Corona-Erkrankungen haben im Jahr 2023 in der Schweiz noch zwei Prozent aller Todesfälle verursacht. Damit ist das Virus nicht mehr unter den fünf häufigsten Todesursachen. Am meisten starben Menschen nach wie vor an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Gegenüber dem Jahr 2022 hat sich die Anzahl der Todesfälle wegen des Covid-19-Virus um mehr als zwei Drittel reduziert, wie das Bundesamt für Statistik am Montag mitteilte. Rund 1360 Personen starben aufgrund von Covid-19.
Im Jahr 2023 verstarben in der Schweiz 35'109 Männer und 36'713 Frauen im Durchschnittsalter von 77 respektive 83 Jahren. Die altersstandardisierte Sterberate betrug dabei 473 pro 100'000 Männer sowie 334 pro 100'000 Frauen. Im Vergleich zu 2022 sank die Sterberate bei den Männern um 6,1 Prozent und bei den Frauen um 5,1 Prozent.
Gegenüber dem Jahr 2019, also vor Beginn der Covid-19-Pandemie, bedeutet dies einen Rückgang bei den Männern von 3,1 Prozent und bei den Frauen von 5,1 Prozent. Die Daten zeigen, dass die Sterberisiken der Schweizer Bevölkerung im Jahr 2023 wieder dem Trend der sinkenden Sterberaten vor der Pandemie folgten und 2023 tiefer als im Jahr 2019 lagen.
An der häufigsten Todesursache, den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind 2023 insgesamt 9359 Männer und 11'017 Frauen im Durchschnittsalter von 81 respektive 87 Jahren gestorben. Dies entspricht einer Sterberate von 118 pro 100'000 Männer und 84 pro 100'000 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie bei den Männern um 4,5 Prozent und bei den Frauen um 0,6 Prozent gesunken. Auch bei der Altersgruppe der über 85-Jährigen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache (35,5 Prozent der Todesfälle bei Männern und 38,7 Prozent bei Frauen).
Aufgrund von Covid-19 starben 2023 insgesamt 744 Männer und 613 Frauen. Die Sterberaten (9 pro 100'000 Männer und 5 pro 100'000 Frauen) reduzierten sich verglichen mit 2022 um mehr als zwei Drittel, bei den Männern um 67,9 Prozent und bei den Frauen um 69,4 Prozent. Erstmals seit 2020 gehörte Covid-19 damit nicht mehr zu den fünf häufigsten Todesursachen.
An Atemwegserkrankungen sind 2023 insgesamt 2434 Männer und 2305 Frauen gestorben. Im Durchschnitt starben Männer und Frauen im Alter von 80 bzw. 83 Jahren daran. Die Sterberate betrug dabei 31 pro 100'000 Männer sowie 20 pro 100'000 Frauen, was im Vergleich zu 2022 einen Anstieg von 0,7 Prozent bei Männern und 4,1 Prozent bei Frauen darstellt.
An Krebserkrankungen starben im Jahr 2023 insgesamt 9438 Männer und 7629 Frauen, beide mit durchschnittlich 75 Jahren. Die Sterberaten sanken bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum Vorjahr: um 2,0 Prozent bei den Männern (131 pro 100'000) und um 6,2 Prozent bei den Frauen (89 pro 100'000). Krebserkrankungen dominierten in den Altersgruppen von 45 bis 84 Jahren bei beiden Geschlechtern.
Bei den Männern waren 34 Prozent aller Todesfälle darauf zurückzuführen, sowohl in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen als auch der 65- bis 84-Jährigen. Bei den Frauen lag der Anteil bei 50,3 Prozent in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen und 32,8 Prozent bei den 65- bis 84-Jährigen. Unter den Krebserkrankungen war Lungenkrebs die häufigste Todesursache. Sie war für 19,1 Prozent der Krebstodesfälle bei Männern und 17,4 Prozent bei Frauen verantwortlich. An zweiter Stelle standen bei Männern Prostatakrebs (15,1 Prozent) und bei Frauen Brustkrebs (16,8 Prozent).
Im Jahr 2023 verstarben 2077 Männer und 4370 Frauen an Demenz. Das Durchschnittsalter betrug 85 Jahre für Männer und 88 Jahre für Frauen. Die Sterberate lag bei 24 pro 100'000 Männer und 31 pro 100'000 Frauen und war um 2,5 Prozent respektive 4,7 Prozent tiefer als 2022.
Suizid begingen im Jahr 2023 insgesamt 721 Männer und 274 Frauen im Durchschnittsalter von 56 respektive 52 Jahren. Verglichen mit 2022 lag die Suizidrate bei Männern um 3,1 Prozent (13 pro 100'000 Männer) und bei Frauen um 3,9 Prozent (5 pro 100'000 Frauen) höher.
Der assistierte Suizid nahm wie in den vergangenen Jahren zu. Die Anzahl der assistierten Suizide lag im Jahr 2023 bei 693 Männern und 1036 Frauen im Durchschnittsalter von 78 respektive 80 Jahren. Im Vergleich zu 2022 waren dies 44 Männer (+6,8 Prozent) und 91 Frauen (+9,6 Prozent) mehr. (pre)
Zugleich sehr traurig zu sehen, dass die Suizidrate weiterhin so hoch ist, insbesondere bei Männern in wirklich allen Altersgruppen. Bei beiden Geschlechtern gibt es hier noch sehr viel Aufholbedarf.