Schweiz
SBB

Verbund-Abo-Fahrgäste zahlen oftmals Aufpreis – SBB kennen das Problem

Verbund-Abo-Fahrgäste zahlen oftmals Aufpreis – und die SBB kennen das Problem

28.10.2025, 13:2328.10.2025, 13:36

Fahrgäste mit einem regionalen Verbundabo zahlen häufig zu viel, sobald sie ihre Heimatregion verlassen, wie die NZZ berichtet. Die SBB-App berücksichtigt bei Fahrten über Verbundgrenzen hinweg regionale Abos nicht.

Mit anderen Worten: Auch wenn das Abo in der App hinterlegt ist, wird es bei solchen Fahrten ignoriert.

Die Zeitung macht ein Beispiel: Eine Person mit ZVV-Abo reist von Fischenthal via Zürich HB nach Olten und zurück. Die SBB-App berechnet 44 Franken (2. Klasse), obwohl die Fahrt nach Abzug des Verbundabos nur 29 Franken kosten würde. Die Person zahlt also 15 Franken zu viel – ein Aufpreis von rund 50 Prozent.

Zug Ferien Schweiz SBB
Fahrgäste mit einem regionalen Verbundabo zahlen häufig zu viel, sobald sie ihre Heimatregion verlassen.Bild: Shutterstock

Das Phänomen betreffe nicht nur ZVV-Kundinnen und -Kunden, sondern auch Inhaber anderer regionaler Abos wie A-Welle, Libero, Nordwestschweiz, Ostwind oder Passepartout.

Das Problem ist bekannt

Die SBB bestätigen den Missstand gegenüber der NZZ. Die nationale ÖV-Datenbank Nova, die von den SBB betrieben wird, soll eine Lösung entwickeln. Deshalb haben die SBB auf eine eigene Zwischenlösung verzichtet.

Alliance Swisspass teilt mit, dass die Ursache die komplexe Struktur der Tarifverbünde sei. Gleichzeitig räumt sie ein, dass das Problem längere Zeit nicht prioritär behandelt wurde. 2022 sei das Vorhaben wegen begrenzter Mittel verschoben worden. Mittlerweile suche man wieder nach einer Lösung. Erste Ergebnisse werden im Laufe des kommenden Jahres erwartet.

Bis dahin bleibt den Abo-Inhaberinnen und -Inhabern nur eine Möglichkeit, um Zusatzkosten zu sparen: ihre Reise ab dem letzten Bahnhof ihres Verbunds zu buchen. (cst)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit
1 / 25
24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit
Am 1. Januar 1902 wurden die SBB gegründet. An diesem Tag fuhr auch der erste SBB-Zug, der eigenhändig von der SBB-Generaldirektion geführt wurde. Bis dahin wurde der Betrieb zwar im Auftrag der Bundes, aber noch in der Organisation der Privatbahnen geführt. Sukzessive wurden von 1901 bis 1909 die fünf grössten Privatbahnen verstaatlicht und in die SBB überführt. Die Männer tragen schicke Doppelreiher und posieren vor dem allerersten SBB-Zug. Er ist gerade im Bahnhof Bern eingetroffen. ... Mehr lesen
quelle: foto service sbb / str
Auf Facebook teilenAuf X teilen
SBB und Mobility kooperieren bei E-Autos
Das könnte dich auch noch interessieren:
Bundesrat ist gegen Mietpreis-Initiative – will aber gegen missbräuchliche Mieten vorgehen
Der Bundesrat lehnt die Mietpreis-Initiative ab. Mit einem indirekten Gegenvorschlag will er aber im Gesetz klare und transparente Regeln zum Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen festlegen. Das hat er am Freitag beschlossen.
Zur Story