Schweiz
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Ausser Heer will niemand SVP-Chef werden – und auch der sträubt sich



Der Posten als Parteipräsident der SVP sei nicht sein oberstes Ziel, sagte Alfred Heer in einem Interview. Vorerst bleibt er aber einziger offizieller Bewerber für die Nachfolge von Albert Rösti. (Archivbild)

Alfred Heer Bild: KEYSTONE

Der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer ist bisher einziger offizieller Anwärter auf die Nachfolge von Albert Rösti als Parteipräsident der SVP Schweiz. Die Eingabefrist lief am Samstag ab. Nach Angaben des Findungskommissionspräsidenten sind aber weitere Gespräche geplant.

Die Parteileitung der Zürcher SVP hatte Heer als bisher einzigen Bewerber offiziell der Findungskommission angemeldet. Am Samstag relativierte Heer sein Interesse gegenüber Schweizer Radio SRF indes etwas. Er müsse nun mit der Findungskommission reden und diskutieren, wie sie seine Kandidatur einschätze. «Wenn sie mich als ungeeignet beurteilen sollte, bricht für mich keine Welt zusammen.»

Heer sei der einzige formell gemeldete Kandidat, sagte Caspar Baader, der Präsident der Findungskommission, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es hätten sich aber auch mehrere Interessenten am Parteipräsidium gemeldet, mit denen nun Gespräche geführt würden.

ARCHIV - SVP PRAESIDENT ALBERT ROESTI KUENDIGT RUECKTRITT IM FRUEHLING 2020 AN. ---  Parteipraesident und Nationalrat Albert Roesti, an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz, am Samstag, 26. Januar 2019, in Gossau. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Nachfolge von Albert Rösti gestaltet sich schwierig Bild: KEYSTONE

Zudem behalte sich die Findungskommission Gespräche mit weiteren Personen vor. Ziel es sei es, die beste Kandidatur zu finden, sagte Baader dazu. Ob die Kommission dem Parteileitungsausschuss schlussendlich eine oder mehrere Kandidaturen vorschlagen wird, liess Baader offen.

Neben Baader als Präsident gehören der Findungskommission alt Regierungsrat Ernst Hasler (AG), Fraktionspräsident Thomas Aeschi, Nationalrat Jean-Pierre Grin (VD), Regierungsrätin Michèle Blöchliger (NW), alt Nationalrat Toni Brunner (SG) sowie der ehemalige SVP-Generalsekretär Martin Baltisser an.

Die Wahl der neuen Präsidentin oder des neuen Präsidenten der SVP Schweiz findet an der Delegiertenversammlung am 28. März in Basel statt. Für das zeitintensive und unbezahlte Amt hagelte es seit Dezember reihum Absagen. (aeg/sda)

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24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 04.02.2020 05:15
    Highlight Highlight Wenn die SVP bei den Schwergewichtsthemen EU/Migration mehr als 50% der Abstimmenden gewinnen will, muss sie auch bei den übrigen Politthemen engagiert und glaubwürdig auftreten. Das muss der neue Präsident oder die neue Präsidentin hinkriegen.
  • Mladjo86 03.02.2020 18:02
    Highlight Highlight Tipp an SVP: Im Ausland gibts genug Fachkräfte.
  • MikeT 03.02.2020 17:24
    Highlight Highlight Logisch will keiner. Als Präsident der grössten Partei im Lande würde man plötzlich zur Classe Politique zählen. Und das gehört sich nicht für jemanden aus der Volkspartei.
  • rundumeli 03.02.2020 16:45
    Highlight Highlight ver-heer-end ... !
  • Sherlock_Holmes 03.02.2020 16:36
    Highlight Highlight Andreas Kunz bringt es in seinem Kommentar «Blochers grösster Fehler» im TA vom 2.2.20 auf den Punkt:

    «Die Krise seiner Partei hat der SVP-Tribun fahrlässig und höchstpersönlich ­verursacht.»

    Dadurch, dass Blocher Ende 2019 Albert Rösti für die Verluste der SVP verantwortlich machte, hat er diesem das Vertrauen entzogen und ihn zum Rücktritt verleitet.
    Blochers Schatten wird für die SVP zunehmend zur Hypothek.

    Kaum jemand hat Lust, sich aufzuopfern, um beim nächsten Misserfolg von diesem in den Senkel gestellt zu werden.
    Mit der Begrenzungsinitiative droht am 17. Mai die nächste Niederlage.
    Benutzer Bild
  • Glenn Quagmire 03.02.2020 15:29
    Highlight Highlight Vujo for President!
  • äti 03.02.2020 15:16
    Highlight Highlight Schlage Alice Weidel vor. Wohnt wieder in der Schweiz (was vermutlich keine Bedingung ist). Sie könnte locker die SVP mit der AfD zusammen führen - ist ja kein Unterschied.
    • FITO 04.02.2020 00:18
      Highlight Highlight Ein Dream-Team wäre vor allem eine Doppelspitze mit ihr und AG aus Oberwil-Lieli.
      Auch mit der Einbürgerung dürfte es im Kanton Schwyz bei ihr ja keine Probleme geben, denn die nehmen da alles was rechts der CVP ist mit Handkuss.
      Benutzer Bildabspielen
  • Denverclan 03.02.2020 15:12
    Highlight Highlight Der neue Präsident kann eigentlich nur verlieren. Das grüne Feindbild könnte sehr gefährlich werden. Migration und EU haben sich totgelaufen und den Stil, ständig auf die Frau, den Mann zu spielen, mag man irgendwie auch nicht mehr ertragen. Es könnte durchaus sein, dass die SVP aus der Mode fällt, denn die Rentner, ü 50 Arbeitslosen und die Jugend haben Sorgen, die die SVP eben nicht beackert oder nur scheinheilig. Ihr Glück ist lediglich. dass sich die so genannte Linke auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und eigentlich auch neben den "proletarischen" Schuhen steht.
  • Kari Baldi 03.02.2020 15:10
    Highlight Highlight Wenn Elefanten durch den Porzellanladen gehen - dann ist das Porzellan wohl noch da, in der Regel nicht mehr ganz. Zu viele "Elefanten" gab es schon an der Parteispitze der SVP. Was die Partei jetzt sucht, ist eine Art "eierlegende Wollmilchsau". Die muss sich nämlich, ob sie will oder nicht, mit dem Thema Klimawandel befassen. Tut sie es nicht, hat sie die Bauern gegen sich. Legt sie sich ein grünes Mäntelchen um, hat diese die Hardliner und die Klimaleugner gegen sich. Wir dürfen gespannt sein. Wer wird wohl der nächste Elefant?
  • Zaungast 03.02.2020 15:00
    Highlight Highlight Pro Andi Glarner - dann schafft sich die Partei wohl selbst ab.
    • R. Schmid 04.02.2020 05:44
      Highlight Highlight Schön wärs.
  • Hans Jürg 03.02.2020 14:53
    Highlight Highlight Und am Schluss wird es dann Martullo-Blocher, die zwar nicht will, aber muss, weil die Partei und das Land sie braucht.

    Hmm... kommt mir irgendwie bekannt vor...

    und später muss sie dann Bundesrätin werden, obwohl sie das gar nicht will, aber das Land sie soooo sehr braucht.

    ahhhh.... jetzt habe ich es. Ihr Vater war ja schon so. ;-)
    • runthehuber 04.02.2020 07:22
      Highlight Highlight Das wäre der Obermegasupergau..... für sie SVP. Da lach ich mich jetz schon schief.
  • -jfk- 03.02.2020 14:53
    Highlight Highlight Das "Sträuben" der SVP-Papabile hat wohl zu einem grossen Teil auch taktische Gründe.

    Wenn Herrliberg via Teleblocher oder Weltwoche bei jeder Gelegenheit betont, dass ein guter Präsident nicht will, sondern gezwungen werden muss und einer der will, es eigentlich gar nicht kann und nur Pöstchen jagt, würde ich mich auch zwingen lassen wollen...

    Tippe nach wie vor auf den Martullo nahen Dettling mit Grüter als Vize. Macht aus Blocherscher Sicht durchaus Sinn und würde die Macht langfristig indirekt in der Familie halten. Erinnerte zudem nach aussen an die erfolgreiche Brunner-Blocher Ära...
  • Etniesoph 03.02.2020 14:35
    Highlight Highlight Und sonst MUSS dann halt die Magdalena herhalten und das Amt schweren Herzens übernehmen. Aber dann gibt's dann vielleicht bald nicht mehr so viele Vizepräsidenten...Dreampartei die!
  • P.M aus W 03.02.2020 14:12
    Highlight Highlight Glarner will doch warum nicht er ? Oder hält die Nationale SVP ihn für unfähig, das würde doch bedeuten das selbst die SVPch Zweifel an der Urteilsfähigkeit der aargauischen Kantonspartei hat. Ode seh ich das falsch?
    • bcZcity 03.02.2020 15:31
      Highlight Highlight Ich denke selbst die SVP weis ganz genau dass Leute wie Glarner für zwei Dinge gut sind. Aufmerksamkeit und das schüren der Wut und Ängste auf dem Land und in der Agglo.

      Aufmerksamkeit braucht ein SVP Präsident nicht, die bekommt er automatisch. Schüren will man eben auch nicht mehr so vordergründig.

      Man sucht also jemanden auf Blocher Linie, der aber geschickt und sympathisch artikuliert um Wolf im Schafspelz zu spielen und die Massen ansprechen kann.

      So jemanden zu finden ist schwer, vor allem bei der SVP. Brunner war ein Glücksfall.
  • schuldig 03.02.2020 14:06
    Highlight Highlight Muss im Fall des Falles wieder Übervater Blocher ran? Er musste die Schweiz ja schon mehr als einmal retten... Ironiemodus off
  • Faceoff 03.02.2020 14:03
    Highlight Highlight Man will offenbar einen Präsidenten produzieren, der "nicht will, aber dann doch tut", so wie der Chef das gefordert hat. Vermutlich reines Marketing.
    • ursus3000 03.02.2020 16:06
      Highlight Highlight Genau Blocher wollte auch nicht Bundesrat werden , er wurde gezwungen . Das hat man ja bei der Nichtwiederwahl gesehen .
    • So oder so 03.02.2020 18:53
      Highlight Highlight einer der sich für das Volk Opfert, weil alle andern zu Feige sind - Christoph B wo bist du !
  • Bruno Wüthrich 03.02.2020 14:01
    Highlight Highlight Dieses Amt kann sich fast nur einer antun, der seine Vermögensbildung bereits abgeschlossen hat, und/oder ein mit einer grosszügigen Spesenregelung bedachter, rüstiger Rentner. Frau Martullo wird zwar von ihrem Vater das Sagen in der Partei erben, die Mühsal des Präsidentenamtes kommt für sie aber nicht in Frage. Ernsthafter Kandidat neben Alfred Heer ist Andreas Glarner. Zuzutrauen wäre der SVP aber auch, dass sie Christoph Mörgeli aus der Versenkung holt. Als Parteipräsident würde es ihm bei den nächsten Wahlen auch wieder in den NR reichen. Für Action sorgen würde auch Roger Köppel.
    • ursus3000 03.02.2020 16:19
      Highlight Highlight Also ich für mich habe genug Action . Dazu brauche ich keinen Köppel

Präsident verzweifelt gesucht: Bei der SVP ist der Wurm drin

Während Grüne und SP zielstrebig auf die Präsidiumswahl zusteuern, ist bei der SVP unklar, wer die Nachfolge von Albert Rösti antreten soll. Die stärkste Partei des Landes wirkt desorientiert.

Als Toni Brunner vor vier Jahren als Präsident der SVP Schweiz zurücktrat, wurde seine Nachfolge sorgfältig aufgegleist. Der Berner Nationalrat Albert Rösti übernahm die Leitung des erfolgreichen Wahlkampfs 2015 und wurde danach als Parteichef lanciert. Mögliche Herausforderer hatten keine Chance. Politische Gegner kritisierten das Prozedere als undemokratisch, aber es war effektiv.

Nun tritt Rösti seinerseits nach nur einer Legislatur ab, doch dieses Mal kann von einer strategischen Planung …

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