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Infantino wehrt sich: «Zahle Steuern in Zürich – und der Hauptsitz bleibt hier!»

Die Gerüchte reissen nicht ab: Der Weltfussballverband Fifa wolle Zürich den Rücken kehren – und dessen Walliser Präsident Gianni Infantino habe die Stadt bereits Richtung Katar verlassen. Gegenüber CH Media nimmt der Fifa-Boss nun dazu Stellung.
24.05.2022, 06:34
Patrik Müller / ch media
Gianni Infantino (l.), Präsident der Fifa, neben dem früheren brasilianischen Superstar Ronaldo, bei seinem Auftritt in Davos.
Gianni Infantino (l.), Präsident der Fifa, neben dem früheren brasilianischen Superstar Ronaldo, bei seinem Auftritt in Davos.Bild: keystone

Ein halbes Jahr vor der Fussball-WM in Katar wirbt Fifa-Präsident Gianni Infantino diese Woche am WEF für den Grossanlass. Seite an Seite mit dem Emir von Katar. Dieser behauptete am Montag in seiner Ansprache, Katar werde von anderen Ländern «aufs Heftigste attackiert», weil es ein muslimisches Land sei und man nicht wolle, dass dort ein Grossturnier stattfinde. «Katar wird diskriminiert», sagte er. Auf die Vorwürfe, sein Emirat verletze Menschenrechte, ging Tamim Bin Hamad Al Thani nicht ein.

Am Rande des Davoser Auftritts nahm Fifa-Präsident Gianni Infantino gegenüber CH Media Stellung zu Spekulationen, die Fifa prüfe einen Wegzug von Zürich. Sein Vorgänger Sepp Blatter hatte jüngst gesagt: «Infantino will den Hauptsitz weg von Zürich verlegen.» Dazu Infantino:

«Ich weiss nicht, woher diese Gerüchte dauernd kommen und wer Interesse an ihnen hat. Ich kann Ihnen versichern: Ein Umzug ist kein Thema. Die Fifa bleibt in Zürich.»

Genährt wurden die Spekulationen, nachdem Medien im Januar berichtet hatten, Infantino sei selbst von Zürich weggezogen – nach Katar. «Heimlicher Umzug», lauteten die Schlagzeilen.

Infantino will auch davon nichts wissen. «Mein Wohnsitz ist Zürich, in Zürich zahle ich meine Steuern.» Wahr sei, dass er sich im Jahr der WM-Durchführung oft vor Ort aufhalte. Er habe eine Zweitwohnung dort, auch seine Familie sei teilweise in Katar.

«Das wird sich nach der WM 2022 wieder ändern», beteuert Infantino im Gespräch. Wenn dann die Fussball-WM 2026 in den USA näher rücke, plane er, öfters in Amerika zu sein, wohl ebenfalls mit Zweitwohnung. «Ich finde, die Durchführung einer WM muss Chefsache sein, und das kann man nicht einfach aus der Ferne machen.»

Keine kritischen Fragen auf der Bühne

Auf der Bühne des Davoser Kongresszentrums wurden Infantino keine kritischen Frage gestellt. Infantino sass neben dem ehemaligen brasilianischen Superstar Ronaldo und schwärmte von der «einigen Kraft des Fussballs». Auch pries Infantino die Fifa für ihre Verdienste als Förderin des Frauenfussballs, nicht zuletzt in aussereuropäischen Ländern.

Die Vertreter Katars sagten, sie erwarteten während der WM rund zwei Millionen Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland. Dank der Fussball-WM sei die Infrastruktur - etwa der öffentliche Verkehr - ausgebaut worden, davon würde die Bevölkerung des Emirats langfristig profitieren. Infantino brauchte nur noch zu nicken. (aargauerzeitung.ch)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Petersilly
24.05.2022 07:18registriert August 2020
Das E in FIFA steht für Ethik.
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Sprachrohr
24.05.2022 07:32registriert Juli 2020
"Katar werde von anderen Ländern «aufs Heftigste attackiert», weil es ein muslimisches Land sei"

In der Tat ist es ein Problem, wenn sich Länder über ihre vorherrschende Religion und nicht als säkular oder gar laizistisch definieren. Bereits der Titel "Emir" (="Befehlshaber [der Gläubigen]) versinnbildlicht den religiös und nicht demokratisch legitimierten Führungsanspruch von Katars Machthabern.

Religion und Staat sollten in aufgeklärten Staaten getrennt sein. Habe auch Mühe damit, wenn die Schweiz teilweise als christliche Nation definiert wird und Kirchensteuern eintreibt.
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Grischa Buab
24.05.2022 07:02registriert April 2015
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Infantino selber glaubt, was er erzählt.
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