Schweiz
Energie

Atommüll in Rhein-Nähe vergraben? Schaffhauser Regierung kritisiert Bund

ARCHIVE --- ENDE NOVEMBER WIRD UEBER EINE INITIATIVE ABGESTIMMT, DIE DEN AUSSTIEG DER SCHWEIZ AUS DER ATOMENERGIE UND DIE PLANMAESSIGE ABSCHALTUNG ALLER BISHERIGEN ATOMKRAFTWERKE NACH 45 JAHREN LAUFZE ...
Als mögliche Standorte für ein «Endlager» für hochradioaktive Abfälle gelten die Gebiete Jura Ost (Bözberg AG), Nördlich Lägern (AG/ZH) und Zürich Nordost (Zürcher Weinland, ZH/TG). In der betroffenen Bevölkerung regt sich wegen Umweltbedenken Widerstand.Bild: KEYSTONE

Atommüll in Rhein-Nähe vergraben? Schaffhauser Regierung kritisiert Pläne des Bundes

Der von der «Endlager»-Standortsuche direkt betroffene Nordschweizer Kanton fordert von den Verantwortlichen volle Transparenz.
09.04.2021, 14:2110.04.2021, 14:11

Der Schaffhauser Regierungsrat übt deutliche Kritik am geplanten weiteren Vorgehen bei der Suche nach einem Standort für ein Endlager für Atomabfälle. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Standorts für ein solches Tiefenlager müssten sämtliche Entscheidungsgrundlagen offengelegt werden, fordert die Kantonsregierung.

Der im Sachplan geologisches Tiefenlager vorgesehene Ablauf in der dritten Etappe ist für den Regierungsrat nicht akzeptabel, wie dieser am Freitag mitteilte.

Grund dafür ist, dass die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) nach der Ankündigung der Standorte, für die sie Rahmenbewilligungsgesuche einreichen will, zwei Jahre Zeit hat zur Begründung ihrer Standortwahl.

Dies führe zu einem «Schwebezustand» für die Standortregion, betroffene Kantone könnten sich ohne die nötigen Grundlagen nicht zum Entscheid der Nagra äussern.

Die Schaffhauser Regierung fordert deshalb, dass zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Standorts alle relevanten Entscheidungsgrundlagen offengelegt werden müssen.

Rücksicht auf Grundwasservorkommen

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Standortsuche für den oberirdischen Teil der Anlage. Da es bei der Platzierung der Oberflächeninfrastruktur Spielraum gebe, müssen Gebiete mit bedeutsamen Grundwasservorkommen, insbesondere entlang des Rheinstroms, gemieden werden, schreibt der Schaffhauser Regierungsrat.

Ein Betonfass, links, fuer schwach- und mittelaktiven nuklearen Abfall und eine Stahlkokille, rechts, fuer hochradioaktiven Abfall, aufgenommen in der Ausstellung "Langzeit und Endlager" im  ...
Ein Betonfass, links, für schwach- und mittelaktiven nuklearen Abfall und eine Stahlkokille, für hochradioaktiven Abfall, aufgenommen 2013 in der Ausstellung «Langzeit und Endlager» im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen. Die Sicherheit eines Lagers für schwach- und mittelaktive Abfälle muss für 100'000 Jahre gewährleistet sein, für hochaktive über einen Zeitraum von 1 Millionen Jahre.archivBild: KEYSTONE

Als mögliche Standorte für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gelten die Gebiete Jura Ost (Bözberg AG), Nördlich Lägern (AG/ZH) und Zürich Nordost (Zürcher Weinland, ZH/TG). Ein Entscheid wird nicht vor 2022 erwartet.

Auch der Zürcher Regierungsrat wehrt sich gegen Nagra-Pläne:

Quellen

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Geschichte des Schweizer Atomausstiegs in 15 Bildern
1 / 17
Die Geschichte des Schweizer Atomausstiegs in 15 Bildern
21. Mai 2017: Mit dem Volks-Ja zum Energiegesetz bricht in der Schweiz eine neue Ära an: der Bau neuer AKW wird verboten. Dafür hatten die Atomgegner jahrzehntelang gekämpft – an der Urne und auf der Strasse. Aber der Reihe nach.
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Japan acht Jahre nach Fukushima
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der erste Angriff auf die EU-Verträge ist gescheitert – das sind die wichtigsten Figuren
Nicht nur die SVP-Vertreter haben sich im Ständerat gegen die neuen bilateralen Abkommen ausgesprochen, sondern auch prominente Köpfe von Mitte und FDP. Doch die Befürworter setzten sich durch.
21 Uhr? Mitternacht? Munter wurde spekuliert, wie lange die erste Ständeratsdebatte über die neuen Verträge mit der EU am Montagabend dauern würde. Die Sitzung war «open end» angesetzt, ohne festen Feierabend. Warnend wies Ratspräsident Stefan Engler seine Kollegen zu Beginn darauf hin, dass es an ihnen liege, was «open end» heisse. Man möge sich kurzhalten. Dass das nur wenigen gelang, war keine Überraschung.
Zur Story