DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Migros hat im Corona-Jahr 2020 von einem florierenden Detailhandelsgesch

Eine Migros-Filiale am Flughafen Zürich. Bild: sda

Migros kann aufatmen: Weko wischt Vorwürfe wegen Preisdruck und Produkte-Rausschmiss weg

Über ein Jahr lang stand die grösste Schweizer Detailhändlerin wegen einer Anzeige unter Marktbeobachtung. Jetzt kommt die Weko zum Schluss: Die Migros hat sich korrekt verhalten.

Gabriela Jordan / ch media



Hat die Migros ihre Marktmacht missbraucht oder nicht? Diese Frage hat die Wettbewerbskommission (Weko) über ein Jahr lang untersucht. Konkret geht es dabei um Vorwürfe über Preisdruck und Auslistungen von Produkten aus dem Sortiment: Gestützt auf eine Anzeige, wonach die Migros ab dem Frühling 2019 eine grössere Anzahl ihrer Lieferanten dazu aufgefordert habe, die Verkaufspreise an Migros ohne entsprechende Gegenleistung substanziell zu senken, eröffnete die Weko eine Marktbeobachtung.

Eingereicht wurde die Anzeige vom Verband der Markenhersteller Promarca, demzufolge es sich jeweils nicht um echte Preisverhandlungen gehandelt hat, sondern um Drohungen: Wird der Preis eines Produkts nicht gesenkt, fällt es aus dem Sortiment.

Nun ist die Entscheidung gefallen. Auf Anfrage bestätigt die Weko entsprechende Informationen von CH Media, dass die Marktbeobachtung abgeschlossen wurde. Mit folgendem Resultat: Die Behörde wischt sämtliche Vorwürfe gegen die Migros vom Tisch. «Die Marktbeobachtung ergab keine konkreten Hinweise, dass Migros sich im Rahmen der fraglichen Verhandlungsrunde gegenüber ihren Lieferanten missbräuchlich verhalten hat», sagt Andrea Graber. Sie ist Vizedirektorin des Dienstes Produktemärkte und leitete die Marktbeobachtung.

Rivella-Rausschmiss war nicht Gegenstand der Beobachtung

Die Beobachtung stützt sich auf Stellungnahmen der Migros und auf Dokumentationen der einzelnen Preisverhandlungen. Bei jedem betroffenen Lieferanten wurden so die Verhandlungen angeschaut. «Gestützt auf diese Analyse, konnten keine Hinweise auf Marktmissbrauch festgestellt werden. Die Preise kamen durch Verhandlungen zustande», sagt Andrea Graber. Dass es Preisdruck gebe, sei normal, er dürfe nur nicht missbräuchlich werden. Eine konkrete Schwelle gebe es diesbezüglich nicht.

Fabrice Zumbrunnen, CEO Migros an der Bilanzmedienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 27. Maerz 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen Bild: KEYSTONE

Die einzelnen Produkte-Auslistungen habe die Migros ebenfalls sachlich begründen können. Graber betont, dass Auslistungen im Detailhandel regelmässig vorkämen und notwendig seien, um neue Produkte im Sortiment aufnehmen zu können. Der Regalplatz sei schliesslich beschränkt.

Welches die betroffenen Hersteller sind, gibt die Weko nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Getränkehersteller Rivella, dessen Produkte-Rausschmiss jüngst für Schlagzeilen sorgte, nicht Gegenstand der Beobachtung war. Aufgrund der Ergebnisse verzichtet die Weko darauf, weitere Ermittlungen zu tätigen und ein Verfahren zu eröffnen.

Die Migros zeigte sich über den Entscheid erleichtert: «Die Anzeige von Promarca erwies sich als haltlos. Die Weko kommt zum Schluss, dass weder Hinweise auf unfaire Preisverhandlungen noch auf missbräuchliche Sortimentsauslistungen vorliegen.» Promarca war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese 10 Probleme kennen wir alle beim Einkaufen

1 / 15
Diese 10 Probleme kennen wir alle beim Einkaufen
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Migros-Cumulus-Strichcode als Tattoo – Ein Schweizer TikTok-Hit

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Chefsache

«Sie zwingen alle, Hafermilch zu trinken!» – der Chef im Kampf gegen Büro-Wokeness

Der Chef ist unter Druck. Eine neue Generation Arbeitnehmer*innen verlangt die Einführung des Gender-Doppelpunkts, die Verbannung der Kuhmilch und den Sturz des alten weissen Mannes. Noch aber gibt er sich nicht geschlagen, sondern kämpft verzweifelt um seine patriarchalischen Erb-Privilegien!

Artikel lesen
Link zum Artikel