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Züge am Gotthard werden länger als erwartet umgeleitet

Züge am Gotthard werden länger als erwartet umgeleitet

14.08.2023, 17:3614.08.2023, 18:23
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Der Gotthardbasistunnel bleibt nach der Entgleisung vom Donnerstag länger als erwartet für den Bahnverkehr gesperrt. Die Personen- und Güterzüge würden über den 16. August hinaus umgeleitet, teilten die SBB am Montag mit.

Am Tag nach der Entgleisung hatten die SBB mitgeteilt, dass der Tunnel für Güterzüge mindestens bis und mit Montag und für Personenzüge mindestens bis und mit Mittwoch ganz gesperrt bleiben werde. Seither werden die Züge über die Bergstrecke umgeleitet, die Güterzüge auch über den Lötschberg.

Die SBB will am Mittwoch über das weitere Vorgehen informieren. Die Personen- und Güterzüge werden gemäss der Mitteilung aber sicher über den Mittwoch hinaus nicht durch den 57 Kilometer langen Basistunnel zwischen Bodio TI und Erstfeld UR fahren können.

HANDOUT - Der entgleiste und vollkommene zerst
Bei der Zugentgleisung entstanden im Gotthardtunnel beträchtliche Schäden.Bild: keystone

Schutz der Einsatzkräfte

Der 2016 eröffnete Tunnel besteht aus zwei Röhren. Geplant war, dass die Züge bald zumindest wieder durch die unbeschädigte Röhre fahren können. Dies ist aber, um die Einsatzkräfte am Unfallort vor der starken Luftzirkulation zu schützen, erst möglich, wenn der Durchgang zwischen den beiden Tunnels wieder verschlossen ist. Der Zug hatte bei der Entgleisung ein geschlossenes Tor bei einem Durchgang zwischen den Röhren zerstört.

Die Umleitung über die Bergstrecke bedeutet für die Passagiere im nationalen Verkehr eine längere Reisezeit von 60 Minuten, im internationalen Verkehr von bis zu zwei Stunden. Weil auf der alten Strecke keine Doppelstöcker fahren können, stehen zudem 30 Prozent weniger Sitzplätze zur Verfügung.

Wie die SBB mitteilten, haben die Untersuchungsbehörden inzwischen die Unfallstelle frei gegeben. Die Lokomotive und die fahrfähigen Güterwagen wurden Richtung Norden aus dem Tunnel befördert. Dort sollen sie nach Angaben der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vom Sonntag bei Tageslicht untersucht werden.

Noch 16 Wagen im Tunnel

16 Güterwagen befinden sich nach SBB-Angaben noch immer im Tunnel. Mit den umfangreichen Aufräumarbeiten habe begonnen werden können, eine vollständige Übersicht über die Schäden liege aber noch nicht vor, hiess es in der Mitteilung vom Montagabend.

Die SBB haben die Planung der Reparaturarbeiten aufgenommen. Eine Prognose, wie lange die Behebung der Schäden dauern werde, sei aber noch nicht möglich, erklärte das Bahnunternehmen.

Im Gotthardbasistunnel war am frühen Donnerstagnachmittag ein von Italien Richtung Deutschland fahrender Güterzug bei der Multifunktionsstelle Faido TI entgleist, offenbar wegen eines Radscheibenbruchs. Die Sust hat einige Kilometer vor dem Unfallort Fragmente eines Rads und Entgleisungsspuren gefunden. (dab/sda)

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