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Wallis

Strom aus Abwasser: Das Wallis testet die grösste mikrobielle Brennstoffzelle der Welt

Strom aus Abwasser: Das Wallis testet die grösste mikrobielle Brennstoffzelle der Welt

06.03.2019, 15:1806.03.2019, 17:46

So wie manche Fische können auch Mikroben elektrischen Strom erzeugen. Sie können im Zuge ihres Stoffwechsels Elektronen «ausatmen». Dieses Phänomen will man sich nun im Wallis zunutze machen – in einer Kläranlage.

An der Kläranlage Châteauneuf-Sitten testen Forschende der Fachhochschule Westschweiz-Wallis eine mikrobielle Brennstoffzelle. Neben der Wasseraufbereitung lasse sich so auch Strom erzeugen, teilte die Fachhochschule mit. Die Wissenschaftler um Fabian Fischer glauben an die Zukunft dieser Technologie, die sie am Mittwoch den Medien vorstellten.

Une imposante pile a combustible microbienne de 1000 litres et 12 metres de long photographiee a la station d’epuration de Chateauneuf, lors d'une presentation a la presse par la HES-SO Valais-Wa ...
Mit 14 Metern Länge das längste mikrobielle Brennstoffzellen-System der Welt.Bild: KEYSTONE

Äusserlich erinnert die Installation aus 64 Brennstoffzellen an eine Aufreihung von Autobatterien, nur schmaler und höher. Mit 14 Metern Länge sei dies das längste mikrobielle Brennstoffzellen-System der Welt, so die Fachhochschule. Das Abwasser kommt von einer Seite der Batterie. Die Mikroben haften an Elektroden aus Kohlenstoffschaum, während sie biologische Abbauprozesse für die Abwasserreinigung verrichten. Dabei setzen sie Elektronen frei und produzieren auf diese Weise Strom.

Strom für 250 Haushalte

Mit der kleinen Test-Anlage, die seit Ende 2018 in Betrieb ist, liesse sich gerade mal ein Handy laden. Aber würde man das System noch verbessern und auf die gesamte Kläranlage ausweiten, könnte man den Bedarf von 250 Haushalten decken, hiess es. Die Forschungsarbeit stehe aber noch am Anfang.

Une imposante pile a combustible microbienne de 1000 litres et 12 metres de long photographiee a la station d’epuration de Chateauneuf, lors d'une presentation a la presse par la HES-SO Valais-Wa ...
Weltweit könnten Abwasserreinigungsanlagen Strom im Äquivalent von 90 Kernkraftwerken erzeugen.Bild: KEYSTONE

In Industrieländern verbraucht die Abwasserreinigung ein bis zwei Prozent des gesamten erzeugten Stroms, erklärte Fischer. Der Stromverbrauch der Kläranlagen geht zu 50 bis 70 Prozent auf das Konto von Becken, in denen Bakterien biologische Abbauprozesse durchführen und die dafür belüftet werden müssen. Durch Umbau zu einer mikrobiellen Brennstoffzelle würden Kläranlagen vom Stromverbraucher zum Stromerzeuger werden. Weltweit könnten Abwasserreinigungsanlagen Strom im Äquivalent von 90 Kernkraftwerken erzeugen.

Im Zuge des Sittener Pilotprojekts werden nun Messungen angestellt. Die Forschenden hoffen, das Experiment bis Ende nächsten Jahres auf die gesamte Kläranlage hochskalieren zu können. (whr/sda)

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