Schweiz
Unfall

Nach Gondelunglück: Titlis-CEO weist Druck-Vorwürfe zurück

«Nie eingegriffen»: Titlis-CEO weist Druck-Vorwürfe nach Gondel-Unglück zurück

Der CEO der Titlis-Bergbahnen hat in einem Interview Stellung zum Gondelunglück mit einem Todesopfer genommen. Laut Norbert Patt gab es eine «sehr heftige Böe».
22.03.2026, 09:2422.03.2026, 09:32

Druck auf Mitarbeitende, insbesondere die technischen Leiter, den Betrieb bei Bergbahnen auch bei grenzwertigen Wetterbedingungen aufrecht zu erhalten, ist in der Branche ein verbreitetes Problem, wie watson-Recherchen vergangene Woche gezeigt haben. Oft stecken dahinter wirtschaftliche Beweggründe. Betriebsunterbrüche sorgen für Einbussen und sind deshalb ungern gesehen.

Der CEO der Titlis-Bergbahnen hat eine solche Konstellation beim Gondelunglück am Mittwoch nun deutlich zurückgewiesen. Gegenüber dem Sonntagsblick sagte Norbert Patt, die fachliche Unabhängigkeit sei in seinem Unternehmen «klar geregelt» und werde «konsequent respektiert». Er würde dem jeweiligen technischen Verantwortlichen vor Ort nie dreinreden.

«Ich habe noch nie in einen solchen Entscheid eingegriffen oder diesen übersteuert.»

Man gewichte die Sicherheit der Gäste immer höher als wirtschaftliche Überlegungen.

Der CEO der Bergbahnen Engelberg-Tr
Norbert Patt bei der Medienkonferenz nach dem Unglück.Bild: KEYSTONE

Zur genauen Ursache für das Unglück, bei dem eine 61-jährige Frau verstarb, kann der CEO noch keine klaren Aussagen machen, wie er sagt. Klar sei nur, dass es zum Zeitpunkt des Vorfalls einen starken Anstieg der Windgeschwindigkeit gegeben habe.

«Es gab eine unerwartete, sehr heftige Böe.»

Allerdings sei nicht bekannt, welche Windgeschwindigkeiten am Unglücksort genau geherrscht hätten. An dem Punkt, wo die Gondel abgestürzt ist, gebe es kein Messsystem. Eine Aussage von der ersten Medienkonferenz, wonach es Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern gegeben habe, korrigierte Patt als «Verwechslung», für die er um Entschuldigung bitte. Der Betrieb von Gondelbahnen ist nur bis zu einer Windgeschwindigkeit von 60 km/h erlaubt.

Die Frage nach der Verantwortung für das Unglück könne er ebenfalls noch nicht beantworten, sagte Patt weiter. Klar geregelt sei, dass grundsätzlich der technische Leiter die Verantwortung trage und finale Entscheidungen treffe.

Die «moralische Verantwortung» hingegen sieht Patt als CEO bei sich. Vorschnelle Verurteilungen seien nicht angebracht. Eine Prüfung, wann genau die Entscheidung fiel, den Betrieb einzustellen, laufe aktuell. Der technische Leiter wurde nicht freigestellt und werde derzeit von einem Care-Team betreut, ebenso wie weitere Mitarbeitende, so der Bergbahn-Chef. (con)

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Gondelabsturz im Skigebiet Titlis
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Gondelabsturz im Skigebiet Titlis

Die Kriminalpolizei Nidwalden informiert an einer Medienkonferenz über das Gondelunglück in Engelberg.

quelle: keystone / urs flueeler
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Ceo der Titlis Bergbahnen zum Unfall
Video: watson
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