Schweiz
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Eric Martin, Praesident Transparency International Switzerland, rechts, und andere Mitglieder starten die Kampagne

Die Schweiz holt sich im aktuellen Ranking 85 von 100 möglichen Punkten. Bild: KEYSTONE

Das Korruptionsranking 2018 ist da – und nur 2 Länder schneiden besser ab als die Schweiz



Die Schweiz hat sich bezüglich der Korruption im öffentlichen Sektor im vergangenen Jahr weder verbessert noch verschlechtert. Sie belegt im Korruptionsranking 2018 von Transparency International mit 85 von 100 möglichen Punkten unverändert Platz 3.

Diesen Rang teilt sie sich mit Finnland, Schweden und Singapur, wie Transparency International Schweiz am Dienstag mitteilte. Überflügelt wurden diese Länder nur noch von Neuseeland (87 Punkte) und Dänemark (88 Punkte), das neu an der Spitze des Index steht. Schlusslichter waren wiederum Südsudan und Syrien mit je 13 und Somalia mit zehn Punkten.

Der Corruption Perceptions Index (CPI) 2018 bestätige damit erneut, «dass in keinem Land – auch nicht in der Schweiz – der öffentliche Sektor korruptionsfrei ist», heisst es in der Mitteilung. Selbst in der Spitzengruppe bleibe die Bewertung klar unter den Maximalwerten. Die Schweiz verfehle diese um teilweise über 20 Prozent.

Wunder Punkt Geldwäscherei

Der CPI misst die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor. Dazu wertet Transparency International Studien und Analysen von Fachpersonen aus Wirtschaft und Wissenschaft aus. Die Korruption im Privatsektor wird nicht erfasst.

Genau dort bestehe aber in der Schweiz Handlungsbedarf, wird der Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, Martin Hilti, im Communiqué zitiert. Es bestünden etwa «erhebliche Mängel» beim Schutz von Whistleblowern, bei der Korruption im Sport oder bei der Geldwäscherei-Bekämpfung.

Schweizer Banken seien immer wieder in Geldwäscherei verstrickt. Als Beispiele nennt der Transparency-Bericht Skandale um den malaysischen Regierungsfonds 1MDB, den brasilianischen Baukonzern Odebrecht oder den brasilianischen Ölkonzern Petrobras.

Die Daten für die Erhebung des Korruptionsrankings 2018 stammen hauptsächlich aus dem Jahr 2017. Unberücksichtigt bleiben damit etwa die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit umstrittenen Auslandreisen von Amtspersonen oder Spesenexzesse.

USA steigen ab

Im weltweiten Vergleich stehen die westeuropäischen Staaten am besten da. Sie erreichen im Schnitt 66 von 100 Punkten. Norwegen erreichte mit 84 Punkten Rang 7, die Niederlande Platz 8 (82 Punkte). Deutschland belegte zusammen mit Grossbritannien Rang 11 (80 Punkte), Frankreich Platz 21 (72 Punkte).

Von den amerikanischen Staaten schneidet Kanada auf Rang 9 mit 81 Punkten am besten ab, gefolgt von den USA auf Rang 22 (71 Punkte). Die USA haben im Vergleich zum Vorjahr vier Punkte verloren. Der Bericht macht geltend, die Gewaltenteilung sei unter Druck geraten und beklagt eine «Erosion der ethischen Normen auf den höchsten Stufen der Macht». (viw/sda)

Emily hat übrigens genau 6 Probleme mit dem Schweizer Zahlensystem

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Video: watson/Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • mly 29.01.2019 15:02
    Highlight Highlight "Glaube keiner Statistik, welche du nicht selbst gefälscht hast"; wer kennt diesen Spruch nicht?
    Genau dies trifft hier in einer undementierbaren Sachlage vor...
    Wohl kaum ein andereres Land ist in solcher Weise von Lobbyisten infiltriert und korrupiert wie die Schweiz. Angeführt von der Versicherungs- und Krankenkassen-Branche.
  • Linus Luchs 29.01.2019 11:16
    Highlight Highlight Unsere National- und Ständeräte haben Mandate in unzähligen Verwaltungsräten und Interessenverbänden, und insbesondere die FDP- und SVP-Vertreter wehren sich vehement gegen die Offenlegung der Entschädigungen. So etwas liest man sogar in der NZZ*. Die Korruption ist in der Schweiz feinsäuberlich institutionalisiert.

    * https://www.nzz.ch/schweiz/nationalraete-wollen-bezahlte-nebenaemter-nicht-offenlegen-ld.1389400
  • Mietzekatze 29.01.2019 11:02
    Highlight Highlight Bei uns nennt mans halt nicht Korruption sondern Vetterliwirtschaft...
  • P. Silie 29.01.2019 09:34
    Highlight Highlight Zwischen Korruption muss man unterscheiden. Ich selbst habe einige Jahre in einem Staat um Platz 120 gelebt. Es gibt Korruption auf höchster Ebene und Korruption auf alltäglicher Ebene. Das eine tangiert unser tägliches Leben kaum, während die Alltagskorruption systemisch ist und weit in unser Gesellschaftsleben reicht. Hierbei geht es um Polizisten, die einen ohne Grund rausnehmen und Geld wollen. Zollbehörden die die Ware ohne Geld unterm Tisch nicht rausgeben wollen (am liebsten verderbliche). Behörden allgemein etc. Ich könnte ein Buch schreiben was ich an Korruption alles erlebt habe.
    • P. Silie 29.01.2019 11:21
      Highlight Highlight Uli404: Kurzfristig mag das so sein, aber glauben Sie mir, die wissen ganz genau wer wo bei wem bezahlt hat.. Wenn man einmal mit solchen 'unter-dem-Tisch-Transaktionen' angefangen hat, gibts kein zurück mehr. Sie haben dann auch keine Kontrolle mehr, da diese Kosten variieren können. Kleines Beispiel: Wo ich lebte, mussten angehende Polizeibeamte USD 8,000.- u.a. von Verwandten und Freunden zusammenbetteln um überhaupt auf der Polizeischule angenommen zu werden. Diese USD 8,000 gingen an die Chefs der Polizei. Einmal Polizist, muss man das Geld wieder 'reinholen'... Raten Sie mal wie...
  • Triple A 29.01.2019 09:34
    Highlight Highlight Hier wollen wir die Nr. 1 werden!
  • Charivari 29.01.2019 08:57
    Highlight Highlight Wurde dabei der Postskandal berücksichtigt? Und was ist mit dem Fall Maudet? Gilt das auch als Privatsektor? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die Schweiz so gut abschneiden kann.
  • Christian Mueller (1) 29.01.2019 08:45
    Highlight Highlight 80% reicht für den 3ten platz? Da sieht man wie korrupt die welt ist.
  • Der Rückbauer 29.01.2019 08:07
    Highlight Highlight Früher lag die Schweiz weiter hinten. Als Grund wurde jeweils die fehlende Transparenz in der Parteienfinanzierung geltend gemacht. Ist das heute auf einmal kein Thema mehr? Da hat sich ja politisch nichts geändert.
    Mir fällt auf, dass es da Staaten der EU gibt, die weit hinten landen (zB Españistan, Mafia...). Eine Schande, die EU will eine "Wertegemeinschaft" sein.
    Und allgemein: Diese Rankings, Indices, Ranglisten. Statistiken: Sie stellen sich als absolut dar, sind aber in der Realität ein höchst relativer und manipulierbarer Gradmesser.
  • Normi 29.01.2019 08:00
    Highlight Highlight Wurde berücksichtigt das in der Schweiz Parteispenden anonym und gleichzeitig von den Steuern abgezogen werden können?
    • Dieter Widmer 29.01.2019 11:59
      Highlight Highlight Wer Parteispenden bei den Steuern abziehen will, muss nachweisen, wem der Betrag zukam.
  • MyErdbeere 29.01.2019 07:58
    Highlight Highlight Nur die FIFA hat dazu beigetragen, dass wir nicht erster sind😆
    • Mietzekatze 29.01.2019 11:00
      Highlight Highlight 'Die Korruption im Privatsektor wird nicht erfasst.'
  • Asmodeus 29.01.2019 07:47
    Highlight Highlight Ein Armutszeugnis für den Rest der Erde.

    Kein einziger unserer Politiker ist nicht irgendwie mit der Wirtschaft oder Interessengemeinschaften verbandelt.

    Oder gilt das nicht als Korruption weil wir Lobbyismus als legal eingestuft haben?
    • Thom Mulder 29.01.2019 09:46
      Highlight Highlight Genau deshalb ist der Bericht nutzlos. Bei uns braucht es keine Korruption. Unsere Politiker spielen der Wirtschaft ganz freiwillig in die Hände. Das Volk? Spielt nur eine Nebenrolle.
  • Lienat 29.01.2019 07:45
    Highlight Highlight Natürlich schneidet die Schweiz im Korruptionsranking gut ab. Bei uns nennt man das schliesslich Lobbyarbeit und nicht Korruption.
    • Safado 29.01.2019 08:44
      Highlight Highlight ...und nicht verhessen: besteht die Möglichkeit, dass das Ranking korrumpiert wurde?
    • Thom Mulder 29.01.2019 09:45
      Highlight Highlight Exakt so ist es. Dieser Bericht ist Nonsense! Unsere Regierung ist von der Wirtschaft völlig unterwandert. Es wird ja null und nichts gemacht in Bern oder bei den Kantonen, das der Wirtschaft nicht behagt. Dabei ist nicht nur die Lobbykorruption im Spiel sondern auch ganz konkrete Erpressung, denn ständig wird mit Arbeitsplätzen gedroht.
  • Sven Henscher 29.01.2019 07:32
    Highlight Highlight Das bedeutet die Schweiz hat am drittbesten geschmiert!

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