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Die Vegi-Alternative zum «Tiptopf» ist ein Kassenschlager.
Die Vegi-Alternative zum «Tiptopf» ist ein Kassenschlager.bild: screenshot/exlibris.ch

Das Vegi-Kochbuch «Greentopf» boomt – aus diesem Grund

Seit Mai 2019 ist die Vegi-Alternative des Kochbuchklassikers «Tiptopf» im Handel. Erste Kantone haben den «Greentopf» bereits als offizielles Lehrmittel aufgenommen. Und bald soll die französische Version folgen.
19.11.2019, 09:1908.04.2020, 14:09

Das Kochbuch «Tiptopf» gehört zu den erfolgreichsten Lehrmitteln der Schweiz. Im Mai 2019 erhielt der Klassiker eine vegetarische Alternative: den «Greentopf». Der Verkauf des Vegi-Kochbuchs ging seither ab durch die Decke.

Laut dem Herausgeber Schulverlag plus war die Erstauflage des «Greentopf» bereits nach wenigen Wochen ausverkauft. «Seit Ende August ist die zweite Auflage im Verkauf und das Interesse ist nach wie vor sehr gross», berichtet Projektleiterin Bettina Biedermann.

«Greentopf» wird zum offiziellen Lehrmittel

Ergänzend zum Vegi-Kochbuch bietet die Hiltl Akademie einen Kurs an, wo Lehrpersonen sich weiteres Wissen zu vegetarischer und veganer Ernährung aneignen können. Die Kurse sind laut Biedermann bis Ende Mai 2020 bereits ausgebucht. Nebst der dritten Auflage des «Greentopf» soll bald auch eine französische Version folgen, heisst es beim Schulverlag plus.

Zudem haben die Kantone Aargau, Nidwalden und Solothurn das Vegi-Kochbuch bereits als offizielles Lehrmittel gelistet. Und auch die Begeisterung bei der unterrichtenden Lehrerschaft ist gross: «Motiviert nicht nur Vegetarier zum Nachkochen» und «hat sich in kürzester Zeit zu einem beliebten Rezeptbuch bei Jugendlichen und Eltern etabliert», heisst es von vielen Seiten.

Blick in das Kochbuch «Greentopf».
Blick in das Kochbuch «Greentopf». bild: zvg

Laut der Wirtschafts- und Hausarbeitslehrerin Christina Schwerzmann-Leibundgut ist vor allem der Zeitpunkt des Erscheinens ideal gewesen. «Die Klimagespräche der Jugendlichen weisen auf mehr Bewusstsein im Konsum hin, eine vegetarische oder teilweise fleischlose Ernährung ist gerade sehr angesagt.»

Weniger Fleischkonsum, aber nicht mehr Vegetarier

Den «Greentopf»-Hype relativiert jedoch Sämi Zingg, Vizepräsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). «Das Vegi-Kochbuch ist eine gute Alternative in der Hauswirtschaftslehre, wird aber den ‹Tiptopf› nicht ersetzen.»

Ganz den Rang ablaufen wird die Vegi-Alternative dem «Tiptopf» nicht.
Ganz den Rang ablaufen wird die Vegi-Alternative dem «Tiptopf» nicht. Bild: comments://540630274/913386

Und auch, dass nun mehr Schüler zu Vegetariern werden, bezweifelt Zingg. Die Lehrpersonen würden schon sehr lange auf ausgewogene Ernährung im Unterricht setzen. «Es wird also nicht ‹vermehrt› auf vegetarisch gesetzt, sondern ausgewogen unterrichtet», erklärt Zingg. Da aber auch die Nachhaltigkeit thematisiert werde, erkläre es sich von selbst, dass Fleisch eher weniger zum Einsatz in der Schulküche komme. «Dies aber schon seit längerer Zeit, nicht erst seit ‹Greentopf›», so Zingg weiter.

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quelle: shutterstock / shutterstock
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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sappho
19.11.2019 10:18registriert März 2016
Grüntopf Hättsch ich besser gefunden. Mich nerven die Anglizismen etwas.
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DARTH OLAF
19.11.2019 09:44registriert August 2018
Ich finde es ja grundsätzlich sehr sinnvoll, dass in der Schule die Folgen des Fleischkonsums aufgezeigt werden und dass es sicher nicht schadet, dass es im Kochunterricht nicht Jedesmal Fleisch gibt. Trotzdem sollten die SuS lernen, wie man Fleisch richtig zuzubereiten, was viele (Auch Erwachsene) nicht hinkriegen.
Lieber nur einmal im Monat im Kochunterricht Fleisch zubereiten, dafür Hochwertiges.
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satyros
19.11.2019 11:14registriert August 2014
Nicht ganz ungeschicktes Marketing des Lehrmittelverlags. So können zwei Kochbücher verkauft werden, denn die Zubereitung von Fleisch wird wohl weiterhin auch Unterrichtsthema bleiben. Wie wärs stattdessen mit einem Lehrbuch, dass mehr vegetarische Rezepte hat als der klassische TipTopf, aber auch die Grundzubereitungsarten von Fleisch erklärt? Meinetwegen jeweils mit einem Hinweis auf vegetarische Alternativen.
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