Schweiz
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Mountain farmer Armin Capaul outside with his

Armin Capaul auf seinem Hof in Perrefitte bei Moutier (BE).
Bild: KEYSTONE

«Hornkuh-Initiative» steht: Rechte Esoteriker und Verschwörungstheoretiker machten es möglich

Geld für Kühe mit Hörnern – dies fordert eine Volksinitiative, die nächste Woche eingereicht wird. Den vermeintlichen Coup eines Bergbauern ermöglichte ein Verein, der esoterisches Gedankengut und Verschwörungstheorien verbreitet.



Die Enthornung eines Kalbs ist keine schöne Angelegenheit. Die Hörner werden den Jungtieren mit einer Art Lötkolben regelrecht ausgebrannt, um das Wachstum zu verhindern. So schildert es ein Kollege. «Gehörnte» Kühe sind auf Schweizer Weiden ein zunehmend seltener Anblick, zum Leidwesen vieler Naturfreunde. Die meisten Bauern aber schwören auf die Entfernung der Hörner, damit sich ihre wertvollen Tiere nicht verletzen.

Ein Bergbauer aus dem Berner Jura wollte dieser Entwicklung nicht mehr tatenlos zusehen. Vor vier Jahren lancierte Armin Capaul seine Hornkuh-Initiative, die finanzielle Unterstützung für Halterinnen und Halter von Kühen und Ziegen mit Hörnern verlangt. Der gebürtige Bündner stiess mit seinem Anliegen auf einige Sympathie. Selbst «Spiegel TV» widmete Capaul einen Beitrag. Wirklich ernst aber nahm ihn kaum jemand. Und doch hat es geklappt: Am 23. März sollen die mehr als 100'000 beglaubigten Unterschriften der Bundeskanzlei übergeben werden.

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Armin Capaul in «Spiegel TV».
YouTube/spiegeltv

Wie konnte ein Bauer, der auf einem abgelegenen Hof im Jura lebt, eine solche Kiste stemmen? Weit grössere Organisationen sind mit Volksinitiativen auf die Nase gefallen. Unvergessen bleibt etwa das Debakel der FDP mit ihrer Bürokratiestopp-Initiative, als selbst ein verzweifelter Schlusseffort nicht ausreichte, um die notwendigen Unterschriften zu beschaffen.

Erfolg mit Vignetten-Referendum

Armin Capaul scheint dies mit seinen Hornviechern gelungen zu sein. Allerdings kämpfte er nicht alleine. Im Hintergrund war der im Berner Oberland beheimatete Verein Alpenparlament aktiv. «Ich habe mich bei Capaul gemeldet und meine Unterstützung angeboten», sagt Zentralsekretär Roland Schöni auf Anfrage. «Als ich feststellen musste, dass er ganz allein war, erklärte ich mich spontan bereit, die gesamte Administration zu übernehmen.»

Mit dem Sammeln von Unterschriften hat der Verein Erfahrung. Er war bereits vor drei Jahren beim Referendum gegen die Erhöhung des Preises für die Autobahnvignette in gleicher Funktion tätig. Während die SVP-Nationalräte Nadja Pieren und Walter Wobmann im Vordergrund weibelten, wurde der Papierkram vom Alpenparlament erledigt. In drei Monaten kamen mehr als 100'000 Unterschriften zusammen, das Doppelte der benötigen Anzahl.

Mehr Allergien wegen Enthornung?

Am Ende war der Erfolg total, das Volk lehnte die 100-Franken-Vignette ab. Nun hat das Alpenparlament bei der Hornkuh-Initiative seine Schlagkraft erneut unter Beweis gestellt. Als Motiv nennt Schöni neben der «Würde des Tieres» die Gesundheit: «Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Enthornung und der Zunahme von Milchallergien.» Der Grund sei, dass die Milch von hornlosen Kühen nicht kristallisiere. Entsprechende Befunde würden vom Bauernverband «unterdrückt».

Wissenschaftlich bewiesen ist dieser Zusammenhang nicht. Vertreten wird er vorab von den Demeter-Bauern, die sich auf die anthroposophische Gedankenwelt von Rudolf Steiner berufen. In esoterischen Kreisen erfreut sich die Theorie einiger Beliebtheit. Auch die Website des Alpenparlaments bietet einen Mix aus Verschwörungstheorien und esoterischem Gedankengut. Die Chemtrails sind ebenso vertreten wie die «CO2 Lüge».

Image

Ausschnitt aus der Alpenparlament-Website.
screenshot: watson

Politisch hat der Verein eine klar rechte Schlagseite. Davon zeugen Beiträge, die Angela Merkels «Willkommenskultur» attackieren. Islamfeindliche und antisemitische Töne fehlen dabei nicht. Der jüngste Beitrag stammt vom rechtsextremen US-Radiomoderator und Holocaust-Leugner Hal Turner. Er behauptet, der Bürgerkrieg in Syrien werde innerhalb von 18 Tagen in den Dritten Weltkrieg münden. Datiert ist der Beitrag vom 11. Februar, und von einem Weltkrieg ist nichts zu sehen. Die Lage in Syrien hat sich zuletzt im Gegenteil entspannt.

Man solle «den Beitrag bitte mit entsprechender Skepsis lesen», schreibt die Alpenparlament-«Redaktion». Die beschriebene Gefahr sei real, müsse aber nicht so eintreffen. Zentralsekretär Roland Schöni und Alpenparlament-Gründer Martin Frischknecht waren einst bei den Schweizer Demokraten aktiv. Frischknecht ist ein Impfgegner und Kritiker der Schulmedizin. Auf der Website vertreibt er ein «Therapiegerät», das alle möglichen Krankheiten heilen soll.

Mainstream-kompatibel

Der Sektenkenner und watson-Blogger Hugo Stamm bezeichnet die Szene, in der sich die Alpenparlamentarier tummeln, als «Rechtsesoteriker». Schöni reagiert gelassen. Er könne mit der Bezeichnung Verschwörungstheoretiker leben: «Das ist für uns kein Problem.» Politisch hat er bereits ein neues Eisen im Feuer. Auf der Website findet man Unterschriftenbögen für die kantonalbernische Initiative «Lehrpläne vors Volk».

Über die Hornkuh-Initiative dürfte am Ende das Schweizer Stimmvolk befinden. Inhaltlich ist sie durch und durch Mainstream-kompatibel. Ein Verbot der qualvollen Enthornung wird nicht gefordert, da dies einen grossen Teil der Landwirte gegen das Volksbegehren mobilisiert hätte. Gegen mehr Geld von Staat aber hat ein Schweizer Bauer kaum je etwas einzuwenden gehabt.

Äussere Werte zählen an der Landwirtschaftsmesse in Lausanne

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 16.03.2016 21:20
    Highlight Highlight Komplett falscher Ansatz, mit Hörner alleine fühlen sich die Kühe nicht viel besser. Vielmehr sollte eine artgerechte Haltung im allgemeinen gefördert werden. Der übermässige Fleischkonsum und Überproduktion bei Milch und anderen Nahrungsmittel ist an sich ein Problem. Jetzt will man noch weitere finanzielle Fehlanreize schaffen. Wenn die Lebensqualität der Kühe unter dem Verlust des Hornes nachhaltig leidet, sollte die Beschneidung per se verboten werden. Rein ästhetische Argumente errachte ich als heuchlerisch, Kühe müssen nicht hübsch aussehen, sie sind längst zur Produktionsmasse reduziert
    15 11 Melden
    • trollo 17.03.2016 06:41
      Highlight Highlight grundsätzlich entscheidet das konsumenverhalten was produziert wird. es werden fleisch und milchprodukte importiert, die nachfrage besteht.
      viele regionen eignen sich ausschliesslich für futterbau für wiederkäuer. das halten von tieren wird durch die agrarpolitik gefördert. um direktzahlungsberechtigt zu sein, ist ein minmale standardarbeitskraft nötig. das halten von tieren ermöglicht es kleineren betrieben direktzahlungsberechtigt zu sein. die preise für ackerbauprodukte decken die anbaukosten kaum.
      dieses konstellation führt dazu, dass in der schweiz relativ viel rindvieh gehalten wird.
      3 0 Melden
    • trollo 17.03.2016 07:10
      Highlight Highlight viele kühe und fast alle mastrinder werden nicht angebunden, sondern in laufställen gehalten. nach meiner meinung ist die haltung in laufställen mit laufhöfen, kombiniert mit täglicher weide während der vegetationsperiode am tierfreundlichsten.
      in meinem laufstall hatten die kühe am anfang auch hörner, aber nach blutigen rangkämpfen und verletzungen durch hörner habe ich mich entschieden zu enthornen.
      mastrinder (fleisch) werden normalerweise nicht enthornt.
      5 3 Melden
    • Sapere Aude 17.03.2016 09:19
      Highlight Highlight Ich hab nicht grundsätzlich etwas gegeg Direktzahlungen, finde diese aber in diesem Fall nicht gerechtfertigt. Ich hab von verschiedenen Bauern verschiedene Argumente gehört bezüglich den Hörnern.
      3 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • trollo 16.03.2016 20:16
    Highlight Highlight das enthornen erfolgt unter schmerzausschaltung mittels lidocain. jeder tierhalter der selber enthornen will, muss einen schulungskurs absolvieren und einige tiere unter aufsicht eines tierarztes enthornen. erst dann erhält er eine bewilligung. viele tierhalter lassen aber auch durch tierärzte enthornen.
    der brennkolben wird ca. für 10 sekunden auf die hornknospe gedrückt. die schmerzentwicklung dürfte deutlich tiefer sein als die brandmarkierungen wie sie in den usa für weidetiere gebräuchlich sind.
    die schweiz das einzige land das die schmerzausschaltung beim enthornen vorschreibt.
    16 0 Melden
  • Stichelei 16.03.2016 19:44
    Highlight Highlight Ja, dem sagt man Bauernschläue: Zuerst eine Gesetzeslücke nutzen, um einen an sich unsäglichen Sachverhalt zu schaffen und dann dafür Geld kassieren, dass man wieder zum Normalzustand zurückkehrt. Ein einfaches Gesetz, das verbietet, Kühe zu enthornen, würde doch längstens genügen
    5 11 Melden
    • trollo 16.03.2016 20:24
      Highlight Highlight bin sofort dabei die enthornung zu verbieten. gleichzeitig muss aber sichergestellt sein, dass keine produkte von enthornten tieren importiert werden.
      15 3 Melden
  • Darkside 16.03.2016 19:07
    Highlight Highlight Ganz falscher Ansatz, aber geradezu typisch für die ewige, schamlose Subventionsschacherei der Bauern. Es müsste heissen weniger Geld für enthornte Kühe, und nicht mehr Geld für Kühe mit Hörnern.
    22 7 Melden
  • Spooky 16.03.2016 17:39
    Highlight Highlight Egal, von welcher Seite die Hornkuh-Initiative kommt - von mir aus von Ausserirdischen: Eine Kuh ohne Hörner ist nur eine halbe Kuh.
    34 4 Melden
    • Sapere Aude 16.03.2016 21:28
      Highlight Highlight Mag sein, aber eine Kuh ist seit langem keine richtige Kuh mehr zumindest in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben mehr. Die sind längst ihrem natürlichen Lebensraum entriessen und zu Produktionsmasse domestiziert worden. Ob Fleich oder Milch ist einerlei.
      6 4 Melden
  • BeniWidmer 16.03.2016 17:21
    Highlight Highlight denkt denn keine an die arme metzger?
    4 9 Melden
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 16.03.2016 17:05
    Highlight Highlight http://www.denkmalfilm.tv/index.php%3Fl%3Dde%26page%3Ddas-liebe-rindvieh
    3 0 Melden
  • SVARTGARD 16.03.2016 16:46
    Highlight Highlight Junge,Junge..Ihr grabt auch immer Geschichten aus ..sagenhaft.
    18 2 Melden
  • Jol Bear 16.03.2016 14:43
    Highlight Highlight Es gibt Kuhrassen, bei welchen von Natur aus gar keine Hörner wachsen. Gibt es für die dann auch diese neuen Subventionen?
    19 3 Melden
  • Rumpelstilz 16.03.2016 13:11
    Highlight Highlight Welch glückliches Land sind wir, dass wir über Kuhhörner (!) abstimmen dürfen!
    60 8 Melden
    • Bonifatius 16.03.2016 16:54
      Highlight Highlight das zweitglücklichste? :)
      28 0 Melden
    • _kokolorix 16.03.2016 18:49
      Highlight Highlight aus sicht der kühe eher unglücklich, da wir tatsächlich über sowas abstimmen müssen
      13 1 Melden
    • Mora 17.03.2016 00:37
      Highlight Highlight Die Inder freuts bestimmt :D
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 16.03.2016 13:10
    Highlight Highlight Jaja, gegen Enthornung sein aber dann massenhaft Rindfleisch kosumieren
    21 27 Melden
  • Bastian Zuberbuehler 16.03.2016 12:45
    Highlight Highlight Phu... Weniger Verstümmelung (wie z.B. auch das Coupieren bei Hunden) bei Tieren begrüsse ich zwar sehr, aber die Allianz, die diese Initiative zustande gebracht hat, ist mir persönlich zu unheilig und sehr suspekt...
    P.S.: Es gibt auch eine starke Korrelation zwischen der Anzahl Geburten und der Grösse der Storchenpopulation in einer Stadt. Hier von einer Kausalität zu sprechen, finde ich aber ebenso absurd, wie... aber ebe!
    30 6 Melden
    • atomschlaf 16.03.2016 13:25
      Highlight Highlight Das Coupieren von Hunden ist längst verboten. Dort stehen eben keine finanziellen Interessen der Bauernlobby dahinter.
      31 5 Melden
  • Datsyuk * 16.03.2016 12:36
    Highlight Highlight Die politische Ausrichtung des "Alpenparlaments" ist nicht meine eigene, aber das Vorhaben unterstütze ich.
    Was ist natürlich? Sicher nicht, den Tieren die Hörner zu stutzen. Dies mit dem Schutz der Tiere zu begründen ist scheinheilig. Die Haltungsbedingungen der Tiere machen diese bzw. die Hörner gefährlich, womöglich auch die Haltung an sich.
    28 6 Melden
    • Jol Bear 16.03.2016 14:40
      Highlight Highlight Die Hörner sind in den modernen tierfreundlichen Laufställen (in denen sie frei herumlaufen können) oft ein Problem, weil die Kühe sich gegenseitig verletzen können. In den alten, weniger tierfreundlichen Anbindeställen können behornte Kühe problemlos gehalten werden.
      9 10 Melden
    • Datsyuk * 16.03.2016 15:32
      Highlight Highlight Und ohne Ställe..?
      7 3 Melden
    • Homes8 16.03.2016 18:19
      Highlight Highlight Mir war bis jetzt gar nicht bewusst, dass das Alpenparlament eine "politische" Ausrichtung hat. Kannte den Namen bis jetzt erst von diesem super Video über die Verdauung:
      Play Icon

      Wenigstens kenn ich jetzt die "geistige" Ausrichtung des Redaktors
      2 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wolfsblut 16.03.2016 11:46
    Highlight Highlight Die Bauern beweisen wieder einmal ihr Schläue mit dieser Initiative. Im Parlament kommen sie ja damit meistens durch. Etwas befremdet hat mich der Aufhänger des Beitrags. Ob das Kappen der Hörner von Sektierern, Faschisten, Greenpeace oder vom Pfarrer verhindert oder vollzogen wird, ist mir egal. Eine Sauerei für Kühe ist das Enthornen allemal. Wir haben ja auch ein paar Körperteile, die nicht überlebenswichtig sind, oder?
    55 13 Melden
  • Angelo C. 16.03.2016 11:42
    Highlight Highlight Für einmal will mir der Titel des Artikels nicht recht schmecken. Um hornlose Kühe als idiotisch aussehend zu empfinden, die Eliminierung der Hörner als bare Tierquälerei, muss man weder Esoteriker noch sonst mässig verschroben sein.

    Dass die Kühe - um sich artgerecht zu verhalten - ihre Hörner auch als "Fühler" gut brauchen können, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis. Auch nicht, dass mancher Bauer schlicht darauf pfeift und es lieber hat, wenn die Stallordnung hornlos etwas einfacher vor sich geht.

    Ich werde jedenfalls dieser Initiative (auch als Nichtesoteriker) umfänglich zustimmen 😉!
    92 7 Melden
    • Ms. Song 16.03.2016 16:01
      Highlight Highlight Das erste Mal, dass ich mit Dir einer Meinung bin.
      14 5 Melden
  • lilas 16.03.2016 11:37
    Highlight Highlight ist wie "Bio", man zahlt für etwa s das ursprünglich einfach so war wie es wuchs bevor man begann mit Gift zu düngen und zu spritzen und nun kostet es mehr wenn man es mit weniger Gift haben möchte..Subventionen für Kuhhörner!! Ich will auch Subventionen...denn ich bin nett zu meinen Tieren..und sähe Blumen für die Bienen!
    50 7 Melden
    • demokrit 16.03.2016 15:29
      Highlight Highlight Tiere haben im Unterschied zu Pflanzen aber immerhin ein Bewusstsein und ein instinkgetriebenes Verhalten.
      5 0 Melden
    • _kokolorix 16.03.2016 18:52
      Highlight Highlight auch pflanzen reagieren auf bedrohungen instnktiv...
      7 0 Melden
    • demokrit 16.03.2016 19:42
      Highlight Highlight Naja, Pflanzen haben kein komplexes Nervensystem in der Art von Tieren
      .
      0 0 Melden
  • Hayek1902 16.03.2016 11:26
    Highlight Highlight typisch bauern: jedes bisschen extra schreit gleich nach einer belohnung vom staat. na dann gut nacht, jetzt wird halt auch solch ein mist noch in unserer verfassung stehen.
    37 23 Melden
  • Nica Rother 16.03.2016 11:03
    Highlight Highlight Das Grundproblem ist, dass die Gesellschaft nicht bereit ist, für Haltungsbedingungen zu bezahlen, die es flächendeckend erlauben würden Kühe nicht zu enthornen.
    Ausserdem hätten viele Kuhliebhaber keine Freude daran zu hören, dass dann immer wieder Tiere notgeschlachtet werden müssten, weil auch Kühe recht agressiv werden und dadurch ihre "Mitkühe" schwer verletzen können.
    33 9 Melden
    • Nica Rother 16.03.2016 11:08
      Highlight Highlight Ich meine mit Gesellschaft primär die Konsumenten beim direkt einkaufen, Gesellschaft war wohl das falsche Wort.
      8 1 Melden
    • picu 16.03.2016 11:14
      Highlight Highlight Da kann ich nur zustimmen.
      Das Argument "es wird sonst zu teuer" zieht auch nicht wirklich, da man in der Schweiz seit vielen Jahren von einem Milchüberschuss redet. Ich glaube wir könnten uns schon eine artgerechtere Haltung leisten, - was für mich eben heisst, dass die Tiere nicht verstümmelt werden müssen.
      28 1 Melden
    • demokrit 16.03.2016 15:26
      Highlight Highlight @Nica: Erstens sind Kühe sehr soziale Tiere, zweitens streichen die Bauern in keinem Land in Europa so viel an Subventionen ein, wie in der Schweiz. Dein Posting ist also gleich doppelt falsch.
      4 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Walter Sahli 16.03.2016 11:01
    Highlight Highlight KAGfreiland betreibt übrigens seit mehreren Jahren das Projekt "Horn auf!". Es ist also bei Weitem nicht nur ein jurassischer Bauer und das Alpenparlament, die sich für behornte Kühe einsetzen.

    Und hier noch ein Artikel aus dem Jahre 2010! http://www.onlinereports.ch/OEkologie.113+M5a482eca4ec.0.html
    31 2 Melden
  • Dimmu 16.03.2016 10:52
    Highlight Highlight Es gäbe also Subventionen dafür, dass man seine Tiere nicht quält? Spannend.
    32 8 Melden
    • nadinwithoute 16.03.2016 17:13
      Highlight Highlight Behornte Kühe benötigen mehr Platz, was wiederum mehr kostet.
      4 0 Melden
  • Tom Garret 16.03.2016 10:48
    Highlight Highlight Ob ich für oder gegen dieses Anliegen bin muss ich erst noch schauen, muss mich ja erst informieren da dies in diesem Artikel überhaupt nicht geschieht. Viel wichtiger als der Inhalt der Initiative schient dem Redaktor der Hintergrund der Unterschriftensammler zu sein...
    Was mir aber wieder aufgefallen ist, ich finde je länger je mehr, dass 100'000 Unterschriften zu wenig sind für eine Initiative. diese Grenze besteht schon lange und die Anzahl Unterschriftsberechtigten ist in der Zwischenzeit stark gestiegen. Man sollte die "Hürde" anheben...
    68 13 Melden
    • stiberium 16.03.2016 10:55
      Highlight Highlight Ganz guter Input mit der Erhöhung der Anzahl Unterschriften!!
      18 10 Melden
    • 7immi 16.03.2016 11:04
      Highlight Highlight ich finde 100000 ganz ok. ansonsten können minderheiten keine initiativen lancieren. svp, sp und fdp können auch bei 200 oder 300000 noch initiativen lancieren. bei kleineren gremien und vereinen wirds dann aber eng. gewisse leute finden diese initiative unnötig, andere das bge usw. ich stimme lieber über eine zuviel ab, als dass ich über eine initiative mangels lobby nicht abstimmen kann...
      39 4 Melden
    • Hierundjetzt 16.03.2016 11:11
      Highlight Highlight Das Argument sticht insofern nicht, als bei der Einführung der Volksrechte anno 1848 die Einwohnerzahl deutlich weniger als 50% der heutigen ausmachte.

      Die Mehrzahl der Initiativen kommen von den Gewerkschaften / SP und der SVP. Somit von den grössten Blöcken der Schweiz
      7 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 16.03.2016 10:37
    Highlight Highlight Muss ja eigentlich ein glückliches Völklein sein, dass sich solche Wohlstandsprobleme machen kann und neben Bauvorschriften, Kleidervorschriften, einer Zweiklassenjustiz und natürlich dem verbrieftem Recht auf Rassismus, nun also auch noch solche Rindviechereien in die Verfassung schreiben will. Die Tollwütigen werden diesen Unsinn sicher dankbar aufnehmen, denn mit Tierschutz lassen sich wunderschön Emotionen schüren und am Ende wird es den Kühen vermutlich besser gehen, als all den arbeitslosen und ausgesteuerten Rindviechern, die ausgebrannt auf der Schlachtbank des heiligen Marktes landen.
    34 35 Melden
    • lichtler 16.03.2016 11:50
      Highlight Highlight Ich sehe das genauso, das muss man sich mal reinziehen da wird das Stimmvolk bemüht wegen Hörnern... Ich habe natürlich nix gegen direkte Demokratie aber diese Abstimmung find ich überflüssig
      8 6 Melden
    • _kokolorix 16.03.2016 18:59
      Highlight Highlight wir haben nun mal nur dieses eine instrument. die gesetztesinitiative wurda ja von der heerschaar der bundesjuristen als zu komplex eingestuft, was ich persönlich als berufliche bankrotterklärung empfinde
      2 1 Melden
    • Lowend 16.03.2016 19:12
      Highlight Highlight Die Frage, ob Kühe Hörner haben oder nicht, würde auch mit einer Gesetzesinitiative nicht weltbewegender. Übrigens wurde die Gesetzesinitiative vom heiligen Volk abgelehnt und nich von "bundesjuristen" und wenn sie schon nach Schuldigen suchen, dann wollen sie mit ihren Worten nicht etwa sagen, dass das Volk dumm ist, weil sie den Argumenten der von Ihnen als "bankrott erklärten bundesjuristen" gefolgt ist? Das wäre schon fast Blasphemie im Land des Volkswillens!
      1 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joey Madulaina 16.03.2016 10:30
    Highlight Highlight Ich finde es nicht sehr seriös, dass man nur auf diese rechtsesoterische Gruppe, aber kaum auf die Argumente des Initianten bzw. allgemein auf die Argumente (dafür UND dagegen) eingeht. Auch sonst wird das Anliegen der Initiative nur schlecht beleuchtet. Schwache Leistung, watson.
    86 19 Melden
    • stiberium 16.03.2016 10:53
      Highlight Highlight Finde es jetzt nicht so schlecht, dass ich zuerst weiss wer dahinter steckt und mich dann mit den Argumenten befassen kann.
      22 17 Melden
    • Asmodeus 16.03.2016 10:55
      Highlight Highlight Die Argumente sollten jedoch im Vordergrund stehen.

      Wenn ich mein Urteil nur Aufgrund der Urheber fälle blendet das mein Urteilsvermögen.
      38 2 Melden
    • Joey Madulaina 16.03.2016 11:09
      Highlight Highlight Zuerst sollte man sich mit dem Inhalt, den Argumenten der Initianten und erst dann mit den Hintergründen dieses komischen Vereins befassen. Natürlich ist auch wichtig, zu wissen, wer oder was dahintersteckt, doch bei diesem Anliegen ist es sicherlich nicht das relevanteste, da nur Landwirte mit gehörnten Kühen profitieren.
      7 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hierundjetzt 16.03.2016 10:27
    Highlight Highlight Klar. Ehernhaft. Die Milchprodukte werden dann halt teurer.

    Und wer kauft dann noch mehr in Deutschland ein? Richtig. Unsere lustigen Neo-Küheversteher.

    Nicht mal Gummistiefel zuhause aber jeder plötzlich zu 100% Chueliversteher 😑
    29 38 Melden
    • Fumo 16.03.2016 10:35
      Highlight Highlight "Die Milchprodukte werden dann halt teurer."

      Wenn Bauern noch zusätzlich subventioniert werden, wird ihr Produkt teurer?
      26 4 Melden
    • Baccara - Team Nicole 17.03.2016 16:27
      Highlight Highlight ich bin gerne bereit für die Milch einen Marktpreis zu bezahlen, wenn sie Horn haben und Weide sehen.
      1 0 Melden
  • Alex23 16.03.2016 10:27
    Highlight Highlight Und wieder Steuergelder für irgendeine Initiative aus der Kiste "worüber-man-noch-so-abstimmen-könnte-grübel-grübel".
    Nicht, dass ich es nicht gutheissen würde den Kühen ihre Hörner zu lassen, im Gegenteil, aber sind das tatsächlich unsere Sorgen?
    24 12 Melden
  • C0BR4.cH 16.03.2016 10:14
    Highlight Highlight Das man Kälbern das Horn ausbrennt, ist eine Verstümmelung und sollte somit so oder so gegen das Gesetz sein, imho.

    Aber das man nun Bauern mit Kühen die Hörner haben finanziell unterstützt, finde ich wiederum ein Witz. Und dass das ganze in die Verfassung soll, so oder so...
    34 7 Melden
  • Human 16.03.2016 09:48
    Highlight Highlight Keine Ahnung ob Milchallergien was mit Hörnern zu tun aber finds trotzdem irgendwie nett, Argumentation kommt vielleicht ein bisschen schräg, aber es ist halt schon Natur das die Kuh Hörner hat.
    40 11 Melden
  • Don Huber 16.03.2016 09:44
    Highlight Highlight Sah das mal im Zivilschutz wie sie das Horn eines Kalbes ausbrannten. Man sagte mir ein Kalb wäre beinahe mal verblutet beim Ausbrennen. Ich vermisse Kühe mit Hörner. Eine Schande. Darum: Kühe mit Hörner !!! Wäre wie wenn ich kein Horn hätte !!!
    39 11 Melden
    • SVARTGARD 16.03.2016 10:06
      Highlight Highlight Hattest du nicht gesagt du bist jetzt Hornlos Miss Huber.
      5 7 Melden
    • Hierundjetzt 16.03.2016 10:24
      Highlight Highlight Überhaupt mal einen Kuhstall im Winter von innen gesehen? Mit Horn gäbs sehr viele einäugige Kühe. Jesses Bub. Mal ab aus Land mit dir. Und nein Schliere ist nicht "Land"

      Städter... Tsss
      19 27 Melden
    • Nica Rother 16.03.2016 10:34
      Highlight Highlight ...nicht nur mehr einäugige Kühe, sondern auch wesentlich mehr einäugige Bauern.
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  • El_Sam 16.03.2016 09:36
    Highlight Highlight Jaja das kristallisieren der Milch.
    Passiert manchmal wenn ich sie nicht in den Kühlschrank stelle. Ich entsorge sie dann jeweils ;-)
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  • BerriVonHut 16.03.2016 09:29
    Highlight Highlight Ansich ein heeres Ziel, die Enthornung der Kühe zu stoppen. Aber das dies mit weiteren Subventionen zugunsten der Bauern geschehen soll, finde ich nicht sooo toll... Besser währe wenn enthornte Kühe Abzüge bei den Direxktzahlungen zur Folge hätten.
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    • Asmodeus 16.03.2016 10:12
      Highlight Highlight Sehe ich ähnlich.

      Wenn es um den Schutz der Tiere geht, sollte man eher das enthornen verbieten anstatt das nicht enthornen zu belohnen.
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    • Kaffo 16.03.2016 10:39
      Highlight Highlight Genau sie schreiben mir aus der Seele. Man spricht ja von Bauernschlau. Die bekommen ja für jeden Blödsinn ihre Subventionen. Weshalb soll man für etwas Geld bekommen was das normalste ist auf der Welt. So etwas kommt nur einem Bauer in den Sinn.
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    • Walter Sahli 16.03.2016 10:52
      Highlight Highlight Nun, man kann das auch als positiven Ansatz sehen. Statt ein weiteres Verbot einzuführen, wird erwünschtes Verhalten belohnt. Und das Normalste auf der Welt ist heutzutage leider Leistungs- und Gewinnoptimierung, und nicht Sorge zu Tieren zu tragen.
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  • klugundweise 16.03.2016 09:25
    Highlight Highlight Im Buch "Kühe verstehen" beschreibt Martin Ott , ein erfahrener Bauer, die Funktion der Hörner als "Sinnesorgane" und die Folgen der Enthornung. Wer das alles in die esoterische Ecke stellt macht sich zum Gehilfen der Industriebauern welche ihre Tiere mit Importsoja und Antibiotika "pflegen"!
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    • goldguegji 16.03.2016 11:51
      Highlight Highlight Das Buch habe ich auch gelesen und kann es jedem empfehlen. Ich habe mir vorher keine grossen Gedanken über Kühe gemacht, seit diesem Buch bin ich fasziniert von diesen Tieren.
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