Schweiz
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Good News für (werdende) Papis: Ständerat-Kommission will Vaterschaftsurlaub einführen



Vater Baby

Lachende Väter: Vaterschaftsurlaub soll kommen. Bild: shutterstock

Väter sollen zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub erhalten. Das hat die Sozialkommission des Ständerats (SGK) beschlossen. Mit einem direkten Gegenvorschlag will sie der Initiative für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub den Wind aus den Segeln nehmen.

Die Initiative verlangt vier Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub. Die Mehrheit der Kommission hält die Hälfte für einen «sinnvollen Kompromiss», wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Mit 8 zu 5 Stimmen hat die SGK eine parlamentarische Initiative als indirekten Gegenentwurf zur Volksinitiative beschlossen.

Vorgesehen ist ein zweiwöchiger bezahlter Vaterschaftsurlaub. Diesen soll der Vater innerhalb von 6 Monaten ab der Geburt am Stück oder als Teilzeitreduktion, also auch tageweise, beziehen können. Finanziert werden soll der Vaterschaftsurlaub wie die Mutterschaftsentschädigung über die Erwerbsersatzordnung (EO).

Bald 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub?

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Video: srf

Ein Grund für den Kompromiss sind die Kosten. Vier Wochen Vaterschaftsurlaub würden nach Berechnungen des Bundes rund 420 Millionen Franken pro Jahr kosten. Nach Ansicht der SGK würde das die Wirtschaft mit zu umfangreichen zusätzlichen Abgaben belasten und Unternehmen vor grosse organisatorische Herausforderungen stellen.

KMU entlasten

Mit dem massvollen Kompromiss eines zweiwöchigen Urlaubs hingegen würden insbesondere Kleinstbetriebe und KMU weniger stark belastet. Damit stelle der indirekte Gegenentwurf einen sozialpolitisch verträglicheren Beitrag zur Schaffung eines familienfreundlichen Arbeitsumfelds dar, heisst es in der Mitteilung.

Deutlich abgelehnt hat die Kommission einen 16-wöchigen Elternurlaub, bei dem die ersten acht Wochen im Sinne des Mutterschutzes nur von der Mutter bezogen werden, während die restlichen acht Wochen wahlweise unter den Eltern aufgeteilt werden können. Die Mehrheit will den minimalen Schutz der Mütter nach der Geburt nicht in Frage stellen.

Eine Abstimmungsempfehlung zur Volksinitiative hat die Kommission noch nicht beschlossen. Zuerst will sie den Gegenentwurf ausarbeiten. Dafür braucht sie die Zustimmung der Nationalratskommission.

Umfrage

Bist du für die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes?

  • Abstimmen

8,686

  • Ja, für zwei Wochen.17%
  • Ja, für vier Wochen.73%
  • Nein, das braucht es nicht.8%
  • Weiss nicht.1%

Der Bundesrat lehnt die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub - zum Nutzen der ganzen Familie» ab. Er anerkennt zwar das Anliegen, sieht aber in erster Linie Sozialpartner, Kantone und Gemeinden in der Pflicht.

Initianten nicht zufrieden

Die Initiative ist im Juni 2017 eingereicht worden. Urheber sind die Organisationen Travail.Suisse, männer.ch, Alliance F und Pro Familia Schweiz. Sie verlangen, dass der Vaterschaftsurlaub wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung finanziert wird und mindestens vier Wochen dauert.

In einer Stellungnahme äusserte sich Travail.Suisse zufrieden darüber, dass die Kommission die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs anerkannt habe. Die Schweiz habe als einziges Land in Europa noch immer keinen Vaterschaftsurlaub. Zwei Wochen sind nach Ansicht von Travail.Suisse aber zu wenig. Die vier Wochen, die die Volksinitiative verlange, seien bereits ein Kompromiss. (sda)

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RETO1 22.08.2018 17:21
    Highlight Highlight Hat die bisherige Regelung etwa nicht funktioniert?,doch sie hat
    Der Papi soll arbeiten gehen, das ist im Interesse des Kindes
    Bezahlter Vaterschaftsurlaub fördert nur das Bevölkerungswachstum in einem schon überbevölkerten Staat
  • Radesch 22.08.2018 11:49
    Highlight Highlight Solange wir nicht eine umfassende Elternzeit von mindestens 6 Monaten haben, wird die Schweiz immer mehr zu einem Einwanderungsland...

    Gerade die "Bio-Schweizer" sollten da doch aufschreien. Ach warte, das sind ja die, die der Wirtschaft Steuergeschenke in Milliardenhöhe machen.

    Schweden hat dahingehend das beste System (1 Jahr Elternzeit, frei aufteilbar). Und mal ehrlich: Wenn jemand in seinem Leben 2-3 Kinder kriegt (oft auch nur eins oder keins), ist es für die ach so gelobte Wirtschaft durchaus verkraftbar.

    Was ist den Leuten wichtiger? Wirtschaft oder Zukunft?
  • Malaga 22.08.2018 08:56
    Highlight Highlight Ist mir auch passiert, ich habe die Einführung des Mutterschaftsurlaubes im Juni 2005 bei der Geburt des 4. Kindes auch haarscharf verpasst. Ich habe es versucht drin zu behalten, aber die Natur war stärker.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 21.08.2018 22:21
    Highlight Highlight Wirtschaft, Wirtschaft, Kosten, Kosten, blablabla. Ich kann das nicht mehr hören und lesen. Gibt es in der Schweiz eigentlich nichts Wichtigeres?
  • Pladimir Wutin 21.08.2018 21:55
    Highlight Highlight Nimmt mich echt wunder wer die 7% sind die; Nein das braucht es nicht, gedrückt haben! Ich sagte selbst immer, ach ich brauche das nicht zwingend, man hat ja sonst genug Freizeit.. bin jetzt vor kurzem Papa geworden und dankbar das mir mein Geschäft von sich aus einen grosszügigen Vaterschaftsurlaub gegeben hat. Die Zeit, vorallem mit einem Neugeborenen, ist so kostbar. Jeder Vatet sollte das Recht auf eine ausgiebige kennenlern Phase mit seinem Kind haben, genau wie es Mütter schon seit langem haben.
  • luegeLose 21.08.2018 21:34
    Highlight Highlight Vater werden ist sehr schön. Ich hatte nur einen Tag. Nach dem Wochenbett habe ich zwei Wochen Ferien genommen. Ist auch ok. Gross in die Ferien führen wir im ersten Jahr eh nicht. Von mir aus muss man die jetzige Situation nicht ändern. Interessanter fand ich das mit dem Eigenmietwert heute.
    • Neruda 21.08.2018 23:52
      Highlight Highlight Jaja, die Monenten interessieren einem wieder, aber auf das Soziale scheisst man. Die Familie rentiert sich halt auch nicht... Gratulation für den Typisch-Schweizer-Award von heute!
  • Magnum44 21.08.2018 21:29
    Highlight Highlight Und die 19 Tage WK pro JAHR sind dann aber gar kein Problem für KMU und co.?
    • Globidobi 21.08.2018 22:20
      Highlight Highlight Stell dir vor, du wirst Vater während des WK's und hast 20 Tage frei. Da weiss das Militär nicht mehr was es tun soll.
    • iss mal ein snickers... 22.08.2018 13:02
      Highlight Highlight @Glboidobi....wenn's ein Bübchen ist wird's mit dem Papi mit einrücken...da hat die Armee wenigstens kein "Nachwuchsproblem" mehr....
  • CrissCrossApplesauce 21.08.2018 21:12
    Highlight Highlight Ein kleiner Schritt Richtung Gleichberechtigung!Das freut mich und wie schon erwähnt noch nicht genug aber immerhin bewegt sich da was. Vielleicht ist das absolut nicht wichtig:aber das sage ich als homosexuelle Frau.Wenn es um Kinder geht, ist unser Rechtssystem einfach sexistisch. So oft bekommen Frauen die Kinder zugesprochen und die Väter leiden.Und nicht nur im Sorgerechtsstreit ist das der Fall.Wenn man Väter sieht wie sie wegen ihrer Kinder weinen, und sich fürchten diese nicht genug oft sehen zu DÜRFEN.Das tut mir einfach weh. Liebe Männer, da Kämpfe ich auch für euch so gut ich kann.
  • Herren 21.08.2018 21:02
    Highlight Highlight Die Familienpolitik ist für ein reiches Land wie die Schweiz einfach nur beschämend.
    Wenn der Widerstand wirklich nur wegen Kosten sein sollte, dann gäbe es eine Lösung quasi zum Nulltarif: einfach pro Kind 4 Wochen Militär-/Sozialdienst für den Papa streichen.
  • sikki_nix 21.08.2018 20:25
    Highlight Highlight Find ich gut. Bitte noch vor März '19!
  • Legaschtenie 21.08.2018 19:35
    Highlight Highlight Die dummen welche noch vor 202X Vater werden.... Wie ich z.B.
    • Astrogator 22.08.2018 01:30
      Highlight Highlight Oder du hast einen Arbeitgeber der heute schon 2 Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub gibt, so wie zum Glück ich.
  • Donald 21.08.2018 18:29
    Highlight Highlight 39 Wochen für die Landesverteidigung und 2 Wochen für ein Baby...
    • AllknowingP 21.08.2018 19:04
      Highlight Highlight Wahnsinn....
      Vo allem wenn man bedenkt das Babys die künftigen Wirtschaftsakteure (und teilweise künftige Soldaten) werden.

      Sicherung von Nachwuchs sieht anders aus....
  • Pet R. Pan 21.08.2018 18:10
    Highlight Highlight Grauenhaft stiefmütterlich wie dieses Thema behandelt wird.

    Man kömnte mit so wenig so viel erreichen.
  • infomann 21.08.2018 17:46
    Highlight Highlight Wir brauchen gar keine Familien Förderung mehr.
    Wenn Ausländer rein kommen wird gemerkert, Dichtestress, Überbevölkerung usw.
    Kinder und die Welt setzten ist dann aber wieder OK.
    • dääd 21.08.2018 18:44
      Highlight Highlight Ja, vielleicht brauchen wir mehr Deutsch-Förderung.
    • infomann 21.08.2018 20:16
      Highlight Highlight Ja dringend nötig, Herr Lehrer.
    • Lucida Sans 21.08.2018 21:43
      Highlight Highlight Sie müssen ja nicht!
  • pontifex_maximus 21.08.2018 17:39
    Highlight Highlight Die Familienpolitik ist leider immer noch das grösste Armutszeugnis der Schweiz.
  • Miicha 21.08.2018 17:37
    Highlight Highlight Ach plötzlich doch zwei Wochen? Da kriegt wohl jemand Schiss! 😂
  • Scaros_2 21.08.2018 17:35
    Highlight Highlight Lacher des Tages!
  • ubu 21.08.2018 17:28
    Highlight Highlight "Good News für werdende Papis" - Also "werdend" im Sinn von iiiiiirgendwann zwischen 2020 und St. Nimmerlein.
  • Me, my shelf and I 21.08.2018 16:57
    Highlight Highlight Wenn sogar der im direkten Vergleich zum NR eher konservativere Ständerat zu irgendeiner Form des Vaterschaftsurlaubs ja sagt, dann bin ich relativ zuversichtlich, dass er sehr bald kommt.
  • Filzstift 21.08.2018 16:55
    Highlight Highlight Hätte ich bloss mit dem Kinderkriegen gewartet...
    • Safado 21.08.2018 17:19
      Highlight Highlight Ja, für mich kommt es auch zu spät. Aber: Für mich srimmt der Zeitpunkt der Geburt meiner Kinder. Wäre jetzt für Opaurlaub😉
  • giandalf the grey 21.08.2018 16:53
    Highlight Highlight Das ist eine Beleidigung für die Gleichberechtigung und schadet gleichen Karrierechancen. Wir brauchen das dänische System. Ein Elternschaftsurlaub, den sich die Eltern untereinander aufteilen können. Bei zwei Wochen Vaterschaftsurlaub werden Mütter immernoch dazu gedrängt zu Hause zu bleiben, da sie sieben mal mehr bezahlte Zeit mit dem Kind haben. Die Diskriminierung auf väterlicher Seite ist offensichtlich. Ich meine es ist besser als nichts, aber ganz ehrlich? Das ist keine Gleichberechtigung. Nicht für den Mann und auch nicht für die Frau.
    • Menel 21.08.2018 17:00
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Finde jede Familie sollte selber entscheiden, wie sie die Elternzeit aufteilen möchte.
    • The Count 21.08.2018 17:20
      Highlight Highlight In Schweden gibt es 400 Tage, welche sich die Eltern aufteilen können.
    • kliby 21.08.2018 17:39
      Highlight Highlight yep, ich hab schon gesagt, jetzt finden sicher wieder irgendwelche gegner der gleichstellung zugunsten der männer gründe dagegen.
      und siehe da: musste nicht lange warten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tavares 21.08.2018 16:48
    Highlight Highlight 420 Millionen sollen viel sein, gleichzeitig will man mit der Steuerreform (wie diese auch immer gerade aktuell heisst) MILLIARDEN an die Konzerne und Aktionäre entlasten..
    • Flötist 21.08.2018 17:02
      Highlight Highlight Eigentlich ist es überhaupt nicht viel, vorallem wenn man bedenkt, dass die Produktivität in der Schweiz massiv mehr stieg als die Löhne in den vergangenen 30 Jahren. Und zudem: 1.75 mal im Leben einen Monat frei zu bekomme. Ist doch einfach ein Witz auf die 45 Jahre gesehen, die man arbeitet. Aber als Vater schätzt man sowas extrem.

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