Schweiz
Justiz

Crans-Montana: Jacques Moretti weist bei Anhörung Schuld von sich

Moretti an Anhörung: «Ich trage keine Schuld, es ist nicht meine Verantwortung»

21.01.2026, 10:2521.01.2026, 14:02

Barbetreiber Jacques Moretti des «Le Constellation» in Crans-Montana beantwortete bei seinem Verhör von Dienstag fast zehn Stunden lang die Fragen der Staatsanwälte und wies dabei jegliche Schuld von sich.

The owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques and Jessica Moretti from France, center, arrive with their lawyers Patrick Michod and Nicola Meie ...
Barbesitzer Jacques Moretti (links). Bild: KEYSTONE

Am Dienstag waren rund 30 Anwälte der Familien der Toten und Verletzten im Saal, berichtet der Corriere della Sera. Einige Aussagen hätten sie den Kopf schütteln lassen. So sagte Moretti: «Auch wir sind Opfer dessen, was vorgefallen ist ... Nicht Opfer auf derselben Ebene wie die Toten und Verletzten, aber auch wir leiden zutiefst.»

In Bezug auf die Sicherheit sehe Moretti keine Schuld bei sich selbst, sondern bei denen, die ihn nicht dazu verpflichtet hätten, die notwendigen Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Risiken zu vermeiden, berichtet die Zeitung.

«Ich trage keine Schuld, es ist nicht meine Verantwortung. Ich habe alles Notwendige in Bezug auf die Sicherheit getan.»

Für die Champagnerflaschen mit Funkenkerzen, die die Kellnerinnen auf den Schultern ihrer Kollegen in den Saal trugen, mache er seine Mitarbeiter verantwortlich: «Das war etwas, das das Personal gemacht hat, es war nicht meine Initiative, aber ich habe es auch nie verboten», erklärte er gemäss dem «Corriere della Sera».

Nach fast zehn Stunden Anhörung sagte Moretti:

«Im Gefängnis esse und schlafe ich nicht, ich bin völlig erschöpft. Ich fühle mich nicht in der Lage, morgen früh weiterzumachen.»

Die Vernehmung wurde am Montag nicht fortgesetzt, sondern auf einen späteren, noch festzulegenden Termin verschoben. Damit wird am Mittwoch seine Frau Jessica Moretti an der Reihe sein, um sich den zahlreichen Fragen zu stellen.

Bei dem Brand in der Silvesternacht kamen 40 Menschen ums Leben, 116 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. (fak)

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