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Gesundheit

Gesundheit: Schweizer Ärzte verdienen Millionen durch Pharma-Deals

Ärzte verdienen dank Umsatzbeteiligung an Generika bis zu 100'000 Franken im Jahr

30.12.2025, 10:5530.12.2025, 10:55

Vor einigen Jahren haben der Bundesrat und das Schweizer Parlament entschieden, dass Ärzte kein Geld von Pharmafirmen annehmen dürfen, wenn sie Patienten deren Medikamente verschreiben. Mit der Begründung: die Verlockung sei zu gross, dass Ärzte ein möglichst teures Medikament verschreiben und sich somit am höheren Umsatz beteiligen.

Die Ärztebelegschaft wehrte sich erfolgreich gegen ein ganzes Verbot der Umsatzbeteiligung. Es erfolgte ein Kompromiss: Die Rabatte, die die Medikamentenhersteller gewähren, müssen hauptsächlich den Krankenkassen und Prämienzahlern zugutekommen.

ARCHIV - Ein Arzt verschreibt am Mittwoch, 24. Maerz 2004 das Medikament Zinat, ein Antibiotikum der Firma GlaxoSmithKline, in Muenchenbuchsee bei Bern. - Falsch abgegebene Medikamente koennen schwere ...
Ein Arzt füllt eine Rezeptur für ein Medikament aus. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Dies bedeutet in der Umsetzung, dass Ärzte bis zu 49 Prozent der gegebenen Rabatte behalten dürfen. Das eingenommene Geld müssen sie jedoch in die Verbesserung der medizinischen Qualität investieren. Dies berichtet die «NZZ».

Dadurch fliessen laut der «NZZ» Millionen Franken an Ärztinnen und Ärzte, die Generika in Verbindung mit einer Art Umsatzbeteiligung an ihre Patienten weiterverkaufen.

Bis zu 100'000 Franken an einzelne Ärzte

Gemäss einem vertraulichen Bericht an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind so seit 2020 rund 40 Millionen Franken an die Ärzteschaft geflossen, wie die Zeitung schrieb. Bei 800 beteiligten Ärzten entspreche das im Durchschnitt je 50'000 Franken.

Aus Branchenkreisen heisst es laut der Zeitung, dass einzelne Ärzte allein mit einem einzigen Medikament mehr als 100'000 Franken im Jahr einnehmen. Das BAG kritisiert demnach die mangelnde Transparenz der Medizinerinnen und Mediziner und fordert Nachbesserungen.

Die SVP-Politikerin Vroni Thalmann-Bieri findet, dass die Rabatte rundum an die Krankenkassen gehen sollten. Somit würden sich laut Thalmann-Bieri Prämien senken lassen.

Vroni Thalmann-Bieri, Nationalraetin SVP-LU, spricht waehrend einer Medienkonferenz der SVP zu den explodierenden Gesundheitskosten, am Dienstag, 2. September 2025 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
SVP-Gesundheitspolitikerin Vroni Thalmann-Bieri.Bild: keystone

Die Präsidentin der Ärztevereinigung, Yvonne Gili, sagt gegenüber der «NZZ» hingegen, es gäbe keinen Grund, am heutigen System zu rütteln. Bei einer Abschaffung dieses Systems würde das Geld nicht an die Versicherungen fliessen, sondern es würde keine Rabatte mehr geben.

Das jährliche Einsparpotenzial läge dabei für die Grundversicherung bei insgesamt 60 Millionen Franken pro Jahr. So könnten auch die Prämien für die Versicherten um einige Franken sinken. (nib)

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