Schweiz
Tier

Waadt zahlt nach Wolfsangriffen Pauschalbeträge an Viehhalter aus

JAHRESRUECKBLICK 2013 - MAI - Ein Wolf, mutmasslich "M35", aufgenommen beim Dorfeingang von Bellwald im Obergoms, Wallis, am 28. Mai 2013. Der Wolf hat in der Nacht auf Freitag, 7. Juni 2013 ...
Wahrscheinlich Wolf M35, aufgenommen beim Dorfeingang von Bellwald in Obergoms im Wallis, am 28. Mai 2013.Bild: KEYSTONE

Waadt zahlt nach Wolfsangriffen Pauschalbeträge an Viehhalter aus

05.05.2023, 13:59
Mehr «Schweiz»

Waadtländer Viehhalter werden nach Wolfsangriffen künftig finanziell höher entschädigt. Im Falle einer Attacke von Nutztieren durch das Raubtier wird ihnen eine Pauschale von 600 Franken ausbezahlt. Der Betrag soll dazu dienen, die Kosten für die Bearbeitung des Schadens zu kompensieren.

Zu diesem Pauschalbetrag kommt eine Entschädigung in Höhe des Wert des Viehs hinzu. Diese wird von einem unabhängigen Experten berechnet. Diese Massnahme ist Teil eines neuen Aktionsplans für das laufende Jahr, über den der Kanton Waadt am Freitag informiert hat.

Zur Unterstützung der Viehhalter will der Kanton zudem den Einsatz von Zivildienstleistenden ausweiten. Diese können in Zukunft auch in Betrieben mit Rindern eingesetzt werden. Bislang waren sie nur auf Bauernhöfen mit Schafen und Ziegen tätig. Weiter stockt der Staat die Wildhut um zwei Stellen auf.

Verstärkte Überwachung der Population

Der neue Aktionsplan zielt auch darauf ab, die Entwicklung der Wolfspopulation auf Waadtländer Boden besser zu verfolgen. Das von der Stiftung Kora koordinierte Fotofallen-System wird weiter nördlich im Jura ausgeweitet. Ziel sei es, die mögliche Ansiedlung eines neuen Paares oder eines neuen Rudels zu antizipieren.

Weiter soll das Wolfsmonitoring durch die Installation von Tonaufzeichnungsgeräten verstärkt werden. Der Kanton hat sich zudem einem Kora-Forschungsprojekt angeschlossen. Im Rahmen dieser Studie wird versucht, ab diesem Frühjahr einem oder mehreren Wölfen des Marchairuz- und Risoud-Rudels ein GPS-Halsband anzulegen.

Der Aktionsplan soll dazu beitragen, die Vergrämung von Wölfen zu «professionalisieren». Auf den Alpweiden sollen weiterhin Versuche mit verschiedenen nicht-tödlichen Waffen durchgeführt werden.

2022 wurden im Kanton Waadt mindestens 26 Wölfe nachgewiesen. Zwei Rudel, das Marchairuz- und das Risoud-Rudel, haben sich im Jura angesiedelt, während sich beim Mont Tendre ein neues Paar zu bilden scheint. Hinzu kommen mehrere umherstreifende Einzelwölfe.

(yam/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16
Die Schweiz soll der Ukraine bei Luftabwehr-Systemen den Vortritt lassen
Was ist wichtiger: der Ukraine im Kampf gegen Putin indirekt beizustehen oder die eigene Armee rasch aufzurüsten? Bei der Luftabwehr kommt's zum Zielkonflikt – und die Schweiz steckt mittendrin.

Unablässig greift die russische Armee ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Der Verteidigungsschirm ist löchrig, die Angriffe fordern in der Zivilbevölkerung viele Opfer. Mit steigender Dringlichkeit fordert Präsident Wolodimir Selenski vom Westen die Lieferung von Luftabwehrsystemen, namentlich vom Typ Patriot, der als sehr effizient gilt.

Zur Story