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Interview

Hindelbank: Gefängnisdirektorin im Interview zu Straftäterinnen

Hindelbank Justizvollzugsanstalt JVA
Die Anfahrt zur Justizvollzugsanstalt Hindelbank.
Interview

«Frauen töten häufig aus Überforderung»: Eine Gefängnisdirektorin erzählt

Annette Keller führt die grösste Justizvollzugsanstalt für Frauen der Schweiz. Nun geht sie in Pension und berichtet von ihren Erfahrungen aus einer Welt, die alle zu kennen glauben – aber doch falsch einschätzen.
26.03.2024, 09:08
Andreas Maurer (Text) und Dlovan Shaheri (Bilder) / ch media
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Die Justizvollzugsanstalt Hindelbank thront auf einem Hügel oberhalb des Dorfes. Wer die Sicherheitsschleuse durchschreitet, betritt eine Umgebung der Gegensätze. Das Areal ist mit Stacheldraht und Kameras gesichert – und strahlt trotzdem eine Offenheit aus. Frauen in brauner Arbeitskleidung verrichten Gartenarbeiten. Blicken sie vom Boden auf, sehen sie hinter dem Stacheldrahtzaun die Weite des Emmentals. Die Freiheit scheint zum Greifen nah und doch so fern.

Hindelbank ist die einzige Justizvollzugsanstalt für Frauen der Deutschschweiz und mit 107 Plätzen die grösste der Schweiz. Jede dritte Frau hier hat ein Tötungsdelikt begangen.

Annette Keller begann ihre Arbeit in der Frauenanstalt 1999 als Betreuerin und führt diese seit dreizehn Jahren als Direktorin. Nun verabschiedet sie sich und berichtet von ihren Erfahrungen hinter Gittern.

Annette Keller
Annette Keller, Direktorin der Justizvollzugsanstalt, vor dem Schloss Hindelbank. Hier hat sie ihr Büro.

Sie kennen die Justizvollzugsanstalt Hindelbank seit 25 Jahren. Was haben Sie in dieser Zeit über kriminelle Frauen gelernt?
Annette Keller:
Die meisten Insassinnen haben Biografien, die mit schwierigen Erfahrungen belastet sind. Diese problematischen Vorgeschichten lassen mich oft denken: Wo würde ich heute im Leben stehen, wenn ich so eine Biografie hätte? Erst wenn wir erlittenes Leid anerkennen und würdigen, können wir den nächsten Schritt angehen: die Frauen dazu befähigen, Verantwortung für ihre Tat und ihr künftiges Leben zu übernehmen.

Sie sehen die Täterinnen als Opfer?
Zahlreiche Frauen hier waren in ihrer Biografie tatsächlich auch Opfer. Zugleich will ich niemanden auf eine Rolle als Täterin oder als Opfer reduzieren. Jeder Mensch ist immer viel mehr als eine Tat oder eine bestimmte Erfahrung.​

Wie unterscheiden sich die Biografien von kriminellen Frauen und Männern?
Aus Studien wissen wir, dass Männer meistens eine längere kriminelle Vorgeschichte haben. Bei Taten von Frauen geht es seltener um Fragen des Status, der Machtausübung oder der Kontrolle. Sie handeln seltener mit krimineller Energie. Vor allem Tötungsdelikte begehen Frauen häufig aus einer Situation der totalen Überforderung. Oft spielt auch eine Suchterkrankung eine Rolle.​

Wie unterscheiden sich die Delikte?
Je gewalttätiger ein Delikt ist, desto seltener wird es von Frauen ausgeübt. Sexualstraftaten begehen Frauen fast nie – und wenn doch, dann meistens zusammen mit einem Täter. Am häufigsten verüben Frauen Delikte wie Diebstähle, Verleumdung oder Falschaussagen, aber auch hier sind Männer klar in der Überzahl.​

Wie erklären Sie diese Unterschiede?
Es gibt keine einfache Erklärung, aber verschiedene Ansätze. Die Körperkraft und die Hormone scheinen eine Rolle zu spielen. Hinzu kommt, dass Frauen anders lernen, mit Aggressionen umzugehen. Auch heute noch hört ein Mädchen in einer Konfliktsituation viel seltener als ein Junge den Satz: «Du musst dich eben wehren.»​

Die gesellschaftlichen Geschlechterrollen haben sich angeglichen. Doch im Justizvollzug bleiben die Unterschiede unverändert: Nur 6 Prozent der eingewiesenen Personen sind Frauen. 94 Prozent sind Männer.
Ich finde es interessant, dass sich diese Quote in den vergangenen Jahrzehnten nicht gross verändert hat. Man dachte, mit der zunehmenden Gleichstellung würde auch die Frauenkriminalität zunehmen. Doch das ist nicht passiert.​

Freiheitsentzug Statistik Grafik
Bild: Screenshot chmedia

Womöglich gibt es eben doch mehr Geschlechterunterschiede als gedacht.
Das kann sein. Ich bin aber vorsichtig, aus den Erfahrungen im Justizvollzug mit Frauen allgemeine Schlüsse zu ziehen.​

Warum kommen Frauen überhaupt in separate Anstalten?
Frauen sind eine kleine Minderheit im Vollzug, haben aber spezifische Bedürfnisse. Unser Gesundheitsdienst arbeitet zum Beispiel mit einer Gynäkologin und einer Hebamme zusammen, welche die Frauen bei Schwangerschaften und nach Geburten begleiten. Sechzig Prozent der Insassinnen sind Mütter. Der Kontakt zu ihren Kindern ist für viele ihr wichtigstes Anliegen. Wir schauen, dass sie diesen so gut wie möglich pflegen können. Zudem gibt es vulnerable Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben. Sie haben das Recht, an einem geschützten Ort zu sein. Personenkontrollen müssen durch Frauen gemacht werden. Dafür haben wir spezialisiertes Sicherheitspersonal.​

Sie führen eine Mutter-Kind-Abteilung, in der Straftäterinnen mit ihren Babys und Kleinkindern leben können. Aber auch inhaftierte Väter vermissen den Kontakt zu ihren Kindern. Warum gibt es anderswo keine Vater-Kind-Abteilungen?
Einerseits liegt die Sorge für die Kleinkinder oft immer noch hauptsächlich bei den Frauen. Andererseits war ein Teil der Frauen in unserer Mutter-Kind-Abteilung schwanger, als sie verhaftet wurden. Sie haben während der Haft geboren. Das Kind kann dann bei seiner Mutter im Justizvollzug bleiben, bis es drei Jahre alt wird.​

Wie entwickeln sich diese Babys hinter Gittern?
Gut – teilweise sogar besser als bei einer Mutter, die auf sich allein gestellt und labil ist. Hier haben sie einen sicheren Ort und Betreuungspersonal im Hintergrund. Ab vier Monaten gehen die Babys in eine Kindertagesstätte. Dort haben sie einen normalen Alltag mit Kontakten zu anderen Kindern.​

Verhalten sich Frauen im Freiheitsentzug anders als Männer?
Sie tragen Konflikte anders aus. Das ist vielleicht ein Stereotyp, lässt sich aber mit Zahlen belegen. Im Frauenvollzug gibt es weniger tätliche Auseinandersetzungen, aber auch Aggressionen. Frauen tragen Konflikte subtiler aus, mit Worten und über Beziehungen. Sie reden dann schlecht übereinander und brechen Beziehungen zueinander ab. Das kann genauso weh tun.​

Sind deshalb weniger technische Sicherheitsanlagen im Innern nötig?
Ja, tatsächlich. Wenn sich zwei Männer in einer Anstalt prügeln, werden sie räumlich getrennt. Dafür braucht es Sicherheitsanlagen. Weil dies bei Frauen seltener vorkommt, benötigen wir weniger Sicherheitsinfrastruktur. Die wichtigste Grundlage für Sicherheit ist ohnehin eine respektvolle Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Eingewiesenen – dies ist auch bei den Männern so.​

Hätte ein Mann Ihre Arbeit als Direktorin einer Frauenanstalt auch machen können?
Der Justizvollzug ist auf Männer ausgerichtet, weil insgesamt nur sehr wenige Frauen inhaftiert sind. Deshalb finde ich es gut, wenn die Vertreterin des Frauenvollzugs eine Frau ist. Ein Mann könnte dies aber auch, wenn er gut auf frauenspezifische Anliegen hört. Mein Stellvertreter ist übrigens ein Mann.​

Von der Pfarrerin zur Gefängnisdirektorin
Annette Keller bezeichnet sich als Heimwehthurgauerin. Sie wurde 1961 in Ermatingen am Untersee geboren und machte das Lehrerseminar in Kreuzlingen. Später studierte sie Theologie und arbeitete als Pfarrerin. Mit 38 orientierte sie sich wieder neu und begann in der Frauenstrafanstalt Hindelbank als Betreuerin. Berufsbegleitend studierte sie soziale Arbeit in Luzern und wurde anschliessend zur Vollzugsleiterin befördert. Später leitete sie kurz die Sozialen Dienste der Berner Unipsychiatrie. Danach kehrte sie 2011 als Direktorin nach Hindelbank zurück. Keller wechselte mehrmals die Branche, aber eine Gemeinsamkeit blieb: die Freude an der Arbeit mit Menschen. Ihre Nachfolgerin wird Andrea Wechlin, die fünf Jahre lang die Justizvollzugsanstalt Grosshof in Kriens mit 100 Plätzen für Männer und 12 für Frauen führte.

Hat die Öffentlichkeit eine falsche Vorstellung vom Alltag in einer Justizvollzugsanstalt?
Definitiv. Das verblüfft mich immer wieder. Alle haben eine Vorstellung von einem Gefängnis, so wie alle eine Vorstellung einer Schule haben. Der Unterschied ist aber: Alle waren mal in einer Schule, aber fast niemand in einer Justizvollzugsanstalt. Viele denken, die Leute sässen hier 23 Stunden am Tag in ihrer Zelle. Eine Vollzugsanstalt hat aber einen ganz anderen Auftrag als ein Untersuchungsgefängnis, das zum Beispiel Absprachen mit Mittäterinnen verhindern soll. In einer Strafanstalt müssen die inhaftierten Personen jahrelang leben können, ohne dass ihre Fähigkeiten verkümmern. Im Gegenteil: Sie sollen fähiger werden, später in der Gesellschaft eigenständig und deliktfrei zu leben. Der Alltag muss deshalb möglichst ähnlich wie draussen organisiert sein.​

Der Alltag soll also nicht trist und eng sein?
Ja. Damit die Frauen ihre Kompetenzen entwickeln können, müssen wir sie respektvoll behandeln und ihnen etwas zutrauen. Darum sieht es hier eher aus wie in einem grossen gesicherten Heim, in dem man jedoch arbeiten muss.​

Annette Keller
Direktorin Annette Keller im Speisesaal ihrer Frauenanstalt.

Ist das nicht Kuscheljustiz?
Was wollen Sie mit dem Begriff sagen?​

Dass die Bestrafung zu kurz kommt.
Die einzige Strafe ist der Entzug der Freiheit. Es ist nicht Aufgabe des Justizvollzugs, die Leute darüber hinaus zu bestrafen, ihnen zum Beispiel schlechtes Essen zu servieren oder sie in eine dunkle Zelle zu sperren. Ein Leben nur mit Brot und Wasser macht übrigens keine besseren Menschen.

Trotzdem sind die Zellen in Hindelbank acht Quadratmeter klein und das WC steht offen im Raum. Das ist nicht angenehm.
Acht Quadratmeter sind tatsächlich zu wenig. Gemäss den europäischen Menschenrechtsrichtlinien sollten es zwölf Quadratmeter sein. Es wird deshalb ein Projekt zur Gesamtsanierung der Anstalt mit grösseren Zimmern vorbereitet.​

Blick in eine leere Zelle der Justizvollzugsanstalt Hindelbank.
Acht Quadratmeter klein: Blick in eine leere Zelle der Justizvollzugsanstalt Hindelbank.

Jede fünfte Frau wird rückfällig und kehrt ins Gefängnis zurück. Ist diese Quote nicht zu hoch?
Es ist ein guter Wert, weil er auch bedeutet, dass vier von fünf Frauen nicht mehr zurückkommen. Rückfällig werden vor allem Frauen mit Suchterkrankungen. Durch einen Zwangsaufenthalt in einer geschlossenen Anstalt kann man diese nicht heilen. Zudem werden Frauen rückfällig, die in Strukturen leben, wo Kriminalität dazugehört.​

Ist das nicht frustrierend?
Natürlich. Wir sehen aber auch die grosse Mehrheit, die nicht rückfällig wird. Kürzlich traf ich eine ehemalige Insassin in einem Laden. Sie arbeitete dort an der Kasse und sagte zu mir: «Ohne die zwei Jahre Hindelbank hätte ich es nie geschafft, ein so gutes Leben zu führen.»​

Sind das die besten Momente in Ihrem Berufsleben?
Definitiv.​

Und die mühsamsten?
Wenn zum Beispiel wie heute Morgen das Datenverwaltungssystem nicht richtig funktioniert.​

Die Universität Bern hat Sie zur Ehrendoktorin ernannt, weil Sie sich um einen humanen Justizvollzug bemühten. Was haben Sie konkret erreicht?
Ich denke, dass ich auch stellvertretend für den Schweizer Justizvollzug ausgezeichnet wurde. Dieser hat sich in den vergangenen Jahrzehnten professionalisiert und legt seither mehr Wert auf einen zielgerichteten Vollzug der Strafe. In Hindelbank haben wir die Initiative für eine neue Aussenwohngruppe ergriffen. Dort können Frauen lernen, selbstständiger zu leben und draussen zu arbeiten, bevor sie ganz in die Freiheit entlassen werden. Dieses Modell wurde jetzt auch zu einem Pilotprojekt unseres Strafvollzugskonkordates.​

Wie hat sich der Strafvollzug in Ihrer Zeit verändert?
Mit jeder Frau legen wir heute nach Eintritt einen Prozess fest. Aufbauend auf dem Delikt und dessen Vorgeschichte wird ein Vollzugsplan mit verschiedenen Zielen erarbeitet. Bei vielen Frauen geht es dabei um die Emotionsregulation. Sie lernen, wie sie mit Konflikten konstruktiv umgehen können. Früher machte man all dies nicht systematisch.​

Was bringt das?
So können die Insassinnen ihre Zeit nutzen, um an sich zu arbeiten. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit für ein neues Delikt. Für jene, die hier einfach ihre Zeit absitzen wollen, ist der Justizvollzug damit unangenehmer geworden. Aber für all jene, die hier etwas lernen wollen, bringt das neue Regime Vorteile.​

Wie viele Insassinnen wollen wirklich an sich arbeiten?
Wenn sie hier ankommen, brauchen viele zuerst etwas Zeit. Aber rasch merken die meisten, dass es sich für sie lohnt, wenn sie hier eine Anlehre machen oder lernen, zusammenzuarbeiten und aufeinander Rücksicht zu nehmen.​

Was haben Sie selbst in den 25 Jahren hier gelernt?
Lösungsorientiert und pragmatisch zu arbeiten. Die Welt in der Justizvollzugsanstalt ist klein, aber extrem vielfältig. Wir müssen hier vieles anbieten, damit der Alltag der Frauen so normal wie möglich ist. Dabei stellen sich ganz viele Fragen, die man meistens nur zusammen im Team lösen kann – und mit Kompromissen.​

Zum Beispiel?
Eine Frau soll in den offenen Vollzug wechseln. Dafür soll sie sich zuerst auf Ausgängen bewähren können. Wir trauen ihr dies aber noch nicht ganz zu. Ein Kompromiss kann dann sein, dass eine Sozialarbeiterin sie begleitet. So kann sich die Frau trotzdem daran gewöhnen, sich draussen wieder zurechtzufinden.​

Sie gehen mit 63 in Frühpension. Wofür wollen Sie sich jetzt mehr Zeit nehmen?
Ich habe seit dreissig Jahren ein Mandat beim Aussendepartement als internationale Wahlbeobachterin. Mein erster Einsatz war 1994 bei den ersten freien Wahlen in Südafrika. Wenn man einen festen Job hat, kann man nur kurze Missionen machen. Jetzt möchte ich auch wieder längere Einsätze leisten, die fünf oder sechs Wochen dauern. Darauf freue ich mich.​

Fühlt es sich an, als würden Sie in die Freiheit entlassen?
Ich war hier nicht eingesperrt. Hier drinnen ist es lebendig, draussen auch. Daher wird der Unterschied vielleicht gar nicht so gross sein. Einfach mit weniger Verantwortung.​

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8 Kommentare
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insert_brain_here
26.03.2024 11:16registriert Oktober 2019
„Die einzige Strafe ist der Entzug der Freiheit“

Das kann gar nicht oft genug gesagt werden, übrigens äusserst souverän wie Frau Keller auf die polemische Frage reagiert und gleich das politische Schlagwort hinterfragt.
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Hansueli_4
26.03.2024 10:44registriert Februar 2019
Sehr spannendes Interview & danke für die wertvolle Arbeit!
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Vallhag
26.03.2024 16:48registriert März 2024
4 Jahre meines Lebens. Missbrauch und Gewalt durch Vater, Chaos statt Kindheit, minderjährig abgehauen, auf Strasse gelebt, dann kriminell, Hindelbank.
Das war vor Kellers Zeit. Doch ich stimme ihr zu, dass gute Betreuung hilft. Der Freiheitsverlust war schrecklich und schmerzhaft. Aber die Isolation half mir, innerlich zur Ruhe zu kommen und mich neu zu orientieren. Ich brachte mein Leben auf die Reihe und wurde nie wieder straffällig.
4 Jahre keine Männer mehr sehen zu müssen, verhalf in diesen jungen Jahren auch irgendwie zur Erkenntnis, dass die nicht alle Prügler und Vergewaltiger sind.
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