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Für eine «wildnisverträgliche Energiewende»: Demonstration der Naturschutzorganisation Mountain Wilderness Schweiz in Gondo.
Für eine «wildnisverträgliche Energiewende»: Demonstration der Naturschutzorganisation Mountain Wilderness Schweiz in Gondo.Bild: keystone

Protestcamp von Mountain Wilderness Schweiz gegen Gondosolar

13.08.2022, 18:53

Mit einem Protestcamp haben am Samstag rund 20 Aktivistinnen und Aktivisten der Naturschutzorganisation Mountain Wilderness Schweiz in Gondo VS ein Zeichen gegen das Projekt «Gondosolar» und für eine wildnisverträgliche Energiewende gesetzt.

Für den Verein muss die Energiewende zwar stattfinden, aber nicht «auf Kosten der letzten unerschlossenen Räume des Landes», wie Mountain Wilderness Schweiz am Samstag weiter mitteilte.

Geplant war der Protest eigentlich im Rahmen der diesjährigen Höhenfeuer in den Alpen. Wegen der Trockenheit und der Feuerverbote sind diese derzeit im Wallis jedoch nicht möglich. Aber die Nichtregierungsorganisation lud alle Interessierten ein, in der Nacht auf Sonntag auf der Alpjerung oberhalb von Gondo am Standort des geplanten Solarkraftwerkes zu biwakieren.

Energie soll laut Moutain Wilderness besser zuerst dort produziert werden, «wo wir sie benötigen und wo bereits alles verbaut worden ist». Es gebe genügende Dächer, Gebäude, Autobahnen und andere Flächen, die man für Photovoltaik nutzen könne.

Fehlende Gesamtsicht

Hauptkritikpunkt der Gegner ist allerdings die fehlende übergeordnete Planung. Bevor man grossflächige Fotovoltaik-Anlagen baue, solle man sich zuerst darüber einig werden, wo diese am meisten Sinn machten und am wenigsten Landschaft und Wildnis zerstöre.

Der Kanton müsse das Heft in die Hand nehmen, sonst drohe ein Flickenteppich von Projekten in allen Gemeinden, befürchtet Philippe Cina, Präsident der Walliser Grünen. Neben Gondo ist auch die Gemeinde Grengiols dabei, einen Solar-Park zu entwickeln.

Die Promotoren wiederum verteidigen das Projekt in Gondo damit, dass in der Höhe deutlich mehr Strom erzeugt werden kann als einem Standort im Flachland. Zudem seien die tieferen Temperaturen besser für den Betrieb der Anlage.

Eine Studie soll deren möglichen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt aufzeigen. Im Herbst ist weiter die Inbetriebnahme einer Wetterstation geplant. Bahnexperten führen eine detaillierte Untersuchung für die geplante Transportseilbahn durch.

Strom für über 5000 Haushalte

Dank der hochalpinen Lage auf über 2000 Metern über Meer soll Gondosolar dereinst jährlich rund 23.3 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, mehr als die Hälfte davon im Winterhalbjahr (55 Prozent).

Auf einer Fläche von rund 100'000 Quadratmetern sollen 4500 so genannte bifaziale Solar-Elemente (beidseitig aktive Module) installiert werden. Mit einer Leistung von insgesamt 18 Megawatt soll Gondosolar den durchschnittlichen Bedarf von mindestens 5200 Haushalten abdecken. Kosten soll das Projekt rund 42 Millionen Franken.

Gondosolar ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Gondo-Zwischbergen, der lokalen Kraftwerks- und Netzbetreiberin Energie Electrique du Simplon (EES) und dem Projektinitianten Renato Jordan, dem das Bauland gehört. Der Energiekonzern Alpiq ist mit rund 82 Prozent Hauptaktionärin der EES und leitet das Projekt.

Jeweils am zweiten August-Wochenende brennen seit 1988 Höhenfeuer im gesamten Alpenraum von Slowenien bis in die Schweiz. Mit den Feuern soll ein Zeichen gesetzt werden für die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraums. (sda)

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95 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MetalUpYour
13.08.2022 19:31registriert August 2016
Egal wo Anlagen geplant werden, überall finden sich Leute, die dagegen sind.

Natürlich wollen sie auch alle die Energiewende, aber ja nicht vor ihrer Haustür.

Leute so wird das nie etwas!
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verbosus.ch
13.08.2022 19:33registriert März 2019
Wer sich für Natur-/Umweltschutz einsetzt und mit solch hirnverbrannten Aktionen die Energiewende ausbremst, hat ganz offensichtlich schwerwiegende Probleme, die Prioritäten richtig zu setzen... 🤦🏻‍♂️
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rönsger
13.08.2022 19:33registriert Dezember 2014
Auch wenn Verhindern im Moment nicht die konstruktivste Lösung ist, muss ich den Aktivisten recht geben: Es gibt genügende Dächer, Gebäude, Autobahnen und andere Flächen, die man für Photovoltaik nutzen könnte. Ich war heute im Einkaufszenter Brügg bei Biel/Bienne: ein Riesenkomplex der Migros mit Flachdächern, sogar über den Parkplätzen - aber keine einzige Solarzelle, obwohl das Gebäude erst kürzlich generalüberholt wurde. Dafür eine Unmenge an Lüftungsschächten für die Klimaanlagen. Ich finde, das ist einer Migros unwürdig, die doch permanent die soziale Verantwortung predigt.
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