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Jürg Grossen beerbt Martin Bäumle als GLP-Präsident



Juerg Grossen, Nationalrat GLP-BE, spricht an der Medienkonferenz der Gruenliberalen Partei, GLP, zur kuenftigen Besetzung des Parteipraesidiums, am Freitag, 30. Juni 2017, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Martin Bäumles Nachfolger heisst Jürg Grossen. Bild: KEYSTONE

Jürg Grossen wird voraussichtlich neuer Präsident der Grünliberalen. Der Vorstand der Partei hat den Berner Nationalrat als Nachfolger von Martin Bäumle nominiert. Die Delegierten werden am 26. August entscheiden.

«Ich freue mich riesig», sagte Grossen am Freitag vor den Medien in Bern. Wenn die Delegierten ihm das Vertrauen schenkten, werde er das Amt mit grosser Überzeugung und hoher Motivation antreten.

Der 48-jährige Grossen ist seit 2011 Nationalrat und seit 2016 Vize-Präsident der GLP. Er engagiert sich vor allem in der Energie- und Verkehrspolitik. Von Beruf ist Grossen Elektroplaner. Seit 1994 ist er als Unternehmer tätig und beschäftigt aktuell rund vierzig Mitarbeitende. Grossen lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Frutigen im Berner Oberland.

Das Feuer stärker entfachen

Eigentlich hätte er anderes zu tun, stellte er fest. Doch er habe sich entschieden, die Aufmerksamkeit auf die GLP zu richten. «Ich möchte das Feuer für unsere Bewegung noch stärker entfachen», sagte Grossen. Als Parteipräsident wolle er sich für ein klares politische Profil einsetzen.

Der zunehmende Trend zu Protektionismus und Abschottung schade der Schweiz. Dem wollte die GLP entschieden entgegentreten. Die Linken setzten auf Klassenkampf und Regulierung, die Rechtsbürgerlichen auf eine konservative Gesellschaftspolitik und Abschottung. «Da füllen wir eine Lücke aus, heute mehr denn je», sagte Grossen.

Keine Ein-Mann-Partei

Auf die Frage, wie er sich dazu stelle, dass der Parteivorstand einen Mann nominiere, obwohl die GLP mit Kathrin Bertschy und Tiana Moser zwei weibliche Aushängeschilder habe, sagte Grossen, er wolle ein teamorientierter Parteipräsident sein. Seine Rolle sei nicht die einzig wichtige.

Auch Bertschy und Moser betonten, die GLP-sei keine Ein-Mann-Partei, zwei Führungspositionen seien in Frauenhand. Moser ist Fraktionschefin, Bertschy Vize-Präsidentin sowie Chefin des parteieigenen Think Tanks «GLP Lab». Sie habe sich entschieden, nicht für das Parteipräsidium zu kandidieren, sagte Bertschy. Moser hatte schon früher bekannt gegeben, dass sie das Präsidium nicht anstrebe.

Gegenkandidaten möglich

Obwohl der GLP-Vorstand den Delegierten keine Auswahl präsentiert, hält Grossen seine Wahl nicht für sicher. Es sei möglich, dass an der Delegiertenversammlung noch ein anderer Kandidat oder eine andere Kandidatin vorgeschlagen werde, sagte er.

Der aktuelle Parteipräsident Martin Bäumle hat im Mai seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der 52-Jährige hatte die Partei seit der Gründung im Jahr 2007 präsidiert und massgeblich geprägt. Mit Grossen würde auf den charismatischen Bäumle ein Mann folgen, der sich bisher kaum in den Vordergrund drängte und als zurückhaltend gilt.

Wachstum als Ziel

Ob und wie sich die Partei unter Grossen verändern könnte, liess dieser am Freitag offen. Er betonte, dass die GLP - die bei den letzten Wahlen Federn lassen musste - bei den Wahlen 2019 wachsen wolle.

Dabei werde sie weiterhin auf Listenverbindungen setzen, sagte Grossen auf eine entsprechende Frage. Für eine kleine Partei sei es nur so möglich, ansatzweise korrekt repräsentiert zu sein. Die GLP war vor kurzem bei den Wahlen im Kanton Waadt für eine Listenverbindung mit SVP und FDP kritisiert worden.

Offene und vernetzte Schweiz

Inhaltlich kündigte Grossen ebenfalls keinen Richtungswechsel an. Er bezeichnete die GLP als «ideale Heimat für KMU». Als Parteipräsident würde er seine Erfahrungen als Unternehmer einfliessen lassen, sagte er.

Weiter stellte Grossen fest, die GLP setze sich für eine offene und vernetzte Schweiz ein. Der freie Handel und die bilateralen Verträge mit der EU seien unabdinglich. Auch die energie- und umweltpolitischen Herausforderungen liessen sich aus Sicht der GLP nur mit internationaler Zusammenarbeit lösen.

An den Grünliberalen faszinierten ihn die differenzierte Art, Politik zu machen, und nachhaltige Lösungen im Spannungsfeld der polarisierenden Parteien zu erarbeiten, schreibt Grossen auf seiner Homepage. (sda)

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