DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mit diesem Logo sollen sich Winterthurer Moscheen vom Terror distanzieren. Quelle: http://fairwinti.ch/

Nicht in meinem Namen: Der Verein Fair Winti hat eine Kampagne lanciert, mit der sich die islamischen Gemeinschaften in Winterthur vom Radikalismus abgrenzen sollen.
Bild: fairwinti.ch

So wollen sich Winterthurer Moscheen vom Terror distanzieren

Die islamische Gemeinschaft will sich mit einem speziellen Zeichen von Terror und Radikalismus distanzieren. Drei Organisationen machen bis heute mit. Darunter auch die An'Nur-Moschee.



Eine Hand in Rot. Stop. Not in my name. «Nicht in meinem Namen» – Mit diesem Ausspruch sollen sich nach einer Initiative des Vereins Fair Winti um den SP-Politiker Blerim Bunjaku die Winterthurer Moscheen Islam-Organisationen von islamischem Radikalismus abgrenzen. Not in my name ist auf Social Media zu einem der Slogans geworden, mit denen sich Muslime von Terrorakten im angeblichen Namen des Islam distanzieren. 

Darauf nimmt Fair Winti Bezug: «Mit diesem Zeichen sollen die Islamischen Gemeinschaften klar stellen, dass sie sich von Terror distanzieren, gegen Radikalismus sind und dass das, was zur Zeit in der Welt geschieht, nicht in meinem Namen geschieht», heisst es auf der Vereins-Website. Angeboten wird die rote Hand als A3- und A4-Poster zum Herunterladen.

Die Poster würden derzeit an Moscheen in Winterthur verteilt, sagte Bunjaku dem Landboten, der zuerst über die Aktion berichtete. Es machten bisher drei Organisationen mit: Nebst der umstrittenen An'Nur-Moschee auch zwei islamisch-albanische Kulturvereine (Grüze, Töss). Sie hängten die Plakate aus.

Die An'Nur-Moschee in Winterthur, aufgenommen am Dienstag, 24. November 2015. Laut dem Syrien-Kenner Kurt Pelda, der intensive Recherchen getaetigt hat, soll es im Umfeld der An'Nur-Moschee eine Zelle des IS geben. Den Recherchchen zufolge soll vor Kurzem eine weitere Person von Winterthur nach Syrien gereist sein. Die Maenner, die nach Syrien gereist seien, sollen Jihadisten sein, die in der Moschee in Winterthur rekrutiert worden seien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Hier ist die An'Nur-Moschee einquartiert, die ihre Teilnahme an der Stop-Terror-Kampagne zugesichert hat.
Bild: KEYSTONE

Fair Winti versteht sich als «Verein, der die interkulturelle Kommunikation fördert». Bunjaku gründete die Organisation als Reaktion auf die zunehmende Radikalisierung. Nebst der Anti-Terror-Kampagne will Fair Winti Jugendlichen bei Bewerbungen helfen. Im Dezember sollen sich zudem auf Initiative des Vereins Moscheen- und Kirchenvertreter zu den Themen Radikalisierung und Prävention austauschen. 

Mit der Kampagne reagiert Fair Winti auf die nicht nachlassenden Berichte über junge Muslime aus der Region, die sich radikalisiert haben und teilweise auch nach Syrien in den Dschihad gereist sein sollen. Allein in diesem Jahr gibt es mindestens fünf bekannte Fälle von Syrien-Reisenden. Der Syrien-Spezialist Kurt Pelda berichtete zudem über Gruppen im Umfeld der An'Nur-Moschee, die junge Muslime radikalisieren sollen, was Moschee-Vertreter aber beschreiten.

Selbst nach Aussagen von des 36-jährigen Bunjaku liegt das Problem nicht bei den offiziellen Vertretern der Moscheen: «Die muslimischen Gemeinschaften in Winterthur sind gegen Radikalismus und haben dies auch genügend oft betont», sagte Bunjaku in der vergangenen Woche in einem Interview mit watson. Er forderte darin auch die Stadt Winterthur auf, mehr Verantwortung gegen Radikalisierungstendenzen zu übernehmen. (trs)

SP-Politiker und Gründer des Vereins Fair Winti, Blerim Bunjaku. Quelle: http://fairwinti.ch/#team

Der 36-jährige Blerim Bunjaku ist Unternehmer und gehört der SP an.
Bild: Fair Winti

NotInMyName

1 / 12
NotInMyName
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mehr zur angeblichen «Winterthurer IS-Zelle»:

Kurt Pelda legt in «TalkTäglich» gegen Winterthurer «IS-Paten» nach: «Er ist die graue Eminenz»

Link zum Artikel

Wie Imam A. E. zum «IS-Paten von Winterthur» wurde

Link zum Artikel

«Ich bin kein IS-Pate!» – Exklusiv-Interview mit dem Imam der sogenannten «Winterthurer IS-Zelle»

Link zum Artikel

Kriegsreporter Kurt Pelda: «Sie und Ihre Journalisten-Kollegen müssen endlich anfangen, den ‹IS› ernst zu nehmen»

Link zum Artikel

Kurt Pelda spricht von Syrien-Rückkehrer in «Winterthurer IS-Zelle»

Link zum Artikel

Dschihadisten-Reisende aus Winterthur: «Die Stadt sollte mehr Verantwortung übernehmen»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Initiative steht: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für 500 Menschen aus Zürich

In einem wissenschaftlichen Pilotversuch sollen 500 Menschen in der Stadt Zürich während drei Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Dies fordert eine Initiative vom Zürcher Stadtrat. Über 4000 Unterschriften wurden gesammelt.

Innerhalb der letzten 6 Monate konnten mehr als 4000 Unterschriften für die Initiative «Wissenschaftlicher Pilotversuch Grundeinkommen» gesammelt werden. Heute werden diese nun dem Zürcher Stadtrat übergeben, wie das Initiativkomitee mitteilt.

Im Rahmen des Projektes sollen mindestens 500 Personen während drei Jahren ein Grundeinkommen erhalten. Die Höhe des Grundeinkommens ist im Pilotversuch noch nicht festgelegt. Bedingung ist aber, dass das soziale Existenzminimum der Stadt Zürich nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel