Schweiz
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Eidgenössische Kommission empfiehlt 38 Wochen Elternzeit



ZUM THEMA VATERSCHAFTSURLAUB STELLEN WIR IHNEN HEUTE, MITTWOCH, 25. OKTOBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A father holds his newborn infant named Julia at the maternity unit of the Triemli Hospital in Zurich, Switzerland, on September 27, 2016. Julia was delivered by cesarean section because she was facing the wrong way for a vaginal delivery. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Die Schweiz bildet in Europa das Schlusslicht in Bezug auf die Unterstützung junger Eltern. Sie kennt keine gesetzliche bezahlte Elternzeit. Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) empfiehlt nun eine Elternzeit von 38 Wochen.

Die EKFF hat ein Forschungsbüro damit beauftragt, die zwischen 2010 und 2017 veröffentlichte Literatur zu den Auswirkungen einer Elternzeit und eines Mutter- oder Vaterschaftsurlaubs zu analysieren und einen Vergleich zwischen verschiedenen OECD-Ländern zu erstellen.

Den Ergebnissen der am Montag veröffentlichten Analyse zufolge bietet eine Elternzeit nicht nur Vorteile für Eltern und Kind, sondern auch für Gesellschaft und Wirtschaft. Alle Länder, die eine Elternzeit eingeführt haben, hätten diese auch beibehalten.

Das Schlusslicht in Bezug auf die Unterstützung junger Eltern bilde die Schweiz, die keine gesetzliche bezahlte Elternzeit kennt. Die EKFF äussert sich in einer Medienmitteilung überzeugt, dass die Einführung einer Elternzeit, die zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden kann, sich positiv auf die Familien und die Gesellschaft auswirken würde.

Acht Wochen für die Väter

Anhand der jüngst veröffentlichten Literatur hat die EKFF ihren Modellvorschlag aus dem Jahr 2010 überprüft und «mit Genugtuung» festgestellt, dass das 38-Wochen-Modell seine Gültigkeit behalten habe. Sie empfiehlt, acht Wochen der Elternzeit den Vätern vorzubehalten, da diese Zeit die Vater-Kind-Beziehung langfristig positiv beeinflusse.

Mit der Elternzeit könnte die Erwerbsquote der Frauen erhöht werden, was dem Fachkräftemangel entgegenwirken würde, argumentiert die EKFF. Ausserdem könnten Mütter, die dies wollen, ihren Beschäftigungsgrad erhöhen.

Eine Studie aus dem Jahr 2010 schätzt die Kosten des EKFF-Modells auf 1 bis 1.5 Milliarden Franken. Mit einer Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen um 1 Prozent und den dadurch generierten Steuereinnahmen wären die Kosten einer vollständig bezahlten Elternzeit von 18 bis 20 Wochen bereits gedeckt, schreibt die Kommission.

Der EKFF gehören 15 Mitglieder aus familienpolitischen Organisationen, Instituten der Familienforschung und Fachleute aus dem Sozial-, Rechts- und Gesundheitsbereich an.

Umstrittene Volksinitiative

Im Juni 2017 war die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub - zum Nutzen der ganzen Familie» eingereicht worden. Urheber sind die Organisationen Travail.Suisse, männer.ch, Alliance F und Pro Familia Schweiz. Sie verlangt vier Wochen Vaterschaftsurlaub, was der Bundesrat als zu teuer erachtet.

Die FDP-Liberale Fraktion hat ein eigenes Konzept für einen möglichen indirekten Gegenvorschlag zu der Initiative beschlossen. Kernpunkt: Neu 16 Wochen Elternurlaub statt wie bisher 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Von den 16 Wochen für die Eltern wären acht fix für die Mutter und weitere acht könnten flexibel und einvernehmlich auf beide Eltern verteilt werden (bei Nichteinigung 14 Wochen für die Mutter, zwei für den Vater).

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates schliesst einen eigenen Gegenvorschlag nicht aus. Am (morgigen) Dienstag berät sie weiter über die Volksinitiative. (sda)

«Ihr müsst mein Kind nicht toll finden, aber...»

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Video: watson/Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Urs Minder 22.08.2018 18:24
    Highlight Highlight Genau noch mehr Zwangsabgaben für alle, noch mehr steigende Lebenskosten, weil alle möglichen Leute sich subventionieren lassen wollen. Es werden jährlich 100 Mio. Leute mehr geboren als sterben. Hier darf ich die künftige 12 Mio. Schweiz mit finanzieren. Vermutlich, welches Wunder, brauchen die selben Leute auch verbilligten Wohnraum usw. Es ist plötzlich so teuer hier....
    1 0 Melden
  • Erklärungsbedarf your limits 20.08.2018 12:36
    Highlight Highlight Man muss sich schon hin-und wieder vor Augen führen, war für Hinterwäldler die FDP-Leute sind.
    29 7 Melden
    • Mietzekatze 20.08.2018 14:23
      Highlight Highlight FDP ist die Wirtschaftspartei... Logisch ist denen die Familie egal und sie wollen so wenig wie möglich beitragen! Man wird sehen wer sich tatsächlich für das Volk und die Familien einsetzt wenn die Parteiparolen dann verabschiedet werden... FDP, SVP und BDP werden garantiert dem Nein Lager angehören...
      13 6 Melden
    • Erklärungsbedarf your limits 20.08.2018 16:51
      Highlight Highlight @Mietzekatze: "Den Ergebnissen der am Montag veröffentlichten Analyse zufolge bietet eine Elternzeit nicht nur Vorteile für Eltern und Kind, sondern auch für Gesellschaft und Wirtschaft. "
      Das meine ich, wenn ich der FDP die Wirtschaftspartei abspreche.
      5 0 Melden
    • Urs Minder 22.08.2018 18:32
      Highlight Highlight Mal schauen wer der Hinterwäldler ist. Wenn sie wirklich 500 Tage Vaterschaftsurlaub, 12 Wochen Ferien, Gratis Gesundheitsversorgung wollen wandern sie doch nach Venezuela aus. Da können sie alles austesten. Das sozialistische Paradies steht ihnen frei.
      Ich brauche Ihre Zwangsmaßnahmen nicht, falls sie Kinder wollen, finanzieren sie sie selber. Die Kosten für die Schule die die Öffentlichkeit für sie trägt, könnten die meisten Leute mit Ihren Steuern selber nicht bezahlen. Dann brauchen sie aber noch vergünstigten Wohnraum und können die KK nicht mehr ohne Subvention bezahlen.
      0 0 Melden
  • dany1991 20.08.2018 12:18
    Highlight Highlight Wird endlich Zeit, ja!
    21 9 Melden

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