Schweiz
Justiz

Junge Frau stirbt bei Aufräumarbeiten – heute stehen zwei OK-Mitglieder vor Gericht

Festivalbesucher verlassen das Openair Frauenfeld. Zwei Tage danach fegt ein Sturm über die Grosse Allmend. 
Festivalbesucher verlassen das Openair Frauenfeld. Zwei Tage danach fegt ein Sturm über die Grosse Allmend. Bild: KEYSTONE
Openair Frauenfeld

Junge Frau stirbt bei Aufräumarbeiten – heute stehen zwei OK-Mitglieder vor Gericht

17.12.2014, 09:2725.02.2015, 09:02

Die Tragödie passierte bei den Aufräumarbeiten nach dem Openair Frauenfeld im Juli 2012: Ein Gewitter fegte mit Sturmböen von bis zu 90 km/h über das Gelände und zerstörte dabei mehrere Zelte. Zwei Openair-Helfer, eine 24-jährige Frau und ein 21-jähriger Mann flüchteten in ein Zelt. 

Doch dieses Zelt wurde vom extremen Wind aus der Verankerung gerissen, herumfliegende Teile verletzten beide schwer. Noch in der Nacht darauf starb die angehende Sekundarlehrerin im Spital. 

Hätte die Tragödie verhindert werden können? Wer war verantwortlich für den Tod der 24-Jährigen? 

Die Vorwürfe liessen nicht lange auf sich warten, und wogen schwer: «Wir fragen uns, warum keine Sturmwarnung ausgerufen wurde», sagte ein Helfer im «Blick». «Wie kann ein Leiter zulassen, dass die beiden ins Zelt rannten?» Andere fragten, ob vielleicht bereits das Sicherheitskonzept Mängel aufwies.

Wenige Tage nach dem Unfall wurde bekannt, dass es tatsächlich eine Sturmwarnung gegeben hatte. Wie «20 Minuten» berichtete, seien trotzdem rund 30 Personen auf dem Gelände geblieben. 

Helfer dem Angeklagten direkt unterstellt

Stellungnahmen der Organisatoren sucht man vergebens, sie schwiegen während der tagelangen Berichterstattung. In einer Beileidsbekundung an die Angehörigen auf der Internetseite des Openairs zeigen sie sich allerdings tief betroffen.

Im Februar 2013 eröffnete die Staatsanwaltschaft Thurgau ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung gegen ein OK-Mitglied und einen Helfer des Festivals. Es sei zu klären, ob Verletzungen der Sorgfaltspflicht begangen wurden, hiess es damals bei der Staatsanwaltschaft. Der Helfer sei dem OK-Mitglied direkt unterstellt gewesen. (dwi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Vom Maggiatal nach Europa – wie ein Maurersohn Geschichte schrieb
Pietro Morettini war als «Schutzpatron» in ganz Europa aktiv. Der Festungsbauer aus dem Süden der Eidgenossenschaft arbeitete für verschiedene Herrscher und genoss hohes Ansehen. Nur in der Heimat war er ein eher unbekannter Zeitgenosse.
Pietro Morettini ist eine Rarität, denn er ist eine der wenigen Ingenieur- und Architektenfiguren des Sopraceneri. Die meisten über die Landesgrenzen hinaus bekannten Namen stammen aus dem Sottoceneri: Solari, Pelli, Trezzini... Aber war Morettini überhaupt ein Tessiner? Jein. Bis 1798 war die Leventina ein Untertanengebiet von Uri. Das Bleniotal, die Riviera und die Region um Bellinzona wurden von den drei Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden kontrolliert. Der südliche Teil, der Lugano und Mendrisio sowie Locarno und das Maggiatal umfasste, wurde von allen souveränen Kantonen (ausser Appenzell) gemeinsam regiert. Der heutige Kanton Tessin wurde erst 1803 gegründet. Aber zurück zu Pietro Morettini.
Zur Story