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ZUR ERHOEHUNG DER  AUFENHALTSDAUER BEI EINBUERGERUNGSGESUCHEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Mann haelt einen biometrischen Schweizer Pass in der Hand, aufgenommen am 10. Februar 2014 in Bern. Ein Einbuergerungsgesuch soll nur stellen dürfen, wer mindestens zehn Jahre in der Schweiz gelebt hat. Darauf haben sich National- und Staenderat geeinigt. Die kleine Kammer hat am Donnerstag nachgegeben und ist auf die haertere Linie des Nationalrates eingeschwenkt. (KEYSTONE/Christian Beutler)  *** NO SALES, NO ARCHIVES *** NO SALES, DARF NUR IM ZUSAMMENHANG MIT DER ERWAEHNTEN AUFFUEHRUNG VERWENDET WERDEN ***)

Die Reisedokumente des 26-jährigen Dschihadisten werden weiterhin zurückgehalten.
Bild: KEYSTONE

Er wollte als Märtyrer sterben: Schweizer Dschihadist erhält seinen Pass weiterhin nicht zurück



Der rund 26 Jahre alte Schweizer, der im April 2015 mutmasslich in das syrisch-irakische Kriegsgebiet zu reisen versuchte, erhält seine Reisedokumente weiterhin nicht zurück. Das Bundesstrafgericht hat eine Beschwerde des Mannes gegen die Weiterführung dieser Massnahme abgewiesen.

Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts bestätigt in ihrem Entscheid den dringenden Tatverdacht hinsichtlich der Förderung von Aktivitäten der verbotenen Gruppierung «Islamischer Staat».

Die dem Mann vorgeworfene Straftat wiege schwer, so dass bei einer Verurteilung mit einer hohen Strafe zu rechnen sei. Dies erhöhe die Fluchtmotivation.

Zudem sei offensichtlich, dass die familiären Verhältnisse in der Schweiz den Beschuldigten nicht davon abhielten, in das syrisch-irakische Kriegsgebiet zu reisen.

Kontakt zu Winterthurer Teenagern

Der junge Mann wurde 2015 am Flughafen Zürich festgenommen. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass er über Istanbul nach Syrien oder in den Irak gelangen wollte.

ANLAESSLICH DER BILANZ MEDIENKONFERENZ DER FLUGHAFEN ZUERICH AG AM DIENSTAG, DEM 17. MAERZ 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Swiss-Flugzeug steht vor dem Flughafengebaeude am Flughafen Kloten, aufgenommen am Freitag, 20. Februar 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Flughafen Zürich: Hier wurde der junge Mann im April 2015 festgenommen.
Bild: KEYSTONE

Nach seiner Entlassung musste er sich zunächst regelmässig bei der Polizei melden. Zudem wurde eine Schriftensperre verhängt, um einen weiteren Ausreiseversuch zu verhindern.

Wie aus dem Urteil des Bundesstrafgerichts hervor geht, stand der Beschuldigte zwischen September und Dezember 2014 in regem telefonischem Kontakt mit jenem Teenager aus Winterthur, der im Dezember 2014 mit seiner Schwester ins Kriegsgebiet ausreiste. Unterdessen sind die beiden Jugendlichen in die Schweiz zurück gekehrt.

Als Märtyrer sterben

Der junge Mann hatte ausserdem Kontakt zu einer weiteren Person, die im Februar 2015 nach Istanbul flog und gemäss Annahme der Bundesanwaltschaft von dort nach Syrien weiter reiste.

Die Auswertung von Dokumenten und elektronischen Geräten des Beschuldigten ergab zudem, dass er die Absicht hatte, in Syrien als Märtyrer zu sterben. Dies habe er auch gegenüber seiner Lebenspartnerin gesagt.

Auf seinem Mobiltelefon hat sich ausschliesslich radikal-dschihadistische Propaganda befunden, die unter anderem den Märtyrertod verherrlicht.

Am 31. März 2015 wurde der Beschuldigte gemäss einem Bericht der Bundeskriminalpolizei telefonisch kontaktiert. Dabei habe der Anrufer gesagt: «Schau, bevor ich für dich einen Flug buche, warne ich dich, der Weg dort ist sehr schwer.» Alles was der Anrufer für den jungen Mann machen könne, sei dafür zu sorgen, dass er dort ankomme.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. (sda/cma)

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