Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08475776 Several thousand demonstrators take part in an anti-racism demonstration, against police violence and in memory of George Floyd, during a Black Lives Matter (BLM) protest, in Geneva, Switzerland, 09 June 2020.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Demonstrierende ziehen am Tag von George Floyds Beerdigung durch Genf. Bild: keystone

Über zehntausend Menschen demonstrieren in Genf gegen Rassismus



Über zehntausend Menschen haben am Dienstag in Genf gegen Gewalt und Rassismus gegenüber Schwarzen demonstriert. Die Veranstaltung fand am Tag der Beerdigung des bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA getöteten Afroamerikaners George Floyd statt.

«Schweigen tötet», «Ich bin Schwarz, ich existiere» oder «Keine Gerechtigkeit, kein Frieden» stand etwa auf Plakaten an der «Black Lives Matter»-Kundgebung. Die meist jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten einem Demo-Aufruf, der nach dem Tod Floyds am 25. Mai in Minneapolis erfolgt war.

«Wir marschieren gemeinsam für eine bessere Welt, in der Rassenungleichheit keinen Platz hat», sagte einer der jungen Organisatoren. Diese prangerten «systemischen Rassismus in der Schweiz» sowie Polizeigewalt und ethnisches Profiling - auf Stereotypen und äusserlichen Merkmalen basierendes Handeln der Polizei - an.

epa08475778 Several thousand demonstrators take part in an anti-racism demonstration, against police violence and in memory of George Floyd, during a Black Lives Matter (BLM) protest, in Geneva, Switzerland, 09 June 2020.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Tausende versammeln sich in Genf: Es ist die erste grosse Demonstration nach den Lockerungen. Bild: keystone

In Gruppen und mit Desinfektionsmittel

Die Demonstration war die erste grosse Veranstaltung in Genf nach der Lockerung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie. Um die Anweisungen zu befolgen, wurden Gruppen von 300 Personen gebildet. Die meisten Demonstranten trugen Masken und führten Desinfektionsmittel für die Hände mit.

Der Demonstrationszug setzte sich gegen 18.50 Uhr in der Innenstadt in Bewegung. An der Spitze wurde ein Transparent mit der Aufschrift «Ich kann nicht atmen» mitgeführt. Ähnliche Veranstaltungen hatten am Samstag in Neuenburg, Bern, Basel und Zürich und am Sonntag in Lausanne stattgefunden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Was struktureller Rassismus ist und warum es ihn auch in der Schweiz gibt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

36
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Turicum04 10.06.2020 15:40
    Highlight Highlight Den Rassismus kann man nur stoppen, wenn man den Kapitalismus überwunden hat. Das heisst: Banken und Wohneigentum enteignen und an alle Notdürftigen (Asoziale, Flüchtlinge) verteilen!
  • Norman Sutter 10.06.2020 08:16
    Highlight Highlight Dann könnte man in der Schweiz die Fussballspiele wieder mit Zuschauern durchführen, man bildet einfach 100 Gruppen a 300 Fans und gut ist.
    Im Ernst: Ich kann die Anliegen der Demonstranten durchaus verstehen, nur finde ich es nicht so clever während einer Pandemie eine Demo mit 10000 Teilnehmern zu veranstalten.
  • quad 10.06.2020 07:06
    Highlight Highlight Ist halt Genf, habe lange dort gewohnt. Wunderschöne Stadt, wunderbare Kultur Events, äusserst International, hoch verschuldet, Theorien & Meinungen über alles und jeden, die Ärmel hochkrempeln wollen die wenigsten. Exorbitante Lebenskosten mit einer gewaltigen Schere zwischen den "Have's und Have not". Kriminalität, bedingt auch durch die Nähe Frankreichs, unverhältmässig hoch und die Menschenschlange der Arbeitslosen & Ausgesteuerten geht bis "Rom"... gehe davon aus, dass es in Genf in den nächsten Jahren sehr eng wird & das nicht nur weil Wohnungsnot seit Jahrzehnten herrscht.
  • Nate Smith 10.06.2020 06:15
    Highlight Highlight In Zürich hat am Samstag die Polizei ihre Demonstrationsräumfahrzeuge auf dem Trottoir der Gessnerbrücke parkiert so das tausende shoppende Leute zwischen Bahnhofstrasse und Europallee sich daneben durchquetschen mussten und sich keine Abstände einhalten liessen. Dies stört niemanden, aber die Demo selber mit 500 Leuten war ein riesiges Coronadrama. Echt heuchlerisch.
  • Mia_san_mia 10.06.2020 05:32
    Highlight Highlight So etwas wird toleriert, aber beim Fussball sind keine Zuschauer zugelassen. Einfach nur total daneben 🤦‍♂️
  • Füdlifingerfritz 10.06.2020 03:45
    Highlight Highlight 2/2
    Rassismus ist unfassbar dumm und gehört bekämpft... aber nicht Tausende Kilometer weit weg auf der Strasse während einer Pandemie! Wir können das Problem der USA nicht regeln. Das können nur die Amis.
    Soviel steht fest: ich gehe wegen ein paar Linker, die gerne Selfies auf Demos machen, die sie für ihren "sozialen Lebenslauf" sammeln, nicht wieder in den Lockdown. Und ich lasse mir meine Grosseltern wegen solcher Leute nicht wegnehmen. Also entweder gehen wir ab heute wieder alle zu Tausenden ins Stadion und ans Konzert... oder man muss diese Leute zur Rechenschaft ziehen.
  • Füdlifingerfritz 10.06.2020 03:42
    Highlight Highlight 1/2
    spannend...
    Vor Wochen waren es noch "Covidioten", die demonstrierten.... die von der Polizei gewaltsam abgeführt wurden, wenn nötig.
    Und jetzt? Wird wegen eines grausamen Verbrechens Tausende Kilometer weit entfernt zu Tausenden demonstriert und es schert keinen. Nicht die Polizei, nicht die Politik, und vor allem nicht die Linken, die vorher noch jeden, der das Virus verharmloste beschimpfte und in die Verschwörer-Ecke steckte. Und jetzt? Selber Verschwörungstheoretiker? Oder sind die toten Omas und Opas jetzt einfach egal? Ist das diese linke Solidarität, von der man immer spricht?
  • Jungle Head 10.06.2020 02:10
    Highlight Highlight https://www.der-postillon.com/2020/06/entwarnung-demos.html

    Hach ja, Postillon eben :)
  • sansibar 09.06.2020 22:53
    Highlight Highlight Hmm Versammlungsverbot?! Sorry aber da muss man konsequent sein. Nicht im Sinn von „Demos sind je nach Thema OK oder auch nicht.“ Da stelle ich auch meine persönliche Meinung hinten an.
  • Furioso 09.06.2020 22:48
    Highlight Highlight Mir brauchen die Behörden nichts mehr von Corona zu erzählen. Vor ein paar Wochen noch Leute büssen, die die Abstände nicht eingehalten haben und heute Demos mit tausenden von Leuten zulassen. Auch wenn das Anliegen legitim sein mag. Ich kann weder das Verhalten der Demonstrierenden noch der Ordnungskräfte mehr ernst nehmen.
  • dumbiiidou 09.06.2020 22:41
    Highlight Highlight Believe in freedom in love and fortune
    And all we need is a peace of heaven
    Believe in freedom in love and fortune
    And all we need is a peace of heaven
    We all need love
    Freedom, come on everybody
    We all need love
    Freedom, let's live for freedom
    We all need love

    - DJ Bobo
  • Bene86 09.06.2020 22:23
    Highlight Highlight Vor 2 Wochen waren wir zu 8 an einer kleinen Geburtstagsfeier weit Abseits des Dorfes auf einem Hügel, mind. 20 Min Fussmarsch vom Dorf weg. Wir grillierten zusammen und zogen die Sitzbänke sogar extra auseinander. Um 00:30 Uhr latschte tatsächlich die Polizei den Weg da hoch und löste das Ganze auf (wir waren angetrunken aber sehr anständig). Jeder von uns zahlte 100 Stutz! Und jetzt demonstrieren sie zu 10tausenden für eine Tragödie ausserhalb Europas? Habt ihr sie eigentlich noch alle? Hat man dafür die Wirtschaft an die Wand gefahren? WO ist jetzt diese "Solidarität" zu Risikopatienten?
  • Pat.71 09.06.2020 21:46
    Highlight Highlight Ich finde die Anliegen der Proteste durchaus legitim und angebracht. Aber trotzdem: warum können in der ganzen Schweiz Tausende trotz Corona demonstrieren und es scheint voll okay zu sein. Aber jede kleine Dorfchilbi und andere Veranstaltungen müssen abgesagt werden?
    • Kruk 10.06.2020 04:50
      Highlight Highlight Ja, deshalb bildeten sie 300er Gruppen, was ja erlaubt ist. Die Regeln sind halt nicht mehr die gleichen wie noch vor ein paar Wochen.

      Gut finde ich das trotzdem nicht.

    • Nate Smith 10.06.2020 06:17
      Highlight Highlight Wenn die Dorfchilbi weniger als 300 Leute anzieht muss sie nicht abgesagt werden. Zudem ist es schon etwas anderes ob gegen systemischen Rassismus demonstriert oder dümmlich Tutschauto gefahren wird.
    • lilie 10.06.2020 07:03
      Highlight Highlight @Pat.71: Eine Ansammlung von 10'000 Leute kann die Polizei gar nicht auflösen, wie soll das gehen? Ausserdem scheinen sich die Demonstranten ja in 300er-Gruppen aufgeteilt zu haben, und die sind ja erlaubt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 09.06.2020 21:30
    Highlight Highlight Wenn über 10'000 Menschen in der Schweiz während Coronazeiten auf die Strasse gehen, um gegen Rassismus zu demonstrieren, dann hat dieses Land ein zu lange nicht beachtetes oder kleingeredetes Rassismusproblem.
    • Сédric Wermutstropfen 09.06.2020 21:40
      Highlight Highlight ...oder mindestens 10‘000 Asoziale zu viel in unserem Land. Man kann es nicht anders sagen: Diese Leute sch****en auf die Risikogruppe. Soviel zu deren Solidarität.
    • Team Insomnia 09.06.2020 21:56
      Highlight Highlight @Stefan Morgenthaler-Müller:


      Rassismus ist in der CH an der Tagesordnung. Ob bei Polizei, Ämtern, Verwaltungen usw usf. Überall und täglich.
    • Ein einsamer Holländer 09.06.2020 22:09
      Highlight Highlight Stefan

      Dir kann man auch nichts recht machen.

      Wenn man nicht demonstriert sind wir alles Rassisten. Wenn man demonstrier haben wir ein Rassismus-Problem.

      Suchst du eigentlich immer das Negative?
      🤦‍♀️
      Kann’s langsam nicht mehr so ernst nehmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ein einsamer Holländer 09.06.2020 21:18
    Highlight Highlight In GENF ?
    Oh mann. Was wäre, wenn wir das Internet nicht hätten?
    Vermutlich wüssten nur die NZZ Leser wer Floyd war.
    • Ueli der Knecht 10.06.2020 01:14
      Highlight Highlight Wir erfuhren auch - Internet sei Dank - von den mehreren Tausend Sans Papier und ihren Familien, die im reichen Genf Hunger leiden müssen.

      Vielleicht besteht da ein Zusammenhang?
    • Kruk 10.06.2020 04:45
      Highlight Highlight Warum NZZ? In Genf gab es auch vor dem Internet andere Zeitungen als die NZZ, sogar in der dort gesprochenen Sprache.

    • kupus@kombajn 10.06.2020 08:10
      Highlight Highlight Gab es dich allenfalls in Vorinternetzeiten noch nicht? Oder warst du noch klein? Rodney King war 1991 oder 1992. Wir alle wussten hier davon, nur interessierte es kaum jemanden. "Er ist ja nur ein *****!" (Worte eines damaligen "Freundes" von mir). In den 1960ern gab es mich zwar auch noch nicht, aber ich weiss, dass die damaligen Rassenunruhen in den USA auch hier Thema waren.

«Wir haben uns entschuldigt»: Das sagen Polizei und Volg zur Aktion gegen Spielgeld-Buben

Im Volg Diegten wollten zwei Buben mit Spielgeld bezahlen. Die darauffolgende Reaktion der Verkäuferin und der Polizei schlugen hohe Wellen. Das sagen die Polizei und der Volg zu dem Vorfall.

Die dubiose Geschichte des achtjährigen Baselbieter Buben, der im Volg in Diegten BL mit Falsch- oder Spielgeld bezahlen wollte, sorgt für Aufsehen.

Viele watson-User wundern sich über die Vorgehensweise der Polizei und der Volg-Verkäuferin. Die Schilderungen der Familie der beiden Buben wirft kein gutes Licht auf sie. Eine Nachfrage.

Die Polizei musste aufgrund der Meldung der Detailhändlerin dem Fall nachgehen, sagt Adrian Gaugler, Pressesprecher der Polizei Basel-Landschaft, gegenüber …

Artikel lesen
Link zum Artikel