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Schweiz: Zahl der künstlichen Befruchtungen nimmt leicht ab

Künstliche Befruchtung Eizelle Reproduktionsmedizin IVF In vitro Originaltitel bei Shutterstock: Laboratory Fertilization Of Eggs In IVF Treatment
In-vitro-Befruchtungen finden im Labor statt.bild: shutterstock

Zahl der künstlichen Befruchtungen nimmt ab – Männer öfter von Unfruchtbarkeit betroffen

Fast jedes dreissigste im Jahr 2022 in der Schweiz geborene Kind entstand durch künstliche Befruchtung. Insgesamt nahmen in diesem Jahr rund 6609 Paare medizinische Hilfe für den Kinderwunsch in Anspruch.
26.04.2024, 11:1626.04.2024, 12:57
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Die Geburtenrate in der Schweiz ist so tief wie noch nie. Nur noch 1,33 Kinder bringt eine Frau hierzulande im Schnitt zur Welt. Im Jahr 2021 lag der Wert noch bei 1,52 Kindern pro Frau. Dieser Trend ist auch bei der Anzahl der künstlichen Befruchtungen im Land festzustellen.

Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz insgesamt 6609 Paare mit Methoden der extrauterinen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) behandelt. Das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit 2017 stieg die Anzahl Paare in IVF-Behandlung allerdings um 12,9 Prozent.

In-vitro-Fertilisation (IVF)
Die In-vitro-Fertilisation (kurz: IVF) ist die älteste und gängigste Form der künstlichen Befruchtung. Bei der IVF-Methode wird die entnommene Eizelle der Frau mit dem Sperma des Mannes in einem Reagenzglas zusammengeführt. Nach der Befruchtung werden die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Infolge der IVF-Behandlungen im Jahr 2022 kam es zu 2289 Geburten (Entbindungen), bei denen 2370 lebend geborene Kinder zur Welt kamen. Das sind 113 weniger als noch im Vorjahr. Der Anteil der Lebendgeburten nach IVF-Behandlungen im Jahr 2022 lag bei knapp 3 Prozent aller Lebendgeburten in der Schweiz. Dieser Anteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Von den 8291 Embryotransfers im Jahr 2022 führten 27,6 Prozent zu einer Geburt. Dieser Anteil ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Im Jahr 2021 lag er bei 26,4 Prozent. Im Jahr 2017 führten nur 23,0 Prozent aller Embryotransfers zu einer Geburt.

Die Mehrlingsgeburten nach IVF gehen weiterhin zurück: Ihr Anteil lag bei 3,7 Prozent der Geburten nach IVF-Behandlungen im Jahr 2022 (4,0 Prozent nach Behandlungen im Jahr 2021). Nach IVF im Jahr 2017 lag der Anteil der Mehrlingsgeburten noch bei 15,9 Prozent.

12,8 Prozent der Geburten nach IVF im Jahr 2022 waren Frühgeburten, das heisst Geburten vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche. Nach IVF im Jahr 2021 waren dies 11,9 Prozent der Geburten. Nach In-vitro-Behandlungen im Jahr 2017 lag der Anteil der Frühgeburten noch bei 20,6 Prozent der IVF-Geburten. Die Frühgeburten-Rate über alle Schwangerschaften lag 2022 bei 6,4 Prozent.

Die häufigste Indikation für die IVF mit Behandlungsbeginn im Jahr 2022 war eine Infertilität beim Mann mit 33,8 Prozent. Bei 25,3 Prozent der Paare war eine Infertilität der Frau Grund für die IVF. Bei 102 Paaren wurden die IVF-Behandlungen im Jahr 2022 dank einer Samenspende durchgeführt (111 im Jahr 2021) und es wurden in der Folge 53 Kinder lebend geboren (60 im Jahr 2021).

Insgesamt wurden im letzten Jahr 17'313 überzählige Embryonen vernichtet. Der häufigste Grund war ein Entwicklungsstopp, gefolgt vom Abbruch der Behandlung durch das Paar und einer genetischen Anomalie. (pre)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bibilieli
26.04.2024 12:49registriert September 2014
Die Abnahme der Geburtenrate wundert mich nicht. Früher hatten Menschen Kinder, um die Altersvorsorge zu sichern. Heute verzichten viele darauf, um ihre Altersvorsorge nicht zu gefährden.
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