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Abstimmung 2021 Schweiz: Klares Ja zur «Ehe für alle»

Die Operation Libero inszeniert mit Brautpaaren eine Ehe fuer alle, am Sonntag, 26. September 2021 in Bern. Das eidgenoessische Stimmvolk hatte am Sonntag ueber zwei Vorlagen zu bestimmen, die Volksin ...
2013 lancierte die GLP den Vorstoss für die «Ehe für alle». Acht Jahre später nimmt das Schweizer Stimmvolk die Vorlage an.Bild: keystone
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Klares Ja zur «Ehe für alle» ++ 99 Prozent schifft ab ++ Heiraten ab 1. Juli 2022 möglich

Können homosexuelle Paare bald auch heiraten? Werden Kapitalgewinne stärker besteuert? Das Stimmvolk entscheidet. Die aktuellsten News, Analysen und Resultate.
26.09.2021, 16:0026.09.2021, 16:52
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Der Urnengang am 26. September ist relativ kompakt. Nur zwei Vorlagen stehen zur Abstimmung:

  • Auch homosexuelle Paare soll künftig heiraten können. Gegen die Einführung der «Ehe für alle» wurde das Referendum ergriffen. Es bleibt chancenlos: Die «Ehe für alle» wird mit 64,1 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Sämtliche Kantone stimmen dafür.
  • Die 99-Prozent-Initiative verlangt, dass zukünftig Kapitalgewinne stärker besteuert werden. Die Vorlage ist an Volk und Stände gescheitert: 64,9 Prozent und sämtliche Stände lehnen die Vorlage ab.
  • Daneben stehen einige kantonale und lokale Vorlagen zur Abstimmung. Die wichtigsten Urnengänge findest du hier.

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16:31
Heiraten für homosexuelle Paare ab Juli 2022 möglich
Es geht los: Justizministerin Karin Keller-Sutter tritt gemeinsam mit Finanzminister Ueli Maurer vor die Medien.

Ueli Maurer eröffnet die Pressekonferenz. Der Finanzminister zieht aus dem Abstimmungsresultat den Schluss, dass die Stimmbevölkerung mit dem Grad der Umverteilung in der Schweiz einverstanden ist und diesen nicht ausdehnen möchte. Die Schweiz sei eines der wenige Länder, das eine Vermögenssteuer habe. Dieses Kapitel mit der 99-Prozent-Initiative sei damit geschlossen, das Thema «Steuern» im Allgemeinen aber nicht ganz vom Tisch. Maurer erwähnt weiter die insgesamt sieben Steuervorlagen, die sich im Moment in verschiedenen Stadien des politischen Prozesses befinden.

Justizministerin Karin Keller-Sutter kommentiert den Ausgang der «Ehe für alle». Der heutige Entscheid sie auch wichtig, weil die Ehe für viele gleichgeschlechtliche Paare auch einen hohen symbolischen Wert habe. «Es ist eine Form der Anmerkung durch die Gesellschaft.» Der Bundesrat begrüsse das klare Ergebnisse, der Staat habe nicht zu bestimmen, wie gleichgeschlechtliche Paare ihr Leben zu gestalten haben, so Keller-Sutter. «Wer sich liebt, soll heiraten dürfen – egal, ob dies zwei Frauen, zwei Männer oder eine Frau und ein Mann sei.»

Die Bundesrätin erklärt, dass mit der angenommenen Initiative nun auch für homosexuelle Paare die Adoption erleichtert werde. Ausserdem würden lesbischen Frauen der Zugang zur Samenspende gestattet. Justizministerin Keller-Sutter erklärt aber auch, dass die anonyme Samenspende, die Eizellenspende und die Leihmutterschaft verboten bleiben – sowohl für homo- als auch für heterosexuelle Paare.

Ab dem 1. Juli 2022 sollten die neuen Bestimmungen in Kraft treten können, ab dann dürften homosexuelle Paare heiraten können. Wer bereits in einer eingetragenen Partnerschaft lebe, soll diese auf einfachem Weg in eine Ehe umwandeln können.

Mit der Pressekonferenz des Bundesrats endet auch unser Liveticker. Nicht aber unsere Berichterstattung zum Abstimmungssonntag. Weitere Analysen und Reportagen folgen. Und ab 18 Uhr blicken wir gespannt nach Deutschland, wo die Bundestagswahl ansteht. Hier findest du den Liveticker dazu.