Schweiz
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ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS CARITAS DEN BUND ZU VERSTAERKTEM KAMPF GEGEN FAMILIENARMUT AUFRUFT, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Kinder bereiten ein Essen vor in der Krippe zu St. Peter in Basel am Mittwoch, 29. Mai 2013. Die Krippe zu St. Peter bekam von Regierungsrat Carlo Conti als erster Betrieb in Basel-Stadt fuer sein vorbildliches Verpflegungsangebot die schweizweit anerkannte Auszeichnung

Das Parlament streitet derzeit darüber, ob die Anschubfinanzierung für neue Krippenplätze gestoppt wird. Bild: KEYSTONE

Arbeitgeber finden Schweizer Krippen zu teuer – «Der Staat muss endlich vorwärts machen»

Während Deutschland auf Gratis-Kitas setzt, harzt es in der Schweizer Betreuungs-Debatte. Nun machen die Arbeitgeber Druck: Es sei eine Staatsaufgabe, ein attraktives Krippen-Angebot bereitzustellen, findet Simon Wey vom Verband.



Herr Wey, die Arbeitgeber sind unglücklich über die Krippensituation in der Schweiz. Warum?
Simon Wey:
Das Kinderbetreuungs-Angebot in der Schweiz ist nachweislich ungenügend – und vor allem zu teuer. Warum sollten Mütter ihr Pensum auch erhöhen, wenn der Krippenplatz für das Kind den zusätzlichen Lohn gerade wieder wegfrisst? Der Staat muss bei der Bereitstellung von qualitativ und finanziell attraktiven Krippen und Tagesschulen endlich vorwärts machen!

Krippenfinanzierung als Staatsaufgabe? Für einen Mann der Wirtschaft sind das ungewohnt etatistische Töne.
Auf den ersten Blick mag das so scheinen. Allerdings würde das Geld ja nicht à fonds perdu ausgegeben – im Gegenteil. Wird das Betreuungsangebot verbessert, gehen die Frauen mehr arbeiten und erzielen höhere Einkommen. Das führt zu höheren Steuereinnahmen und zu Wirtschaftswachstum. Alleinerziehende wären seltener auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen, die Chancengerechtigkeit unter den Kindern würde erhöht. Es flösse mehr Geld in die AHV und in die Pensionskassen. Weiter würde die Schweiz auch für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiver.

Simon Wey ist Fachspezialist für Arbeitsmarktökonomie beim Schweizerischen Arbeitgeberverband.

Simon Wey ist Fachspezialist für Arbeitsmarktökonomie beim Schweizerischen Arbeitgeberverband.  bild: zvg

Sie sagen also: Der Staat würde das investierte Geld locker wieder reinholen.
Mehr als das. Eine Studie aus den USA, die sich mit Betreuungsangeboten für Kinder aus sozial schwachen Familien beschäftigte, zeigt, dass jeder investierte Dollar siebenfach zurückkommt. In der Schweiz mag der Effekt nicht ganz so krass ausfallen, weil die Sozialstruktur eine andere ist. Vielleicht käme das Zwei- oder Dreifache zurück. Nur schon ein Verhältnis von 1:1 entspräche einer hundertprozentigen Rendite – besser kann ein Staat sein Geld fast nicht anlegen.

Dann dürften Sie derzeit neidisch nach Deutschland blicken: In Berlin ist der Kita-Besuch ab August für alle Kinder gratis, auch andere Bundesländer peilen eine solche Lösung an. Wie wollen Sie es schaffen, dass die Schweiz nachzieht?
Moment, der Arbeitgeberverband fordert keine Gratis-Krippen! Das würde schlicht nicht zum Schweizer Staatsverständnis passen. Kinderkriegen ist am Ende immer noch Privatsache. Alles, was wir sagen, ist: Die finanzielle Belastung muss deutlich sinken, sodass es insbesondere für Mütter finanziell kein Nullsummenspiel mehr ist, arbeiten zu gehen.

Finanzierung KinderkrippenFinanzierung KinderkrippenFinanzierung KinderkrippenFinanzierung KinderkrippenFinanzierung Kinderkrippen

In Zürich tragen Eltern rund zwei Drittel der Krippenkosten selber. In den Vergleichsregionen im Ausland hingegen deckt die öffentliche Hand einen Grossteil der Kosten. grafik: watson/ quelle: bundesratsbericht zur finanzierung von krippenplätzen, 2015

Werden Sie konkret: Angenommen, ein Krippenplatz kostet pro Tag 100 Franken. Wie viel davon soll die öffentliche Hand zahlen? Die Hälfte, drei Viertel?
Es wäre unseriös, wenn ich mich jetzt auf eine Zahl festlegen würde. Bei den Tagesschulen könnte man argumentieren, dass diese ja eigentlich eine Erweiterung der Volksschule darstellen, welche ohnehin vom Steuerzahler finanziert wird. Bei den Krippen muss sichergestellt werden, dass Kinder aus bildungsnahen und bildungsfernen Schichten das Angebot gleichermassen nutzen können. Denn dies ist ein weiterer Pluspunkt: Frühkindliche Betreuung verbessert die Chancengerechtigkeit massiv. Werden Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien früh gefördert, verbessern sich ihre Karriereaussichten und es wird unwahrscheinlicher, dass sie später staatliche Unterstützung benötigen.

«Viele Firmen lancieren auf freiwilliger Basis Betreuungsangebote, auch weil sie wissen, dass ihnen dies im Kampf um Talente einen Attraktivitäts-Vorteil verschafft.»

Sie rühren ja ganz schön die Werbetrommel. Ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt wirklich so desolat – oder warum hat das Thema für die Arbeitgeber plötzlich Priorität?
Schauen Sie sich die Zahlen doch einmal an: Die Zuwanderungszahlen sind seit Monaten rückläufig! Seitdem die Wirtschaft in der EU wieder läuft, kehren viele Hochqualifizierte in die Heimat zurück. Zudem gehen wegen der demografischen Entwicklung zunehmend Arbeitskräfte in Pension. Den Arbeitgebern fehlen dadurch Fachkräfte, die sie dringend benötigen. Der Schuh drückt ziemlich arg, keine Frage. Gleichzeitig sehen wir, dass 8 von 10 Müttern in der Schweiz nur Teilzeit beschäftigt sind, oftmals in sehr kleinen Pensen. Sie sind grösstenteils sehr gut ausgebildet, und viele von ihnen würden laut Befragungen gern mehr arbeiten. Auch Männer mit Kindern wünschen sich vereinzelt höhere Pensen.

Umfrage

Wer soll für die Krippe bezahlen?

  • Abstimmen

1,124 Votes zu: Wer soll für die Krippe bezahlen?

  • 11%Die Eltern.
  • 20%Der Staat.
  • 12%Die Wirtschaft.
  • 57%Alle sollen ihren Beitrag leisten.

Warum stellen die Arbeitgeber denn nicht selber ein Betreuungsangebot auf die Beine? Die Waadtländer Firmen zeigen, dass das geht: Sie finanzieren Krippen-Plätze über einen Fonds mit.
Wie gesagt: Die Finanzierung ist aus unserer Sicht Sache der öffentlichen Hand. Schliesslich profitiert der Staat im grossen Stil von besseren Drittbetreuungsangeboten – direkt und indirekt. Allerdings ist es ganz und gar nicht so, als ob die Arbeitgeber heute untätig wären: Viele Firmen lancieren auf freiwilliger Basis Betreuungsangebote, auch weil sie wissen, dass ihnen dies im Kampf um Talente einen Attraktivitäts-Vorteil verschafft.

«Gibt es denn ein liberaleres Anliegen als die Chancengerechtigkeit für Eltern und Kinder?»

Für Ihre Mission wollen die Arbeitgeber nun die grossen Parteien ins Boot holen. Glauben Sie tatsächlich, dass sich in der emotionalen Frage der Kinderbetreuung ein gemeinsamer Nenner finden lässt?
Zunächst einmal geht es darum, einen gemeinsamen Willen zum Ausdruck zu bringen. Dass es in den Detailfragen Diskrepanzen geben wird, liegt in der Natur der Sache. Im November findet ein erstes Treffen statt, bisher haben wir – abgesehen von der SVP – aus allen Parteien Zusagen.

Derzeit streitet das Parlament darüber, ob die Anschubfinanzierung für neue Krippenplätze weitergeführt werden soll. Die Wirtschaftspartei FDP will das Programm genauso stoppen wie die SVP. Ist es nicht etwas paradox, dass die Arbeitgeber in der Frage auf die Linken hoffen müssen?
Dass die SVP der Fremdbetreuung von Kindern kritisch gegenübersteht, wissen wir. Die Freisinnigen lehnen eine weitere Anschubfinanzierung vor allem aus ordnungspolitischen Überlegungen ab. Sie finden, die Kantone und Gemeinden seien dafür zuständig. Der Arbeitgeberverband vertritt hier eine pragmatischere Haltung: Gibt es denn ein liberaleres Anliegen als die Chancengerechtigkeit für Eltern und Kinder?

Ein paar Zahlen zur Krippen-Schweiz

Rund 62’500 Krippenplätze gibt es derzeit in der Schweiz. Ganz genau lässt sich das nicht beziffern, eine nationale Statistik fehlt.

112 Franken pro Tag kostet ein Krippenplatz im Kanton Zürich durchschnittlich. Dies zeigt eine Studie des Bundes, die sowohl subventionierte als auch nicht subventionierte Plätze berücksichtigte.

Einer Vollzeit-Betreuung an fünf Tagen pro Woche schlägt also im Schnitt mit 2240 Franken monatlich zu Buche. 

66 Prozent dieser Kosten zahlen Zürcher Eltern im Schnitt selber, den Rest übernimmt die öffentliche Hand.

Für jedes 33. Kind steht im Kanton Appenzell-Innerrhoden ein Vollzeit-Krippenplatz zur Verfügung, für jedes zweite in der Stadt Zürich. Die regionalen Unterschiede sind also gross. Zu beachten ist dabei, dass ein solcher Vollzeit-Platz in Realität oft von mehreren Kindern genutzt wird, die nur einzelne Tage fremdbetreut werden.

Schweizweit kann jede 5. Familie ihre Kinder im Vorschulalter nicht in dem Ausmass betreuen lassen, wie sie es sich wünschen würde. Dabei machen den Eltern vor allem die hohen Kosten einen Strich durch die Rechnung, das Fehlen von Krippen-Plätzen gab nur eine Minderheit der Befragten als Grund an. (jbu)

Wie stehen Sie eigentlich zur Idee eines Eltern- oder Vaterschaftsurlaubs? Auch diese Massnahme würde gemäss den Befürwortern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.
Wir unterstützen die freiwilligen Bemühungen der Unternehmen, in ihren Betrieben nach ihren Möglichkeiten einen bezahlten Vaterschaftsurlaub einzuführen. Eine gesetzliche Einheitslösung für einen Vaterschaftsurlaub – wie sie von der hängigen Volksinitiative verlangt wird –, lehnen wir hingegen dezidiert ab. Insbesondere, weil sie auch über Arbeitgeberbeiträge finanziert werden soll. Gerade KMU mit nur wenigen Mitarbeitenden verfügen nicht über die gleichen organisatorischen Möglichkeiten für einen Vaterschaftsurlaub wie Grossunternehmen. Ein Vaterschaftsurlaub hat zudem keinen nachhaltigen Effekt auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ist diese Haltung nicht etwas kurzsichtig? Schliesslich führt der Elternurlaub im Idealfall dazu, dass sich Mutter und Vater die Kinderbetreuung gleichberechtigter aufteilen und beide dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben.
Allenfalls im Idealfall. Kehren die Mutter und der Vater nach dem Elternurlaub aber wieder zu ihren alten Rollen zurück, ändert sich an den Pensen von Mann und Frau nichts. Ziel müsste sein, dass die Erwerbstätigkeit insgesamt ansteigt.

«Ihr müsst mein Kind nicht toll finden, aber...»

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Video: watson/Emily Engkent

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  • Tekk 02.08.2018 19:38
    Highlight Highlight Da müssten in meinen Augen viel mehr die Arbeitgeber ran...Stichwort "Homeoffice" hilft nicht allen ich weiss... Aber viele die ich kenne würden es begrüssen, da dann jemand zuhause ist wenn die kinder mittags aus der schule kommen. Wenn man niemanden hat für diese "kurz betreuung" geht die frau halt nicht arbeiten oder nur in kleinem pensum
  • Freilos 02.08.2018 17:34
    Highlight Highlight Kluge Arbeitgeber arbeiten mit Kitas zusammen.

    Mein Arbeitgeber (Firmengrösse 1000 Mitarbeiter) beispielsweise garantiert mir einen KITA Platz an meinem Arbeitsort. Zusätzlich übernimmt er einen Teil der Kosten. DAS nenne ich fortschrittlich. Ich persönlich profitiere nicht von dem Angebot, da mein Kind einen Tag bei der Tagesmutter ist.

    Es ist mir natürlich bewusst dass ein eher kleiner Arbeitgeber da beschränkte Mittel hat.
    • Triple 02.08.2018 19:29
      Highlight Highlight So sollte dass generell funktionieren. Win win für alle.
  • MacB 02.08.2018 15:05
    Highlight Highlight Kinder kriegen ist keind privatsache, ich kann es nicht mehr lesen. Wenn Kinder dann mal gross sind, sichern sie den fortbestand der Sozialwerke und des Staates generell durch Steuern. Das ist keine privatsache!

    Ansonsten befreien wir doch künftige generationen von steuern und Sozialabgaben, dann kan man es Privatsache nennen...
  • Posersalami 02.08.2018 13:48
    Highlight Highlight "Es sei eine Staatsaufgabe, ein attraktives Krippen-Angebot bereitzustellen"

    Na dann erhöhen wir doch gleich mal die Steuern für die jammernden Unternehmen, damit wir flächendeckend gratis Krippen einrichten wie in Deutschland und der Staat seine Aufgabe wahrnehmen kann.

    Deal?
    • stamm 03.08.2018 00:09
      Highlight Highlight Führst du selber ein Unternehmen? Die haben auch ein recht zu jammern!
  • happybeast 02.08.2018 13:07
    Highlight Highlight Finde ich ok, wenn die entstehenden Kosten für den Staat durch eine Familien Unternehmens Steuer bezahlt werden. Sprich das Unternehmen bezahlt die entstehenden Kosten. Ich habe die verdammte Babyboomer Gier satt. Wer bekommt denn die Zusätzlich Leistung in Form von Profit ausbezahlt? Nein, nicht der Angestellte, nicht das Mid MGMT, zu teilen das Top-Mgmt; aber die Private Equities dahinter, die nirgends Steuern zahlen. Dieser Soldat von Wey hat wohl das Gefühl, dass er zu diesem illustren Kreis gehört. Wach auf! Du wirst getäuscht!
  • mogad 02.08.2018 12:55
    Highlight Highlight Viele gutausgebildete Frauen hören auf zu arbeiten, wenn Kinder da sind. U.a. auch weil die Krippenkosten das Einkommen gleich wieder wegfressen würden. Jede zweite Ehe wird geschieden, die Frau muss wieder Geld verdiene, findet aber den Wiedereinstieg nicht mehr, weil sie zu lange weg war vom Beruf. Jedem Elternpaar, das zu zweit mind. 150% arbeitet sollte gratis Krippenplätze zur Verfügung haben. Es sollte nur Geld für Essen, Spielsachen und Lehrmittel verlangt werden. Den Rest zahlt der Staat, bzw. die Gemeinden.
    • kafifertig 02.08.2018 15:35
      Highlight Highlight Alternative: Die Frauen erlernen schon erst gar nicht einen Beruf und werden gleich Mutter und Hausfrau. Dann würde man sich deren Ausbildungskosten sparen können und auch die Krippenplätze.
      Jedenfalls hat mich Ihre Schilderung des Sachverhaltes unmittelbar auf diese Idee gebracht.
    • mogad 03.08.2018 10:41
      Highlight Highlight @kafifertig. Die Realität sieht anders aus. Sehr viele Frauen haben eine gute Ausbildung. Wenn diese Frauen im Beruf bleiben, muss die Wirtschaft weniger Ausländer ins Land holen und wir hätten tiefere Sozialkosten und Väter müssten nach einer Scheidung weniger Alimente zahlen.
    • kafifertig 03.08.2018 13:49
      Highlight Highlight @mogad
      Dafür haben wir nicht den Nachwuchs, den wir brauchen, weswegen wir dann doch Ausländer importieren müssen.
      Wenn wir aussterben wollen und den Nordafrikanern unser Land überlassen, dann ist das ja okay so.
  • skofmel79 02.08.2018 12:27
    Highlight Highlight Der Staat soll und muss immer...aber wehe dann bei der nächsten Budgetdebatte:sparen sparen sparen...geht nie auf
    • kafifertig 02.08.2018 15:36
      Highlight Highlight Das ist allgemein so in der Politik.
      Jeder Interessenvertreter schreit: "Ich will haben, aber nicht bezahlen".
  • Pasch 02.08.2018 12:12
    Highlight Highlight In der Schweiz soll noch irgendetwas Privatsache sein??? 😂😂😂 , dass einzige vielleicht mit den ständig steigenden Kosten umzugehen, dass ist Privatsache! Aber auch nur für die hiesige Bevölkerung.
  • Paddiesli 02.08.2018 11:58
    Highlight Highlight Zahlt den Frauen endlich zuerst einmal denselben Lohn, das würde auch schon helfen.
    Und wir machen es, wie die Isländer:
    3 Monate Elternurlaub für die Frau, 3 für den Mann, und 3 Monate, die die Eltern selber zuteilen können. Dann gäbs keine Diskriminierung mehr wegen Schwangerschaften. Für die Familienbildung und -bindung wäre das unbezahlbar wertvoll.
    Meine Meinung als nicht-Vater.
  • AndreaHadorn 02.08.2018 11:13
    Highlight Highlight Das Thema ist auch in der Arbeitgebersicht interessant, dank Journalistin Jacqueline Büchi. - Die Antwort Simon Weys auf die Beteiligung der Wirtschaft an den Kosten nach dem Modell des Kantons Waadt: "Schliesslich profitiert der Staat im grossen Stil von besseren Drittbetreuungsangeboten" bleibt unehrlich - zuerst profitiert die Wirtschaft von der Arbeitskraft, dann der Staat durch Steuereinnahmen. - Weiter so, watson!
  • NotWhatYouExpect 02.08.2018 10:50
    Highlight Highlight Na, wenn die Firmen und reichen Leute auf Steuertricks usw. verzichten, dann kann man gerne darüber Reden, dass der Staat hier einspringt.

    Aber die Firmen wollen ja den 5er uns Weggli.
    • Paddiesli 02.08.2018 13:23
      Highlight Highlight Leider haben nicht nur Firmen die 5er und Weggli-Mentalität. Das ist ein globales Phänomen bis hinunter zum Einzelnen.
    • stamm 03.08.2018 00:12
      Highlight Highlight Wow! Wohl selber unternehmerisch tätig.....
  • dmark 02.08.2018 10:35
    Highlight Highlight "...neidisch nach Deutschland blicken..." Ja klar.
    Dann aber bedenkt auch dabei, dass das Brutto-Einkommen in D-land nur ca die Hälfte bis 2/3 so hoch ist und die Abgaben für KV, RV und AV rund 30% betragen. Der Rest wird dann nochmals durch Steuern (einkommensabhängig) gemindert, so dass einem ledigen Angestellten mit 3500 Brutto gerade mal etwas über 2100 bleiben.
    https://www.brutto-netto-rechner.info/
    Ledige haben St.kl. 1 und Verheiratete können entweder 3 und 5 oder jeweils Klasse 4 wählen.
    Achja... und solche "Halb" oder 2/3 Stellen" sucht man in D auch vergebens.
  • Firefly 02.08.2018 10:32
    Highlight Highlight Arbeitgeber sollen halt ihren Beitrag leisten oder den Angestellten mehr Lohn zahlen, damit mehr Steuern zusammenkommen die wiederum Für Krippen verwendet werden können.
  • Beat Galli 02.08.2018 10:26
    Highlight Highlight Die Arbeitgeber können diese Forderungen stellen. Jetzt wo sie wissen, dass die Politik alles tut um zu verhindern, dass die Kosten der Allgemeingeit auch proporzional auf alle verteilt wird.

    Es steht allen Arbeitgebern offen einen Verband zu gründen, welche nur zum Zweck der Erhöhung der Krippenplätze dient. Also privat organisiert. Nach der Doktrin der Wirtschaft müsste dies, zu einem massiven Sinken der Kosten führen.

    So heisst es jedenfalls ständig zu allen möglichen Themen.
    • kafifertig 02.08.2018 15:45
      Highlight Highlight Geht nicht.
      In den meisten Kantonen gibt es sehr strenge Auflagen für Krippenplätze, die die Kinderbetreuung extrem teuer machen.
      in Zürich gab es früher Müttervereine, wo Mütter für wenig Geld zuhause fremde Kinder nebst den Eigenen betreuten.
      Diese Müttervereine mussten sich auflösen, weil die Gesetze zur Förderung von Krippen ihnen ihre Tätigkeit kraft der Auflagen schlicht verbot.
      Im Kanton Zürich war es ein Coup der SP, die sich so weitere Pfründe im Sozialwesen sicherte.
      Das traf uns als junge Familie sehr, weil wir uns keine Krippe leisten konnten. Seither wähle ich die SP nicht mehr.
    • Beat Galli 02.08.2018 22:10
      Highlight Highlight Geht doch. Wenn Menschen Regeln aufstellen, klnnen Menschen sie brechen, verändern oder falls unnütz abschaffen.
    • kafifertig 03.08.2018 10:09
      Highlight Highlight @Beat Galli
      Illegale Kinderkrippen, echt jetzt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 02.08.2018 10:23
    Highlight Highlight Bevor die Arbeitgeber nach mehr staatlich subventionierten KiTas schreien, sollen sie einmal das liefern, was es für eine Familienvereinbarkeit vor allem braucht: Teilzeitpensen (auch in mittleren Positionen) und gute, für beide Seiten faire Möglichkeiten, nach 6 Jahren wieder einzusteigen.
    • bokl 02.08.2018 11:51
      Highlight Highlight @Borki
      Die Idee ist die "Famillie" von Mo-Fr 7 - 19 Uhr an Kitas / Tagesschulen out zu sourcen, damit die Fachkräfte Vollzeit arbeiten...
    • Dong 02.08.2018 12:40
      Highlight Highlight Merci Borki!
      Ich finde die Kita-Kosten - wenigstens für Mittelstand aufwärts - auch unproblematisch: Dauert ja nicht ewig und ist finanziell immer noch besser als eine Karriere-Pause. Wennschon Kindergeld für alle, nicht nur (indirekt) für Doppelverdiener.
  • Fabian Studer 02.08.2018 10:23
    Highlight Highlight Also abgesehen von der 1:1 100% Rendite wird ja die Wirtschaftlichkeit des ganzen Prozess heraufbeschworen. Vergessen wird dabei dass die Kosten bzw subventionen dem Einkommen angepasst werden. D.h die Hochqualifizierte Mutter kriegt schlussendlich nichts weil sie genug verdient und diejenigen die etwas kriegen sind dementsprechend nicht produktiv genug.

    Und zum Thema Chancengleichheit: ja wenn niemand von den 'betreuern' geliebt wird haben wir was man im Sozialismus immer hat. Man zieht alle auf die gleiche Ebene runter.
  • So en Ueli 02.08.2018 10:14
    Highlight Highlight Erziehung ist nicht Sache des Staates, sondern ist Sache der Eltern. Wer seine Kinder nicht erziehen möchte und lieber Arbeiten geht, der soll keine Kinder auf die Welt stellen. Würden die Eltern sich nicht Ihrem Ego widmen, sondern Ihre Kinder erziehen, ist unserer Gesellschaft einiges mehr geholfen.
    • Tartaruga 02.08.2018 13:16
      Highlight Highlight Weil ja jeder Elternteil 8'000 monatlich verdient muss nur einer arbeiten oder?

      Und komm mir nicht mit "Wer Kinder haben will muss es sich leisten können."
      Schau dir nur mal die Entwicklung der Lebenshaltungskosten in der Schweiz an. Alleine die KK Prämien haben in den letzten 10 Jahren überproportional zugenommen. Wie soll man da eine Familie durchbringen? In dem beide Elternteile arbeiten gehen? ...Ach so...
    • So en Ueli 02.08.2018 14:57
      Highlight Highlight Ich kenne genug Paare mit Kindern, bei denen nur ein Teil arbeiten geht und der Lohnt reicht für die ganze Familie aus und die leben super. Man muss einfach nicht immer alles sofort haben müssen.
    • Freilos 02.08.2018 17:12
      Highlight Highlight Es gibt auch Frauen die Kinder lieben, aber den intellekt noch ein wenig fördern wollen und deshalb teilzeit arbeiten gehen. So bleibt man fit im Kopf und wenn die Kinder dann mal flügge sind muss man keine Hilfsstelle als Reinigungskraft oder dergleichen annehmen, sondern ist voll im Arbeitsalltag integriert.
      Meiner Frau beispielsweise ist es zu „langweilig“ 7 Tage die Woche mit dem Kind zu spielen, sie benötigt die Herausforderung im Job. Zudem macht es dem Kind spass mit anderen Kindern zu spielen und nicht isoliert aufzuwachsen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • namib 02.08.2018 09:48
    Highlight Highlight Nette Rechnung: Wenn zu wenig Fachpersonal vorhanden ist, dann soll der STAAT Rahmenbedingungen schaffen, damit wir diese im Ausland rekrutieren können. Wenn diese zurückgehen, dann soll der STAAT Krippenplätze finanzieren. Wenn dann die so gewonnenen Arbeitskräfte im nächsten Abschwung nicht mehr gebraucht werden, dann soll der STAAT Kurzarbeit und Arbeitslose finanzieren. Und zu guter Letzt soll wiederum der STAAT die Unternehmenssteuern senken, damit die Arbeitsplätze nicht ins Ausland abwandern?
    Ziemlich staatslastig das Ganze!
    • kafifertig 02.08.2018 15:54
      Highlight Highlight Aber lukrativ, weil das ganze vorwiegend und zunehmend von den Arbeitskräften finanziert wird via Steuern.

      Der Anteil der Steuereinnahmen aus Unternehmenssteuern ist klein und beträgt zwischen 0 und knapp 18 %. Das heisst, über 80 % der Steuereinnahmen werden von natürlichen Personen bezahlt. Die allermeisten von ihnen sind Arbeiter und Angestellte.

      Siehe:
      https://www.beobachter.ch/steuern/unternehmenssteuern-am-ende-zahlt-der-burger

      Es ist klar was läuft: die Kleinen werden von den Grossen ausgepresst.
  • Maracuja 02.08.2018 09:41
    Highlight Highlight Immer amüsant, wenn diejenigen, die sonst gerne von Eigenverantwortung schwafeln, nach dem Staat rufen, statt selbst einen Beitrag zu leisten. Ob Teilzeit arbeitende Mütter angesichts der hohen Arbeitszeiten in der Schweiz tatsächlich länger arbeiten wollen? Wenn Frau 42 1/2 h pro Woche am Arbeiten ist, sieht sie ja die Kinder kaum. Es scheint eher so, dass Arbeitgeber einen höheren Einsatz wünschen. Aber selbstverständlich ohne eine familienfreundliche Senkung der allgemeinen Arbeitszeit.
    • Chamael 02.08.2018 10:10
      Highlight Highlight Wenn Krippenplätze weniger kosten würden, könnte man auch %tual die Arbeit verringern...
    • Firefly 02.08.2018 10:29
      Highlight Highlight Wenn der Vater 42 1/2 h pro woche am arbeiten ist, sieht er ja die Kinder kaum.
    • Dominik Treier (1) 02.08.2018 10:59
      Highlight Highlight Ist doch immer das gleiche, siehe Finanzkriesen... Gewinne sollen Privatisiert und "nutzlose" Steuern und Regulierungen abgetbaut werden und wer fordert solche Massnahmen? Genau die, die in schlechten Zeiten am lautesten nach dem Staat krähen um doch die Verluste, des Schutzes ihrer vorher gefüllten Taschen wegen, doch bitte der Allgemeinheit aufzubürden. Das ist diese sogennante neoliberale Eigenverantwortung, die wohl nur für jene zu gelten scheint die unverschuldet kurz vor dem Verhungern sind...
    Weitere Antworten anzeigen
  • cero 02.08.2018 09:28
    Highlight Highlight Manchmal fast herzig, dieses Interview, wenn Arbeitgeber soziale Staatsinterventionen fordern...

  • Triple 02.08.2018 09:27
    Highlight Highlight Warum soll der Staat, also jeder Steuerzahler, die Krippen finanzieren. Unter dem Strich nützen diese doch in erster Linie der Wirtschaft, weil damit Fachkräfte wieder zur Verfügung stehen.
    • Chamael 02.08.2018 10:10
      Highlight Highlight Fachkräfte verdienen überdurchschnittlich und zahlen dementsprechend auch überdurchschnittlich mehr Steuern...
    • Chamael 02.08.2018 11:02
      Highlight Highlight und staatliche Investitionen in die Bürger lohnen sich immer. Je mehr Leute arbeiten, die man ausgebildet hat, umso mehr Steuern werden gezahlt...
    • Homes8 02.08.2018 11:18
      Highlight Highlight Es ist immer das selbe. Kosten werden sozialisiert.
      Provit privatisiert
  • häxxebäse 02.08.2018 09:26
    Highlight Highlight Ah ok, alles was kosten verursacht, dass soll der staat richten... der arbeitgeber soll dann nur noch das beste rauspicken können... schön! Dann kommt die sünnelipartei mit dem gejammere wie teuer der staatsapparat sei... das ist dann die echte nullrunde!
    • Zauggovia 02.08.2018 10:21
      Highlight Highlight Ich glaube du kannst der "Sünnelipartei" kaum vorwerfen, dass sie für staatliche Kinderkrippen ist.
    • häxxebäse 02.08.2018 13:16
      Highlight Highlight Bitte kommentar einfach nochmals lesen, danke! 🤟
  • Dubio 02.08.2018 09:25
    Highlight Highlight Ich bin eigentlich sehr für bezahlbare Krippen und die Antworten sind gut und nachvollziehbar.

    Allerdings zeigt der letzte Abschnitt über den Vaterschaftsurlaub, dass der Herr nichts von dem begriffen hat, was er gerade erzählte. Wenn der Vater nur einen Tag frei kriegt, ist das klassische Rollenbild von Beginn weg zementiert. Dann braucht es umso mehr Krippen. Würden sich Eltern Broterwerb und Erziehung teilen, bräuchte es weniger Krippenplätze, dann wäre die finanzielle Belastung auch nicht so gross.
    Man sollte seine Argumentation schon richtig durchdenken.
    • kafifertig 02.08.2018 10:08
      Highlight Highlight Ob man sich als Vater und Mutter die Kinderbetreuung teilt, oder sie einer von beiden alleine übernimmt spielt volkswirtschaftlich keine Rolle. Denn so oder so arbeiten sie weniger als 200 Stellenprozente, üblicherweise zwischen 100 und 150 Stellenprozente.
      Für Kleinkinder ist das Betreuungsverhältnis in den Krippen bei ca. 1:3. Also ungefähr so, wie in vielen klassischen Familien.
      D. h. für eine Mutter die arbeiten geht, muss eine jemand anderes ihre Kinder betreuen. Aber beiden muss man einen Lohn bezahlen.
      Das macht die Aufzucht des Nachwuchses sehr viel teurer, als das Modell "Hausfrau".
    • Dubio 02.08.2018 12:49
      Highlight Highlight Das Modell Hausfrau ist aber superteuer, wenn diese Hausfrau gut ausgebildet ist. Denn für diese Hausfrau müssen wir Leute aus dem Ausland holen, was in den letzten Jahren massig passiert ist, was wiederum unsere Infrastruktur va in den Zentren belastet. In diesem Modell liegt enorm viel Potential einfach brach. Das ist das teuerste, was man tun kann, wenn es denn nur um diese Frage geht.
    • kafifertig 02.08.2018 15:18
      Highlight Highlight @Dubio
      Dann bilde man die Frauen eben nicht aus, ist doch logisch!
      Wir müssen die Leute aus dem Ausland holen, weil wir zu wenige Kinder grosszogen, als wir sie für das erforderliche Wirtschaftswachstum brauchen. Die Kinder von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Das hat man aber gestern leider nicht wahr haben wollen. Heute sitzen wird deswegen in der Tinte.
      Also sollten die Frauen primär mehr Kinder kriegen. Kurz: Frauen sollen gebären statt diplomieren.
      So dumm waren unsere Vorväter und -mütter wohl doch nicht.
      Kinderbetreuung war immer teuer, aber Hausfrauen sind am günstigsten.
  • Fanta20 02.08.2018 09:16
    Highlight Highlight Ich kenne in meinem Umfeld einige Frauen, die im Pflegebereich arbeiten. Deren Schilderungen sind immer ähnlich: Nach jeder Geburt reduzieren die betroffenen Personen ihr Arbeitspensum massiv. Nach einigen Anstrengungen findet der Arbeitgeber Ersatz, sehr oft bei Personen aus dem Schengenraum bzw. D oder Osteuropa (oft mit Familie).

    Vermutlich würden schlaue, gut austarierte und erschwingliche Betreuungsmodelle tatsächlich helfen, die Inländer-Erwerbsquote zu steigern (v. a. bei Frauen). Daran müssten eigentlich insbesondere unsere konservativen Parteien ein starkes Interesse haben.
    • kafifertig 02.08.2018 09:57
      Highlight Highlight Nüchtern betrachtet, erkennt man, dass Ihr Vorschlag zu nichts führt.
      Denn die von Ihnen geforderten Betreuunngsmodelle erfordern Arbeitskräfte. Meist sind das Frauen.
      Damit wollen Sie eigentlich, dass mehr Frauen als Krippenfachkräfte Kinder betreuen, damit mehr Frauen Zeit zum arbeiten haben. Kurz: Frauen sollen arbeiten, damit Frauen arbeiten wollen. Das klappt nicht.
      Es wäre Volkswirtschaftlich am günstigsten, wenn die Frauen sich wie weiland um ihre eigenen Kinder und um die Bewirtschaftung des Hauses kümmern, statt ihren Lohn für Krippe und Haushälterin zu geben. Aber das ist nicht hip.
    • Fanta20 02.08.2018 12:19
      Highlight Highlight @kaiffertig: Nein, es geht mir nicht darum, dass der Staat um jeden Preis Krippenplätze subventioniert. Ich habe lediglich aufgezeigt, dass grosse Teile der Politik sehr doppelzüngig agieren. Oft wird argumentiert, dass Kinder und deren Betreuuung Privatsache sei. Das kann und darf man durchaus so sehen. Im Gegenzug heisst das dann aber, dass Arbeitsplätze möglicherweise mit Ausländern besetzt werden (müssen), welche verständlicherweise auch noch ihre Familien mitbringen. Die gleichen Leute sind dann aber über die hohe Zuwanderung besorgt. Das geht für mich nicht ganz auf.
    • kafifertig 02.08.2018 15:30
      Highlight Highlight @Fanta20
      Nein, das geht tatsächlich nicht auf.
      Das grosse Problem ist, dass unser Wohlstand im Wesentlichen durch Verzicht auf eigenen Nachwuchs finanziert wird.
      Das erste Kind kostet seine Eltern über eine Million Franken. Die Nachgeborenen sind ein bisschen günstiger. Wer keine Kinder hat, der kann mühelos in Saus und Braus leben, insbesondere als Paar (doppeltes Einkommen, weniger Lebenskosten, weil gemeinsamer Haushalt).
      ich würde das ändern mit einem neuen AHV-Regime: Wer kein Kind grosszog kriegt 25 % AHV und Pensionskassengeld, bei 1 Kind 50 %, bei 2 Kindern 75%, bei 3+ Kindern 100 %
  • flying kid 02.08.2018 09:16
    Highlight Highlight Geschätzer Arbeitgeberverband
    Wie wäre es denn, wenn man bei den momentan eher schlecht bezahlten Jobs die Löhne erhöhen würde?
    Dann hätten die Damen und Herren am Ende des Monats auch etwas mehr Geld zur Verfügung.
    Aber staatliche Unterstützung zu fordern ist halt einfacher...
    • Chamael 02.08.2018 10:13
      Highlight Highlight Die Kosten der Krippenplätze sind lohnabhängig (finde ich richtig!). D.h. Wenn sie mehr verdienen, geht dieser Mehrverdienst immernoch in die Krippenplätze und es bleibt nichts übrig...
  • kafifertig 02.08.2018 09:08
    Highlight Highlight Herr Wey,

    Wenn die Investitionen sich lohnen und zu Wirtschaftswachstum führen, wie Sie behaupten, dann wäre dies eine lukrative Investitionsmöglichkeit für die Arbeitgeber. Es wäre geradezu dumm, diese Investition nicht zu tätigen.
    Ferner halten Sie die Krippenpreise für zu hoch, weil sich für viele Familien es sich finanziell nicht lohnt, die Kinder in die Krippe zu schicken. Deswegen fehlen ihren Mitgliedern insb. Mütter als Arbeitskräfte. D. h. die Löhne sind viel zu tief.
    Damit, Herr Wey, liefern Sie als Arbeitgebervertreter die Argumente für grosse Lohnerhöhungen. Sie sind witzig.
  • Gubbe 02.08.2018 09:04
    Highlight Highlight Meine Kinder haben nie eine Kita gesehen. Wir hatten auch nie einen grossen, oder gar zwei Wagen vor der Türe. Kinder machen ist schön, aber fürs Umsorgen gibt man sie Fremden? Kinder sind doch keine Ware, es ist unsere Zukunft. Ich bin von keinem Gott angehaucht worden und es klingt abgedroschen, ich weiss. Ein paar Jahre zurückfahren und es geht. Beide Eltern müssen schon sehr gut verdienen, dass sich das Abgeben überhaupt rechnet. Die Kitakinder werden bald erwachsen sein, was machen sie, wenn sie Kinder haben sollten?
  • Mitsch 02.08.2018 08:47
    Highlight Highlight Klar finden das die Arbeitgeber. Wenn‘s günstiger wäre könnte man ja umgehend die Kindergelder an die Arbeutnehmer kürzen, DAS wär mal Einsparungspotential, gell...

    Das Grundproblem sehe ich genau gleich. Zu glauben so ein Vorstoss käme aus Nächstenliebe ist aber wohl etwas wenig weit gedacht...
  • bcZcity 02.08.2018 08:41
    Highlight Highlight Die Wirtschaft braucht dringend Futter um die Zahnrädchen am laufen zu halten. Mütter sollen so rasch wie möglich wieder arbeiten, Kinderkriegen soll gefördert werden damit später genügend Arbeitssklaven bereit stehen.

    Und davon profitiert vor allem die Wirtschaft, gerade auch weil dann weniger Fluktuation zu befürchten ist wenn man das Kind fremd betreuen kann. Zahlen soll dies natürlich der Staat....

    No sorry, ich bin da nicht dafür. Wer Kinder bekommt, der muss sich entweder bewusst sein dass man die Betreuung selber organisiert oder dann eben Zuhause bleibt. So ist es nun mal!
    • Chamael 02.08.2018 10:15
      Highlight Highlight Eine gut laufende Wirtschaft hilft auch der Gesellschaft. Hier tun viele so, als ob sie überhaupt nicht von der guten Wirtschaftslage profitieren.
    • bcZcity 02.08.2018 11:09
      Highlight Highlight Klar ist die Wirtschaft auch wichtig, aber der Staat ist nicht dafür da diese in einem solchen Umfang zu entlasten.

      Es gibt ja schon genug Steuergeschenke, die Schweiz hat eine sehr gute Infrastruktur für jegliche Firmen (Autobahnen, Strassen, ÖV) welche schon durch Steuergelder finanziert sind.

      Man könnte für Alleinerziehend meinetwegen bessere/günstigere Angebote schaffen, damit diese arbeiten können. Aber per se Krippen zu fördern damit die Dinkies und Wirtschaft davon profitieren können und wir alle dafür bezahlen, nein danke.

      Kinder kriegen soll gut überlegt sein, jetzt und für immer!
  • Linus Luchs 02.08.2018 08:40
    Highlight Highlight Nichts Neues von den Neoliberalen: Gewinne privatisieren, Kosten verstaatlichen. Sie wollen eine soziale Infrastruktur, die der Wirtschaft dient, und rufen nach dem Staat. Gleichzeitig kämpfen sie an allen Fronten für Steuergeschenke an die Aktionäre.

    Wie hinterhältig die Arbeitgeberseite argumentiert, zeigt sich zum Beispiel an folgendem Satz von Simon Wey: "Auch Männer mit Kindern wünschen sich vereinzelt höhere Pensen." Auf einen, auf den das zutrifft, gibt es hundert Väter, die zugusten der Kinderbetreuung das Pensum reduzieren möchten, aber nicht können, weil es die Firma nicht zulässt.
  • Borki 02.08.2018 08:39
    Highlight Highlight Der letzte Satz "Ziel müsste sein, dass die Erwerbstätigkeit insgesamt ansteigt" sagt doch alles.
    Bei diesen Krippen-Diskussionen geht es oft in 1. Priorität um die Wirtschaft, in 2. Priorität um die Eltern, in 3. Priorität um die Staatskassen und ev. in 4. Priorität dann noch um die Kinder.
    Ich lehne Fremdbetreuung nicht in SVP-Manier ab, aber wir sollten das Kindeswohl wieder ins Zentrum stellen!!!
    • Chamael 02.08.2018 10:17
      Highlight Highlight Weil in den Krippen überall Leute arbeiten, die keine Ahnung von Kindern haben und die Kinder leiden... *Ironie off*
  • walsi 02.08.2018 08:36
    Highlight Highlight Sbventionen! Der Mann verlangt knallhart, dass der Staat die Wirtschaft subventioniert ohne das Wort Subventionen in den Mund zu nehmen.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Subvention
  • So en Ueli 02.08.2018 08:35
    Highlight Highlight Weshalb soll der Staat alles mögliche finanzieren?
  • BloodyMary 02.08.2018 08:29
    Highlight Highlight Ich finde die Kita Lösung Liechtensteins ziemlich gut.

    Die Kosten für die Kinderbetreuung richten sich dort nach dem Bruttomonatseinkommen der Eltern.

    Für das erste Kind wird die Tarifordnung angewendet. Für ein zweites Kind derselben Familie wird eine Reduktion von 25 % des ersten Tagessatzes gewährt, für jedes weitere Kind eine Reduktion von 50 % des ersten Tagessatzes.

    Die Tarifordnung für Säuglinge (bis 18 Monate) ist um 10 % höher als die der KiTas.

    Die Tagessätze liegen zwischen
    23.30 und 91.75 pro Tag.

    (Quelle: kita.li)
  • DerGrosseSee 02.08.2018 08:10
    Highlight Highlight Kinder bekommen ist Privatsache. ich kenne so viele Kitas, in denen kinder von 0-8 Jahren sind und bin der Meinung, dass sich die Eltern wieder mehr um die Kinder kümmern sollten.

    Man muss nicht ein Kitaangebot aufblasen wie gestört, sondern eher viel mehr "normale" Eltern unterstützen.

    Aber ist halt dieses "Weggli + Batzen" Prinzip ich will alles haben, Kinder & Karriere, sollen andere gucken dass nir dies ermöglicht wird.
    • EvilBetty 02.08.2018 09:47
      Highlight Highlight Manchmal reicht das Geld halt nicht wenn nur einer arbeitet und nd hat aber grad gar nix mit Karriere zu tun n. Dürfen dann nur noch Reiche Kinder bekommen?
    • Madison Pierce 02.08.2018 09:53
      Highlight Highlight Das stimmt grundsätzlich schon. Nur kann es im Interesse des Staates sein, dass es wieder mehr Kinder gibt. Aktuell "produzieren" die Schweizer ja zu wenig Nachwuchs.

      Von daher ist es nicht ganz abwegig, wenn sich der Staat an den Kosten beteiligt.
    • Chamael 02.08.2018 10:19
      Highlight Highlight Warum zwingen Sie anderen Leuten Ihre Lebenseibstellungen auf?
  • Schnuderbueb 02.08.2018 08:00
    Highlight Highlight Wann endlich hört diese Dekadenz auf, die Erziehung und Kinder schon im Säuglingsalter dem Staat zuzuschieben und das noch auf dem Buckel des Steuerzahler. Nur zum prahlen, dass Mann Frau mehrmals im Jahr in die Ferien geflogen sei und das neuste Elektroschrott Model in der Tasche hat. Der, Das Besserverdienende soll arbeiten, das andere sich Zeit nehmen und für die Kinder da sein. Ja Ja! Ich weiss das ich ein schrecklicher Bünzli bin.
    • Borki 02.08.2018 10:14
      Highlight Highlight Etwas besser differenzieren! Es macht schon einen Unterschied, ob das Kind 5 Tage oder 1-2 Tage in der Krippe ist.
    • Chamael 02.08.2018 10:22
      Highlight Highlight Weil bei hoch ausgebildeten Paaren (Ärztin, Lehrer z.B.) dem Staat so die hohen Summen flöten gehen, die er für die Ausbildung dieser Personen ausgegeben hat?
  • g3ronimo 02.08.2018 08:00
    Highlight Highlight Die Höhe der Subventionen ist bei uns (und in der Stadt Zürich z.B.) abhängig vom Lohn. was grundsätzlich auch gut ist. Ein (leicht unter-) durchschnittliches Einkommen ist in unserer Gemeinde jedoch zu hoch um unterstützt zu werden... so ist es!
  • Resistance 02.08.2018 07:58
    Highlight Highlight Ist es die einzige Lösung unsere Kinder in fremde Hände zu geben?
    Warum kann man sein Kind nicht selber zuhause gross ziehen, ab 4 jahren fangen die pflichten schon an.
    Ich kann es nicht mer hören das man sich im job selber verwirklichen kann und nicht den anschluss verliert.... so ein kack!
    Und da bekommt man so einen lächlichen betreg Kindergeld! Aber das geld in krippen stecken, wo die kinder dan von unmotivierten Praktikanten betreut werden.... für was machen wir den Kinder? In paar jaheren wird das kinderkriegen dan auch von anderen übernohmen sonst verliert man den anschluss...
    • Resistance 02.08.2018 10:19
      Highlight Highlight Isch schho krass wieviel lüüt opfer vo de wirtschaft sind...
    • Chamael 02.08.2018 10:26
      Highlight Highlight Niemand zwingt Sie, die Kinder abzugeben. Wenn Sie wollen können beide künden und sich um die Kinder sorgen. Wir jedenfalls möchten gerne arbeiten und Kinder betreuen. (Je 2 Tage betreuen, 3 arbeiten), jedoch fressen die Kosten den 2. Verdienst überdurchschnittlich auf. Am Schluss verdienen zwei je 60% arbeitende (120%) nur etwa 80%. Und das geht nicht auf...
  • Mantrax 02.08.2018 07:58
    Highlight Highlight Krippenplätze sind in der Schweiz teuer. So teuer, dass es sich für fast alle Einkommensschichten nicht wirklich lohnt dass beide Eltern (viel) arbeiten gehen. Eine Teil-Subventionierung und angemessene Steuerabzüge sind dabei sicher realistischer als freie KITAs für alle. Dabei sehe ich Staat und Arbeitgeber in der Pflicht. Profitieren würden mE von hören Pensen etc. ebenfalls beide. Das gegenseitige Fingerzeigen von Staat und Arbeitgebern hilft leider nicht weiter
  • espe 02.08.2018 07:54
    Highlight Highlight Der Staat soll da Geld in die Wirtschaft Buttern, wo es der Wirtschaft einen Nutzen bringt (Krippen). Sonst soll er sich raushalten (Vaterschaftsurlaub). Ziemlich dreiste Ansicht meiner Meinung nach. Das Interview als Ganzes kommt mir nicht gerade sympathisch rüber.
  • mogad 02.08.2018 07:51
    Highlight Highlight Dass die Schweiz die teuersten Krippenplätze der Welt hat, verdanken wir den neoliberalen Parteien FDP und SVP. Man wittert sozialistische Planwirtschaft hinter hoch subventionierten Krippen. Da passen die endlosen Behördenschikanen bestens ins Bild. Jetzt haben die Neoliberalos den Staat wieder als nützlichen Idioten entdeckt. Der soll die Krippen zahlen. Damit man dann die Löhne weiter drücken kann? Ich bin für viel günstigere Krippen. Die Forderung kommt aber aus der falschen Ecke. Da spielen wohl soziale Überlegungen keine Rolle.
  • N. Y. P. D. 02.08.2018 07:35
    Highlight Highlight Ich fasse sein Interview
    zusammen :

    Krippenplätze sollen die Eltern und der Staat finanzieren.

    Eine gesetzliche Einheitslösung für einen Vaterschaftsurlaub lehnt Herr Wey hingegen dezidiert ab. Insbesondere, weil sie auch über Arbeitgeberbeiträge finanziert werden soll.

    Die Firmen sollen sich also mit 0 % an Krippenplätzen und Vaterschaftsurlaub beteiligen.

    Doch doch, einmal mehr wieder ein toller Vorschlag des Arbeitgeberverbandes.
  • Raffaele Merminod 02.08.2018 07:31
    Highlight Highlight Wer Arbeitskräfte will soll auch was dafür tun. In erster Linie hat die Wirtschaft sich massgäblich an Kinderkrippen zu beteiligen. Es ist nicht einfach nur eine Privatsache.
  • najaundso 02.08.2018 07:20
    Highlight Highlight Wenn ich 1 Franken ausgebe und einen zurückerhalte, entspricht das eher einem Nullsummenspiel als 100% Rendite.
    • Bruno S. 88 02.08.2018 08:12
      Highlight Highlight Man kriegt 2 Franken zurück.
    • MarZ 02.08.2018 08:31
      Highlight Highlight Habe ich zuerst auch gedacht. Aber: die Leistung wird ja trotzdem erbracht. Wenn du ein Brot kaufst und, nachdem du es aufgegessen hast, den Kaufpreis zurück erhältst, hast du auch 100% Rendite. (Investition = Kaufpreis, Auszahlung = Brot + Kaufpreis)
    • cero 02.08.2018 09:14
      Highlight Highlight Ist halt "Wirtschaftsjargon" :-)
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