Schweiz
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epa08416305 A man watches the ice in an ice cave in the Swiss Aletsch Glacier, in Valais, Switzerland, 25 September 2019  (reissued 12 May 2020). Turquoise, originally the French word for 'Turkish' referring to the country of origin of the precious blue-green colored mineral gem, is the color that fits in between green and blue and covers a wide range of 'shades' from the greenish turquoise of sea waters to the blueish turquoise of summer skies. In color psychology it is associated with creating emotional balance and stability.  EPA/ANTHONY ANEX ONE TIME USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES *** Local Caption ***

Der Aletschgletscher im Wallis zieht sich um bis zu fünf Meter pro Jahr zurück: In einer Eishöhle des genannten Gletschers betrachtet ein Mann das türkis schimmernde Eis. Bild: EPA

Alpen verloren seit dem Jahr 2000 rund 17 Prozent ihres gesamten Eises



Die Alpen haben seit der Jahrtausendwende rund 17 Prozent ihres gesamten Eisvorkommens verloren. Allein die grossen Tal-Gletscher der Berner Alpen verloren im Zeitraum von 2000 bis 2014 etwa 4.8 Gigatonnen Eismasse.

Dies fand ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg heraus, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch mitteilte. Die Wissenschaftler untersuchten erstmals Flächen- und Höhenänderungen aller Alpengletscher über einen Zeitraum von 14 Jahren.

Das Team veröffentlichte seine Erkenntnisse jetzt in der Fachzeitschrift «Nature Communications». Neben den höchsten Erhebungen der Zentralalpen erreichte die klimabedingte Eisschmelze bereits auch höher gelegene Gletscherregionen. Die stärksten Eisverluste verzeichneten die Forscher dabei in den Gebirgsmassiven der Schweizer Alpen.

Die Eisdicke dort ging im Durchschnitt um 72 Zentimeter pro Jahr zurück. Das entspricht allein einem Volumen von knapp fünf Kubikkilometern. Zum Vergleich: Den gesamten Eisverlust in den Alpen in den Jahren 2000 bis 2014 beziffern die Wissenschaftler auf 22 Kubikkilometer.

Aletsch verliert jährlich 5 Meter

Lokal waren die Schmelzraten in den unteren Gletscherteilen sogar noch um ein Vielfaches grösser als in den höher gelegenen Gletscherbereichen. So schrumpfte beispielsweise die Oberfläche am Fuss des Grosse Aletsch-Gletschers, des grösstem Alpen-Gletschers, durch Abschmelzen jährlich um bis zu fünf Meter und mehr.

Das Forscherteam nutzte für seine Untersuchungen die Daten von drei Erdbeobachtungsmissionen im All. Die Wissenschaftler verglichen dreidimensionale Geländemodelle der deutschen Satellitenmission «Tandem-X» und der deutsch-amerikanischen «Shuttle-Radar Topography Mission» (SRTM) aus der Zeit zwischen 2000 und 2014.

Die daraus gewonnen Höhenmodelle kombinierte das Team dann mit optischen Aufnahmen der «Landsat»-Satelliten der Nasa. Entscheidender Vorteil dabei war, dass die Forscher annähernd gleichzeitig vorgenommene Flächen- und Höhenmessungen durch die Satelliten miteinander vergleichen konnten.

Die Radarsatellitenmission «Tandem-X» besteht aus zwei baugleichen Schwestersatelliten, die per Formationsflug die Erdoberfläche erkunden. Die Mission wurde im Auftrag des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in öffentlich-privater Partnerschaft mit dem Unternehmen Airbus Defence and Space ins Leben gerufen.

Das DLR mit Hauptsitz in Köln ist verantwortlich für die wissenschaftliche Nutzung der «Tandem-X»-Daten, die Missionsplanung sowie die Steuerung der beiden Satelliten und die Erzeugung des digitalen Höhenmodells. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lustiger Baum 09.07.2020 06:00
    Highlight Highlight Spannend wäre auch die Frage wie stark ist das Eis vor der Industrialisierung geschmolzen oder überhaupt? Beschleunigt es kontinuierlich?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 07:11
      Highlight Highlight Davor gab es natürliche Schwankungen. Seit 150 Jahren gibt es keine Schwankungen mehr, sondern nur noch Schwund.

      Wobei es zwei Faktoren zu beachten gilt: Russ und wärmeres Wetter. Luftverschmutzung, insbesondere Russ, macht das Eis dunkler, dadurch absorbiert es mehr Wärme. Wärmere Luft selbst hat grundsätzlich einen abschmelzenden Effekt. In Kombination tritt eine Beschleunigung ein. Da muss man nicht mehr fragen. Die Beschleunigung schreitet exponentiell voran.

      Weiterwohlständeln!
    • Do not lie to mE 09.07.2020 12:08
      Highlight Highlight Gute Frage. Man würde meinen dass das abschmelzen der Gletscher weltweit zu einem rasanten Anstieg des Meeresspiegels führen würde. Nur haben die Malediven gerade 4 neue Flughäfen gebaut für zusätzlich 1.5 Millionen Touristen. Die Inseln müssten gemäss dem „Konsens der Klimawissenschaftler“ schon längst unter Wasser stehen.
      https://maldives.net.mv/35056/maldives-to-open-four-new-airports-in-2020/
  • Boris Josipovic 09.07.2020 04:42
    Highlight Highlight Darum auf Elektroautos setzen, gibts auch in SUV Form ;)
    • Lustiger Baum 09.07.2020 16:19
      Highlight Highlight Greenwashing vom allerfeinsten. Es löst nicht das Problem dass Energie eine begrenzte Resource ist und nunmal irgendwoher kommen muss.

      Es bringt wenig wenn man ein tolles Elektroauto kauft, dafür aber Kohlekraftwerke bemüht in der Produktion von Auto und Strom...
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