Schweiz
FIFA

Blatter-Prozess: Fifa-Finanzchef sagt aus – Strafanzeige gegen Richter

Blatter-Prozess: Ex-Fifa-Finanzchef sagt aus – Strafanzeige gegen Richter Thormann

14.06.2022, 11:38
Mehr «Schweiz»
The former president of the World Football Association (Fifa), Joseph Blatter, center, and his daughter Corinne Blatter, right, and Blatter's lawyer Lorenz Erni, surrounded by media representativ ...
Bild: keystone

Am fünften Tag des Prozesses gegen Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter und Ex-Uefa-Präsident Michel Platini hat der Ex-Fifa-Finanzdirektor Markus Kattner als Zeuge ausgesagt. Im Zentrum stand die Frage, ob er die Bundesanwaltschaft auf die verdächtige Zahlung hinwies.

Kattner gab vor Gericht an, sich an die betreffende Zwei-Millionen-Zahlung zu erinnern, jedoch die Bundesanwaltschaft nicht speziell auf diese hingewiesen zu haben. Er sei von der «Rechtmässigkeit der Zahlungen überzeugt gewesen», erklärte Kattner.

Damit widersprach der ehemalige Fifa-Finanzchef dem ehemaligen Bundesstaatsanwalt und heutigem Bundesstrafrichter Olivier Thormann. Dieser hatte in einer vor Gericht abgespielten Aussage zu Protokoll gegeben, Kattner habe der Bundesanwaltschaft Zusatzinformationen zu einer Zwei-Millionen-Zahlung in Aussicht gestellt. Kattner sagte am Dienstag vor Gericht, er habe keinen Grund gehabt, auf spezifische Zahlungen hinzuweisen.

Strafanzeige gegen Thormann

Nach der Zeugeneinvernahme von Markus Kattner reichte Platinis Anwalt Dominic Nellen wegen Amtsgeheimnisverletzung Strafanzeige gegen Olivier Thormann ein. Thormann habe sich in der vergangenen Woche nach seiner Zeugenaussage über eine Stunde lang mit Journalisten unterhalten. Zudem zeige Kattners Aussage, dass Thormann gelogen habe.

Die Bundesanwaltschaft wirft Blatter und Platini Betrug vor. Blatter soll eine Zwei-Millionen-Zahlung für angebliche Beraterdienste Platinis für die Fifa zwischen Juli 1998 und Juni 2002 gutgeheissen haben. Die Bundesanwaltschaft sieht keine rechtliche Grundlage für diese Zahlung.

Die beiden Beschuldigten haben die Vorwürfe in der vergangenen Woche vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Flughafen Zürich prüft wegen IT-Panne rechtliche Schritte
Der Flughafen Zürich prüft, ob er angesichts der IT-Panne vom Freitag rechtliche Schritte ergreifen will. Wie gross der finanzielle Schaden ist, der durch das fehlgeschlagene Update angerichtet wurde, ist noch offen.

Der Flughafen Zürich analysiere aktuell den Vorfall, sagte eine Flughafensprecherin gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1 vom Montag. Dabei werde abgeklärt, wie hoch der Schaden sei und ob der Flughafen juristisch gegen Verantwortliche vorgehen wolle.

Zur Story