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EDA empfiehlt Schweizern, Libanon zu verlassen

Cassis wegen Nahost besorgt: EDA empfiehlt Schweizern, Libanon zu verlassen

31.07.2024, 16:1531.07.2024, 16:31
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Aussenminister Ignazio Cassis hat sich während einer Medienkonferenz im Maison Suisse an den Olympischen Spielen in Paris am Mittwoch besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Konflikt zwischen Israel und dem Iran gezeigt. Das Aussendepartement empfahl Schweizerinnen und Schweizern eine Ausreise aus dem Libanon.

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Bundesrat Cassis weilt derzeit bei den Olympischen Spielen in Paris.Bild: keystone

Dass die Tötung von Hamas-Chef Ismail Hanija im Iran erfolgt sei, erschwere die Situation, sagte Cassis in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Denn dies schaffe «eine territoriale Verbindung zu einem anderen Land». Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer regionalen Eskalation.

Die Frage sei daher nun, was die Tötung des politischen Anführers der Hamas für Folgen habe, auf dem regionalen sowie auch auf dem überregionalen Level - und auch für Europa und die Schweiz. Die Tötung korrespondiere mit der Strategie Israels, die Hamas eliminieren zu wollen. Dies sei daher erwartbar gewesen, erklärte der Aussenminister. Eine mögliche, regionale Ausweitung des Konflikts müsse verhindert werden.

Reiste nach Ägypten: Der politische Anführer der Hamas, Ismail Hanija, nimmt in Doha an diplomatischen Gesprächen teil.
Die Tötung von Ismail Hanija könnte eine weite Eskalation im Nahen Osten zur Folge haben.Bild: IMAGO/Iranian Foreign Ministry/imago

Cassis appelliere an alle Akteure, sich mit weiteren Reaktionen zurückzuhalten. Seit dem Beginn des Krieges im Gaza-Streifen im vergangenen Jahr habe die Schweiz über diplomatische Kanäle versucht, zur Deeskalation beizutragen. Und man arbeite im diplomatischen Bereich auch jetzt Tag und Nacht an einer Lösung. «Ein Ausweg muss auf dem diplomatischen Weg gefunden werden. Es gibt immer einen solchen, wenn man wirklich will», sagte Cassis weiter.

EDA empfiehlt Ausreise aus Libanon

Cassis' Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) empfahl Schweizer Staatsangehörigen im Libanon am Nachmittag, das Land «mit eigenen Mitteln zu verlassen», soweit das möglich und sicher erscheine. Zudem rief das EDA in Erinnerung, dass es weiterhin von Reisen in den Libanon abrät.

epaselect epa11510815 Buildings that were damaged in an Israeli strike the previous day in Beirut, Lebanon, 31 July 2024. Lebanon's state media said an Israeli drone targeted an area in the Haret ...
Ein beschädigtes Gebäude in der libanesischen Hauptstadt Beirut.Bild: keystone

Die Nachricht der Tötung von Hanija versetzte den Nahen Osten am Mittwochmorgen in Aufruhr. Nach Angaben der Terrororganisation wurde Hanija bei einem israelischen Angriff auf seine Residenz in Irans Hauptstadt Teheran getötet. Hanija war seit 2017 Vorsitzender des Politbüros der Hamas.

Nur wenige Stunden zuvor wurde nach Angaben der israelischen Armee mit Fuad Schukr ein ranghoher Kommandeur der Schiitenmiliz Hisbollah bei einem Luftangriff auf einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet. Seit Beginn des Gaza-Krieges vor rund zehn Monaten sind bereits eine ganze Reihe von militärischen und politischen Funktionären der Hamas getötet worden - beziehungsweise werden für tot gehalten. (dab/sda)

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