DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Lohnt sich das GA für Pendelnde noch, die auch Homeoffice machen? Der Abo-Vergleich

Mit der Aufhebung der Homeoffice-Pflicht pendeln viele Arbeitnehmende wieder. Ein Preisvergleich von CH Media zeigt: Nicht immer ist das GA die beste Variante - aber auch Check-in-Apps haben ihre Tücken.

Stefan Ehrbar / ch media



Die ÖV-Passagiere kehren zurück. In der vergangenen Woche kletterte die Auslastung der SBB-Züge im Regionalverkehr auf 74 Prozent des Vorkrisenwertes. So hoch war sie zuletzt vor 35 Wochen. In den Fernverkehrszügen sind im Vergleich zur selben Zeit des Jahres 2019 wieder sechs von zehn Sitzen besetzt.

ARCHIV - ZUR GEPLANTEN SENKUNG DER BILLETPREISE DURCH DIE SBB, AM SAMSTAG, 02. DEZEMBER 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- A train conductor of the Swiss Federal Railways checks a passenger's Swiss Pass on a train travelling from Zurich to Lucerne, Switzerland, on March 20, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Bis Ende Jahr dürfte sich dieser Wert weiter nach oben bewegen. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), in dessen S-Bahnen, Bussen und Trams jeder vierte mit dem ÖV in der Schweiz zurückgelegte Kilometer stattfindet, rechnet bis Ende Jahr mit einer Erholung auf 90 Prozent des Vorkrisenwerts.

Doch die optimistischen Prognosen täuschen nicht darüber hinweg, dass der ÖV in den letzten 14 Monaten nie mehr über 80 Prozent der Vorkrisenwerte gekommen ist. Erstaunlicherweise hat sich das weniger stark auf die Abos durchgeschlagen. So ist die Zahl der im Umlauf befindlichen Generalabos (GA) zwar seit Ende 2019 um etwa 20 Prozent gesunken, wie SBB-Chef Vincent Ducrot kürzlich der «Sonntagszeitung» sagte. Anderswo sind die Rückgänge allerdings geringer.

Rückgänge bei Einzeltickets sind höher

Der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW), der die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft und Teile der Kantone Aargau, Solothurn und Jura abdeckt, registrierte im Jahr 2020 einen Rückgang der Einnahmen der Monats- und Jahresabos von 12.2 Prozent. Die Zahl der Einsteiger hingegen nahm um 30.9 Prozent ab, die Einnahmen aus dem Verkauf von Einzeltickets sogar um fast 40 Prozent.

Im Ostschweizer Tarifverbund Ostwind wurden letztes Jahr knapp 19 Prozent weniger Abos verkauft, während der Rückgang bei Einzelbilletten 27 Prozent betrug, bei 9-Uhr-Tageskarten gar 44 Prozent. Bei den Jahresabos registrierte Ostwind ein Minus von knapp 23 Prozent, bei den Monatsabos eines von 21 Prozent.

Beim Berner Tarifverbund Libero waren im Mai 2019 rund 100'000 Abos im Umlauf. Zwei Jahre später sind es 90'000 - ein Minus von 10 Prozent. Eine Sprecherin betont, ein 1:1-Vergleich sei nicht möglich, weil das Gebiet vergrössert worden sei. Zudem sei bereits seit einigen Jahren und unabhängig von der Coronasituation ein Rückgang bei den Abos feststellbar: «Die Pandemie hat das höchstens noch verstärkt.»

Sinkt die Zahl der Abos weiter?

Allerdings könnte die Zahl der Abos weiter gesunken sein. Jahresabos wiederum werden häufig über den Jahreswechsel gekauft. Die negative Entwicklung zeigt sich noch nicht vollständig in den Jahreszahlen 2020.

Während die Zahl der Abos abnimmt, erfreuen sich automatische Ticketing-Funktionen, wie sie etwa in der SBB- oder der ZVV-App integriert sind, einer steigenden Beliebtheit. Bei diesen Apps können Passagiere sich mit einem Klick einloggen, sobald sie ein Verkehrsmittel besteigen, und am Ende der Reise wieder auschecken. Es kann beliebig oft umgestiegen werden und die App verrechnet am Ende des Tages automatisch das günstigste Angebot.

Ist Check-in die bessere Lösung?

Diese Funktion, die in der SBB-App «Easyride» genannt wird, wird häufiger benutzt. Die SBB verzeichnete im Jahr 2020 monatliche Wachstumsraten von rund 15 Prozent. Noch werde sie vor allem im Nahverkehr genutzt: Bei rund 80 Prozent der Fahrten sind Kunden maximal 30 Minuten eingecheckt. Doch könnte die Check-in-Funktion künftig das GA ersetzen? Oder fahren Pendler weiterhin mit dem GA am günstigsten?

Eine Antwort liefert eine Analyse von CH Media. Im ersten Beispiel werden die Kosten für Pendler analysiert, die dreimal wöchentlich während 48 Wochen im Jahr mit dem ÖV von Aarau nach Bern pendeln. Dabei fallen folgende Kosten an:

Das Streckenabo kristallisiert sich als günstigste Alternative heraus. Das liegt auch daran, dass die Check-in-Funktion, wie sie etwa in der SBB-App integriert ist, nur auf Tagesbasis abrechnet. Sie löst also kein günstigeres Abo, wenn ein Pendler dieselbe Strecke immer wieder fährt - und sie integriert auch die günstigen Sparbillette der SBB nicht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Pendeln auf der Strecke Zürich-Bern.

Insgesamt bestätigt sich, was SBB-Chef Vincent Ducrot kürzlich sagte: Wer weiterhin einigermassen regelmässig pendelt und gelegentlich in der Freizeit mit dem ÖV unterwegs ist, kommt am GA nicht vorbei. Wer hingegen nur noch zweimal wöchentlich ins Büro muss und eine kürzere Strecke pendelt, tut gut daran, genauer hinzuschauen. Das zeigt das Beispiel eines Büro-Arbeiters, der zweimal wöchentlich von Liestal nach Basel pendelt.

Solange die Check-in-Apps keine Preisberechnungen auf Wochen- oder Monatsbasis vornehmen, dürfte ein Streckenabo oder GA in den meisten Fällen die günstigere Variante bleiben. Doch je kürzer die Pendelstrecke und je höher der Homeoffice-Anteil, desto eher lohnt es sich, genau zu rechnen – und allenfalls dem Abo abzuschwören. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So sehen die neuen Nightjet-Nachtzüge aus

1 / 6
So sehen die neuen Nightjet-Nachtzüge aus
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

SBB-CEO Vincent Ducrot über die Digitalisierung

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

70% in der EU sind geimpft – so steht die Schweiz im Vergleich da

Malta top, Bulgarien flop – und die Schweiz? So schnell verimpften die EU-Länder im Vergleich zur Schweiz.

Eines der Impfziele hat die Europäische Union erreicht: Mindestens 70 Prozent der Erwachsenen haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Bis Ende des Sommers sollen 70 Prozent vollständig geimpft sein. Das gab Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekannt. Wir zeigen, welche Länder besonders gut vorankommen – und wie die Schweiz im EU-Vergleich dasteht.

Malta hat seinen Impfturbo früh gezündet. Mittlerweile hat die Inselgruppe mit rund 520'000 Einwohnern die Herdenimmunität schon …

Artikel lesen
Link zum Artikel