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SP-Levrat sauer auf Ueli Maurer: «Das ist eine Ohrfeige für alle ehrlichen Steuerzahler»

09.04.2016, 01:5609.04.2016, 08:08

SP-Präsident Christian Levrat geht hart ins Gericht mit SVP-Bundesrat Ueli Maurer nach dessen Äusserungen zu Offshore-Aktivitäten von Reichen. Dass der Finanzminister die Praktiken zur Steuerreduktion verteidigt, ist für Levrat inakzeptabel und «eine Frechheit».

Aus Levrats Sicht werden die eigentlich legalen Offshore-Aktivitäten «in über 90 Prozent» illegal genutzt. «Dass unser Finanzminister Steuerbetrug via Offshore-Konten einfach bagatellisiert, ist eine Frechheit und schädlich für die Schweiz», sagte Levrat in einem Interview mit dem «Blick» vom Samstag.

Finanzminister Ueli Maurer verteidigt Offshore-Geschäfte der Reichen.<br data-editable="remove">
Finanzminister Ueli Maurer verteidigt Offshore-Geschäfte der Reichen.
Bild: KEYSTONE

«Wenn Superreiche durch solche Konstrukte Milliarden vor den Steuerbehörden verstecken können, zahlen wir alle die Rechnung dafür», sagte der Freiburger Ständerat. Maurers Aussagen seien «eine Ohrfeige für alle einfachen und ehrlichen Steuerzahler.» Sie seien die «Lackierten». Levrat zeigte sich überzeugt, dass die Äusserungen der Steuermoral und dem Ansehen der Schweiz schaden.

Kriminalität verhindern, nicht rechtfertigen

Als «schwach» bezeichnet Levrat Maurers Argumentation, dass Reiche sowieso mehr Steuern bezahlten. Das wollten die Gesetze so, sagte Levrat. Wenn Maurer das ändern wolle, solle er eine Vorlage zur Entlastung der Reichen ausarbeiten.

SP-Präsident Christian Levrat zu Maurer:&nbsp;«Herr Maurer, Sie sind Finanzminister für alle Schweizer. Sie sind nicht nur für die reichsten zehn Prozent da.»<br data-editable="remove">
SP-Präsident Christian Levrat zu Maurer: «Herr Maurer, Sie sind Finanzminister für alle Schweizer. Sie sind nicht nur für die reichsten zehn Prozent da.»
Bild: KEYSTONE

Ob Maurer als Finanzminister weiter tragbar sei, will Levrat nicht beurteilen. Maurers Aufgabe sei es aber, «Steuerbetrug und Steuerhinterziehung zu verhindern, und nicht das Hohelied der Steuerkriminalität zu singen», sagte er. Wenn er nicht für die Einhaltung der Steuergesetze sorgen wolle, könne er das Dossier an das Justizdepartement von SP-Bundesrätin Sommaruga abgeben.

Maurer hatte am Freitag nach den Enthüllungen um die sogenannten Panama Papers die Praxis Wohlhabender verteidigt, ihr Geld in Offshore-Geschäften zu investieren. Im Interview mit dem «Blick» lehnte er neue Gesetze ab. Die Regulierungsdichte sei in der Schweiz «definitiv» ausreichend. (mbu/sda)

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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zombie woof
09.04.2016 08:17registriert März 2015
Höchste Zeit dass die Marionette Blocher's abgesetzt wird! Was Maurer gesagt hat, ist mehr als nur eine Ohrfeige für die ehrlichen Steuerzahler, er zeigt ganz deutlich was er von den einfachen Bürgern in der Schweiz hält, nämlich nichts! Die sollen die Steuern zahlen und gefälligst das Maul halten. Wieso lassen wir uns eigentlich solche Politiker gefallen?
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Bruno Wüthrich
09.04.2016 10:10registriert August 2014
Es ist mir ein Rätsel, wie (scheinbar normal intelligente) Menschen Politik, die sich gegen sie selbst richtet, gut heissen können. Was muss ein Reicher reicher sein als reich? Weshalb muss ein Multimilliardär Steuern sparen können? Etwa deswegen, damit seine Sprösslinge, ohne je etwas zu leisten, auch bereits von Geburt weg Multimilliardäre sind? Spielt es denn da eine Rolle, ob diese Sprösslinge etwas später statt mit drei, nur mit zwei Milliarden ins Erwerbsleben starten? Hey Volk: Wem wollt ihr eigentlich helfen? Die meisten von uns werden nie reich. Wir werden nach Lohnausweis besteuert.
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Thinkdeeper
09.04.2016 11:04registriert März 2016
Lieber Herr Maurer treten Sie zurück! Sie sind untragbar. Ein Finanzminister der Reiche und Steuerhinterzieher rechtfertigt ist fehl am Platz. Dies zeugt von elitärem Denken und fehlendem Unrechtsbewusstsein.
Es ist das Gute Recht eines jeden Bürgers Vermögen anzusparen und erwirtschaften. Er hat aber seine verdammte Pflicht die Steuer ehrlich und korrekt zu entrichten und es ist moralisch wie ethisch verwerflich diese smart zu umgehen.
Wohlgemerkt, wir reden nicht von Steueroptimierungen (Pensionskassen etc.) welche die Steuer in der Zukunft sicherstellen, sonder um Steuervermeidung.
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