Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Teilnehmer an der Zurich Pride Demonstration in der Zuercher Innenstadt am Samstag, 14. Juni 2014. Die Demonstration der Zurich Pride ist die politische Manifestation der LGBT-Community & Friends der gesamten Schweiz. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Teilnehmer an der Zurich Pride mit einer zentralen Frage. Bild: KEYSTONE

Trotz Regenbogen-Offensive – Basler Bischof lehnt schwulen Seelsorger ab

Eben liess sich das Bistum Basel noch für sein LGBTI-Engagement feiern. Nun wird bekannt: Der Bischof Felix Gmür hat die Bewerbung eines Theologen abgelehnt, weil dieser in einer eingetragenen Partnerschaft lebt.



Man berief sich auf ganz oben: Papst Franziskus persönlich habe sich mehrfach gegen die Diskriminierung von «Menschen mit anderer sexueller Orientierung» ausgesprochen, schrieb das Bistum Basel vor Monatsfrist, als es die Schaffung einer «Regenbogenpastoral» verkündete. Der von Bischof Felix Gmür initiierte Arbeitskreis wolle die Seelsorge für Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transpersonen und Intersexuelle (LGBTI) verbessern, so die frohe Botschaft. 

Für die Offensive erntete das Bistum viel Applaus. Nun bekommt das Bild jedoch tiefe Kratzer: Der Basler Bischof Felix Gmür habe einem Theologen die Stelle verwehrt, weil er in eingetragener Partnerschaft mit einem Mann lebe, schreibt der Tages-Anzeiger. Der Mann bewarb sich demnach für eine teilzeitliche Seelsorgestelle an der psychiatrischen Klinik St. Urban in Luzern. Die Klinik hätte den erfahrenen Spitalseelsorger gern angestellt – und ersuchte beim Bistum Basel routinemässig um die Erteilung der Missio, der bischöflichen Beauftragung.

Als Laientheologe ist T. R. nicht an die zölibatäre Lebensform gebunden. Dennoch lehnte Bischof Gmür die Bewerbung ab, wie die Zeitung schreibt. Nach den Gründen für die Absage gefragt, habe der zuständige Bischofsvikar auf die Bistums-Richtlinien verwiesen. Diese halten fest, dass die Missio nur an Seelsorger erteilt wird, die in einer «kirchlich anerkannten Lebensform» leben. Kirchlich anerkannt ist ausser dem Zölibat nur die Ehe zwischen Mann und Frau.

Der Basler Bischof Felix Gmuer waehrend dem Oekumenischen Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche St. Michel anlaesslich der Feierlichkeiten am Samstag, 1. April 2017, in Zug. Die Reformierte und Katholische Kirche feiern gemeinsam 500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Fluee unter dem Titel Nationaler Oekumenischer Gedenk- und Feiertag. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Basler Bischof Felix Gmür wollte nichts von einem schwulen Seelsorger wissen. Bild: KEYSTONE

Der Betroffene T. R. zeigt sich im «Tages-Anzeiger» tief enttäuscht: Er spricht von einer eklatanten Diskriminierung; den bischöflichen LGBTI-Arbeitskreis bezeichnet er als unglaubwürdig und «Etikettenschwindel». Das Bistum nahm zu den Vorwürfen nur in einem dürren Statement Stellung: Personalentscheide würden nicht in der Öffentlichkeit diskutiert. Ausserdem betreffe die Regenbogenpastoral «die kirchlichen Anstellungen von pastoralen Mitarbeitenden nicht».

(jbu)

Die LGBT+ Helpline kümmert sich um Verbrechen gegen schwule und lesbische Menschen

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Rund 150 Hospitalisierte in Genf – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Megxit: Meghan war nicht der Grund

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

38
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maracuja 10.06.2017 20:53
    Highlight Highlight <Die Klinik hätte den erfahrenen Spitalseelsorger gern angestellt>

    Einmal mehr zeigt es sich, dass wir mit der Trennung von Kirche und Staat vorwärts machen sollten. Die Klinik ist kantonal (also staatlich), die Klinikleitung hätte den erfahrenen Bewerber gerne eingestellt, das letzte Wort hat aber die Kirche. Weshalb? Bezahlen die RKK den Spitalseelsorger selbst? Falls nein, sollte die Kirchen sowieso kein Entscheidungsrecht haben, falls ja, sollte man dieses fragwürdige Mischsystem überdenken - wer in einem staatlichen Krankenhaus arbeitet, sollte auch direkt bei diesem angestellt sein.
  • pamayer 10.06.2017 19:33
    Highlight Highlight Der Basler Bischof übertrifft jede Karikatur über die katholische Kirche bei weitem.

    Vergleiche Hugo Stamms Artikel darüber, ob Gläubige bessere Menschen seien. Seine Fragestellungen haben sich selbst beantwortet.
  • Wilhelm Dingo 10.06.2017 14:03
    Highlight Highlight Ich möchte mich gerne als Pfarrer bewerben, glaube aber nicht an Gott. Geht das?
    • Raphael Bühlmann 10.06.2017 15:25
      Highlight Highlight Bewerben schon. Nur wirst du in der katholischen Kirche ziemlich sicher abgelehnt oder brichst die ca. sechsjährige Ausbildung wahrscheinlich selber ab ;)
  • infomann 10.06.2017 13:55
    Highlight Highlight Ich hätte ein Vorschlag für die Kirche.
    Sie soll sich nicht so heuchlerisch verhalten und nur die entlassen wo es an die Öffentlichkeit kommt.
    Sie soll alle wirklich alle entlassen wo Homosexuell sind, dann sind es nämlich mindesten 30% von det ganzen Mannschaft.
    Nicht nur in den Pfarreien, auch im Vatikan haben die dann ein Personal Problem.
    Diese Kirche ist so etwas von heuchlerisch!!!!
    • Raphael Bühlmann 10.06.2017 15:34
      Highlight Highlight Nein ;)

      Es ging hier nicht um die sexuelle Orientierung des Theologen per se, sondern darum, dass er in einer eingetragenen Partnerschaft lebt.
      Wie soll er als Seelsorger tätig sein, wenn ihm selber die Kommunion verweigert wird?
  • trio 10.06.2017 13:53
    Highlight Highlight 100% ewiggesterig!! 😲 wie kann man nur sowas von einer eingeschränkten Sichtweise haben.
    • Kaviar 11.06.2017 08:18
      Highlight Highlight Und immer noch meinen, Homosexualität sei zu tolerieren?
      Der IS in Syrien hat längst den neuesten Trend gesetzt.
    • Fabio74 11.06.2017 13:15
      Highlight Highlight @Kaviar: Extremisten sind sich sehr ähnlich. Ob sie mit dem Koran, der Bibiel oder "Mein Kampf" oder anderen Büchern "argumentieren".
      Anderen eine faschistische Ideologie aufzudrängen und was nicht passt auszugrenzen bzw auszurotten, da sind sie sich verdammt nah
  • dorfne 10.06.2017 13:40
    Highlight Highlight Die Kirche muss lernen, dass sie a) keine weltliche Macht mehr hat, was ganz im Sinne Jesu sein dürfte, dass b) kein Papst, Bischoff und Priester, sich über die Barmherzigkeit Gottes stellen darf, dass c) das erste Testament die Urerfahrung des Menschen mit Gott schildert, aber auch ein Buch aus archaischer Zeit ist. Vor 2500 Jahren hatten Hetero-Männer Lustknaben. Homosexualität galt als Laster, nicht als unausweichliches Schicksal, was sie eben ist.
    • Macke 10.06.2017 15:00
      Highlight Highlight Grundsätzlich bin ich mit allem einverstanden, aber auf was beziehst du dich, wenn du von Heteromännern mit Lustknaben sprichst?
    • Kaviar 11.06.2017 08:22
      Highlight Highlight @Macke: Auf die Griechen in der Antike. Damals waren bei den Griechen Pädophilie und Homosexualität gang und gäbe.
  • Kaviar 10.06.2017 13:23
    Highlight Highlight Er wurde also nicht abgewiesen, weil er schwul ist. Sondern weil er in wilder Ehe lebt.
    Also liegt keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung vor.
    • Herr Unicorn 10.06.2017 14:19
      Highlight Highlight Dude, what?
      Wilde Ehe ist ein Konkubinat. Eingetragene Partnerschaften sind eine Vertröstung für homosexuelle Paare, die nicht heiraten dürfen in der Schweiz.
    • Jason84 10.06.2017 14:55
      Highlight Highlight Warum ist eine eingetragene Partnerschaft eine "wilde Ehe"?
    • Raphael Bühlmann 10.06.2017 15:38
      Highlight Highlight Nein, Rendel, er wurde nicht wegen seiner Homosexualität abgelehnt, sondern weil er in einer eingetragenen Partnerschaft lebt. Das ist ein Unterschied.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mantarochen 10.06.2017 13:00
    Highlight Highlight Die «Schwulen» sind einfühlsamer als manch anderer, unverständlich, dass dieser nette Mann abgewiesen wurde. Hoffentlich findet er woanders eine Stelle, wo er geschätzt wird.
    • Macke 10.06.2017 15:06
      Highlight Highlight Nein, schwule Männer sind einfach nur homosexuell. Sie können nett sein, aber auch asozial, sie können lustig, aber auch humorlos sein etc. Die sexuelle Ausrichtung hat gar nichts mit dem Charakter der Person zu tun. Mein Grossonkel lebt seit Jahren mit einem Mann zusammen, das hält ihn nicht im geringsten davon ab, ein Frauenverachter zu sein, der das Konkubinat bei Frauen, auch Lesben, nicht duldet und Besuche seiner weiblichen Verwandten, sofern sie im Konkubinat leben, ablehnt.
  • bibaboo 10.06.2017 12:18
    Highlight Highlight Hoffe schwer, dass dieser Mann rechtliche Schritte gegen die Kirche einleitet. Nicht zu fassen, dass eine solche Institution weiterhin mit öffentlichen Zwangsabgaben (jur. Personen!) finanziert wird. Diesem Irsinn gehört längst ein Ende gesetzt; diese Sekten sollen gefälligst privatisiert werden.
    • Macke 10.06.2017 15:07
      Highlight Highlight Ja, diesem Irrsinn gehört ein Ende gesetzt. Aber nicht nur, weil sie einen schwulen Bewerber ablehnen, sondern auch weil sie seit Jahren keine Frauen in Ämtern dulden.
    • bibaboo 10.06.2017 20:47
      Highlight Highlight Da hast du natürlich recht. Die Homophobie ist nur einer von vielen Gründen.
  • Ökonometriker 10.06.2017 11:04
    Highlight Highlight Warum will man als Homosexueller für die katholische Kirche arbeiten wollen? Das ist als würde man als Veganer in einer Metzgerei arbeiten. Oder als Basler für den FCZ.
    Ich würde mir das nicht antun wollen...
  • Stichelei 10.06.2017 10:43
    Highlight Highlight Das Christentum beruft sich auf die Bibel, nach seiner Lesart das Wort Gottes. Dort ist nirgends auch nur der Ansatz einer Toleranz gegenüber LGBTI-Menschen zu finden. Somit befindet sich die Kirche in einer Catch22-Situation: Will man sich den heutigen gesellschaftlichen Realitäten anpassen und damit in Widerspruch zum Wort Gottes treten oder will man Gott gehorchen und diese Menschen weiterhin ausschliessen. Ich denke, der bessere Weg wäre, dass die Menschen endlich diesen veralteten, rückwärts gewandten Organisationen den Rücken kehren würden.
    • Fabio74 10.06.2017 10:56
      Highlight Highlight Trotzdem gelten in diesem Land Verfassung und Gesetze.
    • PaLve! 10.06.2017 12:00
      Highlight Highlight Von Wort Gottes kann man da nicht sprechen, war ja nicht "Gott" der das gesagt hat.
      Zudem, nimmt man die Bibel wörtlich, sind bestimmte Scheidungen auch schwere Sünde, auch dürften Israelis kein Schweinefleisch essen und müssten eigentlich andere Glaubenseinrichtungen zerstören.
    • TheMan 10.06.2017 13:05
      Highlight Highlight Stichelei, es steht aber auch nichts gegen Homosexualtität im NT. Jesus hat sich nie Dafür oder Dagegen ausgesprochen. PaLve! Das mit der Scheidung hat aber dazumals einen anderen Hintergrund. Geselschaftlich nicht Toleriert, und vor allem in Stämmen kann eine Scheidung zu einem Schlechten Klima verführen. Was kein Stammesoberhaupt möchte. Und schlussentlich ging Jesus ans Kreuz fü die Sünde. Und im NT gibts nur 1 Todsünde. Die Sünde gegen den Heiligen Geist. Und wo steht das, mit anderen Glaubensrichtung Zerstören? Das wäre mir neu. Das Schweineessen ist eine Sünde mehr nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jason84 10.06.2017 10:16
    Highlight Highlight Wie wollen sie LGBTI Menschen seelischen Beistand geben, ohne ihre Lebensformen an zu erkennen? Einfach widermal nur Show und nichts dahinter bei der Sekte.
    • Raphael Bühlmann 10.06.2017 12:45
      Highlight Highlight Es gibt auch gläubige und lehramttreue LGBTI-Menschen – genauso wie es z. B. auch viele Heterosexuelle gibt, deren Lebensformen von der Kirche nicht anerkannt werden.
    • dorfne 10.06.2017 13:42
      Highlight Highlight Mehr als Show! Aber halt ein Schritt vor und ein halber zurück. Der Kampf muss weiter gehn.

«Antichristliches Credo»: Ex-Papst Benedikt kritisiert Homo-Ehe scharf

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. distanziert sich in einer neuen Biografie deutlich von Ehen zwischen Homosexuellen.

«Vor hundert Jahren hätte es noch jedermann für absurd gehalten, von homosexueller Ehe zu sprechen. Heute ist gesellschaftlich exkommuniziert, wer sich dem entgegenstellt. Ähnliches gilt bei Abtreibung und für die Herstellung von Menschen im Labor», sagt er in der neuen Biografie «Benedikt XVI. – Ein Leben», die an diesem Montag auf den Markt kommt, dem deutschen Autor …

Artikel lesen
Link zum Artikel