Zuerst blossgestellt vor aller Welt – dann lobt Trump Keller-Sutter persönlich
Es war einer der auffälligsten Momente in einer ohnehin skurrilen WEF-Rede: Im voll besetzten Kongresszentrum in Davos begann Trump über die Schweiz und frühere Zollverhandlungen zu sprechen.
Dabei erzählte er von einem Telefonat im vergangenen August mit der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter – die er fälschlicherweise als «Premierministerin» bezeichnete.
«Die Frau trat sehr aggressiv auf», sagte der US-Präsident. «Sie ging mir auf die Nerven».
Die ganze Tirade Trumps über Keller-Sutter
Kurz nach seiner Rede folgte jedoch eine überraschende Wendung. Wie CH Media berichtet, traf Trump beim Verlassen des Kongressgebäudes tatsächlich auf Keller-Sutter. Sie stellte sich ihm vor – als jene Frau, die er in seiner Rede erwähnt hatte.
Trumps Reaktion: Er lobte sie in den höchsten Tönen.
Er freue sich, sie persönlich zu sehen, sie sei eine starke Verhandlerin. Anschliessend nutzte er die Gelegenheit, um gegen Mitglieder seiner eigenen Delegation auszuteilen. In Richtung von Aussenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick sagte Trump sinngemäss:
Auch Bundespräsident Guy Parmelin bestätigte später vor den Medien, das Treffen zwischen der Schweizer und der US-Delegation sei «höflich» verlaufen:
Der Seitenhieb gegen Keller-Sutter blieb bei weitem nicht die einzig skurrile Szene seiner Rede. Fast eineinhalb Stunden lang hüpfte Trump von Thema zu Thema. Mal sprach er vom «einzigartigen Wirtschaftsaufschwung in den USA», dann stellte er erneut Besitzansprüche auf Grönland in den Raum, relativierte die Nato und wiederholte unbelegte Behauptungen zur angeblich gestohlenen US-Wahl 2020. (her)
