Schweiz
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ZUR AUSWERTUNG DER BERATUNGSSTELLE FUER UNFALLVERHEUTUNG ZU DEN TODESFAELLEN IM VERKEHR STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 21. OKTOBER 2014, FOGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG –  Zwei Fussgaenger ueberqueren im Februar 2006 in Zuerich, Schweiz, einen Fussgaengerstreifen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Wer denkt, sein Auto-Führerausweis sei auf dem Fussgängerstreifen sicher, der irrt.  Bild: KEYSTONE

Zu Fuss unterwegs, Führerschein weg – was mit Via Sicura alles möglich ist



Der Fall des Velofahrers Theo, dem nach einer durchzechten Nacht der Auto-Führerausweis entzogen und Gesamtkosten von beinahe 7000 Franken aufgebrummt wurden, hat die Diskussion um Via Sicura neu entfacht. 

Ist das Verkehrssicherheitspaket zu hart? Ist es verhältnismässig? Nachdem Politiker Via Sicura bereits scharf kritisiert haben, melden sich auch mehr und mehr watson-User zu Wort, die «präventiv» bestraft worden sind. Wir haben Carlo Gsell, Leiter Administrativmassnahmen beim Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich mit drei Fällen konfrontiert. Sein Job ist es, genau solche Entscheidungen zu treffen. 

Fall 1: Nicht bekifft am Steuer gesessen, Ausweis weg  

Ein Jugendlicher raucht auf einer Zugfahrt einen Joint, aufgenommen am 26. August 2003. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  === ,  ===     : Film]

Bild: KEYSTONE

Laut Gsell ist es möglich, dass bei einer solchen Verkehrskontrolle ein sogenannter Vortest auf Betäubungsmittel gemacht wird. Das bedeutet, der Fahrer muss einen Urintest abgeben. Ist der Test positiv, folgt ein Bluttest. Bis die Werte des Bluttests kommen, kann dem Fahrer sein Führerausweis vorsorglich entzogen werden. Zeigt der Bluttest, dass der Fahrer zum kritischen Zeitpunkt unter Cannabis-Einfluss stand oder regelmässig Cannabis konsumiert, kommt er in die verkehrsmedizinische Untersuchung. Fall 1 ist deshalb möglich. Eine Anrechnung des vorsorglichen Entzugs auf die letztlich verfügte Entzugsdauer findet aber in jedem Fall statt. 

Was etwas kryptisch klingt, heisst auf gut Deutsch: Autofahrern, die sich nüchtern und clean ans Steuer gesetzt haben, zuvor aber kifften und dies regelmässig tun, kann das Billett weggenommen werden. Die verkehrsmedizinischen Untersuchungen, die nicht als Strafe gelten, kosten zudem viel Geld. 

Fall 2: Betrunken nach Hause spaziert, Ausweis weg

A woman gestures as people gather in an abortion rights campaigners' demonstration to protest against plans for a total ban on abortion in front of the ruling party Law and Justice (PiS) headquarters in Warsaw, Poland October 3, 2016. REUTERS/Kacper Pempel  TEMPLATE OUT

Bild: KACPER PEMPEL/REUTERS

watson-Userin Fabienne* schildert ihre Begegnung mit Via Sicura folgendermassen: 

«Ich spazierte nach einem feuchtfröhlichen Abend die Langstrasse entlang nach Hause. Dabei geriet ich in eine Demonstration. Die Polizei rückte an und verhaftete mehrere Leute. Mich auch. Ich musste einer Atem-Alkoholkontrolle über mich ergehen lassen und wurde mitgenommen. Ich hatte über 1,6 Promille. Kurz darauf nahmen sie mir den Check weg und ich kam in eine verkehrsmedizinische Fahreignungsabklärung. In dieser Mühle befinde ich  mich noch immer. Das Ganze kostet mich ein Vermögen.»

Fabienne

«Dieser Fall kann sich höchstens so zugetragen haben, wenn Fabienne vor dem Ereignis mehrmals auffällig im Verkehr war im Zusammenhang mit Alkohol», sagt Gsell. Der Fussgängerin könne der Führerschein nur vorsorglich entzogen werden, wenn die Gefahr bestehe, dass sie trinken und fahren nicht trennen könne. «Sie muss also entweder eine Vorgeschichte oder aber einen exorbitant hohen Alkoholwert – 2,5 oder mehr Promille – gehabt haben.», sagt Gsell weiter. 

Dieses Beispiel ist ein extremes: Es beweist aber, dass das, was Politiker befürchteten schon heute Realität ist. In der Schweiz ist es wegen Via Sicura möglich, Fussgängern den Auto-Fahrausweis zu entziehen. 

Fall 3: Auf das Taxi gewartet, Ausweis weg?

Bild

Zu Fall 3 sagt Gsell: «Das ist schlicht nicht möglich, da der Mann in keiner Weise ein Verkehrsteilnehmer ist.» 

Auf dem Sofa den Führerausweis entzogen 

Erwischt die Polizei jemanden, der Drogen auf sich trägt und findet mittels Tests heraus, dass er Drogen konsumiert hat und allenfalls abhängig sein könnte, ist er seinen Führerausweis los. Im Extremfall kann jemandem sogar auf dem Sofa der Führerschein entzogen werden. Dazu ein Beispiel: Ein Paar streitet sich zu Hause, der Mann schlägt zu. Er trinkt vor und während des Streits auf dem Sofa. Wegen des Lärms alarmieren Nachbarn die Polizei. Diese rückt wegen häuslicher Gewalt aus. Am Tatort fällt den Polizisten auf, dass der Mann getrunken hat. Weil sie das Gefühl haben, es könnte nicht das erste Mal sein, ordnen sie einen Bluttest an. Dieser fällt hoch aus und der Mann wird als alkoholabhängig eingestuft. In solchen Fällen kann aus Sicherheitsgründen der Führerausweis entzogen werden.

Schlussfolgerung:

Sicherheit im Verkehr wollen alle. Und Via Sicura sorgt für sicherere Strassen. Auch dank dem Verkehrssicherheitspaket konnte die Anzahl Unfälle gesenkt werden. Obige Beispiele zeigen jedoch, wie weit Via Sicura geht. «Sauberen» Autofahrern, Velofahrern und gar Fussgängern kann der Ausweis präventiv entzogen werden. Dies war bisher beinahe niemandem bewusst. 

Hast du auch ein Erlebnis mit Via Sicura? Dann schreibe es uns. 

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109Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Raphael Stein 04.11.2016 10:23
    Highlight Highlight Lese ich die Aufzeichnung dieser "hardcore" Fälle durch, denk ich an eine Bananenrepublik.
    Dann les ich weiter den Kommentar von Charlie Brownn und denke, ja wir sind angekommen in der Bananendiktatur.
  • Charlie Brown 04.10.2016 19:52
    Highlight Highlight Seit Einführung von Via Secura sind die Verkehrstoten kontinuierlich rückläufig. Und alles was euch in den Sinn kommt, ist das scheinbare Menschenrecht auf bedingungsloses Zudröhnen zu verteidigen? Echt jetzt?
    • Judge Dredd 04.10.2016 21:09
      Highlight Highlight Nicht erst seit der Einführung von Via Secura, nein, seit 1970 sind die Verkehrstoten kontinuierlich rückläufig.
      Quelle, bfs.admin
    • Charlie Brown 05.10.2016 12:04
      Highlight Highlight Auf primitive Anfeindungen gehe ich jetzt mal nicht ein.

      Für alle, die neben lesen können auch lesen wollen:

      http://www.bfu.ch/de/die-bfu/kommunikation/medien/strassenverkehr/radfahrer/radfahrer/handlungsbedarf-beim-fahrradverkehr
    • Judge Dredd 05.10.2016 15:55
      Highlight Highlight Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: seit x Jahren haben wir kontinuierlich eine Abnahme der Verkehrstoten. Man kann die neuerliche Abnahme natürlich via sicura zuschreiben oder aber, man kann das auf ganz viele andere Entwiklungen zurückführen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bau Mol Ain 04.10.2016 19:48
    Highlight Highlight Jezt mal eine theoretische Frage, in keinster Weise irgend jemand angreifend. Gibt man einem Betrunkenen Rolsruhlfahrer Hausarrest?
  • koks 04.10.2016 18:53
    Highlight Highlight tja, vielleicht mal vor den abstimmungen überlegen und nicht auf linke angstmache reinfallen.
    • Frausowieso 07.10.2016 11:21
      Highlight Highlight Vielleicht solltest Du Dich nicht auf eine anscheinende linke Angstmache fixieren und den Kopf bei der Sache behalten. Es gab keine Abstimmung zu dem Thema. Zudem ist es die Aufage der Rechte Ängste zu schüren. Das ist nun wirklich nicht die Linke.
  • Oberon 04.10.2016 18:37
    Highlight Highlight Diese Situation ist ja nicht neu, ähnlich Beispiele wurden schon vor der Abstimmung kommuniziert. Trotzdem hat das Volk dies akzeptiert, vielleicht sollten wir einfach langsam wieder Pragmatisch und ohne Neide in die Zukunft blicken. Mann sollte auch beachten das alle die Leute die keine Fahrprüfung haben um einiges besser davon kommen und somit verstösst für mich dieses Gesetz gegen die Grundrechte.
    • rauchfrei 04.10.2016 21:52
      Highlight Highlight Warum um alles in der Welt verstösst ein Fahrverbot gegen “die Grundrechte“? Wenn du diese Tests nicht machen oder zahlen willst, lässt du es. Damit hast du dann genau so viele Rechte, wie Personen ohne Führerschein. Grundrechte sind hier nicht betroffen (vorallem, da Autofahren tatsächlich kein Grundrecht ist).
    • bokl 04.10.2016 23:25
      Highlight Highlight Hää. Wo genau kommen die Leute ohne Fahrprüfung besser weg?
  • Matrixx 04.10.2016 16:05
    Highlight Highlight Dieser Artikel passt perfekt als Begründung auf den gestrigen Artikel, warum immer mehr Polizisten angezeigt werden. Vielleicht genau wegen solcher Schikane.
    • Trocken rein 04.10.2016 16:45
      Highlight Highlight Genau... die armen polizisten.. setzt bodycams ein.. da müsst ihr ja nichts mehr befürchten das ihr zu unrecht angezeigt werdet...
    • _kokolorix 04.10.2016 17:34
      Highlight Highlight @Tony Onassis
      Allerdings müssen sie dann damit rechnen zu recht angezeigt und verurteilt zu werden...

      Wie war das mit dem NDG? Wer nix auf dem Kerbholz hat hat auch nix zu befürchten. Warum wehren sich denn die Polizisten eine Bodycam zu tragen?
    • Trocken rein 04.10.2016 19:07
      Highlight Highlight Das meine ich ja... usa ähnliche zustände schleichen sich rein..
    Weitere Antworten anzeigen
  • rauchfrei 04.10.2016 15:28
    Highlight Highlight Ist es möglich, dass die Betroffenen Herrn Burch die Verfügungen (natürlich geschwärzt/anonymisiert) zustellen und er diese hier veröffentlicht? Dann hätte man ein richtige Diskussionsgrundlage und nicht nur eine einseitige Darstellung auf 600 Zeichen. Dann würde man genau sehen, was die Kriterien des Strassenverkehrsamtes wären. So bleibt einfach nur Spekulation und viel “Volkszorn“ zurück...
    • Angelo C. 04.10.2016 17:43
      Highlight Highlight rauchfrei 15:28 Uhr :

      An sich für einige ein guter Vorschlag, wobei ich davon ausgehe, dass Felix Burch kaum genügend Zeit hätte, sich mit all den einzelnen Verfahren zu befassen. Für mich wäre es persönlich eh nicht hilfreich, weil sich der geschilderte Vorfall und meine Kritik auf ein Vorgehen gegen einen jungen Nachbarn beziehen.

      Es geht mir nur um die grundsätzliche Erwägung, ob eine Prüfung zeitgerecht ergibt, dass ein Fahrer AKUT bekifft war - und sicher nicht ob er es Tage zuvor mehrfach war. Selbst in diesem Fall wäre es gewagt, bereits eine "Abhängigkeit" zu diagnostizieren!





  • badbart 04.10.2016 14:48
    Highlight Highlight Also wenn man nicht mal mehr besoffen die Strasse entlang laufen kann, läuft was gewaltig falsch!
    Mit dem Velo kann man ja noch irgendwie verstehen aber laufen ?? Was kommt als nächstes? Führerschein weg, wenn ich Wodka kaufe?
    • mortiferus 04.10.2016 21:01
      Highlight Highlight Den Wodka bar bezahlen, nie mit der Kreditkarte. Sonnenbrille, Kappe und künstlichen Bart tragen. Es empfiehlt sich wegen der biometrischen Erkennung auch die Nase flach zu kleben und eine getragen Strumpfhose in den Mund zu stopfen. Vergiss nie dein Smartphone abzustellen und die SIM zu entfernen bevor Du Dich in die nähe eines Wodkadealers begibst. Wechsle ständig den Dealer. Bevor Du die leere Flasche entsorgst, reinige sie von DNA mit Javelwasser oder lege sin in H2SO4 ein. Sterile Einweghandschuhe nicht vergessen! Natürlich bleibt ein Restrisiko, no risk no fun.
  • rauchfrei 04.10.2016 14:00
    Highlight Highlight 2/2: Ein Sicherungsentzug kann daher auch passieren, wenn man nicht mit dem Auto unterwegs ist. Dann braucht es aber besondere Umstände, wie einen besonders hohen Alkoholspiegel. Aus diesem Grund sind die meisten Beispiele, die oben behandelt werden, vielleicht sogar richtig. Aber die Autoren verschweigen, dass sie schon mehrmals alkoholisiert Auto gefahren sind oder eben sehr betrunken waren. In diesen Fällen ist es durchaus sinnvoll, wenn die allgemeine Fahrtüchtigkeit abgeklärt wird.
    • Angelo C. 04.10.2016 14:47
      Highlight Highlight Von Ihren einseitig inspirierten Schablonensprüchen her, gehe ich davon aus, dass Sie ein Behördenvertreter sind, der klare Rechtsbrüche zu "erklären" versucht. Dies unter Verletztung elementastem Rechtsverständnis.

      Ein Menschenrecht mag der Ausweis nicht sein, dagegen ein rechtlich einwandfreies Verfahren allemal, sowas ist explizit nicht verhandelbar!

      Es fehlt also nur an jemand mit guten Nerven und gefülltem Portemonnaie, welche dieses Cannabis-Prozedere beim BG mit Top-Anwalt hinterfragt und im Falle einer Absage den EGMR bemüht und die Sache durchzieht.

      Motto: Gleiches Recht für ALLE!
    • Denk nach 04.10.2016 14:55
      Highlight Highlight Müsste dann nicht ein kausaler Zusammenhang zwischen Fahrtüchtigkeit und Alkohol bzw. Drogenkonsum nachgewiesen werden? Im Gegensatz zum amerikanischen Rechtssystem muss man m.E. In der Schweiz die Schuld nachweisen und nicht die Unschuld beweisen.

      Ich sehe daher zum Beispiel kein kausaler Zusammenhang zwischen gelegentlichem kiffen und einem Ausweisentzug trotz Autofahren in nüchternem Zustand.

      Das ist ein bisschen eine minority report (siehe Film) Taktik, in der Personen bestraft werden bevor eine Straftat im Verkehr vorliegt. Für mich nicht verständlich.
    • rauchfrei 04.10.2016 14:58
      Highlight Highlight Nein, ich bin kein Behördenvertreter. Ich habe jahrelang als Jurist für eine Rechtsschutzversicherung Versicherte gegenüber dem Straasenverkehrsamt vertreten. Und aus dieser Praxiserfahrung kann ich Ihnen versichern: die geschilderten Fälle sind entweder in gewissen “Details“ abgelaufen oder haben eine Vorgeschichte. Dies wird von den Leuten gerne verschwiegen, ist auch leichter, dem bösen Strassenverkehrsamt die Schuld zu geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rauchfrei 04.10.2016 13:57
    Highlight Highlight 1/2: Scheinbar ist Kritik an der journalistischen “Arbeit“ des Autors nicht erlaubt, darum wenigstens ein wenig Aufklärung:
    Ein Führerschein ist eine Bewilligung, kein Menschenrecht. Dies scheint hier manchen nicht ganz klar zu sein.
    Weiter gibt es zwei Arten von Ausweisentzügen: den ersten kennen alle. Es ist der Warnentzug und der wird nach Ereignissen im Strassenverkehr verhängt. Der zweite Entzug ist der Sicherungsentzug. Wie gesagt, ist der Ausweis nur eine Bewilligung, diese kann entzogen werden, wenn die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen. Das kann z.B. Alkohol- oder Drogensucht sein.
  • Pasch 04.10.2016 13:29
    Highlight Highlight Es ist eine unglaubliche tretmühle wenn man in diesen Saich gerät kenn es aus dem Freundeskreis, Ärzte diagnostizieren bewusst falsch um die Leute an der Leine zu halten damit sie ja möglichst eine lange kostspielige prozedur durchlaufen müssen... das ganze hat mit Verkehrssicherheit rein gar nichts zutun!
  • NWO Schwanzus Longus 04.10.2016 13:25
    Highlight Highlight Via Sicura geht viel zu weit ausserdem ist es schikane. Es sollte der Grundsatz gelten das die bestraft werden die auch am Steuer unter Einfluss von Drogen Autofahren und nicht einfach besoffene Fussgänger.
  • Bruno S.1988 04.10.2016 13:16
    Highlight Highlight Ich habe einen Penis. Werde ich jetzt eingebuchtet weil ich ein Vergewaltiger sein könnte? Warum soll ich für etwas legales präventiv bestraft werden, weil ich damit auch etwas illegales anstellen könnte?!
    • Jan Hug 08.10.2016 12:39
      Highlight Highlight @Edward: Um einen Unfall zu verursachen bedingt auch keinem Drogenkonsum
  • Töfflifahrer 04.10.2016 12:55
    Highlight Highlight Eines der grössten Probleme be Via Secura ist, dass den Administrativbehörden zu viel Macht zugestanden wird. Plötzlich gilt die Unschuldsvermutung nichts mehr, nein, wir Bürger müssen beweisen, dass wir unschuldig sind oder noch fahrfähig. Der Kopf gegen diese Behörden, denen der gesunde Menschenverstand immer mehr abgeht, ist meist hoffnungslos. Gegen die fast unerschöpflichen finanziellen und zeitlichen Mittel, immerhin Steuergelder, ist unsereins einfach machtlos.
    • atomschlaf 04.10.2016 13:39
      Highlight Highlight Die Auswirkung eines Ausweisentzugs für viele Menschen sehr viel gravierender als die eigentlich Busse oder Geldstrafe.
      Damit wird der Ausweisentzug von der Neben- zur Hauptstrafe und sollte folglich durch das Gericht und nicht durch eine Administrativbehörde ausgesprochen werden.
      In meinen Augen ein gravierender Konstruktionsfehler im hiesigen Strassenverkehrsrecht.
    • bokl 04.10.2016 14:40
      Highlight Highlight Nach meinen Erfahrungen im Kollegenkreis sind die Auswirkungen eines Ausweisentzuges in der Realität weit weniger gravierend als in der Vorstellung. Mit relativ wenig Organisation / Verzicht lassen sich auch mehrere Monate "überleben". Und ich wohne auf dem Land.
    • Charlie Brown 04.10.2016 19:56
      Highlight Highlight Die Regeln sind einigermassen klar. Wenn du beruflich auf den Ausweis angewiesen bist, dann fährst du halt nicht zugedröhnt Velo. Und torkelst halt auch nicht nahe an der Alkoholvergiftung durch die Strassen. So schwierig?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 04.10.2016 12:53
    Highlight Highlight Fall 1 ist ein juristischer Skandal ohne gleichen 😠!

    Es gibt NUR eine wirklich relevante Frage: war der Lenker zur Zeit der Kontrolle verifiziert fahruntauglich (akut bekifft) oder nicht! Ob er retrospektiv irgendwann bekifft war, muss rechtlich genauso unerheblich sein, wie wenn ein Gewohnheitstrinker 2 Tage zuvor mal stockbesoffen war, aktuell aber nüchtern ist, weswegen er auch nicht mit Entzug bestraft werden kann.

    Geschädigte sollten sich ans BG wenden und wenn das nichts bringt ZWINGEND an den EMGH um ein Grundsatzurteil & Verurteilung gegen das unrechtmässige CH-Vorgehen zu erwirken!
  • http://bit.ly/2mQDTjX 04.10.2016 12:43
    Highlight Highlight Und wer hat's erfunden?

    Ebenso ViaSecura wie auch das BÜPF stammen aus einem von Autopartei und Fichenaffaire traumatisierten Hirn eines Linken: Moritz Leuenberger/SP.

    Es ist schon immer schief geraten, wenn Ideologien sich durchsetzen konnten. Mit ViaSecura, BÜPF etc. haben sich die Linken selbst ins Knie geschossen. Die Linken haben uns diese Gesetze beschert.
    • atomschlaf 04.10.2016 12:52
      Highlight Highlight Einverstanden, dass das Debakel auf Leuenberger's Mist gewachsen ist, aber das undifferenzierte Linken-Bashing ist nicht gerechtfertigt.

      SP und Grüne sind auf Bundesebene bekanntlich weit von einer Mehrheit entfernt. Ohne Kollaboration der Mitte und vieler Bürgerlicher wäre Via Sicura niemals möglich gewesen. Auch die Automobilverbände (ACS/TCS) waren zu feige, das Referendum zu ergreifen.
      Und selbst wenn sie es getan hätten - kannst Du Dir vorstellen wie die Medienmeute über sie hergefallen wäre, sie würde die pöhsen Raser schützen?
    • bokl 04.10.2016 13:11
      Highlight Highlight Genau. Und mit ihrer komfortablen Mehrheiten in National- und Ständerat haben sie diese Gesetze ohne Rücksicht auf die armen Bürger(lichen) durchs Parlament gepeitscht.
    • Xeno 04.10.2016 13:18
      Highlight Highlight Geht so mit dieser Erklärung: In beiden eidgenössischen Räten hat es seit 1848 eine satte "bürgerliche" Mehrheit. Und der Bundesrat kann kein Gesetz machen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 04.10.2016 12:43
    Highlight Highlight Etwas für die Sicherheit und gegen Rasen OK, aber Via Secura geht einfach zu weit! Verdammt wir sind doch mehrheitlich mündige Bürger.
    • Nevermind 04.10.2016 14:05
      Highlight Highlight Die Gesetze werden nicht wegen den "mündigen" Bürgern geschrieben.

      😉
    • Töfflifahrer 05.10.2016 09:21
      Highlight Highlight @Nevermind: darum haben wir wohl mittlerweile so viele. Es ist jedoch schlimm, wenn man sich auf öffentlichen Strassen bewegt (Fussgänger, Velo, Töff, Auto, ...) , man ist mit einem Bein fast immer bereits im Gefängnis. Das ist doch nicht mehr normal.
    • Nevermind 05.10.2016 10:14
      Highlight Highlight Das Problem ist halt, dass man irgendwo eine Grenze ziehen muss.
      Bei 1.6 Promille haben vermutlich die meisten schon Mühe das Auto ohne funkschlüssel zu öffnen. Wer dann noch fährt hat meiner Meinung nach bewiesen, dass man ihn im Auge behalten muss.
      Bei 2.5 Promille sind die meisten nicht mehr fähig zu stehen und nahe an einer Alkoholvergiftung.
      Wer so hohe Werte verträgt, ist vermutlich alkoholiker und hat einen minimumpegel der über 0.5 liegt.

      Von daher kann ich das Gesetz nachvollziehen.

      Das mit den Tests auf Cannabis-Abbauprodukte ist ein Witz. Aber ein sehr schlechter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chrigi-B 04.10.2016 11:59
    Highlight Highlight Es ist doch ganz simpel: Schnauze tief und Anwalt.
  • atomschlaf 04.10.2016 11:56
    Highlight Highlight Es sollte der Grundsatz gelten und ins Gesetz geschrieben werden, dass jemandem nur dann der Führerausweis entzogen werden darf, wenn er unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ein Motorfahrzeug gelenkt hat.

    Auch wenn jemand ab und zu illegale Drogen konsumiert oder exzessiv säuft, heisst das noch lange nicht, dass er in diesem Zustand ein Motorfahrzeug lenken würde.
    • Nevermind 04.10.2016 13:36
      Highlight Highlight Ausser er weist ein Suchtverhalten auf. Dann ist es Glücksache oder er zuerst die Polizei trifft oder einen Passanten.

      Falls es wirklich stimmt, dass ein unbeschriebenes Blatt beim ersten alkoholexzess in diese Mühle gerät, nehme ich alles zurück.
    • bokl 04.10.2016 14:03
      Highlight Highlight @Nevermind
      Nun ist das halt Definitionssache. Aktuell ist es so, dass wenn du mit +2.5 / +1.6 Promille (je nach Situation) kontrolliert wirst, dir ein Suchtverhalten attestiert wird. Dies unter der Annahme, dass ein Erstmals- / Gelegenheitstrinker solche Werte erreicht.
    • Devante 04.10.2016 14:30
      Highlight Highlight @nevermind: das eine hat doch nix mit dem anderen zu tun? Wenn einer ein Suchtverhalten hat und mit dem Auto unterwegs ist, wird er dennoch in den meisten Fällen das Auto stehen lassen wenn er einen über den Durst getrunken hat - so zumindest bei den Menschen, welche ich kenne....ihm dafür jetzt aber 1000e CHF an kosten aufzuzwingen oder gar den Check weg zu nehmen finde ich einfach nicht fair, nur weil er "besoffen ein auto lenken KÖNNTE", solange er es nicht tut, macht er sich nicht strafbar. punkt. Unschuldsvermutung, kännsch?
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  • Brienne von Tarth 04.10.2016 11:46
    Highlight Highlight Um diese Probleme zu lösen müsste man das Gesetz überarbeiten. Und zwar müssen wir zuerst abschaffen das man nicht einfach eine Prüfung machen kann und das ganze Leben dann fahren darf. Eine Prüfung am Anfang ist ok, aber danach müssten eigentlich immer wieder Verantwortungs- und Reaktionstests gemacht werden (oder so). Das ist eigentlich das Wichtigste, rauszufinden ob der Fahrer genug VERANTWORTUNG für sein Handeln übernehmen kann und seine REAKTION gut genug ist? Ein leicht bekiffter 30-jähriger hat vielleicht die besseren Reflexe und Einschätzung der Gefahr als ein 90 jähriges Grossi
    • DerElch 04.10.2016 12:20
      Highlight Highlight Brienne
      Das 90 Jährige Grossi muss heute schon alle zwei Jahre zum Fahreignungstest. Klar, oft durch den Hausarzt aber trotzdem: Sie wird kontrolliert.
    • Brienne von Tarth 04.10.2016 13:24
      Highlight Highlight Leider erst ab einem gewissen alter, ja. Das sollte aber immer sein. Kann ja auch umgekehrt sein das der 30-jährige über 2 Sekunden Reaktionszeit hat währen das Grossi noch unter 1 Sekunde ist. Unser System bewertet einfach nach "falschen" Kriterien. Oder besser gesagt es wendet die Kriterien für alle genau gleich an. Z.B. 0,5 Promille hat bei einer zierlichen 50 kg Frau einen ganz anderen Einfluss als bei einem 120 Kilo Mann. Beide dürfen aber genau gleich rumfahren.
    • Nevermind 04.10.2016 14:02
      Highlight Highlight Also soll jeder alle 5-10 Jahre zum Fahreignungstest? Und der ist dann gratis oder auch so um die 300-600.- exkl. Schreibgebühr?
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  • Gelegentlicher Kommentar 04.10.2016 11:19
    Highlight Highlight Aber dass ältere Menschen mit einer Reaktionszeit von 3 Wochen ohne Problem Jahr für Jahr das Billet verlängern können erwähnt Herr Gsell nicht....
    Via Sicura würde sich lieber mal um die Grosis kümmern, die im Kreisel auf 5kmh verlangsamen. Ist übrigens auch gefährlich!
    • Nevermind 04.10.2016 11:30
      Highlight Highlight Nicht wenn du genügend Abstand hast. 😉
  • Madison Pierce 04.10.2016 11:17
    Highlight Highlight Besoffen nach Hause zu laufen darf nicht zu einem Führerausweisentzug führen.

    Aber es kann schon sinnvoll sein, das Verhalten der Leute ausserhalb des Strassenverkehrs in solche Entscheidungen einzubeziehen. Schlägt zum Beispiel jemand seine Frau, ist es gut möglich, dass er nicht die nötige Impulskontrolle für die Teilnahme am Strassenverkehr hat. Leuten mit Vorstrafen wegen Körperverletzung, Bedrohung etc. kann man mit gutem Grund die Fahreignung absprechen. Aber keinesfalls jemandem, der am Wochenende mal eins über den Durst trinkt.
    • Gelegentlicher Kommentar 04.10.2016 11:35
      Highlight Highlight Und als Folge müssen sich Menschen, die mal in eine Schlägerei geraten sind, beruflich umorientieren, weil ihr Arbeitsplatz schwierig mit dem ÖV zu erreichen ist oder weil sie im Schichtbetrieb arbeiten. Wie sehr die "Impulskontrolle" psychologisch mit dem Fahrverhalten zusammen hängt, müsste bewiesen werden. Mit dieser Regel würden sie wohl mehr Schaden anrichten als Unfälle verhindern 🙂
    • Habicht 04.10.2016 12:41
      Highlight Highlight Die charakterliche Eignung ein Fahrzeug zu führen muss bereits heute an der Fahrprüfung gegeben sein. Wird wohl so gut wie nie angewendet aber grundsätzlich kann ein Experte einen Prüfling deswegen durchfallen lassen (muss natürlich extrem sein).
  • Wandtafel 04.10.2016 11:17
    Highlight Highlight Wie lang muss man nach dem Kiffen warten um einen negativen Wert zu bekommen? Macht mir als angst, denn ich kiffe vlt 2-3 mal im Jahr.
    • Shlomo 04.10.2016 11:36
      Highlight Highlight Im Urin sieht man normalerweise nach 2-5 Tagen nichts mehr
    • Olmabrotwurst vs. Schüblig 04.10.2016 11:45
      Highlight Highlight Kommt drauf an wie dein stoffwechsel ist, da sich das thc im fett ablagert.
    • Gringoooo 04.10.2016 11:47
      Highlight Highlight Keim Gewähr (keine Erfahrungswerte); Problematisch ist es vor allem in Fällen, wo Personen regelmässig konsumieren, da der Abbau der messbaren Stoffen viel lamgsam vorangeht. Ich denke nach ca 48h sollte bei den meisten selten-Konsumenten alle Stoffe weg sein. Jedoch kann dies von Person zu Person sehr stark variieren. Desshalb würde ich empfehlen eine 3-5 Tage aufs Auto zu verzichten. Sicher ist sicher.
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  • Marco Rohr 04.10.2016 11:15
    Highlight Highlight Jetzt hört doch mal mit diesem 'Theo-Gugus' auf ;) Ich wette den gibts gar nicht. Watson, wir haben verstanden dass ihr Via Sicura nicht toll findet. Startet eine Gegeninitiative, genügend Unique Visitors habt ihr ja!
    • steffinski 07.10.2016 13:29
      Highlight Highlight ich kenne zwar den theo nicht, meinem bruder ist aber so plus minus das selbe passiert. die möglichkeit das es den theo gibt, ist also da ;)
  • Namenloses Elend 04.10.2016 11:14
    Highlight Highlight Via Sicura hat sich schon längst zu einem Selbstläufer entwickelt. Diverse Massnahmen in dem Paket verletzen das Schweizer Gesetz. Alles im Namen der "Sicherheit", kann der Staat nun viel Geld einnehmen und viele Existenzen kaputt machen. Es hat einfach lange gedauert, bis es auch der hinter und letzte gepeilt hat was da seit Jahren abgeht. Die absolute Abzocke und Kontrolle von Autofahrern. Nun kann man ihnen den Ausweis auch zu Fuss abnehmen, tolle Sache. Es ist 5 ab 12 um diese Stasi Methoden zu beenden. Es kann jeden treffen.
    • atomschlaf 04.10.2016 11:59
      Highlight Highlight Es ist auch höchst stossend, wie nach Inkrafttreten des "Raser"-Artikels die Staatanwaltschaften eigenmächtig die Strafmass-Empfehlungen für viel geringere Geschwindigkeitsüberschreitungen massiv erhöht haben, ohne das Parlament oder Volk je darüber abgestimmt hätten.
  • Datsyuk * 04.10.2016 11:07
    Highlight Highlight LEGALIZE IT. Der Umgang mit Kiffern ist ein Witz!
    • Datsyuk * 04.10.2016 11:46
      Highlight Highlight Ergänzung: Das Abbauprodukt, das gemessen wird und Kiffern zum Verhängnis werden kann, wirkt gar nicht psychoaktiv bzw. sagt nur aus, dass konsumiert wurde..
    • atomschlaf 04.10.2016 12:17
      Highlight Highlight @AL:BM: Korrekt. Es muss ein Messverfahren oder ein sinnvoller Grenzwert eingeführt werden, mit dem ermittelt werden kann, ob jemand noch unter Drogeneinfluss steht oder nicht.
      Die Messung nicht psychoaktiver Abbauprodukte ist Humbug. Da wird das Strassenverkehrsrecht als Instrument der Drogenpolitik missbraucht.
    • Angelo C. 04.10.2016 13:09
      Highlight Highlight @atomschlaf

      Ein juristisch nachvollziehbares Votum. Es kann (und darf) nicht sein, dass - wie unlängst meinem jungen Nachbarn widerfahren - ein Ausweisentzug verfügt wird ohne dass der Fahrer AKTUELL fahruntauglich also akut bekifft war! Einem Alk, der bei Kontrolle nüchtern war, entzieht man auch nicht den Ausweis weil er vor 2-3 Tage besoffen war 🙄! Dieser Ansatz ist im Sinne der Rechtsgleichheit (auch der Logik und Vernunft) folgerichtig auch bei Cannabis anzuwenden.

      Da müsste mal ein Betroffener beim EGMR Klage gegen das Schweizer Vorgehen führen, zumal wenn das BG das Recht verweigert!
  • Fumo 04.10.2016 11:02
    Highlight Highlight Der erste Fall ist der einzige wo ich keine Fairness erkenne. Fall zwei ist bestimmt nur die halbe Wahrheit und Fall drei zu abstrus um wirklich so geschehen zu sein.
    Im grossen und ganzen verstehe ich aber immer noch nicht wie man aufgrund eines Kokssüchtigen behaupten kann es sein nicht verhältnismässig.
    • Toerpe Zwerg 04.10.2016 11:45
      Highlight Highlight Woraus schliessen Sie, Theo wäre kokainabhängig?
    • Fumo 04.10.2016 12:02
      Highlight Highlight Sucht und Abhängigkeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe Zwerg ;)
    • Shlomo 04.10.2016 12:16
      Highlight Highlight Theo hat wie aus dem Bericht hervor geht klar ein Alkohol- bzw. ein Drogenproblem. Ergo, ist der Führerscheinentzug gerechtfertigt.
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  • baBIELon 04.10.2016 11:01
    Highlight Highlight Lustig wäre jetzt die Antwort, der Kommentarschreibenden, auf die Antwort zu ihrem Erlebnis
    • baBIELon 04.10.2016 14:31
      Highlight Highlight Hab einen Kollegen, bei dem ist in etwa das gleiche gelaufen... Der hat nun nach fast 3 Jahren erst das Permis zurück... Unglaublicher Stumpfsinn! Big Up für die Kommende Zeit! Du überstehst das ;)

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