Schweiz
Kultur

Lex Netflix: So viel kosten Schweizer Filme – und das bezahlt der Staat

So viel kostet ein Schweizer Film – und so viel bezahlt der Staat dafür

Ein Schweizer Kinofilm kann deutlich über 1.5 Millionen Franken Förderung erhalten. Das zusätzliche Geld aus der «Lex Netflix» ginge aber wohl anderswo hin.
05.05.2022, 21:2605.05.2022, 21:35
Stefan Trachsel / ch media
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Schweizer Filme ohne öffentliche Förderung - das gibt es praktisch nicht. Dass ein hiesiger Kinofilm hohe Einnahmen generiert, ist nämlich selten. Bei der Budgetierung wird gerade mal mit einem Prozent an Einnahmen kalkuliert - Subventionen und Sponsoring decken den Rest der Produktionskosten, wie das Bundesamt für Kultur (BAK) in einem Bericht zur Finanzierung des Schweizer Kinofilms schreibt.

ZU DEN DREHARBEITEN DER ZWEITEN STAFFEL DER SERIE "NEUMATT" STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILD ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Regisseurin Andrea ...
Dreharbeiten zur Serie «Neumatt 2»: Gut möglich, dass die Investitionspflicht der Produktion von Serien zu Gute kommt.Bild: keystone

Die Filmförderung, die mit dem neuen Filmgesetz ausgebaut werden soll, spielt also eine entscheidende Rolle. Sie bringt es auch mit sich, dass detailliert bekannt ist, wie viel ein Schweizer Film kostet und wer dafür bezahlt.

Am Beispiel eines fiktiven Spielfilms mit einem Budget von rund 2.9 Millionen Franken zeigt der Bund im Abstimmungskampf die Finanzströme rund um die Filmproduktion auf. Ausgegangen wird von einer Koproduktion, bei der ein Schweizer Produzent mit einem ausländischen Partner zusammenspannt: 780'000 Franken stammen aus dem Ausland. Die restlichen Mittel könnten wie folgt zusammenkommen:

Video: watson/Petar Marjanović, Emily Engkent

Günstigere Dokumentarfilme

Nebst den Spielfilmen werden pro Jahr im Schnitt auch 53 Dokumentarfilme gedreht. Diese sind jedoch um einiges günstiger: Ihre Kosten belaufen sich durchschnittlich auf 460'000 Franken.

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Unicron
05.05.2022 23:57registriert November 2016
"Schweizer Filme ohne öffentliche Förderung - das gibt es praktisch nicht. Dass ein hiesiger Kinofilm hohe Einnahmen generiert, ist nämlich selten."

Damit wäre eigentlich schon alles gesagt.
Warum produziert man ein Produkt für welches es keine Nachfrage gibt?
Das ist wie wenn ich Papierflieger bastle, jedoch nur 12 pro Jahr verkaufen kann, aber gerne 10'000 produzieren würde, und dann dafür Subventionen vom Staat verlange, oder noch besser, die Migros und Coop dazu zwinge dass sie mir 10% ihrer Verkaufsfläche für mein Papierfliegersortiment zur Verfügung stellen. Und zwar beim Eingang.
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Madame Purple
05.05.2022 23:00registriert Februar 2021
"Die grossen Plattformen hätten ein Interesse daran, in Produktionen zu investieren, die auf ihren Plattformen nachgefragt werden."

Nur gehören Schweizer Filme nicht zwingend zu den Produktionen, die nachgefragt werden.
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Ratchet
06.05.2022 00:37registriert Mai 2015
Kultur- und Kunstförderung ist gut und wichtig. Aber teure Spielfilme sind völlig verzichtbare verschwenderische Luxusgüter, dessen Produktion, man eigentlich vollkommen Privaten überlassen sollte. Während immerhin Dokumentarfilme weiterbilden und Low-Budget Filme einen künstlicher Aspekt haben, gibt es bei so Millionen-teure Spielfilme weder einen kulturellen noch eine künstlichen Mehrwert. Das ist reiner Kommerz. Es gibt keinen Grund, warum der Staat hier mit Hollywood mitmischen sollten. Davon profitiert nur die Filmlobby, die seit Jahren komplett misswirtschaftet.
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