Schweiz
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Die NZZ provozierte mit einem Artikel viele Reaktionen im Netz. bild: watson/screenshot

Interview

NZZ-Chef Gujer zu Shitstorm: «Die einen schreien ‹Lügenpresse›, die anderen ‹Nazis›»

NZZ-Chefredaktor Eric Gujer äussert sich zum Vorwurf, seine Zeitung umwerbe in Deutschland Rechtspopulisten.

Patrik Müller / CH Media



Als Eric Gujer vor vier Jahren die Chefredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» übernommen hat, schärfte er ihren bürgerlich-liberalen Kurs – und begann, mit digitalen Angeboten gezielt auch Leser in Deutschland anzusprechen. Regelmässig macht die NZZ nun im Nachbarland von sich reden, oft mit konservativen Kommentaren und Beiträgen gegen die politische Korrektheit, wie sie in der linksliberal geprägten deutschen Medienlandschaft kaum zu finden sind. Gujer (57) war früher Korrespondent in Deutschland, Israel und Russland und leitete das Auslandressort der NZZ.

Eric Gujer, chief editor of the Neue Zuercher Zeitung (NZZ), in the committee room at the Falkenstrasse in Zurich, Switzerland, on May 22, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eric Gujer, Chefredaktor der Neuen Zuercher Zeitung (NZZ), am 22. Mai 2015, im Komitee Zimmer an der Falkenstrasse in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Mag keine Etiketten und Schablonen: NZZ-Chefredaktor Eric Gujer. Bild: KEYSTONE

Die NZZ provoziert in Deutschland mit politisch konservativen Artikeln regelmässig Reaktionen. Die linke Zeitung «taz» stellte fest, es gebe in Deutschland einen «Hype um die NZZ». Wie erklären Sie sich das?
Eric Gujer: Die Leserinnen und Leser sind offenkundig neugierig auf unsere nüchtern-kritische Berichterstattung über Deutschland und die Welt. Wir bieten auf einer eigenen Seite für deutsche Kunden eine ausgebaute Berichterstattung unseres Berliner Büros und wir hören immer wieder, wir sollten davon noch mehr machen. Ja, wir sind dabei manchmal sehr kritisch, aber das sind deutsche Medien gegenüber der Schweiz auch. So schrieb der «Spiegel» kürzlich: «Warum die Schweiz zu den rückständigsten Ländern Europas zählt». Lasst uns in Europa diskutieren, wo unsere Stärken liegen und unsere Schwächen! Die Schweiz muss sich da nicht verstecken. Die NZZ ist in dieser Diskussion allerdings die einzige Schweizer Stimme, die in Deutschland Gehör findet.

«Die Leserinnen und Leser sind offenkundig neugierig auf unsere nüchtern-kritische Berichterstattung über Deutschland und die Welt»

Eric Gujer

«Für mich ist die NZZ so etwas wie ‹Westfernsehen›», twitterte der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen. Warum hat sich die NZZ von diesem Label distanziert?
Weil es impliziert, dass die deutschen Medien «Ostfernsehen» sind. Und wer je die Medien der DDR gelesen oder gesehen hat, weiss, dass dieser Vergleich völlig schief wäre. Ausserdem mag ich solche Etiketten und Schablonen nicht, weil sie das Denken zu einfach machen.

Mit den politisch inkorrekten Artikeln, etwa über Migration, holen Sie in Deutschland viele Klicks - und wohl auch Abonnements. Insofern profitieren Sie doch von diesem Label?
Die NZZ profitiert in Deutschland davon, dass sie klar bürgerlich-liberale Positionen vertritt und gegenüber rechts wie links gleichermassen kritisch ist. Wir müssen deshalb mit Kritik von beiden Seiten leben. So provozierte kürzlich ein Kommentar einen Shitstorm bei offensichtlichen AfD-Anhängern, weil wir die enthemmte Sprache der Partei kritisiert und gefragt hatten, inwieweit das rechtsextremer Gewalt Vorschub leistet.

Wie wichtig ist Deutschland als Markt für die NZZ?
Die NZZ hat ein in der Schweizer Zeitungslandschaft einzigartiges Korrespondentennetz. Mittelfristig können wir dies nicht allein aus dem kleinen Schweizer Markt finanzieren. Man hat dann zwei Möglichkeiten. Entweder man macht es so wie der «Tages-Anzeiger» und übernimmt die Korrespondenten der «Süddeutschen Zeitung» und damit den deutschen Blick. Oder man versucht, den Schweizer Blick in Deutschland zu verbreiten und damit im deutschen Markt Geld zu verdienen. Wir haben gegenwärtig rund 14 000 Abonnenten in Deutschland und wachsen von Monat zu Monat. Gleichzeitig erfolgt ein Drittel der Besuche auf nzz.ch von Lesern und Leserinnen aus Deutschland.

Wie viel Wahrheit steckt in Maassens Aussage? Gibt es in der deutschen Medienlandschaft nicht zunehmend Einheitsbrei?
Ich würde es nicht Einheitsbrei nennen, aber bei bestimmten Fragen liegen die Positionen sehr eng beieinander. Besonders augenfällig war dies auf dem Höhepunkt des Flüchtlingsstroms 2015/2016. Da verteidigten die meisten Medien vehement die «Willkommenskultur» und analysierten nicht, dass das zu einer Gegenbewegung führen würde. Wir haben frühzeitig davor gewarnt, dass eine unkontrollierte Migration den Rechtspopulisten Auftrieb geben wird. Das ist dann auch leider eingetreten.

Sie lebten lange in Deutschland. Wie hat sich die Medienlandschaft verändert?
Es hat sich weniger die Medienlandschaft als die Gesellschaft insgesamt verändert. Die Polarisierung hat in den letzten Jahren massiv zugenommen und damit die Neigung, nur noch die eigene Meinung gelten zu lassen. Die einen schreien «Lügenpresse», die anderen «Nazis». Beide Seiten treten extrem moralisierend auf. In diesem Klima hat es eine offene Debatte natürlich schwer.

Einen kleinen Shitstorm löste ein Artikel aus, in dem es hiess, in deutschen Städten gebe es immer weniger «Ur- oder Biodeutsche». Darauf wurde der NZZ vorgeworfen, sich bei der AfD-Kundschaft anzubiedern. Ging dieser Text zu weit?
Der Duden definiert das Wort «Bio-Deutscher» ganz neutral: mit deutscher Herkunft und in Deutschland lebend. Überdies ist es sachlich zutreffend, dass Deutsche ohne Migrationshintergrund in vielen Städten in der Minderheit sind. Dennoch haben wir uns dafür entschieden, den Begriff in einer zweiten Version zu entfernen. Wir bedauern, dass der Begriff im Umfeld eines so kontroversen Themas wie der Migration zu Missverständnissen geführt und Emotionen geweckt hat. Niemand sollte sich an einem einzelnen Wort festbeissen, auch die NZZ nicht. Wer auf seine Leser eingeht, nimmt sie ernst und steigert so seine Glaubwürdigkeit.

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98Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hyperventilator 18.07.2019 14:56
    Highlight Highlight Ich mag den Gujer. Eine klare liberale bürgerliche Meinung. Der einzige Lichtblick in der öden CH Presselandschaft. Wem das zu bürgerlich ist, kann sich ja beim süddeutschen Tagi bedienen oder noch schlimmer beim Berliner Blick.
  • Magnum 18.07.2019 13:21
    Highlight Highlight Schade, dass ausgerechnet Patrik Müller dieses Interview geführt hat. Er spielt Gujer einen Steilpass nach dem andern zu, statt den offenkundigen Verrat am liberalen Erbe zu thematisieren. Chance vertan.
  • Hanjo 18.07.2019 13:05
    Highlight Highlight Spätestens seit Guyer Lobeshymnen über den Berggorilla im weissen Haus publizierte, kann ich ihn beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen.
  • N.F. 18.07.2019 12:29
    Highlight Highlight Ignorieren, ignorieren, so werde ich damit umgehen. Sowohl 20 min, das rechten Kommentatoren die Diskussion überlässt, als auch die NZZ.
    • oh mein lieber Herr! 19.07.2019 23:48
      Highlight Highlight In dem Sie sich ausschliesslich Ihre eigene Meinung zumuten, spinnen Sie sich in Ihrer Filterblase nur noch fester ein.
  • pamayer 18.07.2019 11:19
    Highlight Highlight https://www.woz.ch/1929/auf-allen-kanaelen/die-afd-gouvernante
    • Geiwetschteiler 18.07.2019 13:58
      Highlight Highlight In dem Artikel steht Faktisch genau nichts.
      Nur die Meinung eines Schreiberlings ohne Fakten und ohne Recherche.
  • sa5 18.07.2019 10:51
    Highlight Highlight Als Chefredaktor sollte man schon wissen wie der Begriff Biodeutsch konnotiert wird.
  • karl_e 18.07.2019 10:33
    Highlight Highlight Ich konnte den ehrenwerten Herrn Gujer nicht mehr ertragen und habe deshalb mein Abo gekündigt. Nun informiere ich mich nolens volens bei einem mittelmässigen Tamedia-Produkt und im Netz.
  • Christian Mueller (1) 18.07.2019 10:06
    Highlight Highlight Warum wurde mein erster Kommentar heute früh nicht freigeschalten? War doch ganz harmlos (nicht ganz so harmlos wie das interview). Kommt, wir sammeln hier ein paar kritischere fragen. Watson stellt sie dann herrn gujer. Journalismus 2.0...😉
  • Lowend 18.07.2019 09:56
    Highlight Highlight Eine Zeitung, die den hoch geachteten Chefredakteur Markus Spillmann ohne Not und Anlass durch Markus Somm, den erfolglosen Chefredakteur der BaZ und umstrittenen Hofbiografen von Blocher ersetzen will, zeigt ganz klar wohin die Reise gehen soll.

    Wenn nun der jetzige Chefredaktor behauptet, dass alles so wie immer sei, dann passt der Begriff «Lügenpresse» ausnahmsweise mal perfekt, weil er sich und auch die Schweiz über die wahre Strategie hinter dem Rechtsrutsch der NZZ offen anlügt.
  • Stambuoch 18.07.2019 09:39
    Highlight Highlight Die Kommentare hier drin beweisen es einmal mehr: Man will in seiner Meinungsbubble ungestört bleiben, alles, was dem nicht entspricht, wird verteufelt und verunglimpft.

    Unerhört, dass es Leute gibt, die andere Meinungen haben! Rechts und Links haben da massive probleme damit.

    Ich schätze die NZZ eben weil sie nicht wie die Tagi-Gruppe Leistungen aus Deutschland einkauft und so versucht uns den deutschen Blick als schweizerischen zu verkaufen. Gerade deshalb ist eine NZZ aber auch eine WoZ so wertvoll. Sie haben noch eigene Meinungen und einen eigenen Blick.
    • Stambuoch 18.07.2019 10:20
      Highlight Highlight Anmerkung: Die Weltwoche ist eine Parteizeitung, die hat mit objektivem, gutem Journalismus so viel gemein wie die Gewerkschaftszeitung oder ein anderes Parteiblatt (SP, FDP, CVP oder was auch immer).
    • oh mein lieber Herr! 19.07.2019 23:53
      Highlight Highlight Stammbuch

      Was du schreibst stimmt nicht.
      Aber um dies zu wissen, müsstest du die WW halt mal lesen.
      Anders wird s nicht gehen.
  • lenzbenz 18.07.2019 09:37
    Highlight Highlight Ich habe die NZZ unter dem ehemaligen Chefredaktoren Markus Spillmann auch mehr geschätzt, als ich es jetzt mit Gujer tue. Er selbst ist klar rechtsbürgerlich, was sich in seinen Kommentaren auch wiederspiegelt. Allerdings finde ich, dass man es sich zu einfach macht, die NZZ aufgrund des Chefredaktors an den rechtsbürgerlichen Rand zu drängen. Die Zeitung ist immer noch dezidiert liberal und von der Qualität noch immer mit Abstand die Nummer 1 der Schweiz.
    • Magnum 18.07.2019 13:27
      Highlight Highlight Wenn es den nur um Gujer ginge. Das Feuilleton ist eine ideologische Kampfplattform mit reaktionärem Geschmäckle verkommen, seit René Scheu dort sein Unwesen treibt. Der Berliner Bürochef Marc Felix Serrao bringt eben KEINE Schweizer Perspektive ein - weil er selbige nicht hat, nie hatte. Er schwingt sich stattdessen zum Chefversteher der Wutbürger Deutschlands auf. Und macht so aus einer Qualitätszeitung eine Art verquasten Boulevard. Der Verfasser des unseligen Mehrheitsgesellschafts-Artikels positioniert sich auch gerne als Lakai der Autoindustrie. Die NZZ hat ein echtes Problem.
    • Tjuck 18.07.2019 19:50
      Highlight Highlight "Die Zeitung ist immer noch dezidiert liberal und von der Qualität noch immer mit Abstand die Nummer 1 der Schweiz." Sicherlich trifft dies zu. Aber leider nicht mehr so liberal wie früher, und leider, leider auch nicht mehr so qualitativ hochwertig (sprich interessant, sachlich, vollständig, umsichtig, tiefgründig, intelligent usw.) wie früher.
  • Kurt von Tippelskirch 18.07.2019 09:27
    Highlight Highlight Ich bin jetzt 40 und lese die NZZ seit Studentenzeiten. Ich war 10 Jahre Mitglied der FdP und das bürgerliche Gedankengut ist das meine. Seit Eric Gujer aber die NZZ leitet, habe ich immer öfters das Gefühl, die Weltwoche zu lesen. In dem universitären Umfeld, in dem ich arbeite, geht es vielen so. Viele überlegen sich ernsthaft, das Abo zu kündigen. Bloss, welche Zeitung soll man abonnieren? Die Analysekraft der meisten Artikel und das Korrespondentennetz sind nun mal einfach einmalig. Es gibt leider keine (nicht-linke) Alternative. Sehr schade für die NZZ!
    • pamayer 18.07.2019 11:21
      Highlight Highlight Die woz!
  • butteraufsbrot 18.07.2019 09:27
    Highlight Highlight Gujer weiss ganz genau, was er macht und er weiss auch ganz genau, wie er unangenehme Fragen gezielt umschiffen kann. In schwierigen Zeiten für Zeitungen muss man eben tun, was wirtschaftlich sinnvoll ist. Mit seiner Kursänderung und gezielten Berichterstattung für “wütende weisse Männer” (dazu gabs übrigens nen Artikel) trifft er in Deutschland auf offene Ohren.
    Gleichzeitig werden im Feuilleton Leute wie Slavoj Žižek eingeladen, welche allen Ernstes über Feminismus und den dadurch verursachten Verlust der Sexualität fachsimpeln. Selten habe ich einen so absurden und niederen Text gelesen.
    • oh mein lieber Herr! 20.07.2019 00:00
      Highlight Highlight butterbrot

      Habe diesen Artikel nicht gelesen. Das der Feminismus, nicht unbedingt förderlich für Sexualität ist, kann ich mir aber noch gut vorstellen.
  • Roboter 18.07.2019 09:09
    Highlight Highlight Die Rechtfertigung der Verwendung von Worten wie Bio-Deutscher klingt für mich genauso wie die Rechtfertigungen von Freysinger für die Reichskriegsflagge. Beides ganz schwach.
  • Tjuck 18.07.2019 08:59
    Highlight Highlight "Dennoch haben wir uns dafür entschieden, den Begriff in einer zweiten Version zu entfernen." Sagt eigentlich alles über das Rückgrat dieses Herrn.
  • aglio e olio 18.07.2019 08:59
    Highlight Highlight "Überdies ist es sachlich zutreffend, dass Deutsche ohne Migrationshintergrund in vielen Städten in der Minderheit sind."

    Was meint er mit "viele"? In einigen Städten mag das zutreffen, dürfte jedoch die Ausnahme sein. Zumindest legen das die Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahe. Es gibt schlicht nicht genug Migranten in der BRD um diese Behauptung zu stützen.

    https://m.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/migrationshintergrund-i
  • ingmarbergman 18.07.2019 08:56
    Highlight Highlight Die NZZ ist etwa so liberal wie die DDR demokratisch war. Die Zeitung darf ruhig ein rechts-nationales Profil haben, ob sich das rechnet, soll der Markt entscheiden.
    Aber traurig ist, dass Gujer versucht sich als liberal darzustellen, obwohl er weiss dass das nicht mehr stimmt.

    Dass er damit den ganzen Liberalismus diskreditiert ist ihm egal. Die Schweiz braucht wieder progressive Liberale, die Land und Gesellschaft voranbringen, so wie es NZZ und FDP im 18. Jh waren.
    • Gurgelhals 18.07.2019 09:34
      Highlight Highlight Das ärgert mich tatsächlich am meisten am Gujer: Diese unredliche Art, wie er seine klar autoritäre Gesinnung dann auch noch als liberal verkaufen will. Das ist eine rhetorische Kapriole auf dem Niveau von "Freinsinn Blocherscher Prägung".

      Gujer ist ein typischer Schönwetterliberaler: Einer der die Vorzüge des Liberalismus nur so lange lebt, solange ihm und seinesgleichen die Position an den Schalthebeln der Macht von vornherein garantiert ist. Und sobald letzteres nicht mehr der Fall ist, fällt die Maske und die autoritäre Gesinnung dahinter kommt zum Vorschein.
    • satyros 18.07.2019 10:15
      Highlight Highlight Das finde ich jetzt schon ziemlich starken Tobak. Ich (ein dezidierter Linker) lese seit Jahren die NZZ. Klar hat sie sich unter Gujer (noch weiter) nach rechts bewegt, vor allem im Feuilleton (dort gab's ja auch gewichtige Wechsel) und in der Berichterstattung über unsere Nachbarländer. Das Gesamtprodukt würde ich allerdings immer noch als klar liberal bezeichnen. So gab's zum Beispiel eine Nein-Parole zu den Versicherungsdetektiven.
  • Hierundjetzt 18.07.2019 08:42
    Highlight Highlight Man mag, wie ich, die Bleiwüste von der Falkenstrasse nicht unbedingt mögen.

    Aber, Ihr top Korrespondentennetz ist unerreicht. Das ist einer der richtigen Stärken der NZZ

    Und ja, was der Tagi oder Watson macht (Übernahme der Deutschen Perspektive ohne schweizerische Einordnung) ist nicht immer sinnvoll.

    Es geht dabei nicht um Deutschland sondern um die Adaption in die schweizerische Lebensrealität.
    • Firefly 18.07.2019 11:03
      Highlight Highlight "Aber, Ihr top Korrespondentennetz ist unerreicht"

      Auch da wird seit Jahren gespart.
  • Spooky 18.07.2019 08:38
    Highlight Highlight Immerhin kann man die NZZ online gratis lesen. Nicht wie beim Tagesanzeiger, wo man 2 Franken pro Tag bezahlen muss...äh...müsste.
    • Saraina 18.07.2019 09:05
      Highlight Highlight ...abgesehen davon, dass sich innden Kommentarspalten des Tages-Anzeigers zeigt, dass dieses Blatt die rechten Dumpfbacken auch ganz erfolgreich anzieht.
    • Firefly 18.07.2019 09:22
      Highlight Highlight Das "gratis" schlägt wohl auf die Qualität, oder es dient einem anderen Zweck als dem vorgegebenen, wie überall.

      Das scheinen leider viele Leute noch nicht recht begriffen zu haben. Dabei wäre dieses Bewusstsein wesentlich für unsere Zeit
    • Roterriese #DefendEurope 18.07.2019 10:50
      Highlight Highlight @Saraina naja dafür tummeln sich hier in der Kommentarspalte recht viele linke "Dumpfbacken". Was soll dein Kommtar genau bezwecken?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max Dick 18.07.2019 08:35
    Highlight Highlight Die NZZ in die rechtsextreme Ecke drängen zu wollen...du meine Güte, für gewisse Kreise ist aber auch alles rechtsextrem, was dem eigenen, idealen Weltbild, etwas widerspricht.
    Man muss nur gerade jetzt in diesem Moment auf die Frontseite der NZZ gehen und dann kurz runterscrollen. Sind das wirklich Artikel und Überschriften, die dazu dienen, sich beim rechten Wutbürger anzubiedern?
    • Saraina 18.07.2019 09:05
      Highlight Highlight Nicht jeder Rechte ist ein Trottel.
    • Gurgelhals 18.07.2019 09:14
      Highlight Highlight Die NZZ ist natürlich nicht rechtsextrem; Gujer fährt eine autoritär-rechtsbürgerliche Linie. Sprich: irgendwo so am rechten Rand der CDU zu verorten (also im Dunstkreis eines Hans-Georg Maassens).

      Daniel Binswanger hat das kürzlich in der Republik gut dargelegt: Das politische Ideal eines Eric Gujers ist eine hypothetische AfD, die keine Nazis unter sich hat und einfach sonst einen autoritären, hart rechtsbürgerlichen Kurs fährt und derartige Ratschläge sendet er auch regelmässig an unseren nördlichen Nachbar. Das Stichwort ist hier "autoritär" – ironischerweise das Gegenteil von "liberal".
    • Max Dick 18.07.2019 09:55
      Highlight Highlight Wenn ich nzz.ch eingebe, kommt oben rechts ein Artikel, dass in Equador Homosexuelle in Kliniken eingesperrt werden und Jesus helfen soll, sie zu "heilen". Und die NZZ berichtet nicht positiv über dieses Vorgehen.

      Ich habe meine Zweifel daran, dass es eines der Hauptanliegen der hypothetischen AFD ist, solche Missstände auf den Tisch zu legen.

      Für mich ist und bleibt die NZZ das Sprachrohr des klassischen Freisinns. Das heisst nicht, dass sie damit 1 zu 1 meine politischen Überzeugungen vertreten, aber das wäre auch erst der Fall wenn ich selber ein Medium aufkaufe und diktatorisch führe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Firefly 18.07.2019 08:29
    Highlight Highlight Das Schlimme ist ja nicht, dass die einen Lügenpresse und die anderen Nazis schreien, verschiedene Lager gabs schon immer. Das Schlimme ist, dass sich die NZZ von ihrem liberalen und im Vergleich objektiven Kurs hin zu einem Lager bewegt indem sie einseitig das eine Lager bedient und das andere kritisiert.
    • Platonismo 18.07.2019 09:27
      Highlight Highlight Liberal ist genauso wenig objektiv wie sozialistisch, faschistisch oder progressiv. Es ist eine ökonomische und philosophische Denkschule. Die NZZ folgt ihr konsequent. Sie lässt allerdings auch Vertreter anderer Schulen zu Wort kommen (Bannon, Ziegler...). Das halte ich für eine Stärke. Dass sie diese Wortmeldungen nicht in ihrer Schule einordnet zeigt wiederum, dass sie ihrer Leserschaft zutraut, selber zu denken.
    • Firefly 18.07.2019 12:32
      Highlight Highlight @Platonismo nun intern hat die NZZ von einem liberalen (Spillmann ) zu einem autoritären (Gujer) Führungsstil gewechselt. Die NZZ folgt ihr also nicht konsequent.
  • überflüssig 18.07.2019 08:19
    Highlight Highlight nüchtern-kritisch geht anders:
    im ganzen interview schwingt ein manipulativer ton mit. auf kritik geht er nur sehr oberflächlich ein.
    diese art, sich selbst zu rechtfertigen, indem man konkurenz (zum teil subtil) vorführt, erinnert eher an einen schlechten politiker ...
    bei mir hinterlässt er nicht den eindruck, objektive wahrheit vermitteln zu wollen.



    • Platonismo 18.07.2019 09:28
      Highlight Highlight Die NZZ ist liberal in ihrer Haltung, nicht objektiv wahr.
  • rodolofo 18.07.2019 08:10
    Highlight Highlight "Nüchtern und kritisch" also sei sie, die NZZ...
    Männer der "Alten Schule" glauben, dass sie mühelos die Führungsrolle in Diskussionen übernehmen können, wenn sie sich als "objektiv ohne Emotionen" inszenieren.
    Sie halten Gefühle prinzipiell für unprofessionell und glauben, dass Leute, die im Gespräch emotional werden, sich dadurch bereits selber diskreditieren und unglaubwürdig werden.
    Für mich ist DAS GEGENTEIL der Fall!
    Wenn mir etwas am Herzen liegt, dann bin ich auch emotional bewegt!
    Und Flüchtlinge sind halt immer noch Menschen und keine Maschinen mit einem "Abschalten"-Knopf...
    • bebby 18.07.2019 09:07
      Highlight Highlight Für Sie ist wohl die WOZ eher das Stammplatt, dort hat es genug Polemik :-)
      Das ist es gerade, was ich an der NZZ schätze: der Mangel an Polemik.
    • Platonismo 18.07.2019 09:29
      Highlight Highlight oder der Blick, die geballte Emotion....
    • rodolofo 18.07.2019 13:43
      Highlight Highlight Ich lese weder Blich, noch WOZ, informiere mich aber gerne bei srf, Arte, Tages Anzeiger und auf Watson.
      Ja, so können sich die "Sachlichen" mit ihren polemischen Clichées täuschen... ;)
  • Herbert Anneler 18.07.2019 08:05
    Highlight Highlight Wer „bürgerlich-liberal“ nicht von „neoliberal“ zu unterscheiden vermag, hat von Politik und Ökonomie Wesentliches nicht verstanden. Die NZZ verfolgt den Neoliberalismus:Er will die Gesellschaft nach rein ökonomischen Prinzipien regeln - nach dem Recht des wirtschaftlich Stärkeren: Das hat mit dem Liberalismus der égalité, liberté, fraternité und Gewaltenteilung, worauf unsere Bundesverfassung seit 1874 beruht, nichts zu tun!
    • inmi 18.07.2019 09:03
      Highlight Highlight Herbert, du bekämpfst einen Strohmann, der nur in deinem Kopf existiert. Die Staatsquote steigt und steigt jedes Jahr. Sogar nach dem angeblichen Rechtsrutsch 2015 wurden zahlreiche neue Steuern eingeführt, der Staat wurde vergrössert.
    • bebby 18.07.2019 09:09
      Highlight Highlight Die NZZ ist definitiv nicht neoliberal. Dazu steht sie der FDP zu nahe. Neoliberal würde bedeuten, dass man jeglichen Eingriff in die Wirtschaft verabscheut. Das tut die NZZ nicht.
  • PrivatePyle 18.07.2019 07:43
    Highlight Highlight Ich habe immer noch nicht verstanden, warum das Aufzeigen von demographischen Entwicklungen unter Einbezug empirischer Daten politisch "nicht korrekt" sein soll??

    Die Linken werfen der Rechte vor, die Fakten zum Klimawandel nicht wahrhaben zu wollen, verhalten sich beim ganzen Migrationsthema jedoch selber völlig realitätsfern. Am Ende ticken wir halt alle gleich....
    • Saraina 18.07.2019 09:09
      Highlight Highlight Möglicherweise, weil die Veränderung der Bevölkerungsstruktur einseitig als Übel gesehen wird? Weil nicht die seit Jahrzehnten bestehende zu tiefe Geburtenzahl der Europäer für diese Veränderung verantwortlich gemacht wird, sondern einzig die Zuwanderung? Weil ausser Feindbildern und Ausgrenzung, Hass und Hetze kein Lösungsweg angestrebt wird, die problemverursachenden wirtschaftlichen Strukturen aber weiterhin hochgehalten werden?
    • lilie 18.07.2019 09:35
      Highlight Highlight @PrivatePyle: Du vergleichst hier Äpfel und Birnen.

      Der Klimawandel bringt weder dem Menschen noch dem grössten Teil der Natur irgendwelche Vorteile. Es gibt vermutlich nur wenige Gegenden, die profitieren, und selbst bei denen ist es fraglich, wie lange noch.

      Die Migration hingegen bringt nicht nur Nach-, sondern in erster Linie viele Vorteile: billige Arbeitskräfte am einen Ende, fähige Spezialisten und Führungskräfte am anderen Ende.

      Was meinst du, warum die Rechten zwar gegen die Einwanderung sind, jedoch mit Handkuss Ausländer anstellen? Das ist heuchlerisch.

    • Relativist 18.07.2019 09:43
      Highlight Highlight Ganz einfach: es ist eine Sache zu beschreiben und eine andere zu werten. Obwohl Gujer im Interview den Begriff Bio-Deutscher versucht zu relativieren, ist er ganz klar völkisch geladen. Er impliziert, dass ein/e Bio-Deutsche/r irgendwie besser ist als ein/e Deutsche/ mit Migrationshintergrund.
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  • Tom T. 18.07.2019 07:39
    Highlight Highlight Unter Gujer verkommt die NZZ zur Smopo.ch für Intelkektuelle.

    Anstelle von Fake News liefert sie als "seriöse neutrale schweizerische" Zeitung rechtes Unrechtsargementarium für die AFD und Konsorten.

    Z.Bsp. : Die neuen EMRK-feindlichen Gesetze Italiens werden als Sieg des Rechtsstaats gefeiert.

    Dieser neue Mechanismus, dass NZZ, Köppel und Smopo.ch unter Schweizer Label Export-News für Deutschland herstellen und sagen was Deutsche aus guten und rechtlichen Gründen nicht tun, das ist ein perfider Sieg der Rechten.
  • Majoras Maske 18.07.2019 07:31
    Highlight Highlight Unter dem letzten Chefredaktor schätzte ich die NZZ sehr. Zwar war ich oft nicht derselben Meinung, aber die Analysen waren gut.
    Unter Gujer die NZZ zu lesen ist aber eine Qual. Es ist gar nicht so lange her, da setzte die NZZ z. B. Klimaleugner prominent in Szene ohne sie kritisch zu hinterfragen.
    Ich glaube nicht, dass die NZZ über "die schweizerische Perspektive" verfügt und ich glaube dass dieser "schweizer Blick" in der Schweiz auch immer weniger geschätzt wird. Die NZZ hat mit der Neuausrichtung auch viele bürgerliche Leser verloren. Schade, dass das Traditionsblatt so endet.
    • Tjuck 18.07.2019 08:57
      Highlight Highlight Was ich bedenklich finde, ist die Tatsache, dass es die NZZ mit den Fakten oftmals auch nicht mehr so genau nimmt. Respektive die Fakten einseitig, falsch oder unvollständig interpretiert.

      Dann stört mich Gujer selbst. Was nicht von ihm selbst kommt, sondern aus der Redaktion, ist tendenziell um Klassen besser, als das, was der Chef schreibt. Einfach weil sachlicher und nicht unterschwellig tendenziös.
    • bebby 18.07.2019 09:06
      Highlight Highlight Die NZZ ist unter Gujer klar nacht rechts gerutscht, was gerade vor Wahlen und Abstimmungen sichtbar wird. Und da wird oft zu wenig unterschieden zwischen Meinung und Fakten.
      Aber es gibt in der Schweiz keine Alternative mehr, die ähnlich fundiert und ausführlich berichtet, deshalb bleibe ich dabei.
      Die Schweiz ist vermutlich zu klein für zwei Zeitungen dieses Formats. Es lohnt sich deshalb meiner Meinung nach, zusätzlich Alternativen aus dem Ausland zu lesen, wie die FAZ oder The Economist.
      Womit ich am meisten Mühe habe bei der NZZ, ist die NZZ am Sonntag. Die ist viel zu plakativ für mich.
    • Platonismo 18.07.2019 09:33
      Highlight Highlight Tjuck: Beispiele? Beweise? Diskreditierung der Glaubwürdigkeit von Medien scheint mir eine sehr typisch neurechte Strategie zu sein...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hosesack 18.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Aalglatt, dieser Herr Gujer, ein Interview wie mit einem Buchhalter der Worte.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 18.07.2019 07:09
    Highlight Highlight Der angeblich bürgerlich-liberale Kurs liest sich aber ziemlich rechts, wenn man die NZZ aufschlägt. Mancher Beitrag könnte ebenso gut in der "Junge Freiheit" stehen.
  • pun 18.07.2019 07:09
    Highlight Highlight Zu "Lügenpresse vs. Nazis": Der Vergleich Guyers klingt zwar schön dem rechten Zeitgeist gemäss, aber nur nochmal um die Fakten auf den Tisch zu legen, das Wort Lügenpresse wurde und wird von (Neo-)Nazis verwendet, um unabhängige Presse und abweichende Meinungen zu diskreditieren. Immer wenn eine Gruppe von wütenden Menschen beginnt, intensiv Nazis-Begriffe zu verwenden, sollten wir vorsichtig werden. Aus der Geschichte zu lernen und "NIE WIEDER" als Grundhaltung festzulegen ist unsere Verpflichtung in Andenken an die Millionen Toten in den beiden Weltkriegen.
    • Stambuoch 18.07.2019 09:33
      Highlight Highlight Sie haben wohl nicht begriffen, dass Gujer dagen wollte, dass er bzw. die NZZ von Links (Nazis!) wie aber auch Rechts (Lügenpresse!) Angriffe/Beschimpfungen aushalten darf. Dass er damit sagen wollte, dass die Artikel der NZZ oftmals beiden Seiten nicht passen bzw. nicht in ihre Bubble/Denkkonzept passen.
    • pun 18.07.2019 09:45
      Highlight Highlight Nein, lies den Abschnitt nochmal. Guyer stellt im Interview klar, dass das eine Aussage über die veränderte Gesellschaft in Deutschland ist.
  • häxxebäse 18.07.2019 07:00
    Highlight Highlight "unsere nüchtern-kritische Berichterstattung"...
    Ja genau, wie neutrale länder die waffen verkaufen = dieselbe kategorie von neutralität.
  • Randy Orton 18.07.2019 06:57
    Highlight Highlight Guyer scheint es nicht nur egal zu sein, er scheint sogar zu forcieren, dass die NZZ in einschlägig rechtsextremen Foren etc. abgefeiert wird und vermeintliches Argumentationsmaterial für diese Personen liefert. Schade verkommt eine Zeitung die für fundierte Analysen bekannt ist zu eindimensionaler unsachlicher Berichterstattung.
    • walsi 18.07.2019 07:26
      Highlight Highlight Nur weil das, was dort geschrieben wird, Ihnen nicht gefällt, bedeutet das noch lange nicht, dass es unsachlich ist.
    • rodolofo 18.07.2019 08:13
      Highlight Highlight Bedeutet "Sachlich", Lebendiges als Ware zu behandeln?
    • Randy Orton 18.07.2019 08:39
      Highlight Highlight Walsi, wenn Meinungen als Fakten verkauft werden und nicht mehr reflektiert wird ist es leider unsachlich. Die NZZ hat immer wieder sehr gute Artikel, aber einfach eine Meinung zu bringen ohne dieser auf den Zahn zu fühlen finde ich schwach, egal ob NZZ, woz oder Weltwoche und egal ob der Artikel nun meiner Meinung entspricht oder nicht. Ich kaufe eine Zeitung nicht um gebauchpinselt zu werden oder um Meinungen vorgesetzt zu bekommen, ich will informiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pun 18.07.2019 06:47
    Highlight Highlight Guyer kommt höchst unglaubwürdig rüber. Biedert sich geradezu offensichtlich mit hunderten Kommentaren dem rechtsextremen Internetmob an und steht dann nichtmal dazu, weil es auch mal einen Kommentar gab, der die Afd verurteilt.
    Ich finde es aber leider auch auch ein echt schwaches Interview. Keine kritischen Nachfragen und 1:1 die Selbstdarstellung Guyers befördert.
  • Goldjunge Krater 18.07.2019 06:37
    Highlight Highlight Ein tolles Interview! 👍
  • Thomas Bollinger (1) 18.07.2019 06:34
    Highlight Highlight Ich habe vor 14 Tagen das NZZ Abo nicht gekündigt, weil die NZZ über Deutschland schreibt. Ich habe die NZZ gekündigt, weil der Gujer zum wiederholten Male einen Kommentar geschrieben hatte, den man in seiner Bezahlzeitung einfach nicht lesen will. Der Kommentar des Chefredaktors offenbart die Seele einer Zeitung.
    • P. Silie 18.07.2019 07:39
      Highlight Highlight Interessant.. und ich habe gerade darüber nachgedacht, neben der WELT vielleicht mit der NZZ doch noch eine Schweizer Zeitung zu abonnieren.. Es geht nichs über neutrale Berichterstattung die BEIDE Seiten kritisch betrachtet.
    • inmi 18.07.2019 09:09
      Highlight Highlight Ich habe dafür ein NZZ Abo gelöst. Der Schweizer Journalismus hat eine grosse Gleichförmigkeit. Auch Watson schreibt dasselbe, wie das SRF, WOZ oder der Tagi. NZZ mit seinem klaren Liberalismus ist gut und wertvoll.
    • pun 18.07.2019 09:56
      Highlight Highlight @inmi: Du disqualifizierst deine Meinung als Propaganda. Wenn du watson, SRF, WOZ und Tagi vorwirfst, genau dasselbe zu schreiben, hast du wohl schon sehr lange keine Tagesschau mehr geschaut und noch nie eine WOZ in der Hand gehabt. Das sind grundverschiedene Medien mit grundverschiedenen abgebildeten Inhalten und Meinungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schneider Alex 18.07.2019 06:06
    Highlight Highlight Warum stösst sich NZZ-Chefredaktor Eric Gujer an den Gestalten Wilhelm Tell und Arnold Winkelried? Weil sie bezeugen, dass die Schweiz kein «Vernunftgebilde» ist. Sondern die Frucht von Ablehnung, Widerstand und Neinsagen gegenüber dem damaligen habsburgisch-europäischen Verwaltungsstaat. Gujer plädiert mit seinen Redaktoren fanatisch für den institutionellen Anbindungsvertrag mit der EU."
    (Ch. Mörgeli in Weltwoche Nr. 16/ 2019, 17.4.19)
    • bebby 18.07.2019 09:16
      Highlight Highlight Mörgeli interpretiert die Geschichte frei nach seinem Gutdünken.
      Erstens lag die Begründung der Eidgenossenschaft weit vor der Gründung des Schw. Bundesstaats.
      Zweitens war die Eidgenossenschaft im 13. Jh. nicht nur Abwehr, sondern ermöglichte auch eine effektivere Kontrolle der Leibeigenen durch den lokalen Adel (z.B. durch die Rückschaffung abgehauener Leibeigenen an ihren Herrn). Die Eidgenossenschaft hatte damals grosse Untertanengebiete, die sie managen musste. Ironischerweise mittels Vögten, die sich aufgeführt haben wie die Präfekten Roms.
      Ohne Napoleon wäre die heutige CH undenkbar.

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