Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Leuthard an der UNO: «Die Chancen der Migration erkennen»



President Doris Leuthard of Switzerland prepares to speak during the United Nations General Assembly at U.N. headquarters, Tuesday, Sept. 19, 2017. (AP Photo/Seth Wenig)

Doris Leuthard vor dem grossen Auftritt. Bild: AP/AP

Bundespräsidentin Doris Leuthard hat sich am Dienstag in ihrer Rede vor der UNO-Generalversammlung für den neuen Migrationspakt stark gemacht. Mit diesem sollen die Herausforderungen der globalen Migration gemeistert werden.

Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg seien so viele Menschen auf der Flucht gewesen wie Ende des vergangenen Jahres, sagte Leuthard. «In Europa muss es uns gelingen, in Fragen der Migration eine solidarische Lösung zwischen den Ländern zu erreichen, und in Libyen müssen wir die politische Situation stabilisieren.»

Die Schweiz setze sich dafür ein, dass der «Global Compact for Migration» nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Chancen der Migration auf internationaler Ebene behandle.

Beachtliche Fortschritte

Weiter sagte die Bundespräsidentin, die Menschheit habe im Kampf gegen Kernübel wie Hunger, extreme Armut und Bildungsferne seit dem Jahr 2000 beachtliche Fortschritte erzielt. Kein Land sei alleine in der Lage, Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu finden, sagte Leuthard. «Sie sind zu gross, zu komplex und machen nicht an Grenzen halt.»

Deshalb brauche es eine starke UNO. «Dass wir in einer Zeit leben, in der dies neuerlich betont werden muss, ist ein Warnzeichen», rief Leuthard in den UNO-Saal. Sie betonte die Bedeutung ständiger Investitionen in die UNO, um deren Handlungsfähigkeit zu erhalten. Die Schweiz werde die von Generalsekretär Antonio Guterres geplanten Reformen der Organisation in den Bereichen Frieden und Sicherheit, Entwicklung und Management unterstützen.

Stärkung der Prävention

Der Preis eines Konfliktes sei um ein Vielfaches höher als es die Kosten für dessen Vorbeugung seien - in humanitärer, wirtschaftlicher und finanzieller Sicht. Die Schweiz setze sich deshalb für die Stärkung der Prävention und der Mediationskapazitäten ein. Menschenrechte seien zentral für die Prävention.

Leuthard rief die UNO-Mitglieder dazu auf, den Schweizer «Appell vom 13. Juni» zu unterstützen. Dieser fordert eine stärkere Berücksichtigung der Menschenrechte in der Konfliktprävention. Damit ein Akteur erfolgreich Prävention betreiben könne, brauche er das Vertrauen der Menschen. «Sexuelle Ausbeutung und sexueller Missbrauch zerstören dieses Vertrauen. Die Schweiz unterstützt darum das Engagement des Generalsekretärs gegen jede Form von sexueller Ausbeutung», sagte die Bundespräsidentin.

Weichen gestellt

Die UNO habe in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt - so mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und dem Klimaabkommen von Paris. Doch der Erfolg der Programme werde an der Realisierung gemessen. Ohne seinen Namen zu nennen, kritisierte Leuthard auch den US-Präsidenten Donald Trump, der den Austritt der USA aus dem Pariser Abkommen angekündigt hat.

Extreme Wetterereignisse wie Hurrikane machten deutlich, dass das Pariser Klimaabkommen rasch umgesetzt werden müsse. Wissenschaftler gingen davon aus, dass Ereignisse dieser Art die neue Realität würden, wenn nicht gehandelt werde.

«Ein Austausch mit der Wissenschaft erlaubt es uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Als politische Verantwortungsträger müssen wir unsere Entscheidungen auf gesicherte Erkenntnisse stützen», mahnte die Bundespräsidentin. Sie sagte weiter, die Schweiz sei überzeugt, dass eine Lösung für die Nuklearkrise mit Nordkorea nur durch einen diplomatischen Prozess gefunden werden könne. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Louisville kommt nicht zur Ruhe

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Goldbach 19.09.2017 18:24
    Highlight Highlight Bravs Mäitli, häsch Du schüli schön gsäit.
  • Bene86 19.09.2017 18:21
    Highlight Highlight Was genau sind jetzt die Chancen der Migration?

    Höhere Kosten in den Sozialwesen? Stetiger Bevölkerungswachstum in einem kleinen Land (ich zähle jetzt nicht jedes einzelne Problem auf, was das Wachstum mit sich bringt, aber es sind unzählige; Gesundheitskosten, Wohnungssituation, ÖV, Strassenverkehr, etc., etc., etc., etc.)?

    Kulturelle Konflikte?

    Paralellgesellschaften?

    WO GENAU liegen diese sog. Chancen, Frau Leuthard?!

    Ich möchte wissen, welche Vorteile ich als kleiner normalsterblicher Bürger davon habe und nicht die Multis!
    • Bongalicius 19.09.2017 21:17
      Highlight Highlight Dass Migration eine Chance sein soll ist mir auch schleierhaft.
      Wenn jemand gezwungen ist von einem Tag auf den anderen alles stehen und liegen zu lassen und seine Wurzeln zurück zu lassen, sollte alles unternommen werden, dass dieser Prozess rückgängig gemacht wird und man wieder dort hin kann, was man Heimat nennt.
      Die Prävention solcher Ereignisse ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
    • Schneider Alex 20.09.2017 06:47
      Highlight Highlight Ich warte schon lange auf detaillierte Aussagen zu den Kosten der Migration in die Schweiz von amtlicher Seite.
    • Gavi 21.09.2017 12:21
      Highlight Highlight 2016 = 1.5 oder 1.8 Milliarden.
      Plus Entwicklungshilfe.

      Tunesien hat ein Spezialprojekt für Lehrlinge in Tunesien, das die CH bezahlt. Auch hier Millionen. Und weiter Millionen in die Entwicklungshilfe.
      Was ich allerdings nicht verstanden habe: Migration als Chance!! Also für wen jetzt genau? http://mILL
    Weitere Antworten anzeigen

Kommentar

Und plötzlich zeigt China den USA, wie das mit den Klimazielen geht

China will seine Emissionen schneller senken als bisher geplant. Auch wenn das Land weiter Kohlekraftwerke baut: Für das Klima ist das neue Versprechen ein Fortschritt.

Für die internationale Klimapolitik ist es eine gute Nachricht. Chinas Staatschef Xi Jinping hat vor der UN-Vollversammlung überraschend erklärt, sein Land werde spätestens bis zum Jahr 2060 klimaneutral werden ­– also keine Treibhausgase mehr verursachen, welche die Erhitzung der Erde weiter verschlimmern würden. Bisher hatte die Volksrepublik eine solche Festlegung stets vermieden. Den Höhepunkt seiner Emissionen will China, wie Xi in seiner Rede sagte, noch vor 2030 erreichen. Das …

Artikel lesen
Link zum Artikel