«Sprengen uns einen Kanal» – Mann von US-Botschafterin in Bern sorgt für Stirnrunzeln
Newt Gingrich, Ehemann der US-Botschafterin in Bern und ehemaliger Sprecher des US-Repräsentantenhauses, sorgt auf X für Irritationen. Er teilte einen Artikel mit der Idee, einen neuen Kanal zur Umgehung der Strasse von Hormus zu schaffen, und zitierte ihn, als handle es sich um einen ernst gemeinten Vorschlag. Der Artikel selbst ist jedoch Satire, wie ein Satz am Ende deutlich macht:
Der Artikel des Medienunternehmens «China Talk» richtet sich in satirischem Ton direkt an den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Autor und «China Talk»-Gründer Jordan Schneider präsentiert darin einen angeblichen Lösungsvorschlag für den aktuellen Öl-Engpass, der durch den nahezu zum Erliegen gekommenen Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus verursacht wird.
Der Vorschlag erfordere keine Hilfe aus China, «keinen einzigen Anruf bei Xi». Umsetzen könne die Idee allein Donald Trump, schreibt Schneider, da nur er über die nötige Vision und das entsprechende Arsenal verfüge. Die – offensichtlich nicht ernst gemeinte – Lösung lautet:
Gingrich teilt Satireartikel auf X
Newt Gingrich zitiert daraufhin eine Passage des Artikels auf seinem X-Account. Er schreibt:
Instead of fighting over a 21-mile-wide bottleneck forever, we cut a new channel through friendly territory. A dozen thermonuclear detonations and you’ve got a waterway wider than the Panama Canal, deeper than the Suez, and safe from Iranian attacks. https://t.co/Et21kHCiAw
— Newt Gingrich (@newtgingrich) March 15, 2026
Schneider geht in seinem Artikel auch auf mögliche Risiken und Einwände ein, die seiner Darstellung nach vom «woken Deep State» vorgebracht würden. Auch hier ist der satirische Ton deutlich erkennbar. Zu den möglichen Umweltauswirkungen schreibt er etwa, iranisches Öl laufe ohnehin überall aus und Tanker stünden in Flammen. Strahlung bezeichnet er als «übertriebenste linke Verschwörung seit dem Klimawandel». Zudem würde das «Nachglühen» angeblich dafür sorgen, dass der Iran in der Nähe des neuen Kanals nichts unternehmen könne.
Hegseths Chef Trump sei ein Bauherr, schreibt Schneider weiter. Er wolle ein Band durchschneiden und folgenden Lauftext auf Fox sehen: «TRUMP-KANAL ERÖFFNET – DER GRÖSSTE DER MENSCHHEITSGESCHICHTE.» Sollte Hegseth Trump diese Schlagzeile geben, würde er den Krieg gewinnen und seinen Job behalten.
Gingrich äusserte sich bislang nicht zu seinem X-Beitrag. Dass es sich um Satire handelt, sollte nun jedoch auch ihm klar sein – zahlreiche Userinnen und User machten in den Kommentaren darauf aufmerksam. Schneider jedenfalls greift Gingrichs Post in seinem Artikel auf und schreibt am Ende:
Das Onlinemedium «China Talk» bietet laut eigener Aussage «umfassende Berichterstattung zu den Themen Technologie, China und US-Politik». Dazu würden eigene Analysen sowie Interviews gehören – und offenbar auch satirische Inhalte.
Newt Gingrich war von 1979 bis 1999 republikanischer Kongressabgeordneter des US-Bundesstaates Georgia und von 1995 bis 1999 Sprecher des Repräsentantenhauses. Er ist seit 2000 mit Callista Gingrich verheiratet, die seit einigen Monaten US-Botschafterin in der Schweiz und Liechtenstein ist. Eine Anfrage an die US-Botschaft in Bern zum Post von Gingrich steht aus.
