Fast 18'000 Autos pro Tag und viel Stau: Stopp für mega Strassenbauprojekt in Pfäffikon
Die geplante Umgestaltung und Sanierung der Löwenkreuzung in Pfäffikon SZ wird nicht weiterverfolgt. Der Schwyzer Regierungsrat stellt die Planungsarbeiten ein, weil das Projekt beim Gemeinderat in Freienbach und betroffenen Anstössern auf Widerstand stösst.
Die Löwenkreuzung in Pfäffikon, wo die Schindellegi- und Churerstrasse zusammenkommen, ist stark überlastet. Rund 17'500 Fahrzeuge passieren pro Tag die Churerstrasse. Dies führe zu Staus und Verspätungen im Busverkehr, es fehlten Velostreifen und die Bushaltestellen würden nicht mehr den heutigen Standards entsprechen, hiess es im Communiqué der Regierung am Donnerstag.
Konkret betrifft das Projekt den Abschnitt der Churerstrasse zwischen dem Schulhaus Brüel und dem Kreisel Huobstrasse sowie den Abschnitt der Schindellegistrasse von der Löwenkreuzung bis hinter die Einmündung der Mühlematte, wie die Regierung in einem 16-seitigen Bericht näher ausführte.
Lösung mit einem Kreisel verworfen
Eine mögliche Umfahrung von Pfäffikon wurde 2013 gestoppt. Ab 2016 prüfte der Kanton gemeinsam mit der Gemeinde Freienbach verschiedene Verbesserungen. Daraus entstand ein Vorprojekt, unter anderem mit Ampeln, sicheren Fussquerungen und behindertengerechten Bushaltestellen, das die Leistungsfähigkeit des Knotens bis 2040 sichern sollte. Eine Kreisellösung erwies sich dabei als ungenügend, wie es weiter hiess.
Für die Ampelanlagen wären zusätzliche Flächen nötig gewesen, schrieb die Regierung. Geplant waren laut Communiqué unter anderem zusätzliche Aufstellflächen, Trenninseln für die Fussgänger und beidseitige Velostreifen. Laut der Regierung seien diese Elemente notwendig, um die Sicherheit und die Attraktivität des Langsamverkehrs «erheblich zu steigern».
Fehlender Rückhalt in der Gemeinde und bei Anstössern
Der Freienbacher Gemeinderat und eine Interessensgemeinschaft mit betroffenen Anstössern lehnen das Projekt jedoch ab. Sie kritisieren den «übermässigen Flächenbedarf», bemängeln «gestalterische Aspekte» und argumentieren, das Projekt sei «zu stark auf die verkehrlichen Bedürfnisse ausgerichtet».
Ohne «örtlichen Rückhalt» bei einem so «grossen und kostenintensiven Projekt» sei die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterführung «nicht gegeben», teilte die Regierung mit. Deshalb werden die Planungsarbeiten abgebrochen.
Die Schwyzer Regierung rechnete für das Gesamtprojekt der Löwenkreuzung mit Kosten von 15,6 Millionen Franken. Von den bewilligten Planungskosten in der Höhe von 970'000 Franken wurden bislang rund 440'000 Franken ausgegeben.
Zudem teilte der Regierungsrat mit, dass der sanierungsbedürftige Durchlass beim Staldenbach, der die Löwenkreuzung auf rund 70 Metern unterquert, trotz Projektabbruch der Löwenkreuzung ersetzt wird. Er soll als «Einzelprojekt» weitergeplant und «möglichst rasch realisiert werden», so die Exekutive.
Im Sommer 2021 kam es dort zu einem Hochwasserereignis, das die Problematik zusätzlich verschärfte, wie die Regierung im Bericht weiter festhielt. (sda)
