Gil Ofarim: Hotelmitarbeiter gibt erstmals Interview – «mir geht es nicht gut damit»
Der Musiker Gil Ofarim hatte im Oktober 2021 in einem Video Antisemitismusvorwürfe gegen den Leipziger Hotelmitarbeiter Markus W. erhoben. Zwei Jahre später zog Ofarim die Behauptung vor Gericht zurück und entschuldigte sich. Jetzt ist Gil Ofarim Dschungelkönig, während seiner Zeit bei «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» sprach er kaum über den Vorfall in Leipzig. Was er jedoch diesbezüglich sagte, machte Markus W. fassungslos.
Im Dschungelcamp hatte Gil Ofarim wiederholt betont, er dürfe nicht über die Angelegenheit in Leipzig sprechen. Der Grund sei eine Verschwiegenheitserklärung. Ein Grund für den heute 37-jährigen Markus W., sich erstmals öffentlich zu äussern. Konkret sagte W. jetzt im Gespräch mit der «Zeit»:
W. habe das Dschungelcamp nicht geschaut, sei jedoch mehrfach darauf angesprochen worden und habe die Schlagzeilen gesehen. Dazu, dass Ofarim in der RTL-Show behauptet hatte, mit den Überwachungsvideoaufnahmen in dem Leipziger Hotel habe offenbar etwas nicht gestimmt, sagte W.: «Es macht mich fassungslos.» Zudem betonte er: «Es gibt übrigens auch keinen Schweigedeal oder eine Verschwiegenheitsverpflichtung, obwohl Herr Ofarim das nahelegt. Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich. Er hat im Zuge des Vergleichs vor Gericht eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das bedeutet, er darf nicht mehr sagen, dass ich ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette des Hotels verwiesen hätte.»
«Ich fühlte mich wie mit dem Rücken zur Wand»
Gil Ofarim hatte in seinem 2021 auf Instagram veröffentlichten Video gesagt, dass Markus W. ihn aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, damit er einchecken könne. W. schien plötzlich nicht mehr sicher. Er wurde bedroht, sogar mit Mord. Vor dem Hotel fanden damals Demonstrationen statt. Sein Leben sei von jetzt auf gleich so gewesen wie in einem Film, sagte er. «Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab.» W., der heute nicht mehr in besagtem Hotel in Leipzig arbeitet, erklärte: «Ich fühlte mich wie mit dem Rücken zur Wand.»
Markus. W. erstattete Anzeige wegen Verleumdung. Vor dem Landgericht Leipzig legte Ofarim im November 2023 ein Geständnis ab. Er räumte ein, die Antisemitismusvorwürfe erfunden zu haben, und entschuldigte sich. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt. Der Musiker musste als Auflage einen Geldbetrag von 10'000 Euro zahlen. Zudem 20'000 Euro Schadenersatz an Markus W. – erhalten habe er die Summe bislang nicht, erklärte W.
Dass Gil Ofarim jetzt Dschungelkönig ist, ist für Markus W. unverständlich: «Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte. Denn es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt», sagte er. Der Hotelmitarbeiter fügte an:
Verwendete Quellen:
- RTL: "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!", Staffel 19
- zeit.de: "Markus W. und Gil Ofarim: 'Ich frage mich: Ist es denn nie vorbei?'" (kostenpflichtig)

