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Neah Hefti aus Adliswil ZH spielt die Titelheldin in neuer «Heidi»-Serie

Neah Hefti
«Ein bisschen ist mein Leben gerade selbst wie ein Film», sagt Neah Hefti.Bild: RTL/Christoph Küenzi

Diese Schülerin erobert gerade die Leinwand – und wird das neue Heidi

Die 12-jährige Neah Hefti startet durch. Ab dieser Woche ist sie in ihrer ersten Filmhauptrolle im Kino zu sehen, bald steht sie als Heidi für eine neue Serie vor der Kamera.
13.04.2026, 14:3913.04.2026, 14:39
Thomas Studer / ch media

Wäre Neah Hefti an diesem Morgen nervös, wäre das nicht erstaunlich. Es ist ein Aprilsamstag in Zürich, wo sich vor den Arena Kinos eine Schlange gebildet hat. Die Leute sind da wegen der Premiere des Schweizer Kinderfilms «Plitsch Platsch Forever!», der diese Woche in die Kinos kommt und in dem die knapp 12-jährige Adliswilerin Hefti die Hauptrolle übernimmt.

Weil es ihr erster Auftritt in einem Spielfilm ist, ist es auch Heftis erste Premiere. Sie trägt einen schicken schwarzen Pullover und dezenten Schmuck und setzt sich an einen der Tische im Kinofoyer. Dort beantwortet sie Journalistenfragen, aber ohne scheinbare Nervosität, sondern mit dieser besonderen Art von Geduld und Zugewandtheit, die man meist nur bei Kindern antrifft.

«Ein bisschen ist mein Leben gerade selbst wie ein Film, es fühlt sich nicht so echt an», sagt Hefti. Wie ein guter Film allerdings, mit vielen fröhlichen Szenen. Etwas nervig sei höchstens, dass ein paar ihrer Freundinnen und Freunde sie jetzt mit Sprüchen aufziehen wegen eines knallroten Krebskostüms, das sie für eine Szene in «Plitsch Platsch Forever!» tragen musste. «Aber das ist nicht schlimm, ich finde ja selbst, dass es lustig aussieht.»

Promo-Stills zum Film «Plitsch Platsch Forever!» (2026)

Regie:
Natascha Beller

Cast:
Neah Hefti
Alva Maurer
Zazie Mawete
Olga Strub
Patrick Frey
Ein Flashmob für die Badi: Im Krebskostüm Neah Hefti als Pola.Bild: DCM

Da wird manches harte Herz mürbe

«Plitsch Platsch Forever!» (Regie: Natascha Beller) ist eine Sommerkomödie. Hefti spielt darin das Mädchen Pola, das sich vornimmt, die ganzen Sommerferien in einer Badi namens Plitsch Platsch rumzuhängen. Doch schon am dritten Ferientag der Schock: Weil die Filteranlage des Schwimmbads kaputt ist, wird es geschlossen, und weil die Reparatur zu teuer ist, droht der Abriss zugunsten von Luxuswohnungen.

Doch Pola gibt nicht auf. Gemeinsam mit ihrer hochbegabten Schulkameradin Rosalie (Alva Maurer) entwickelt sie Pläne, wie das Schwimmbad zu retten ist. Bald schon sammeln die beiden Mädchen gemeinsam mit anderen Kindern Unterschriften für eine Petition zum Badi-Erhalt – wobei sie Krebs- und andere Wasserkostüme tragen. Gegen Ende ist der Sommer doch noch ziemlich gut und so manches davor griesgrämige Erwachsenenherz aufgeweicht.

Trailer zu «Plitsch Platsch Forever!»:

Traurig spielen geht leichter als fröhlich

«Ich wünsche mir, dass die Leute, die den Film sehen, davon mitnehmen, dass auch Kinder etwas bewirken können, wenn sie wollen», sagt Neah Hefti. Ausserdem zeige der Film, wie wichtig das Verzeihen und Eingestehen von Fehlern ist. Ein Bereich, in dem Erwachsene von Kindern lernen könnten. «Wenn Erwachsene streiten, bleiben sie viel länger hässig aufeinander als Kinder – Kinder entschuldigen und vertragen sich wieder.»

Im Film ist es Heftis Figur Pola, die ihre Freunde irgendwann um Entschuldigung bitten muss, weil sie sich egoistisch verhalten hat. Hefti spielt die Zerknirschtheit sehr überzeugend und sagt dazu: «Traurig zu spielen, fällt mir leicht, da kann man ja auch Fake-Tränen benutzen.» Schwieriger sei es gewesen, sich künstlich zu freuen. Sie habe aber eine Kindercoachin gehabt, die ihr geholfen habe, sich in ihre Figur hineinzuversetzen.

Überhaupt sei alles am Filmdreh glatt gewesen, mit Ausnahme vom frühen Aufstehen. Die Dreharbeiten von «Plitsch Platsch Forever!» fanden im vergangenen Sommer während der Schulferien statt. «Aber es hat sich nie angefühlt, als müsste ich meine Ferien opfern. Es war einer der aufregendsten Sommer meines Lebens.»

Promo-Stills zum Film «Plitsch Platsch Forever!» (2026)

Regie:
Natascha Beller

Cast:
Neah Hefti
Alva Maurer
Zazie Mawete
Olga Strub
Patrick Frey
So hätte der ganze Sommer sein sollen: Pola (Neah Hefti) und Polly (Zazie Mawete) essen Pommes frites und Burger im Freibad.Bild: DCM

Der berufliche Plan B steht schon

Am Schauspielern fasziniert Hefti das Wechselspiel der Identitäten. «Ich finde es cool, sich in andere Rollen zu versetzen und sich vorzustellen, wie dieses Leben ist – und gleichzeitig hat man noch sein eigenes.»

Vor einigen Jahren hat die Schülerin begonnen, in Werbespots mitzuspielen. Dafür bekam sie Tipps von ihren Eltern, die in ihrer Jugend beide ebenfalls als Werbemodels arbeiteten. «Die Werbefilme haben mir schon mega Spass gemacht. Und dann hat meine Mama auf Instagram den Aufruf zum Casting für ‹Plitsch Platsch› gesehen und da dachte ich mir, ich kann es ja mal probieren.»

Heute könnte sich Hefti gut vorstellen, später hauptberuflich als Schauspielerin zu arbeiten. «Aber ich weiss, dass es nicht so leicht ist. Deswegen ist mein Plan B, Innenarchitektin zu werden.»

Bald das Gesicht der Schweiz

Im Moment jedoch ist sie absolut auf Kurs für Plan A: Die Filmunternehmen DCM Schweiz und Gaumont produzieren gemeinsam eine neue «Heidi»-Serie, die bei SRF und RTL zu sehen sein wird. Und Hefti hat sich gegen 800 andere Bewerberinnen durchgesetzt und die Hauptrolle als Heidi ergattert. Die Dreharbeiten beginnen in Kürze in Deutschland, erscheinen soll die Serie 2027.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich die Rolle bekomme, weil ich kenne einige von den anderen, die sich beworben haben und weiss, wie gut die sind», sagt Hefti. Was den Ausschlag gab, dass die Wahl auf sie fiel, weiss sie nicht. «Aber ich habe mich sehr, sehr gefreut, weil ich mag die Geschichte und freue mich auf die vielen Geissen.» Dass für den Dreh der Serie auch die nächsten Sommerferien draufgehen, nimmt Hefti lächelnd in Kauf.

«Plitsch Platsch Forever!» läuft ab 16. April im Kino.

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