Erste Untersuchung legt nahe: Böe soll Gondel-Absturz in Engelberg verursacht haben
Nach Angaben des Seilbahnbauers Garaventa hat eine «unerwartet kräftige Böe» am Mittwoch das Unglück des «Titlis Xpress» verursacht. Erste Erkenntnisse der Untersuchungsbehörde bestätigen dies.
Die Gondel sei durch die Böe so stark ausgelenkt worden, dass sie mit einem Masten kollidiert sei und vom Seil gerissen wurde, erklärte Garaventa-CEO Arno Inauen in einer schriftlichen Erklärung gegenüber Medien. Die Erklärung lag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag vor. Gemäss Inauen herrschten zum Zeitpunkt des Unfalls starke und böige Winde.
Garaventa hat die 2015 in Betrieb genommene Seilbahn zwischen Trübsee auf 1800 Meter und Stand auf 2430 Meter auf der Strecke Engelberg-Titlis gebaut. Die bisherigen Überprüfungen hätten gezeigt, dass sich die Anlage zum Unfallzeitpunkt in einem technisch einwandfreien Zustand befunden habe, erklärte Inauen in der am Donnerstag verfassten Stellungnahme.
Spuren gefunden
Die Aussagen von Garaventa stimmen mit bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) überein, welche die Unfallursache abklärt. Diese fand an der Klemme der Gondel und im Bereich der Rollenbatterie und des Seilfängers des Masten Spuren.
Dies zeige, dass sich die Gondel über das Normalprofil hinaus bewegt habe, sagte Sust-Untersuchungsleiter Philippe Thürler auf Anfrage. Abgeschlossen seien die Arbeiten der Sust aber noch nicht. So seien die Windmessungen noch nicht ausgewertet.
Die Gondel des «Titlis Xpress» war am Mittwoch um 11 Uhr abgestürzt. Sie überschlug sich mehrmals. Die einzige Insassin, eine 61-jährige Frau aus der Region, kam ums Leben. Der Betrieb der Bahn war auch am Freitag noch eingestellt. Eine Ersatzbahn ist in Betrieb. (dab/sda)
