Schweiz
International

Ukraine und USA wollen in der Schweiz über Trump-Plan verhandeln

President Donald Trump talks after meeting with New York City Mayor-elect Zohran Mamdani in the Oval Office of the White House, Friday, Nov. 21, 2025, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Hat der Ukraine einen «Friendensplan» vorgelegt: Donald Trump.Bild: keystone

Ukraine und USA wollen in der Schweiz über Trump-Plan verhandeln

Die Ukraine und die USA wollen in der Schweiz über den US-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs beraten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten steht mit allen Parteien in Kontakt, wie es auf Anfrage mitteilte.
22.11.2025, 13:1422.11.2025, 15:55

Man sei bereit, Gespräche und Treffen in der Schweiz zu ermöglichen, teilte das Eidgenössische Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Die Schweiz unterstütze jede Initiative, die auf einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine abziele.

«In den kommenden Tagen» sollten die Beratungen stattfinden, schrieb zuvor der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, am Samstag auf Facebook.

Wie deutsche Regierungskreise gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, soll das Treffen am Sonntag in Genf stattfinden. Vertreter führender europäischer Staaten seien bei den Gesprächen mit den USA und der Ukraine dabei.

Laut Umerow sollen dabei hochrangige Vertreter beider Staaten über «mögliche Punkte eines künftigen Friedensabkommens» beraten. Wann und wo genau die Gespräche beginnen sollen, konkretisierte er nicht.

Die bevorstehenden Gespräche in der Schweiz seien «eine weitere Phase des in den vergangenen Tagen laufenden Dialogs», erklärte Umerow. Vorrangiges Ziel sei es, «unsere Vision für die nächsten Schritte abzugleichen».

Die Ukraine schätze die US-Initiative und gehe an die Verhandlungen unter klarer Rücksichtnahme auf ihre eigenen Interessen heran, teilte Umerow in sozialen Netzwerken mit.

Friedensplan der USA

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die USA einen 28-Punkte-Plan zur Beilegung des Krieges in der Ukraine erarbeitet haben. Er verlangt von der Ukraine Zugeständnisse wie die Abtretung grosser Gebiete in der Ostukraine an Russland, eine Begrenzung der Truppenstärke und den Verzicht auf einen Nato-Beitritt.

US-Präsident Donald Trump setzte der Ukraine eine Frist bis Donnerstag kommender Woche, dem Plan zuzustimmen. Die europäischen Verbündeten der Ukraine warnten, dass keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Beteiligung Kiews getroffen werden dürfe.

Selenskyj will den Friedensplan aber nicht einfach hinnehmen. Am Freitag hatte er den US-Plan in seiner aktuellen Form zurückgewiesen und angekündigt, «Alternativen» zu dem Vorschlag vorzulegen.

Verhandlungsdelegation steht fest

Neben dem Ort dieser Verhandlungen um den Friedensplan steht auch das Personal bereits fest. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Dekret zur Bildung einer ukrainischen Verhandlungsdelegation unterzeichnet, die von Präsidialamtschef Andrij Jermak angeführt werden soll. Zu der insgesamt neunköpfigen Delegation gehört auch der Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow.

Dem Dekret zufolge werden auch «Vertreter der Russischen Föderation» an den Gesprächen teilnehmen. Aus Moskau gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Europäer lehnen Teile des Plans ab

Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien sowie von Irland, den Niederlanden, Spanien, Finnland und Norwegen der Ukraine lehnen den US-Plan für ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in der derzeitigen Form ab.

Zwar stelle der aktuelle Entwurf eine Grundlage dar, jedoch müsse weiter an dem Plan gearbeitet werden, heisst es in einer nach einem Krisentreffen am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg veröffentlichten Erklärung. Man sei bereit, sich einzubringen, um sicherzustellen, dass ein zukünftiger Frieden nachhaltig sei.

Ziel der Unterzeichner ist es, aus ihrer Sicht inakzeptable Zugeständnisse an Russland aus dem 28-Punkte-Plan der Amerikaner herauszuverhandeln. (sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ukraine-Gipfel im Weissen Haus
1 / 15
Ukraine Gipfel im Weissen Haus

In Washington fand am Montag, dem 18. August 2025 ein Sondergipfel zum Ukraine-Krieg statt. Mit dabei waren neben Gastgeber Trump der ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Begleitet wurde Selenskyj von zahlreichen europäischen Staatschefs sowie EU- und Nato-Vertretern:

quelle: keystone / alex brandon
Auf Facebook teilenAuf X teilen
König Charles erinnert Trump an Ukraine-Unterstützung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Höchste Sturmwarnung für Mallorca
Für Mallorca als liebste Ferieninsel der Deutschen haben die Behörden für die Nacht zum Montag die höchste Sturmwarnung Rot herausgegeben. Das Sturmtief «Adam», das am Wochenende mit extremen Niederschlägen schon für Chaos auf dem spanischen Festland gesorgt hat, könne auch Mallorca mit voller Wucht treffen. Auf alle Handys in der Region wurde am Abend eine Sonderwarnung verbunden mit einem schrillen Warnton gesendet.
Zur Story