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Erneuter Hackerangriff im Kanton Waadt – Gemeinde Montreux betroffen

11.10.2021, 02:1011.10.2021, 15:40

Die Verwaltung der Gemeinde Montreux ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Der Hackerangriff wurde am Sonntagmorgen bemerkt, wie die Sicherheitsvereinigung Riviera (ASR), der zehn Gemeinden in der Region angehören, am Sonntagabend mitteilte.

Die Website des Sicherheits-Zweckverbandes (siehe unten) war am Montagmorgen nicht erreichbar, sondern zeigte beim Aufrufen einen Server-Fehler an.

«Wir haben kein WLAN und kein Internet mehr. Wir sind ein wenig von der Welt abgeschnitten.»
ASR-Sprecherin Dounya Schürmann-Kabouya

Die bislang vorliegenden Informationen deuten auf eine Ransomware-Attacke hin. Dies würde bedeuten, dass unbekannte Kriminelle in die Computer eindrangen, Daten stehlen und verschlüsseln konnten und in der Folge versuchen, Lösegeld zu erpressen. Wenn ein Opfer nicht bezahlt, werden in solchen Fällen jeweils Daten im Darknet veröffentlicht.

Was genau ist passiert?

Das ist noch nicht öffentlich bekannt. Das Ausmass des Schadens ist noch unklar.

Die Gemeinde Montreux hat einen Krisenstab eingerichtet. Es werde untersucht, ob Daten verschlüsselt und gestohlen wurden. Es sei möglich, dass der Hackerangriff bereits eine oder zwei Wochen zurückliege, sagte die ASR-Sprecherin Dounya Schürmann-Kabouya gegenüber Keystone-SDA.

Wann genau der Hackangriff auf die Verwaltung Montreuxs stattgefunden hat, ist noch nicht geklärt.
Wann genau der Hackangriff auf die Verwaltung Montreuxs stattgefunden hat, ist noch nicht geklärt.
Bild: shutterstock

Die Gemeinde Montreux habe erste technische Sofortmassnahmen ergriffen. Aus Sicherheitsgründen sei das Computersystem der Verwaltung von jenem des Kantons Waadt abgekoppelt worden. Die Verwaltung habe aktuell weder WLAN noch Internetzugang.

Die ASR und die Waadtländer Kantonspolizei arbeiteten eng mit dem Krisenstab zusammen. Eine Strafanzeige sei hängig. Experten des Kantons Waadt und des Bundes sowie externe Spezialisten seien daran, die Cyberattacke eingehend zu untersuchen.

Es gehe auch darum, die Auswirkungen für die verschiedenen Partner zu bewerten, die die Dienste der IT-Abteilung in Montreux in Anspruch nehmen, teilte die ASR mit.

Aus Gründen der Transparenz werde der Krisenstab regelmässig über die sozialen Netzwerke der Stadt Montreux und des ASR (Twitter etc.) sowie auf der Website der Stadt kommunizieren, betonte die Sprecherin.

Wer ist potenziell betroffen?

Es handelt sich um zehn Gemeinden, bzw. ein Einzugsgebiet von fast 80'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Association Sécurité Riviera (ASR) – ein Sicherheits-Zweckverband – entstand 2007 durch den Zusammenschluss von neun kommunalen Polizeiorganisationen und zwei Rettungsdiensten. Die Mitgliedsgemeinden sind:

  • Blonay
  • Chardonne
  • Corseaux
  • Corsier
  • Jongny
  • La Tour-de-Peilz
  • Montreux
  • St-Légier
  • Vevey
  • Veytaux

Bereits Ende Mai hatte es in der Waadt einen Hackerangriff gegeben. Betroffen war damals die Gemeinde Rolle. Der Fall war erst Ende August an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Daten der Gemeinde Rolle waren verschlüsselt und gestohlen worden. Sie tauchten dann im Darknet wieder auf.

(dsc/saw/sda)

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