Bei Swiss, Lufthansa, KLM und Co. hat es Tradition, Flugzeuge (auch) nach Städten zu benennen. Easyjet hat diese Praxis aufgenommen. So sind Jets der Billigairline mit den Namen «Berlin», «Malaga» oder «Nantes» unterwegs. Jetzt ist auch Basel zu dieser Ehre gekommen: Auf einem Airbus A320 Neo prangen seit Neuestem «Basel» und «Mulhouse». Es ist das erste Flugzeug von Easyjet Switzerland, der Schweizer Tochter von Easyjet, das, neben dem Luftfahrkennzeichen, einen Namen trägt, in diesem Fall sogar einen Doppelnamen.
Gut möglich, dass die Taufe mit dem Eurovision Song Contest in Verbindung steht. Easyjet ist Sponsor des ESC, der im Mai 2025 in Basel steigt. Bislang hat Easyjet Switzerland die Neubenennung nicht vermeldet. Sie vertröstet auf Anfrage auf eine Mitteilung, die noch folgen werde. Doch Aviatikliebhaber haben den frisch getauften Jet längst entdeckt. Die spezielle Beschriftung machte spätestens dann die Runde, als der Airbus erstmals am Euro-Airport (EAP) auftauchte. Das war kurz vor Weihnachten.
Neben die Namen stellte Easyjet auch stilisierte Wappen, also das Mühlrad von Mülhausen und gleich zwei Bischofsstäbe, jener von Basel-Stadt und Baselland. Basel hat Glück: Der «Basel»-Schriftzug erhielt die linke und damit attraktivere Rumpfseite: Links steigen die Passagiere ein und aus.
Lange hatte auch die Swiss einen «Basel»-Jet im Flugzeugpark. 2007 taufte der Schweizer Flagcarrier einen Airbus 340 nach der Stadt, in der die Swiss International Air Lines AG weiterhin ihren rechtlichen Sitz hat. Doch der A340 stiess bereits im Juli 2023 zu Edelweiss Air. Der in roten Lettern neben der Eingangstür angebrachte Name verschwand. Bereits 2018 erwischte es den A340, der auf «Liestal» getauft war. Auch er verrichtet seine Dienste mittlerweile bei Edelweiss Air.
Ein Airbus 320 trug dereinst den Namen «Allschwil». Damit wollte Swiss sich zum Euro-Airport bekennen, wie es bei der Taufe im Jahr 2011 hiess. Damals liess es sich der heutige Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber, zu jener Zeit Allschwiler Gemeindepräsident, nicht nehmen, die Champagnerdusche gleich selber vorzunehmen.
Doch schon vier Jahre später war die Zeit von Swiss in Basel-Mulhouse vorüber: Sie bot ab dem EAP keine Flüge mehr an. Ironischerweise verschwand der «Allschwil»-Schriftzug als letzter des Trios, im vergangenen Februar – auch in diesem Fall übernahm Edelweiss das Fluggerät.
Ob wieder ein Swiss-Jet mit einem Städtenamen aus der Region abhebt, ist nicht klar. «Zu zukünftigen möglichen Flugzeugnamen geben wir grundsätzlich keine öffentliche Auskunft», sagt Swiss-Mediensprecher Michael Pelzer.
Was man jedoch sagen könne: Die Swiss gehe nach einem klaren Konzept vor. «Demzufolge erhalten unsere Langstreckenflugzeuge», sagt Pelzer, «die Namen von Schweizer Kantonshauptorten. Unsere Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge wiederum werden auf die Namen von Schweizer Tourismusregionen und -orten getauft.»
Zwar gibt es aktuell 30 Langstreckenflugzeuge mit dem Schweizerkreuz am Heck. Es hätte also Platz für alle 26 Hauptorte. Doch die Swiss ist zurückhaltend mit taufen. 13 Grossraumflugzeuge sind derzeit namenlos. Auch andere Hauptorte wie Aarau, Delémont und Lausanne müssen auf «ihre» Flieger warten.
Michael Pelzer betont, dass die Namen nicht käuflich seien. Man versuche, alle Regionen bestmöglich abzudecken. Und: «Taufnamen bleiben grundsätzlich bestehen, solange das Flugzeug für die Swiss im Einsatz steht.»
Bis in die 2000er-Jahre benannte die Swiss ihre Flugzeuge nach Bergen, Jungfrau, Strahlhorn, Mönch, Aletschhorn und so weiter. Das entsprach aber nicht der Tradition ihrer Vorgängerin: Die Swissair hatte auf Städtenamen zurückgegriffen.
Die Swiss wollte nach ihrer Gründung 2002 ihre Swissness betonen und schwenkte auf Berge um. Ein Sprecher gab jedoch 2010 bekannt, davon komme man wieder ab – «weil man mit Bergen nicht kommunizieren kann.»