flüchtlingsheims Wasserschläuche zur Verfügung gestellt. Unter das Bild eines pitschnassen lachenden syrischen Mädchens postete der 17-jährige Lehrling: «Flammenwerfer währe* da die bessere Lösung.» Der Facebook-Eintrag hatte für ihn schmerzhafte Konsequenzen: Sein Arbeitgeber Porsche kündigte ihm fristlos.

«Glorious Bastards» begnügt sich damit nicht. Strafe allein nütze nichts, wenn sich die Einstellung nicht ändere, so die Losung. Der junge Österreicher habe schliesslich eingewilligt, bei einem Fussballturnier mit syrischen Jugendlichen mitzumachen.

Ist die Anti-Rassismus-Strafnorm ein taugliches Mittel gegen rassistische Kommentare im Netz?

Aus den österreichischen Rassisten-Jägern wurden selbst Gejagte, wie der anonyme Gründer dem Bayrischen Rundfunk sagte. Die Gruppe hatte Morddrohungen erhalten. Aufhören mit Netz-Durchsuchen wollen die Aktivisten aber nicht.

Wüst ging es auch in Deutschland zu und her. Im Land, in dem die Asylheime brannten, rief der Schauspieler Til Schweiger zu Spenden für die Flüchtlinge auf. Er erntete einen Shitstorm der grausigeren Sorte: «Oh Mann – ich hab's befürchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!», rief Schweiger in den virtuellen Raum. Ganz mit der Sprache der Netz-Wut-Rassisten, die ihn ja schliesslich verstehen sollten.

Netz-Rassisten hetzen meist mit vollem Namen 

Sie hetzen, pöbeln und diskriminieren: Viele Internetnutzer wähnen sich in sozialen Netzwerken wie Facebook in einer rechtsfreien Zone. «Sie fühlen sich im Internet frei von jeder sozialen Kontrolle», sagt der Zürcher Anwalt Martin Steiger, Spezialist für Recht im digitalen Raum. Das Erstaunliche daran: Wer sich in der Schweiz rassistisch zu Wort meldet, tut dies laut Steiger meist mit vollem Namen: «Die Äusserungen geschehen aus dem Moment heraus. Es sind selten Leute, die das gezielt machen.» 
Strafbar sind die Entgleisungen dennoch: Die Anti-Rassismus-Strafnorm erfasst laut dem Social-Media-Bericht des Bundesrates alle in sozialen Netzwerken denkbaren Kommunikationsformen, «seien dies Fotos, Videos, Bilder oder Texte». Das Strafmass beträgt bis zu drei Jahre Gefängnis. Voraussetzung ist, dass die Kommunikation «öffentlich» erfolgt.
Dieses Kriterium ist laut Steiger bei Äusserungen auf Facebook erfüllt: «Das gilt auch dann, wenn nur ein Personenkreis von wenigen hundert Personen eine Nachricht liest.» Eine ähnliche Haltung vertritt der Bundesrat: «Äusserungen in sozialen Netzwerken werden als öffentlich betrachtet, falls sich der Adressatenkreis nicht auf Personen begrenzt, die durch ein Vertrauensverhältnis verbunden sind.» Bei Verstössen gegen die Anti-Rassismus-Strafnorm handelt es sich um Offizialdelikte, das heisst, die Behörden müssen von Amtes wegen tätig werden. Sind Name, Wohnort und andere Angaben der Urheber bekannt, sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Strafverfolgung relativ gut.
Komplizierter wird es, wenn rassistische Kommentare anonym unter einem Pseudonym ins Netz gestellt werden. Die Schweizer Behörden bekunden in solchen Fällen grosse Mühe, von ausländischen und insbesondere amerikanischen Internetanbietern Daten zu erhalten: Während rassistische Äusserungen hierzulande unter das Strafrecht fallen, sind diese in den USA meist vom Recht auf freie Meinungsäusserung gedeckt. Nur in Einzelfällen geben Unternehmen wie Facebook Nutzerdaten freiwillig heraus. «Es wäre viel einfacher, wenn die Internetanbieter Schweizer Recht unterliegen würden und einen Schweizer Ansprechpartner stellen müssten», sagt Anwalt Steiger. Unmöglich wäre das nicht: Das Parlament könnte ausländische Provider per Gesetz zwingen, Nutzerdaten auf Verlangen herauszugeben. «Die Facebook-Verantwortlichen müssten dann entscheiden, wie wichtig ihnen der Schweizer Markt ist», sagt Steiger.
Auf internationaler Ebene gehört die Schweiz bei der Bekämpfung von Online-Rassismus noch nicht zu den Musterschülern: Sie hat ein entsprechendes Zusatzprotokoll zur Europaratskonvention über die Cyberkriminalität zwar unterzeichnet, aber bislang nicht ratifiziert. Der Bundesrat vertagte den Entscheid im Jahr 2010 auf unbestimmte Zeit.

*Fehlerhafte Original-Schreibweisen 

(aargauerzeitung.ch)

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72
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72Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kastigator 04.08.2015 21:43
    Highlight Highlight Man muss nicht mal auf Rassismus achten, um Erschreckendes zu finden. Dies ein paar Kommentare aus der Facebook-Gruppe "Jetzt erst recht svp wählen", deren Admins zwei SVP-Nationalräte sind, nämlich Yvette Estermann und Lukas Reimann: "Schicket sie zu de somaruga pflume" - "Das hure roti und grüni Dreckspack..." - "Die und alle rot-grünen Politiker sollte man zu tode steinigen!!!" -"Ich habe in den USA gelebt glaub mir da bist du ein Held wenn du den Gleich im Gerichtssaal erschiesst" - "Eine Kugel ist immer schneller als eine Faust oder Fuss"
    Demoratie à la SVP ...
  • manago 04.08.2015 16:37
    Highlight Highlight Wenn man weiter kämpft, führt es zum Erfolg. Beim Kämpfen hilft es aufmerksam, demütig und humorvoll zu sein. Menschen, die sich in ihrer Fremdenangst gehen lassen und ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle haben und zu emotional werden, machen sich lächerlich. Sie sind in ihrer Angst gefangen, und lassen sie sich leichter zu Hass, Aggressionen und anderem verführen. Sie nehmen sich zu wichtig. Das ist ein Zeichen von Nervenschwäche. Menschen, die Rassisten bekämpfen, haben die stärkeren Nerven und Geduld. Sie lassen sich nicht so leicht manipulieren. Auf sie kann man aufbauen und gewinnen.
  • Philipp Burri 04.08.2015 16:19
    Highlight Highlight “If you're not careful, the newspapers will have you hating the people who are being oppressed, and loving the people who are doing the oppressing.” - Malcolm X
  • Chili5000 04.08.2015 15:24
    Highlight Highlight An den vielen "Netzrassisten" haben Medien wie Blick und 20 Min grossen Anteil daran. Mit ihren subjektiven und meist auch emotionalen Artikeln versuchen Sie eine Stimmung zu erzeugen die jeden Leser dazu nötigt schwarz oder weiss zu sehen. Entweder will man sein Land vor der bevorstehenden "Asyl Apokalypse" verteidigen oder aber man ärgert sich über die ganzen rassistischen Kommentare. Ich habe schon lange aufgehört Blick und 20 Min zu lesen. Eine objektive Berichterstattung würde die Stimmung bei den "Netzrassisten" auch etwas mildern.
  • Lowend 04.08.2015 13:18
    Highlight Highlight Die organisierten Rassisten der Völkischen schreiben sich hier bei Watson, wie in allen anderen Foren, offenbar auch täglich die Finger wund, um das Klima im Land mit ihrem braunen Gesinnungsmüll zu vergiften: Wen wundert's noch?
  • Cross Damon 04.08.2015 13:17
    Highlight Highlight watson schildert vor allem Beispiele aus Deutschland und Oesterreich. Was in der Schweiz abgeht – und nicht nur bezüglich Rassismus, sondern gegen die KESB, gegen den Staat, gegen «Linke», (alles rechts von der SVP), gegen Einzelne – ist ebenso grauenhaft. Am schlimmsten sind die Kommentare auf 20 Minuten, das mit seiner redaktionellen Linie diese Menschen noch fördert. Es ist an der Zeit, dass die Redaktionen von sich aus aktiv werden – und nicht die Verantwortung wieder einmal an den Staat abschieben. Auch jede/r Einzelne hat es in der Hand, Zivilcourage zu beweisen und aktiv zu reagieren.
    • Commodore 04.08.2015 20:02
      Highlight Highlight Flaggen verbrennen und Veranstaltungen am HB stürmen?
  • Philipp Burri 04.08.2015 12:57
    Highlight Highlight Zusammengefasst lese ich hier folgendes: Rassissmus ist Folge von Angst, eingebildeter oder realer Not und fehlender Bildung. Die Frage des Artikels lautet, wie kann man es stoppen? Die Antwort ist also einfach: Sorgt endlich dafür, das Güter, Gesundheit und Bildung in der Schweiz wieder gleicher verteilt werden, dann müsste sich nach eurer Theorie auch der Rassismus erledigen. Geht auf die Strasse anstatt Kommentare zu schreiben auf watson. Friede den Hütten, Krieg den Palästen... und so.
  • flyingdutch18 04.08.2015 12:51
    Highlight Highlight Die Freiheit, seine Meinung zu äussern, ist in einer Demokratie das wichtigste politische Grundrecht. Sogar rassistische Äusserungen sollten erlaubt sein, allerdings gehören sie geächtet, z. B. mit Dislikes und Shitstorms. Sobald ein Rassist eine ernstzunehmende Drohung ausspricht, sollte er strafrechtlich verfolgt werden.
  • Sapere Aude 04.08.2015 11:54
    Highlight Highlight Für Rassismus gibt es keine vernünftige Argumente, er ist Mittel der Stimmungsmache rechtkonservativer Kreise. Ob Flüchtlingskrise oder PFZ, die Lösungen sind nicht so einfach wie von der SVP versprochen. Diese Probleme lassen sich nicht mit Grenzschliessungen oder anderen Verschärfungen lösen. Solange in weiten Teilen die Menschen unterdrückt werden und keine Existenzgrundlage haben, werden weiter Flüchtlinge zu uns kommen.
  • Wilhelm Dingo 04.08.2015 11:21
    Highlight Highlight Das Wort wird inflationär benutzt. Schreibt doch mal einen erhellenden Artikel was alles rassistisch ist und was nicht.
    • Philipp Burri 04.08.2015 12:13
      Highlight Highlight Ist ein orthodoxer Jude, der Schwule hasst, Rassist? Ist ein Schwuler, der orthodoxe Juden fürchtet, Rassist? Ist eine rasende Rassel, die Ratten rationiert, rassistisch?
    • blueberry muffin 04.08.2015 12:53
      Highlight Highlight Aha, sie denken also "zündet Asylantenheime an" und "am besten im Leichensack" ist nicht rassistisch? Muss man das ihnen wirklich noch weiter erklären? Soll ich ihnen vielleicht eine Grafik zeichnen?
    • Wilhelm Dingo 04.08.2015 12:59
      Highlight Highlight @PB: sehr erhellend
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dame vom Land 04.08.2015 11:02
    Highlight Highlight
    Zwei Tatsachen sind wohl ausschlaggebend für die vermehrten und aggressiven manchmal auch vermeintlichen, rassistischen Äusserungen in der CH. Viele der Wutbürger fühlen sich nun mal umzingelt von der PFZ und den Flüchtlingsströmen...und von Bern kommt kein, aber gar kein Signal, welches Entspannung verspricht!
    Und die Medien sollten in Zukunft besser überlegen, mit welchen Titeln betr. Flüchtlingen, Asylanten und Migranten sie ihre Leserschaft informieren wollen!
    • blueberry muffin 04.08.2015 12:53
      Highlight Highlight Ansonsten kommen sie und zünden die Medien Häuser zusammen mit den Asylantenheimen an, oder was? :D
  • Roger Gruber 04.08.2015 10:09
    Highlight Highlight Wir müssen in zweierlei Hinsicht aufpassen:
    erstens sind es nicht die Flüchtlinge, auf die sich unser Groll richten soll. Es sind unsere Eliten, die in den Herkunftsländern dieser Menschen Chaos anrichten und diese so zur Flucht zwingen; es sind es dieselben Eliten, welche unbedingt alle diese Flüchtlinge nach Europa bringen wollen. Ergo: aufhören mit Chaos anrichten, dann versiegen die Flüchtlingsströme automatisch.
    zweitens dürfen wir uns nicht verleiten lassen, alle Ansässigen, welche diese Zuwanderung mit Sorge betrachten, in den Nazi-Topf zu werfen; diese Sorgen sind ernstzunehmen!
    • SanchoPanza 04.08.2015 10:12
      Highlight Highlight man kann die Zuwanderung auch kritisch kommentieren ohne in rassistische Tiraden zu verfallen! Wieso passiert das kaum? Weil es eben Netzrassisten sind! Dein Beitrag ist wohl gut gemeint aber du verharmlost die Situation gewaltig!
    • MediaEye 04.08.2015 10:34
      Highlight Highlight Dem bleibt nichts hinzu zu fügen; bin 100%ig deiner Meinung und hätte es nicht besser sagen können!
    • Lezzelentius 04.08.2015 10:45
      Highlight Highlight Sorgen führen aber nicht zu eindeutig rassistischen Kommentaren und rechtfertigen diese auch in keiner Weise.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SVRN5774 04.08.2015 09:27
    Highlight Highlight Lustig. Die Politiker haben doch diesen Rassismus gebracht und wollen ihn jetzt vebieten? Haha Einfach nicht so ein Mist erzählen.
    Dann wäre das gar nicht so weit gekommen. Meint ihr den Deutschen hätten die Juden gestört, wenn Hitler nichts gegen sie hätte? Nein bestimmt nicht.
    • syknows 04.08.2015 10:31
      Highlight Highlight Als ob Hitler mit dem Judenhass angefangen hätte... Henry Ford hatte Dekaden vor 'mein Kampf' ein, für Antisemiten, sehr inspirierendes Buch über den Weltjuden verfasst und publiziert. Auch er war nicht der erste, dieser leidige Hass geht viel weiter zurück.
    • Linus Luchs 04.08.2015 11:03
      Highlight Highlight Wie syknows schon schreibt, die Judenverfolgung reicht historisch sehr weit zurück. Hitler hat den Antisemitismus nicht erfunden, sondern machte ihn zum mörderischen politischen Programm. SVRN5774, nehmen Sie sich doch die Zeit für diesen Artikel:
      http://www.wissen.de/lexikon/judenverfolgung
    • _kokolorix 04.08.2015 12:23
      Highlight Highlight @linus
      das ändert nichts an der korrekten obigen aussage, dass es immer eine oder mehre persönlichkeiten mit vorbildcharakter benötigt um die unzufriedenheit der masse auf eine gruppe 'andersartiger' zu lenken. das sind und waren nicht nur die juden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Philipp Burri 04.08.2015 08:49
    Highlight Highlight Ihr tut alle hier immer so als sei Rassissmus eine "Erfindung der Weissen Christenheit". Rassismus und Abgrenzung sind ein zwar oft unglücklicher aber dennoch natürlicher Reflex, den alle Farben, Religionen - ja ich würde sogar sagen alle Rudeltiere mit entwickelten Sozialstrukturen in irgendeiner Form kennen. Ich wage sogar zu behautpen, dass er zu irgendeiner Zeit mal evolutionär sinnvoll gewesen sein muss, deswegen ist er auch erhalten geblieben. Also lasst die Kirche mal im Dorf - es gibt immer "die anderen", wie man mit ihnen umgeht ist entscheidend.
    • LaPaillade #BringBackHansi 04.08.2015 09:56
      Highlight Highlight Falsch, nichts rechtfertigt Rassismus. Und schon gar nicht eine Theorie von wegen natürlichem Reflex. Würden unsere Kinder ohne die Ressentiments der Gesellschaft gegenüber anderer Kulturen aufwachsen, so gäbe es gar keine Rassisten!
    • Commodore 04.08.2015 10:06
      Highlight Highlight LaPaillade das ist falsch. Nehmen Sie ein Ökologie-Buch zur Hand und lassen Sie die Parolen mal sein.
    • Philipp Burri 04.08.2015 10:10
      Highlight Highlight und das daraus folgende nur untereinander heiraten, hat man u.U. die einzige Möglichkeit, die eigene Kultur auf Dauer zu erhalten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DigitalHedonist 04.08.2015 08:43
    Highlight Highlight Wieso wird nicht systematisch nach solchen Kommentaren gesucht. Software wie brandwatch erlaubt die systematische Recherche nach Stichworten auf allen öffentlichen SOM-Platformen... Das wäre das Mindeste, was der Bund tun muss...
  • Tomlate 04.08.2015 07:32
    Highlight Highlight Ich kann mich an die drei Dokumentarfilme von Daniel Schweizer erinnern. Skin or Die, Skinhead Attitude und White Terror. Vor allem die letzten zwei Filme zeigen eine beängstigende Entwicklung auf. Der Dritte erschien vor 10 Jahren. Bedenklich.
    • Tscheggsch? 04.08.2015 09:28
      Highlight Highlight Geil, Helldorado zeigt zwar die andere Seite, ist aber auch zu empfehlen. Der Dani hat das schon gut gemacht (Y)
  • Pandamak 04.08.2015 07:12
    Highlight Highlight Hass aus Angst geboren gepaart mit der (Schein-)Anonymität des Internets - eine üble Kombination. Solange es jedoch unsere Politiker nicht schaffen der Bevölkerung glaubwürdig zu vermitteln, dass hier an Lösungen gearbeitet wird die für alle Beteiligten vorteilhaft sind wird sich daran nicht so schnell etwas ändern - Leider.
    • Sapere Aude 04.08.2015 07:59
      Highlight Highlight Glaubwürdige Lösungen der Politiker bezüglich welchem Thema? In meinen Augen lässt sich Rassismus in keiner Weise begründen. Nicht nur das, die von rechtskonservativen geäusserten Probleme sind oft selbstverschuldet, bzw. schlicht nicht vorhanden. Kurzfristige Lösungen gibt es sowieso nicht, glaubwürdig wäre wenn Politiker das endlich mal zugeben würden, anstatt auf Kosten von Asylanten und Ausländer Stimmung zu machen.
    • Daniel Caduff 04.08.2015 08:37
      Highlight Highlight Ich mag diese Täter-Opfer-Umkehr überhaupt nicht, auch wenn das zugegeben etwas zugespitzt ist. Dennoch ist Rassismus für mich keine "normale" oder gar "legitime" Reaktion auf angebliche Versäumnisse. Aufgabe der Politik wäre es, den Rassismus zu verurteilen, anstatt ihn zu instrumentalisieren. Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, den Rassisten entgegenzutreten und sie sozial zu ächten. "Appeasement" und "ernst nehmen" und " Verständnis" ist die falsche Reaktion, wie die Entwicklung der letzten 20 Jahre zeigt. Diese Appeasement-Haltung führte dazu, dass sich die Netz-Rassisten gegenseitig in ihrer Überzeugung bestärkten und anstachelten. So stark, dass quer durch Europa rassistische/fremdenfeimdliche/ rechtsextreme Parteien und Positionen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. In der Schweiz vergeht ja kaum noch ein Monat, ohne dass wieder ein SVP-ler wegen Art. 261bis verurteilt wird.
    • Kronrod 04.08.2015 08:56
      Highlight Highlight @Sapere / Daniel: Ich selbst bin zu einem vernünftigen Grad Rassist. Und es ist ausgerechnet die soziale Ächtung, die mich dazu anstachelt. Es gibt rassistische und sexistische Aussagen, die wahr sind, und die will ich machen dürfen. Zum Beispiel dass Aborigines Alkohol schlecht ertragen, Inder oft Laktose-Intelorant sind, oder dass Frauen schneller heulen. (Für letztere Aussage musste kürzlich ein Nobelpreisträger zurücktreten.) Wenn es wahr ist, muss man es sagen dürfen, auch wenn es rassistisch ist.
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