DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Martullo-Blocher zu Ukraine-Flüchtlingen: «Im humanitären Bereich gibt es keine Grenze»

SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher will Ukraine-Flüchtlinge anders behandeln als «bisherige Wirtschaftsflüchtlinge». In einem Interview fordert sie unkonventionelle Lösungen.
26.03.2022, 17:27
Peter Walthard / ch media
Magdalena Martullo-Blocher plädiert im Tages-Anzeiger eine konsequente Auslegung der Schweizer Neutralität.
Magdalena Martullo-Blocher plädiert im Tages-Anzeiger eine konsequente Auslegung der Schweizer Neutralität.Bild: keystone

Die aktuelle Flüchtlingskrise unterscheide sich von vorherigen Migrationswellen, sagte SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher in einem am Samstag erschienen Interview mit dem Tages-Anzeiger. «Wir können diese Kinder und Jugendlichen nicht gleich behandeln wie die bisherigen Wirtschaftsflüchtlinge, die meist junge Männer sind», so Martullo-Blocher im Interview: «Im humanitären Bereich gibt es keine Grenze.»

Nun seien auch unkonventionelle Lösungen gefragt, etwa bei der Frage nach der Einschulung der Kinder. «Es bringt aber nichts, wenn wir einfach in alle Schulzimmer ukrainische Kinder setzen, die kein Wort verstehen», sagte Martullo-Blocher. Der Aufruf nach ukrainischen Lehrern sei deshalb eine gute Idee.

Ems-Chemie will Produktion in Russland wieder hochfahren

Aussenpolitisch spricht sich Martullo-Blocher für eine konsequente Neutralität aus. «Als Kleinstaat müssen wir uns dabei geschickt verhalten, damit wir nicht zum Spielball und nicht erpressbar werden.» Aussenminister Cassis wirft sie fehlende Sensibilität vor: «Er entscheidet spontan am Samstagmorgen, mal eben rasch an eine Demo zu gehen, und fragt nicht einmal den Bundesrat.» So werde die Neutralität der Schweiz aufs Spiel gesetzt, was auch Konsequenzen nach sich ziehen könne: «Wir könnten von Gegensanktionen der Russen getroffen werden, bei Energielieferungen oder sogar militärisch», warnt Martullo-Blocher.

Zum Russlandgeschäft ihrer Ems-Chemie sagte Martullo Blocher, dass sie in Russland zwei kleine Firmen mit je 30 Mitarbeitenden habe. Deren Geschäft sei derzeit zusammengebrochen. Aber: «Wenn die Autoproduktion wieder hochfährt, werden wir liefern, wir überlassen unsere Firmen nicht dem russischen Staat. Der droht den ausländischen Firmen, sie zu enteignen, wenn sie nicht laufen.»

In Weissrussland und der Ukraine habe die Ems-Chemie keine Standorte. «In der Ukraine hätten wir nie investiert, da sie als eines der korruptesten Länder gilt», erklärte Martullo-Blocher. Das kritische Know-how des Unternehmens werde aber ohnehin in der Schweiz behalten. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

56 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
bokl
26.03.2022 18:53registriert Februar 2014
Sobald die Aufnahme-Euphorie in der Bevölkerung nachlässt, wird die SVP auch gegen die Flüchtlinge aus der Ukraine Stimmung machen. Bis dahin kann man sie zumindest missbrauchen um gegen andere Flüchtlinge zu hetzen. Einfach nur widerlich.
21921
Melden
Zum Kommentar
avatar
mMn
26.03.2022 18:53registriert September 2020
Also wegen Korruption nicht in Ukraine investiert aber dafür in Russland🤔 ja doch... dort ist es sicher weniger korrupt.🙈
18114
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pudelrumser
26.03.2022 19:38registriert Februar 2021
Schlechtes Gewissen, dass man die EMS Firmen in Russland nicht schliesst, oder Taktik, dass man wegen diesem Missstand noch in die Kritik kommen könnte, wenn man nicht Mutter Theresa spielt?
SVP und Flüchlingsbehandlung. running gag....
9711
Melden
Zum Kommentar
56
«Chefjammeri» Lampart packt in der Inflations-«Arena» den Zeigefinger aus
Am Leutschenbach spukte das Inflationsgespenst. Die Gäste der SRF-«Arena» versuchten ihm beizukommen – mit Giesskannen, Zeigefingern und Standpauken.

Es sucht die Schweiz selten heim. Doch der Krieg in der Ukraine, der Rohstoffmangel und die Pandemie haben es heraufbeschworen: das Inflationsgespenst. Mit 2,9 Prozent spukt es durch die Schweizer Wirtschaft. Und sorgt dafür, dass sich Herr und Frau Schweizer für das gleiche Geld plötzlich weniger leisten können. Der Franken verliert an Kaufkraft. Die Preise für Heizöl sind 80 Prozent höher als im Vorjahr. Teigwaren kosten 12 Prozent mehr, Kaffee sieben Prozent.

Zur Story