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Adolf Ogi bereut Bundesratsbrief: «Es war ein Fehler»

Alt Bundesrat Adolf Ogi spricht anlaesslich der Vernissage Diplomatische Dokumente der Schweiz, DDS 1993, am Mittwoch, 3. Januar 2024, in Bern. Die Europa-Strategie des Bundesrats nach der historische ...
Würde den Bundesratsbrief heute wohl nicht mehr unterzeichnen: Adolf Ogi.Bild: keystone

Adolf Ogi bereut Bundesratsbrief: «Es war ein Fehler»

04.03.2024, 14:1304.03.2024, 15:20
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Fünf Alt-Bundesräte wandten sich im Abstimmungskampf zur 13. AHV-Rente mit einem Brief an die Bevölkerung. «Wir wenden uns heute mit ernster Besorgnis an Sie, da die finanzielle Zukunft unserer AHV stark bedroht ist», schrieben die ehemaligen Bundesräte Doris Leuthard, Pascal Couchepin, Johann Schneider-Ammann, Joseph Deiss und Adolf Ogi. Die Initiative klinge verlockend, sei jedoch brandgefährlich.

Der Brief kam bei der Bevölkerung jedoch gar nicht gut an. 83 Prozent der Stimmbevölkerung fanden die Aktion unpassend oder eher unpassend, berichteten Tamedia und 20 Minuten am Montag basierend auf einer Nachwahlbefragung. Vielen dürfte das hohe Ruhegehalt von 230'000 Franken der Alt-Bundesräte sauer aufgestossen sein.

Adolf Ogi bereut die Aktion mittlerweile. Gegenüber dem Tages Anzeiger sagt er: «Im Nachhinein kann man sagen: Der adressierte Brief war ein Fehler, tut mir leid!» Er habe sehr viele negative Zuschriften erhalten, so der ehemalige SVP-Bundesrat.

Ogi führt auch Gründe auf, weshalb die Initiative angenommen wurde. «Nach den Milliarden, die der Staat für die Corona-Krise, für die Ukraine und die Entwicklungshilfe und die Flüchtlinge ausgegeben hat, wollte das Volk jetzt etwas für sich haben.»

Der Alt-Bundesrat gibt sich als guter Verlierer. Er sagt: «Das Volk und die Stände haben die 13. AHV-Rente angenommen, und an diesem Entscheid ist nichts auszusetzen.» (cma)

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152 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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goschi
04.03.2024 14:29registriert Januar 2014
«Nach den Milliarden, die der Staat für die Corona-Krise, für die Ukraine und die Entwicklungshilfe und die Flüchtlinge ausgegeben hat, wollte das Volk jetzt etwas für sich haben.»

Nein, ganz ehrlich, DAS war angebracht investiertes Geld und ist es weiterhin.

MICH (als klassischer Liberaler) störte wie freimütig die Ratsrechte Milliarden für Unternehmenssteuern ausfallen lässt, wie man Konzerne subventioniert und einfach eine völlige Unbalance geschaffen hat, wer mit Milliarden hofiert wird und wer nicht.

DAS ist was viele beschäftigt, nicht dass Bedürftige Asylsuchende Geld bekommen.
50928
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Mätse
04.03.2024 14:21registriert September 2015
Nehmt das mal als Vorbild: Hinstehen, Fehler eingestehen, sich entschuldigen und Resultat akzeptieren.
Das wünsche ich mir wieder mehr von allen Leuten in der Gesellschaft!
23022
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goschi
04.03.2024 14:26registriert Januar 2014
War ne saudumme Idee ja Dölf!

Schön zeigt er Einsicht, aber im Voraus drüber nachdenken wäre besser gewesen, aber immerhin 1/5 zeigt Anstand.

Der Brief war unangebracht, es war Einmischen in Tagespolitik und dazu noch mit BR-Pensionen in dieses Thema rein, das kam total schief.
1968
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