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Im Gegensatz zu den Vormonaten, reisten im September viele Eritreer via Italien ein – das hat Folgen.&nbsp;<br data-editable="remove">
Im Gegensatz zu den Vormonaten, reisten im September viele Eritreer via Italien ein – das hat Folgen. 
Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Weil viele nach Italien zurückgeschickt werden: Auf Asylgesuche von Eritreern wird massiv weniger eingetreten

23.10.2015, 21:0924.10.2015, 08:39

Zwischen Juni und September sind die Nichteintretensentscheide auf Asylgesuche von Eritreern stark angestiegen: Im Juni betrug ihre Zahl noch 24; im September waren es 772. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) erklärt diesen Anstieg mit der Möglichkeit, die Asylsuchenden zurück nach Italien zu schicken.

Laut der Monatsstatistik des SEM gab es im Juni 24 Nichteintretensentscheide auf Asylgesuche von Eritreern. Im Juli waren es 77, im August 245 und im September 772. Das sind dreissig Mal mehr im Zeitraum von vier Monaten, wie das Westschweizer Fernsehen RTS am Freitagabend in der Sendung «19h30» berichtete.

Im Sommer habe die Zahl der Eritreer, welche über Italien in die Schweiz reisten, stark zugenommen, erklärte SEM-Sprecherin Céline Kohlprath. Italien müsse sich deshalb auch um deren Asylgesuche kümmern - dies sieht das Dublin-Abkommen so vor.

UNO appelliert an Aufnahmeländer

Dieses Abkommen sieht vor, dass die Länder zwei Monate Zeit haben, um eine Antwort zu geben. «Verstreicht die Frist ohne Antwort, gehen wir von einer stillschweigenden Bestätigung aus», sagte Kohlprath auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Auch in Deutschland läuft die Kontroverse: Eritreer fordern in Berlin die Anerkennung als politische Flüchtlinge.<br data-editable="remove">
Auch in Deutschland läuft die Kontroverse: Eritreer fordern in Berlin die Anerkennung als politische Flüchtlinge.
Bild: EPA/DPA

Es gebe keinen «Deal» mit Italien, damit das Land in der Schweiz abgewiesene Asylsuchende aufnehme, sagte Kohlprath. In der Sendung hatte Nationalrätin Cesla Amarelle (SP/VD) von so einem Deal gesprochen.

Seit mehreren Monaten kommen die meisten Asylgesuche in der Schweiz von Menschen aus Eritrea. Im August hatte Bundesrätin Simonetta Sommaruga darauf hingewiesen, dass es nicht in Frage käme, die Asylsuchenden zurück in ihre ostafrikanische Heimat zu schicken. Auch die UNO appelliert an die Aufnahmeländer, Eritreer nicht zurückzuschicken, weil es in dem Land zu massiven Menschenrechtsverletzungen komme. (tat/sda)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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足利 義明 Oyumi Kubo
24.10.2015 00:35registriert August 2014
Wofür gibt es eigentlich Verträge und Abkommen? Wenn ich dagegen verstosse, komme ich vor den Richter, wenn Staaten sich nicht darum kümmern, ist das Europa.
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Angelo C.
24.10.2015 01:31registriert Oktober 2014
Da wäre Sommaruga gut beraten, mal etwas vermehrt nach Deutschland zu blicken, wo man nun unter dem riesigen Druck der Einwanderungswelle alle afrikanischen und osteuropäischen Wirtschaftsflüchtlinge ausschaffen und ab sofort bedeutend strengere Massstäbe anwenden will. Blosse Militärdienstverweigerung oder reine Armut als Asylgründe werden nicht mehr berücksichtigt.

Bei uns wird sowas wohl erst ernsthaft in Erwägung gezogen, wenn auch hier Abertausende echter Kriegsflüchtlinge an der Grenze stehen. Bis dahin herrscht Willkommenskultur und ohne vermehrten Druck wird nicht geschaltet 😏!
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